In dieser Arbeit wird das Phänomen "Atlantis" aus archäologischer Perspektive analysiert. Dabei werden Vermutungen angestellt, wo sich Atlantis befindet und wie die Atlanter gelebt haben.
Gemäß Plato wurde Atlantis viele Generationen vor den Angriffen auf das östliche Mittelmeer außerhalb der Säulen des Herakles (= Gibraltar) am wahren Meer gegründet. Entsprechende Informationen über dieses Gebiet können nach Ägypten gelangt sein, da bereits zum Beginn des dritten Jahrtausends vor Christus Kontakte zwischen der Iberischen Halbinsel und dem Vorderen Orient einschließlich Ägypten durch archäologische Funde nachgewiesen sind.
Durch Heirat siedelte Poseidon am Rande einer weiten Ebene auf einem niedrigen Hügel. Von dort aus erweiterte er seine Herrschaft. Bereits zu seinen Lebzeiten wurde das Herrschaftsgebiet auf seine zehn Söhne aufgeteilt. Poseidon hatte 10 Söhne, auf die er sein Herrschaftsgebiet aufteilte. Der Erstgeborene Atlas erhielt das Stammgebiet. Nach ihm wurde das Gesamtgebiet Atlantis und das angrenzende Meer als <Atlantisches Meer> benannt. Er wird als König über die anderen Söhne bestellt. Der Zweitgeborene Gadeiros erhielt das Gebiet den äußersten Teil der <nesos Atlantis>, von den Säulen des Herakles bis zu der Gegend, die als <gadeirisch> bezeichnet wurde. Über die Gebiete der anderen acht Söhne wird nichts ausgesagt.
Inhaltsverzeichnis
1. Logos Atlantis – ein Bericht zur Bronzezeit Europas
1.1 Vorbemerkung
1.2 Zum Inhalt des Atlantis-Berichts
1.3 Athen, Griechenland und das östliche Mittelmeergebiet
1.4 Athen und Griechenland
1.5 Datierung
2. Atlantis
2.1 Organisation des Staates und Expansion
2.1.1 Beschreibung von Plato
2.2 Archäologischer Hintergrund
2.2.1 Wer waren die Atlanter?
2.3 Die Geographie von Atlantis
2.4 Der Regierungssitz von Atlantis
2.5 Handel
2.6 Landwirtschaft in Atlantis
2.6.1 Archäologischer Hintergrund:
2.6.2 Metallgewinnung im Südwesten der Iberischen Halbinsel
2.6.3 Die Erben der Glockenbecher
2.7 Der Angriff auf das östliche Mittelmeer
2.7.1 Archäologie und Griechische Rückerinnerung
3. Wer sind die Seevölker und wo ist ihre Heimat
3.1 Die Heimat der Seevölker in der Forschung
3.1.1 Die Neunbogenvölker
3.2 Die Feinde im Einzelnen
3.3 Wo lag das Regierungszentrum von Atlantis?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Plausibilität von Platos Atlantis-Bericht, indem sie ihn mit archäologischen Erkenntnissen zur europäischen Bronzezeit und den Aktivitäten der sogenannten Seevölker vergleicht. Das primäre Ziel ist es, die Schilderungen Platos als potenziell wahre Überlieferung zu verifizieren und eine geographische Verortung für das Zentrum von Atlantis im Mündungsgebiet des Guadalquivir zu begründen.
- Analyse der bronzezeitlichen Handelsstrukturen und der Metallgewinnung.
- Untersuchung der Expansion von Glockenbecher- und Schnurkeramikkultur.
- Vergleich der Atlantis-Beschreibung mit archäologischen Funden im Südwesten der Iberischen Halbinsel.
- Interpretation der Seevölker-Angriffe im Kontext antiker Überlieferungen.
- Geomorphologische Untersuchung potenzieller Ringsysteme im Nationalpark Coto de Doñana.
Auszug aus dem Buch
Die Geographie von Atlantis
Das Reich wird viele Generationen vor den Angriffen auf das östliche Mittelmeer außerhalb der Säulen des Herakles (=Gibraltar) am wahren Meer gegründet. Plato bezeichnet die Zentrale von Atlantis mit
Bei der Aufteilung des Reiches wird das Gebiet um Gadiz bis Gibraltar als Teilstaat am äußersten Rand des Gründungsgebietes bezeichnet.
