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Die Positionen der Evangelischen und der Katholischen Kirche in der Wiederbewaffnungsdebatte

Title: Die Positionen der Evangelischen und der Katholischen Kirche in der Wiederbewaffnungsdebatte

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 18 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Alexander Pilic (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Bezüglich der ethischen Aspekte der Wiederbewaffnungsdebatte erscheinen mir besonders die Positionen der beiden großen christlichen Kirchen Deutschlands untersuchungswürdig. Denn abgesehen vom Einfluß, die die Evangelische und die Katholische Kirche auf die Politiker und ihre jeweiligen Mitglieder hatten und haben, war damals bemerkenswert, daß trotz der anfänglich bei beiden Kirchen gleichermaßen vorhandenen Spaltung der Gläubigen in Befürworter und Gegner der Wiederbewaffnung sich die offiziellen Haltungen der Kirchenführungen stark voneinander unterschieden. Wie für die gesamte westdeutsche Gesellschaft, so war die Wiederbewaffnungsdebatte auch für die beiden großen Kirchen eine Bewährungsprobe als Teilnehmer einer unter pluralistischen Bedingungen zu führenden Auseinandersetzung in der noch jungen Demokratie der Bundesrepublik. Eine Sonderrolle nehmen sie meiner Meinung nach dennoch ein, da aus kirchlicher Sicht eine Wiedereinführung von Streitkräften besonders unter ethischen Gesichtspunkten abgewägt wurde und sie somit zumindest ansatzweise das "Gewissen der Nation" wiederspiegelten. Insbesondere zu Beginn der Wiederbewaffnungsdebatte stand man in Deutschland vor allem unter dem Eindruck der Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg und aus dem Dritten Reich. Daher erscheint es mir sinnvoll, vor der Gegenüberstellung der unterschiedlichen Standpunkte von Katholischer und Evangelischer Kirche bezüglich der Leistung eines Wehrbeitrages zunächst einen Blick auf die Zeit von 1933 bis 1945 zu werfen, um die Folgen der Hitlerdiktatur auf das Kirchenleben zu erläutern und eventuell Schlüsse auf das Verhalten der Kirchen im Nachkriegsdeutschland zu ziehen. Anschließend folgt eine chronologische Darstellung des Diskussionsverlaufes zunächst für die Katholische und danach für die Evangelische Kirche. Dabei werde ich auch die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung Meinungsumfragen bezüglich der Wiederbewaffnung berücksichtigen. In diesem Rahmen möchte ich der Frage nachgehen, inwieweit die Haltungen der beiden Amtskirchen sich voneinander unterschieden und welche Ursachen es hierfür geben könnte. Nach Auswertung der möglichen Hintergründe für die verschiedenartige Teilnahme der Katholischen und der Evangelischen Kirche an der Wiederbewaffnungsdebatte werde ich abschließend Schlußfolgerungen bezüglich der Auswirkungen des kirchlichen Diskussionsbeitrages auf die Entscheidung für die Einrichtung der Bundeswehr ziehen können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Historische Einführung : Die Kirchen unter dem Hakenkreuz

2. Die Haltung der Katholischen Kirche

3. Die Haltung der Evangelischen Kirche

Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedlichen Positionen der Evangelischen und der Katholischen Kirche in Deutschland während der Debatte um die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik in den frühen 1950er Jahren. Dabei wird analysiert, wie historische Erfahrungen aus der Zeit des Nationalsozialismus, unterschiedliche organisatorische Strukturen und die politische Lage des beginnenden Kalten Krieges die kirchlichen Entscheidungsprozesse beeinflussten.

  • Historische Prägung durch die Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945)
  • Einfluss der Weihnachtsbotschaft 1948 und des Koreakrieges auf die kirchlichen Haltungen
  • Vergleich der zentralistischen katholischen Amtskirche gegenüber der zersplitterten Evangelischen Kirche
  • Die Rolle prominenter Persönlichkeiten wie Martin Niemöller und Gustav Heinemann als Wiederbewaffnungsgegner

Auszug aus dem Buch

3. Die Haltung der Evangelischen Kirche

Obwohl die Evangelische Kirche aufgrund ihrer lockereren inneren Strukturen nur bedingt als eine kirchliche Einheit im Sinne des katholischen Kirchenaufbaus charakterisiert werden kann, stand sie nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und ihrer bereits im ersten Kapitel beschriebenen Erfahrungen im Dritten Reich erneut vor einer, wenn nicht gar vor zwei Zerreißproben. Anders als die Katholische Kirche, die seit jeher den Großteil ihrer Anhänger im Süden und Westen Deutschlands hatte, sah sich die Evangelische Kirche angesichts der sich abzeichnenden Teilung Deutschlands vor der Herausforderung, ihre Gläubigen in beiden Teilen des Landes trotz Zonengrenzen vereint zu halten.

