In dieser Arbeit wird zunächst auf den Begriff "PISA" eingegangen und dieser definiert. Es wird auf die Bedeutung und Wichtigkeit der Studie eingegangen und auf die Ergebnisse Finnlands aus dem Jahre 2000 Bezug genommen. Es gibt noch keine empirischen Belege, wieso Finnland vor allem in der ersten PISA Studie so gut abgeschnitten hat, weshalb die Ansätze auch nur auf Hypothesen beruhen werden. Am Ende wird noch kurz der Mythos thematisiert, dass der PISA-Erfolg von Finnland wieder auf dem Rückmarsch sein soll. Demnach ist Finnlands Bildungs- und Schulsystem doch nicht, wie zu Beginn erklärt, ein Vorbild für andere Länder.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Das Schulsystem in Finnland
2.1 Die Vorschule
2.2 Die Grundschule
3. Differenzierung und Integration
4. Die Leistungsbeurteilung
5. Die Lehrkräfte
6. Der PISA Erfolg in Finnland
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das finnische Schulsystem und analysiert mögliche Erklärungsansätze für dessen herausragendes Abschneiden bei der PISA-Studie 2000 sowie den späteren Leistungsrückgang.
- Struktur des finnischen Bildungssystems (Vorschule und Grundschule)
- Methoden der Differenzierung und Integration im Unterricht
- Leistungsbeurteilung und professionelle Lehrerbildung in Finnland
- Analyse der historischen und pädagogischen Faktoren des PISA-Erfolgs
- Diskussion über den aktuellen Trend und Herausforderungen des Schulsystems
Auszug aus dem Buch
2. Das Schulsystem in Finnland
In Finnland gibt es seit dem 13. Jahrhundert die ersten Schulen in Form von Dom- und Stiftsschulen. 1917 wurde Finnland unabhängig, nachdem es jahrhundertelang dem Königreich Schweden und dann dem Großfürstentum Russland angehörte. Seit 1919 gibt es eine reguläre Schulpflicht (vgl. Europäische Kommission, 1995, S. 361). Generell ist Finnland ein sehr homogenes Land in Bezug auf dessen Religion, die Sprache oder die Herkunft (vgl. Döbert et al., 2002, S. 152). Da es in Finnland nur sehr wenige Bodenschätze gibt, die das Wirtschaftswachstum ankurbeln könnten, steht bei den Finnen schon immer ein guter Bildungsabschluss im Vordergrund. Bildung wird als Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit und zum Wohlergehen der Gesellschaft angesehen (vgl. Freyberg, 2004, S. 2). Bei der Frage nach den Maßstäben wird immer häufiger die Bildung mit eingebettet und als Teil der Lebensqualität angesehen (vgl. Wernicke, 2006, S. 2). Seit den siebziger Jahren wird das Bildungs- und Schulsystem in Finnland ständig neu überarbeitet und verbessert (vgl. M. Pfeifer, 2006, S. 92).
Im Jahre 1993 wurden von dem Staatsrat mehrere Ziele formuliert, die sich auch auf die Bildung der Finnen auswirkten. Es wurden Erwartungen, wie beispielsweise die Entwicklung eines hohen Bildungsstands, aufgesetzt, welcher auch weiter aufrecht gehalten werden sollte. Durch persönliches Engagement jedes einzelnen Bürgers sollte der mentale Entwicklungsprozess der ganzen Nation gefördert werden. Das Privat- und Arbeitsleben sollte in Ausgleich gebracht werden bzw. synchronisiert werden und im Allgemeinen sollte die Wertigkeit von Bildung verbessert werden (vgl. Europäische Kommission, 1995, S. 362). Das Grundziel bzw. der Grundgedanke des finnischen Schulsystems liegt darin, allen Kindern die gleichen Bildungsmöglichkeiten zu bieten, gezielt dem Motto „Fördern statt auslesen“ und niemanden aufzugeben oder nicht genügend zu unterstützen (vgl. Wernicke, 2006, S. 1).