Diese Lage trifft für die Mündung des Guadalquivir im Südwesten der Iberischen Halbinsel nördlich von Gadiz zu. In den nördlich angrenzenden Gebirgszügen liegen reiche Metallerzgruben, die bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. ausbeutet worden sind. Sowohl Erzgruben und Metallverarbeitungsplätze sind archäologisch nachgewiesen. Zentralorte sind in Einzelfällen durch entsprechende Befunde bestätigt.
Zusammenfassung der Kapitel
Logos Atlantis – ein Bericht zur Bronzezeit Europas: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Unterscheidung zwischen Logos (wahre Geschichte) und Mythos (erfundene Erzählung) bei Plato und führt in die Chronologie der griechischen Frühgeschichte ein.
Atlantis: Hier wird die Organisation des Staates Atlantis, die wirtschaftliche Grundlage durch Handel und Metallproduktion sowie die archäologische Korrelation mit der Glockenbecherkultur und den Angriffen der Seevölker detailliert behandelt.
Wer sind die Seevölker und wo ist ihre Heimat: Das Kapitel analysiert die Identität der sogenannten Neunbogenvölker und Seevölker, hinterfragt deren Ursprung und diskutiert geographische Hinweise auf das Regierungszentrum von Atlantis im Kontext von archäologischen Spuren.
Schlüsselwörter
Atlantis, Bronzezeit, Glockenbecherkultur, Seevölker, Metallgewinnung, Guadalquivir, archäologische Funde, Platon, Frühgeschichte, Handel, Ringsystem, Coto de Doñana, Iberische Halbinsel, Neunbogenvölker, Archäologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, inwieweit der Atlantis-Bericht des griechischen Philosophen Plato mit archäologischen und geologischen Daten der europäischen Bronzezeit in Einklang gebracht werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentral sind die bronzezeitliche Expansion der Glockenbecherkultur, die Metallgewinnung auf der Iberischen Halbinsel, der Handel mit Edelmetallen und die historische Deutung der Seevölker-Angriffe.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Ziel ist es, Atlantis nicht als Mythos, sondern als historisches Handelsreich zu begreifen und dessen Zentrum im Mündungsgebiet des Flusses Guadalquivir in Spanien zu lokalisieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Der Autor stützt sich auf einen interdisziplinären Ansatz aus philologischer Textanalyse der antiken Quellen, vergleichender archäologischer Forschung und der Auswertung von Satellitenbildern sowie geologischen Bohrprofilen.
Welche Aspekte werden im Hauptteil ausführlich behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Sozialstruktur von Atlantis, den Handelsrouten für Metall, Bernstein und Glas sowie der Korrelation archäologischer Funde mit den antiken Beschreibungen von Naturkatastrophen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Atlantis, Glockenbecherkultur, Bronzezeit, Seevölker, Guadalquivir, Metallurgie und archäologische Indizien.
Wie deutet der Autor die „Neunbogenvölker“ in Bezug auf Atlantis?
Der Autor ordnet die Neunbogenvölker als eine allgemeine ägyptische Bezeichnung für fremde Völker ein, die in den Berichten über die Angriffe der Seevölker unter Pharao Ramses III. eine spezifische militärische Bedeutung annehmen.
Welche besondere Bedeutung hat das Gebiet des Coto de Doñana für die Theorie?
Der Autor identifizierte in diesem Nationalpark konzentrische Strukturen auf Satellitenbildern, die er als Überreste des von Plato beschriebenen Ringsystems von Atlantis interpretiert.
Wie begründet der Autor die Verbindung zwischen Atlantis und der Glockenbecherkultur?
Die Übereinstimmung der zeitlichen Epochen, die Bedeutung des Metallhandels und die geografische Ausbreitung dieser Kultur im westlichen Europa dienen als wesentliche Argumente für diese Gleichsetzung.
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- Werner Wickboldt (Author), 2021, Logos Atlantis. Ein Bericht zur Bronzezeit Europas, Nordafrikas, des Vorderen Orients und Ägyptens im 2. und 3. Jahrtausend v. Chr., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/997962