So ergab es sich für viele evangelische Kirchenführer schon fast zwangsweise, der Adenauerschen Westpolitik kritisch oder zumindest abwartend gegenüberzustehen, um die Lebensfähigkeit der eigenen Kirche als gesamtdeutsche Institution zu erhalten. Andererseits verfügten aufgrund der zurückliegenden Polarisierung zwischen Deutschen Christen und der Bekennenden Kirche nach dem Zusammenbruch des Dritten Reichs nun politisch eher linksgerichtete Persönlichkeiten über größeren Einfluß in der EKD.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung umreißt die komplexe Ausgangslage der Wiederbewaffnungsdebatte in der jungen Bundesrepublik und begründet das Interesse an der kirchlichen Perspektive als ethisches Korrektiv.

1. Historische Einführung : Die Kirchen unter dem Hakenkreuz: Dieses Kapitel arbeitet die unterschiedlichen Erfahrungen der Kirchen im Dritten Reich auf, die als notwendige Grundlage für das spätere Verhalten in der Nachkriegszeit dienen.

2. Die Haltung der Katholischen Kirche: Hier wird der Prozess beschrieben, wie die katholische Kirche unter dem Einfluss des Vatikans und Papst Pius XII. zu einer befürwortenden Haltung gegenüber der Wiederbewaffnung fand.

3. Die Haltung der Evangelischen Kirche: Dieses Kapitel analysiert die innerkirchliche Zerrissenheit und die kontroversen Debatten innerhalb der Evangelischen Kirche, die durch pazifistische Strömungen und politische Widerstände geprägt waren.

Schlußbetrachtung: Die Schlußbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass trotz unterschiedlicher Ausgangslagen beide Kirchen letztlich zu einer Akzeptanz der neuen staatlichen Verteidigungsstrukturen gelangten.

Schlüsselwörter

Wiederbewaffnung, Bundeswehr, Evangelische Kirche, Katholische Kirche, Adenauer-Regierung, Koreakrieg, Pazifismus, EKD, Nationalsozialismus, Bekennende Kirche, Westintegration, Gewissensentscheidung, Militärseelsorge, Ost-West-Konflikt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht, wie sich die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland während der politischen Debatte um die Wiederbewaffnung in den Jahren nach 1945 positionierten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen das kirchliche Erbe des Nationalsozialismus, die Auswirkungen des Koreakrieges auf die Friedenslehre der Kirchen sowie der Einfluss interner Strukturen auf politische Entscheidungsprozesse.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist es, die Unterschiede zwischen der Katholischen und der Evangelischen Kirche in ihrer Auseinandersetzung mit der Remilitarisierung herauszuarbeiten und zu analysieren, warum diese zu unterschiedlichen Zeitpunkten ähnliche Positionen einnahmen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, die auf der Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Dokumenten und statistischen Meinungsumfragen basiert.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einleitung, die Analyse der katholischen Haltung (geprägt durch den Vatikan) und die Untersuchung der evangelischen Haltung (geprägt durch interne Debatten und den Widerstand führender Persönlichkeiten).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Wiederbewaffnung, Westintegration, innerkirchliche Spaltung, Gewissensfreiheit und politischer Einfluss der Amtskirchen.

Wie unterschied sich die katholische von der evangelischen Haltung in der Debatte?

Während die katholische Kirche durch eine hierarchische Struktur und klare päpstliche Richtlinien eher geschlossen und zügig zu einer Akzeptanz der Wiederbewaffnung fand, war die evangelische Kirche stark gespalten und durch eine langwierige, teils kontroverse Debatte gekennzeichnet.

Welche Rolle spielten Martin Niemöller und Gustav Heinemann?

Beide waren prominente evangelische Repräsentanten, die durch ihre dezidierte Ablehnung der Wiederbewaffnung und ihre Kritik an der Adenauer-Politik die innerkirchliche Debatte maßgeblich mitprägten und anführten.

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Details

Title
Die Positionen der Evangelischen und der Katholischen Kirche in der Wiederbewaffnungsdebatte
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Grade
1,5
Author
Alexander Pilic (Author)
Publication Year
2000
Pages
18
Catalog Number
V9981
ISBN (eBook)
9783638165532
ISBN (Book)
9783638757300
Language
German
Tags
Positionen Evangelischen Katholischen Kirche Wiederbewaffnungsdebatte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Pilic (Author), 2000, Die Positionen der Evangelischen und der Katholischen Kirche in der Wiederbewaffnungsdebatte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9981
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