Chinas politischer Einfluss auf Afrika. Diplomatische Partnerschaft oder Ausübung eigener Interessen?


Hausarbeit, 2020

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

1 Inhaltsverzeichnis

2 Einleitung

3 Geschichtlicher Hintergrund afrikanisch-chinesischer Beziehungen
3.1 Entwicklung der Beziehungen bis in das Jahr
3.2 Meilenstein in der weltweiten Außenpolitik: Das Abschluss-Communiqué der Asiatisch-Afrikanischen Konferenz in Bandung im Jahr
3.3 Die Entwicklung von 1955 bis zum heutigen Stand

4 Chinas Einfluss in der gegenwärtigen Zeit – Analyse der ökonomischen und politischen Bedeutung Chinas in Afrika
4.1 Ökonomische Beziehungen
4.1.1 Afrikanischer Export im Gegenzug zu chinesischen Investitionen
4.1.2 Chinesischer Import in Afrika und dessen Auswirkungen
4.2 Politische Absichten und Strategie Chinas in Afrika

5 Persönliche Beurteilung der Fragestellung

6 Abbildungsverzeichnis:

7 Literaturverzeichnis

8 Bildquellen

2 Einleitung

„China und afrikanische Länder sind dazu bestimmt, gute Freunde, gute Brüder und gute Partner zu sein und die chinesisch-afrikanische Zusammenarbeit ist ein gutes Beispiel für die Süd-Süd-Kooperation.“1, so beschrieb Präsident Xi Jinping auf dem BRICS Business Forum in Johannesburg am 28.Juli 2018 die Beziehung zwischen China und Afrika. Die afrikanisch-chinesische Zusammenarbeit intensiviert sich in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr und hinterlässt bereits seine ersten politischen, ökonomischen sowie soziologischen Spuren auf dem afrikanischem Kontinent. Jedoch ist der Grad zwischen diplomatischer Partnerschaft und Ausnutzung für eigene Interessen in der Weltpolitik sehr schmal. Genau diesem Bereich widmet sich die Seminararbeit und untersucht in wie fern die Zusammenarbeit wirklich als „gutes Beispiel“ bezeichnet werden kann, wie die Vorgeschichte der zwei Akteure das Fundament der aktuellen Geschehnisse beeinflusst und was wirklich hinter der Fassade der Kooperation steckt. Ebenfalls werden die Risiken und Chancen für Afrika genauer betrachtet und mögliche Lösungsansätze bestimmter Probleme konzipiert.

3 Geschichtlicher Hintergrund afrikanisch-chinesischer Beziehungen

3.1 Entwicklung der Beziehungen bis in das Jahr 1955

Im Gegensatz zu den aktuell engen ökonomisch-politischen Verhältnissen die China zu Afrika pflegt2, war die Zeit vor 1955 nur schwach von Interaktion der zwei globalen Akteure geprägt, im Vordergrund stand hier die „Politik der geschlossenen Tür“ Chinas.3 Unter der Kontrolle des chinesischen Revolutionärs Mao Zedong änderte sich der Zustand der internationalen Zurückhaltung Chinas und es folgten erste Annäherungen in die weltweiten und somit auch afrikanischen Interessenszonen.4 Als Fundament dieser offenen und supranationalen Politik fungierten später die fünf Prinzipien der bilateralen Beziehungen und der friedlichen Koexistenz, die mit dem Besuch des damaligen chinesischen Ministerpräsidenten Zhou Enlai im Juni 1954 in Indien eine wichtige Säule der weltweiten Außenpolitik bildeten und auch noch heute weiterhin Gültigkeit haben. Als Grundzug gelten hier gegenseitiger territorialer Respekt, Enthaltung von Aggression, Zurückhaltung bei inneren Angelegenheiten, Gleichheit und allseitiger Profit für friedvolle Koexistenz.5

3.2 Meilenstein in der weltweiten Außenpolitik: Das Abschluss-Communiqué der Asiatisch-Afrikanischen Konferenz in Bandung im Jahr 1955

Der 2.Weltkrieg und der Kolonialismus fügten der internationalen Ordnung tiefe Narben hinzu, deren Heilung allein durch Wandel und Reformen der alten Strukturen gewährleistet werden konnte. Diesem Ziel strebend, diskutierte man im April 1955 im Prozess der einwöchigen Konferenz in Indonesien, unter der Teilnahme 29 asiatischer sowie afrikanischer Staaten bzw. Kolonien (auch wenn die Vertreter als souveräne Staaten anerkannt worden sind, waren Teile dieser noch unter Kolonialherrschaft) die Zukunft der länderübergreifenden Beziehungen. In dem „Final Communiqué of the Asian-African-Conference” als Ergebnis der Konferenz, steht einerseits die kollektive Forderung zur Abschaffung kolonialer Herrschaft und andererseits die Kritik am Ausschluss asiatisch-afrikanischer Staaten aus den Vereinten Nationen im Vordergrund.6 Dies war der Startschuss für die ersten offiziellen diplomatischen Dialoge Chinas zu Afrika, anfänglich mit Ägypten, Marokko sowie dem Sudan, und verstärkte die gegenseitigen Delegationen sowie die politischen Besuche untereinander.7

