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Disstracks als moderne Invektive. Kollegahs Disstrack ‚Legacy‘ gegen Sun Diego/Spongebozz

Titel: Disstracks als moderne Invektive. Kollegahs Disstrack ‚Legacy‘ gegen Sun Diego/Spongebozz

Bachelorarbeit , 2018 , 43 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Dominik Emme (Autor:in)

Rhetorik / Phonetik / Sprechwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, zu untersuchen und darzustellen, inwiefern Disstracks als moderne Invektive angesehen werden können. Als Beispiel für einen Disstrack wurde das Lied ,Legacy' von Kollegah ausgewählt, da er sich aufgrund seiner Sprachgewandtheit sowie poetischen Ausdrucksweise besonders für eine nähere Betrachtung eignet. Der Disstrack besteht, wie viele Lieder Kollegahs, aus zahlreichen Wortspielen, Übertreibungen, Ironie und ähnlichen Stilmitteln. Auch der Frage, was Disstracks überhaupt sind, soll nachgegangen werden. In dieser Arbeit wird nur versucht, ein Bezug der Invektive zu Disstracks in der Rapmusik herzustellen. Eine tiefergreifende Analyse bezüglich möglicher Invektiven in anderen Bereichen wie Politik oder schlichtweg im Alltag, die Betrachtung vieler diverser Definitionen und Theorien von komplexen Begriffen wie Invektive, Ironie, Beleidigung und Witz sowie die Veranschaulichung weiterer Beispiele von Disstracks im deutsch- oder anderssprachigen Rap würde den Umfang dieser Arbeit bei Weitem übersteigen.

Die Arbeit ist in folgender Weise aufgebaut: Zuerst wird die antike Theorie der Invektive dargestellt. Miteinbezogen werden Begriffe wie Ironie, Beleidigung und Witz, da diese ihren Ausdruck in der Invektive finden, um die verbale Herabsetzung einer Person zu verstärken. Anschließend folgt eine begriffliche Einordnung der Hate-Speech und ein Vergleich mit der Invektive. Danach wird der Definition des Begriffs Disstrack, einem Vergleich mit Hate- Speech und Invektive, der Verbindung zur Rhetorik sowie Kunstfreiheit nachgegangen. Den Hauptbestandteil bildet die Analyse des Disstracks ,Legacy' von Kollegah gegen Sun Diego beziehungsweise Spongebozz unter den Gesichtspunkten der aufgearbeiteten Theorie. Dabei wird nicht das ganze Lied in Augenschein genommen, sondern ausschließlich die knapp letzten fünf Minuten, da nur dieser Teil des Tracks als ein Disstrack angesehen werden kann. Den Schluss der Arbeit bildet ein Fazit mit einbegriffenem Ausblick.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die antike Theorie der Invektive

2.1 Definition der Invektive

2.2 Persuasive Verfahren der klassischen Invektive

2.2.1 Ironie

2.2.2 Beleidigung

2.2.3 Witz

3. Hate-Speech als moderne Form der Invektive?

3.1 Hate-Speech

3.2 Konzeptioneller Vergleich von Hate-Speech mit Invektive

4. Der Disstrack als popkulturelle Form der politischen Schmährede?

4.1 Was ist ein Disstrack?

4.2 Der Disstrack vor dem Hintergrund von Hate-Speech und Invektive

4.3 Der Disstrack als rhetorisches Phänomen

4.4 Der Disstrack im Kontext aktueller Debatten zur Kunstfreiheit

5. Exemplarische Analyse eines aktuellen Disstracks

5.1 Darstellung der Grundkonstellation

5.2 Analyse des Tracks „Legacy“

6. Fazit und forschungstheoretischer Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Disstracks als moderne Form der Invektive verstanden werden können. Anhand des Tracks „Legacy“ von Kollegah wird analysiert, wie rhetorische Mittel zur sprachlichen Herabsetzung eingesetzt werden und in welchem Verhältnis diese popkulturelle Ausdrucksform zu klassischen rhetorischen Theorien sowie aktuellen Phänomenen wie Hate-Speech steht.

  • Analyse der antiken Theorie der Invektive und ihrer Anwendung in der Moderne.
  • Vergleich von Disstracks mit Hate-Speech unter Einbeziehung rhetorischer Kriterien.
  • Untersuchung des Disstracks als rhetorisches Phänomen und dessen Einordnung in den Kontext der Kunstfreiheit.
  • Detaillierte Analyse der rhetorischen Strategien und Sprachbilder in Kollegahs „Legacy“.
  • Reflexion über die Grenzen zwischen Unterhaltung und gezielter Diffamierung.

Auszug aus dem Buch

2.1 Definition der Invektive

Der Begriff Invektive lässt sich mit ‚Schmährede‘ beschreiben. Sie spiegelt dabei das Ziel des Orators wider, die verbale Herabsetzung einer Person. Oftmals handelt es sich um eine Person, die in der Öffentlichkeit steht. Die Invektive soll das öffentliche Bild dieses Individuums ruinieren, es demaskieren und das angeblich der Wahrheit entsprechende Abbild anhand sprachlicher Mittel darlegen. Sie tritt demnach nicht nur in mündlich vorgetragenen Reden vor einer Adressatengruppe auf, sondern auch in der Literatur oder in Gedichten beziehungsweise in Texten der Rapmusik. Bekannt ist die Bezeichnung „oratio invectiva“ erst seit der Spätantike, erste Erwähnungen finden sich im vierten Jahrhundert nach Christus.