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf das finnische Schulsystem nach dem PISA-Erfolg von 2000 und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Untersuchung.
2. Das Schulsystem in Finnland: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung und die Grundstrukturen des finnischen Bildungswesens, inklusive der Rolle der Vorschule und Grundschule.
3. Differenzierung und Integration: Hier wird analysiert, wie Finnland durch innere und äußere Differenzierung sowie gezielte Integrationsmaßnahmen versucht, soziale Ungleichheiten im Bildungssystem abzufedern.
4. Die Leistungsbeurteilung: Das Kapitel beschreibt das finnische Bewertungssystem, das von verbalen Rückmeldungen in der Unterstufe hin zu Notengebungen ab der siebten Klasse reicht.
5. Die Lehrkräfte: Diese Sektion beleuchtet die akademische Ausbildung und den hohen gesellschaftlichen Stellenwert der finnischen Lehrkräfte sowie die kontinuierlichen Fortbildungsmöglichkeiten.
6. Der PISA Erfolg in Finnland: Es werden Hypothesen diskutiert, warum Finnland bei der PISA-Studie 2000 so erfolgreich abschnitt und welche Faktoren den späteren Abwärtstrend beeinflusst haben könnten.
7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Erfolg des finnischen Systems auf einer historisch gewachsenen Bildungsphilosophie basiert und kein einfaches, kopierbares Rezept darstellt.
Schlüsselwörter
Finnisches Schulsystem, PISA 2000, Bildungsphilosophie, Förderung statt Auslese, Integrierte Gesamtschule, Leistungsbeurteilung, Lehrerbildung, Schulpflicht, Differenzierung, Integration, Vorschulunterricht, Bildungsgerechtigkeit, Lernmotivation, OECD, Bildungsstand
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das finnische Schulsystem, um die Hintergründe für das herausragende Abschneiden des Landes bei der PISA-Studie 2000 zu verstehen und den späteren Leistungsknick zu hinterfragen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören die Schulstruktur, die pädagogischen Konzepte der Differenzierung und Integration, das System der Leistungsbeurteilung sowie die spezifische Ausbildung der Lehrkräfte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, durch die Beleuchtung systemischer Besonderheiten Hypothesen darüber aufzustellen, welche Faktoren zum Erfolg Finnlands im Bildungswesen beigetragen haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um bestehende Forschungsansätze, gesetzliche Grundlagen und Expertenmeinungen zum finnischen Bildungsmodell zusammenzuführen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Schulstruktur, spezifische pädagogische Ansätze zur Schülerförderung sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der PISA-Studie und den damit verbundenen Ergebnissen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind finnisches Schulsystem, PISA-Erfolg, Bildungsgerechtigkeit, Lehrerprofessionalisierung und die Philosophie des „Förderns statt Auslesens“.
Warum gibt es in Finnland laut der Autorin keine Sonderschulen?
Dies ist Teil des Integrationsgedankens; statt Aussonderung wird auf ein System der inklusiven Förderung innerhalb der Gesamtschule gesetzt, um alle Schüler gemeinsam zum Erfolg zu führen.
Welche Rolle spielt die Ausbildung der Lehrer für den Schulerfolg?
Finnische Lehrkräfte verfügen über einen obligatorischen Masterabschluss und eine praxisorientierte Ausbildung, was zu einem hohen gesellschaftlichen Ansehen und einer hohen Qualität des Unterrichts beiträgt.
Wie erklärt die Arbeit den PISA-Leistungsrückgang nach 2009?
Als mögliche Hypothese wird unter anderem die Veränderung der demografischen Zusammensetzung der Schülerschaft genannt, die das bisherige homogene Unterrichtskonzept vor neue Herausforderungen stellt.
- Quote paper
- Luisa Bauer (Author), 2017, Das finnische Schulsystem. Erklärungsansätze für den Erfolg bei PISA 2000, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/997776