3.3 Die Entwicklung von 1955 bis zum heutigen Stand

Zu Beginn der 1960er Jahre intensivierte sich der Handel aber auch die Eingriffe Chinas in interne afrikanische Angelegenheiten. Liberale Bewegungen in Angola, Namibia, Südafrika und Mozambique8 sowie die sozialistische Oppositionsbewegung in Kamerun9 wurden seitens der chinesischen Regierung zeitweilig unterstützt. Ausschlaggebender Grund hierfür war die sich verschlechternde Beziehung Chinas zu der Sowjetunion sowie zur USA und die damit verbundene Isolation, welches den Wunsch den Einfluss dieser Supermächte in der Dritten Welt so gering wie möglich zu halten immer größer werden ließ.10 Mit dem Ende der 1960er Jahre distanzierte sich China allmählich von der Politik des Eingreifens in afrikanische Konflikte und widmete sich der Entwicklung von Hilfsprogrammen und weiteren Prestigeprojekten in Afrika wie beispielsweise die Errichtung der TAZARA Eisenbahnstrecke zwischen Tansania und Sambia. Somit erzielte man im Einflusskampf mit der Sowjetunion einen festen Sitz innerhalb der Vereinten Nationen durch die Unterstützung afrikanischer Stimmen.11 Mit dem Tod Mao Zedongs im Jahr 1976 richtete sich die Aufmerksamkeit Chinas auf die ökonomische Modernisierung, dessen Erfolgskurs den Anschluss an eine große Menge an Ressourcen voraussetzt.12 Hinzu kommen die westlichen Sanktionen als Reaktion auf den Tiananmen-Massaker im Jahr 1989. Die große Kritik an Chinas Menschenrechtspolitik verbunden mit der Ausgrenzung vom Westen sowie die Afrikareise des damaligen chinesischen Staatspräsidenten Jiang Zemins im Jahr 1996 tragen zu einer positiven Entwicklung der afrikanisch-chinesischer Beziehung auf ökonomischer zugleich politischer Ebene bei. Die Etablierung des „Forum on China-Africa Cooperation“ (FOCAC) als internationale Austauschplattform im Jahr 2000 verfestigt diese Entwicklung und repräsentiert noch heute die stetig enger werdende Beziehung Chinas zu Afrika.13

4 Chinas Einfluss in der gegenwärtigen Zeit – Analyse der ökonomischen und politischen Bedeutung Chinas in Afrika

4.1 Ökonomische Beziehungen

Als eines der wichtigsten Paramater der chinesischen Außenpolitik erweist sich die „Going Global Strategy“, dessen Zweck im Ausschöpfen internationaler, ökonomischer Ressourcen sowie gegenseitiger Investitionsprojekte liegt.14 Im Sinne der „Süd-Süd-Kooperationen“ hat die enge Vernetzung und die wirtschaftliche Zusammenarbeit des Südens eine große Bedeutung für die Wirtschaftsdynamik der jeweiligen Länder und verfolgt eine „Win-Win-Strategie“ für alle Teilnehmenden.15 Dieses außenpolitische Vorgehen kommt besonders dem hohen Rohstoffverbrauch Chinas und der damit verbundenen Abhängigkeit der chinesischen Wirtschaft von Rohstoffimporten aus dem Ausland zu Gute.

4.1.1 Afrikanischer Export im Gegenzug zu chinesischen Investitionen

Afrika mit seiner großen Rohstoffdichte und diversen Erdölreserven, zugleich aber mit fehlenden inländischen Investitionen macht sich besonders attraktiv für chinesische Investmentprojekte. Große Bedeutung haben hier vor allem Länder mit hohen Erdölreserven wie Nigeria, Angola und Ghana wie auch Länder mit einem signifikanten Buntmetallvorkommen am Beispiel von Südafrika, Guinea und Sambia.16

[...]


1 http://german.china.org.cn/text/2018-08/31/content_61273801_0.htm

2 Kobus Jonker / Bryan Robinson: China’s Impact on the African Renaissance, 2018, S.7

3 Kobus Jonker / Bryan Robinson a.a.O. S.6

4 Torben Hinz: China und Afrika - Strategische Partnerschaft oder Neokolonialismus?

5 http://hamburg.china-consulate.org/det//gnxw/t1169264.htm

6 Jürgen Dinkel: Das Abschluss-Communiqué der Asiatisch-Afrikanischen Konferenz in Bandung, https://www.geschichte-menschenrechte.de/bandung-konferenz

7 Kobus Junker/ Bryan Robinson, a.a.O., S.7

8 Kobus Junker/ Bryan Robinson, a.a.O., S.7

9 Torben Hinz, a.a.O., S.7

10 Philipp Gieg: Great Game um Afrika?, S.53-55, https://www.nomos-elibrary.de/165805/die-1950er-und-1960er-jahre-afrikapolitik-als-anti-sowjet-politik

11 Torben Hinz, a.a.O., S.7-8

12 Kobus Junker/ Bryan Robinson, a.a.O., S.7

13 Torben Hinz, a.a.O., S.8

14 Huiyao Wang/ Lu Miao: China goes Global, S.144, https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-1-137-57813-6_6

15 https://www.die-gdi.de/managing-global-governance/sued-sued-kooperation/

16 Maxim Rein: Chinas Investitionen in Afrika. Fluch oder Segen für den afrikanischen Kontinent? , S.5

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Chinas politischer Einfluss auf Afrika. Diplomatische Partnerschaft oder Ausübung eigener Interessen?
Hochschule
Hochschule München
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
15
Katalognummer
V995971
ISBN (eBook)
9783346367600
ISBN (Buch)
9783346367617
Sprache
Deutsch
Schlagworte
China, Afrika, Politik, Imperialismus, Ökonomie, Export, Import, Beziehungen
Arbeit zitieren
Gaye Vatansever (Autor), 2020, Chinas politischer Einfluss auf Afrika. Diplomatische Partnerschaft oder Ausübung eigener Interessen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/995971

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