Als Vergleich zu Invektive kann die ‚damnatio memoriae‘ aus der römischen Kultur gesehen werden, durch die der Name einer Person ausgelöscht werden soll. Die Person, über die in einer Invektive gesprochen wird, wird durch den Orator negativ dargestellt, auf moralischer sowie persönlicher Ebene. Die bestimmte Person, die durch die Invektive diffamiert wird, soll nicht nur in ein schlechtes Licht gerückt werden, welches laut dem Orator ‚wahr‘ ist, sondern auch nachhaltige Imageschäden erleiden. In der Antike war es eine gängige Methode, dass in der Invektive die persönliche sowie sachliche Ebene nicht voneinander getrennt wurden. Oftmals waren der Wesenszug einer Person und das Erscheinungsbild im öffentlichen Raum von größerer Bedeutung als die Ziele politischer Natur.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Disstracks am Beispiel von Kollegahs „Legacy“ und Darlegung der Zielsetzung sowie des Aufbaus der Arbeit.

2. Die antike Theorie der Invektive: Definition der Invektive als rhetorische Schmährede und Erläuterung zentraler persuasiver Verfahren wie Ironie, Beleidigung und Witz.

3. Hate-Speech als moderne Form der Invektive?: Untersuchung des Hate-Speech-Begriffs und dessen Abgrenzung beziehungsweise konzeptionelle Verknüpfung mit der Invektive.

4. Der Disstrack als popkulturelle Form der politischen Schmährede?: Einordnung des Disstracks als rhetorisches Phänomen und Diskussion seiner Rolle im Spannungsfeld zwischen Kunstfreiheit und Diffamierung.

5. Exemplarische Analyse eines aktuellen Disstracks: Praktische Anwendung der erarbeiteten Theorie durch die Analyse der Grundkonstellation und der spezifischen Textpassagen des Tracks „Legacy“.

6. Fazit und forschungstheoretischer Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Disstracks als moderne Invektiven und Aufzeigen möglicher zukünftiger Forschungsansätze.

Schlüsselwörter

Invektive, Disstrack, Kollegah, Rhetorik, Hate-Speech, Schmährede, Legacy, verbale Herabsetzung, Ironie, Beleidigung, Witz, Kunstfreiheit, Rapmusik, Persuasion, Diffamierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und wie Disstracks der Rapmusik als moderne Form der rhetorischen Invektive (Schmährede) betrachtet werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die antike Rhetoriktheorie, die Abgrenzung zu Hate-Speech, die kulturelle Bedeutung von Disstracks und die sprachliche Analyse von Rap-Texten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die rhetorischen Mechanismen der Herabsetzung in Disstracks systematisch darzustellen und wissenschaftlich einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine rhetorische Textanalyse angewandt, die durch den Vergleich mit antiken und modernen Invektiven-Theorien gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Invektive, Hate-Speech), die kulturwissenschaftliche Einordnung (Disstrack, Kunstfreiheit) und die exemplarische Analyse von Kollegahs „Legacy“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Invektive, Disstrack, Rhetorik, verbale Herabsetzung und Kunstfreiheit.

Wie unterscheidet sich ein Disstrack von Hate-Speech laut der Arbeit?

Während Disstracks eher als rhetorische, oft künstlerisch gerahmte Form der Inszenierung und persönlichen Auseinandersetzung fungieren, zielt Hate-Speech primär auf die Aufhetzung gegen Gruppen und die Konstituierung menschlicher Minderwertigkeit ab.

Warum wurde der Track „Legacy“ von Kollegah für die Analyse gewählt?

Der Track eignet sich aufgrund seiner Länge, der hohen Dichte an sprachlichen Mitteln (Wortspiele, Ironie) und des klaren Angriffs auf einen Kontrahenten ideal für eine detaillierte rhetorische Untersuchung.

Welche Rolle spielt die Kunstfreiheit in dieser Arbeit?

Die Kunstfreiheit dient als rechtlicher und ethischer Rahmen, um zu diskutieren, wo die Grenzen zwischen zulässiger künstlerischer Auseinandersetzung und strafbarer oder unethischer Diffamierung verlaufen.

Was schlussfolgert der Autor bezüglich der Rhetorik in Disstracks?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Disstracks komplexe rhetorische Konstrukte darstellen, die über bloße Beleidigungen hinausgehen und strategisch eingesetzt werden, um die Überlegenheit des Orators zu inszenieren.

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Disstracks als moderne Invektive. Kollegahs Disstrack ‚Legacy‘ gegen Sun Diego/Spongebozz
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
1,7
Autor
Dominik Emme (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
43
Katalognummer
V997779
ISBN (eBook)
9783346370082
ISBN (Buch)
9783346370099
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kollegah Disstrack Spongebozz Invektive Sun Diego Deutschrap Wortspiele Ironie Witz Beleidigung Hate-Speech Legacy Kunstfreiheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dominik Emme (Autor:in), 2018, Disstracks als moderne Invektive. Kollegahs Disstrack ‚Legacy‘ gegen Sun Diego/Spongebozz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/997779
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Leseprobe aus  43  Seiten
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