Carl Stumpf und die Institutionalisierung der Psychologie in Berlin


Hausarbeit, 2000

20 Seiten, Note: Gut


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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Berliner Psychologie zur Zeit der Aufklärung (1764 - 1806)

III. Die Institionalisierung der Psychologie an der Berliner Universität
1. Gründung der Berliner Universität
2. Psychologie an der Berliner Universität im 19. Jahrhundert
3. Der Prozeß der Institutionalisierung
3.1 Das Jahr 1850 - Das völkerpsychologische Duo Lazarus/Steinthal
3.1.1 Kurzer Einblick in Leben und Werk
a) Hajm Steinthal
b) Moritz Lazarus
3.1.2 Ihr Wirken
3.1.3 Vorlesungen an der Berliner Universität
3.2 Das Jahr 1880 - R. H. Lotze und H. Ebbinghaus
3.2.1 R. H. Lotze - Kurzer Einblick in Leben und Werk
3.2.2 Sein Wirken in Berlin
3.2.3 H. Ebbinghaus - Kurze Lebensdaten
3.3 Das Jahr 1886
3.4 Das Jahr 1893

IV Carl Stumpf (1848 - 1936)
1. Zeitgeschichtliche Einbettung
1.1 Aus politischer Sicht
1.2 Aus wissenschaftlicher Sicht
2. Leben und Werk
2.1 1848 - 1893
2.2 Das Wirken Stumpfs in Berlin
a) Aus wissenschaftlicher Sicht
b) Aus wissenschaftspolitischer Sicht
2.3 Nach seiner Emeritierung
3. Stumpfs Verdienst
4. Gründe, die dazu führten, daß Stumpf in der Geschichtsschreibung in Vergessenheit geriet

V. Wechsel der ,,Ära Stumpf" zur ,,Ära Köhler"
1. Berliner Schule der Gestaltpsychologie
1.1 Prinzipien der Gestaltpsychologie
1.2 Ursprünge des gestaltpsychologischen Denkens
1.3 Kurzer Einblick in Leben und Werk der Hauptvertreter
a) Kurt Koffka
b) Wolfgang Köhler
c) Max Wertheimer
d) Kurt Lewin
1.4 Arbeiten der Gestaltpsychologen

VI. Schlußbemerkung

Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Meine Hausarbeit umfaßt im allgemeinen die Psychologieentwicklung in Berlin im 19. Jahrhundert und im besonderen den Prozeß der Institutionalisierung der Psychologie in Berlin, der mit Wirken Carl Stumpfs abgeschlossen wird. In dieser Zeit bildet und formt sich die neue Psychologie aus, die experimentelle Psychologie. Bevor ich zum eigentlichen Institutionalisierungsprozeß komme, starte ich einen kleinen Exkurs in die Berliner Psychologiegeschichte noch vor Gründung der Berliner Universität. Damit möchte ich aufzeigen, daß bereits vor Bestehen einer Universität auch Psychologie schon im wissenschaftlichen Kontext gelehrt wurde. Nach einem Überblick über den Stand der Psychologie unmittelbar nach Gründung der Berliner Universität soll die universitäre Entwicklung der Berliner Psychologie bis zum Entstehen des ersten Instituts für Psychologie in vier Gliederungspunkten abgebildet werden. Um diesen Prozeß zu verdeutlichen, liegen die Schwerpunkte bei Hajm Steinthal, Moritz Lazarus, Rudolf Hermann Lotze, Hermann Ebbinghaus und Carl Stumpf. Mit letzterem, Begründer des ersten psychologischen Instituts in Berlin, soll etwas ausführlicher auf Leben und Werk eingegangen werden. Jedoch werden die Werke selbst nicht konkret beleuchtet, da dies Thema einer anderen Hausarbeit ist. Im letzten Teil meiner Ausarbeitung befasse ich mich noch mit der Gestaltpsychologie. Auch hier soll ein kurzer Einblick in Leben und Werk der Schüler Carl Stumpfs, die als Hauptvertreter dieser Theorie hervorgegangen sind, gegeben werden.

II. Die Berliner Psychologie zur Zeit der Aufklärung (1764 - 1806) - oder Zwischen Dorotheenstraße und Grauem Kloster

Die Bezeichnung ,,Psychologie" hat sich in Deutschland seit Christian Wolff schon durchgesetzt. Man sollte glauben, daß die Geschichte der Psychologie in Berlin ihre Blütezeit erst mit der Gründung der Universität hat, aber dem ist nicht so.

Die Psychologie fand auch in der seit 1700 bestehenden Königlichen Akademie der Wissenschaften ihre Heimstätte, und zwar nach deren Reorganisation im Jahre 1744, als sie mit der Société des Belles Lettres unter dem Namen Académie Royale des Sciences et des Belles Lettres zusammengeschlossen wurde und 1746 mit einem neuen Statut unter dem Präsidium von P.L.M. de Maupertuis ihre Arbeit aufnahm.

Psychologie konnte nur gelehrt werden, wenn an der jeweiligen Akademie auch Philosophie vertreten ist. Hätte Friedrich II, dem philosophe de Sanssouci, kein persönliches Interesse an der Philosophie gehabt, wäre es nicht selbstverständlich gewesen, daß an der Akademie Philosophie, geschweige denn Psychologie gelehrt wurde. Denn es war nicht die Regel, daß Philosophie an Wissenschaftlichen Akademien des 18. Jahrhunderts vertreten war. Die Wissenschaftliche Akademie erhielt eine Klasse für spekulative (= theoretische) Philosophie. Im Rahmen derer wurden häufig auch psychologische Themen behandelt.

Vorträge konnten auf lateinisch oder deutsch gehalten, die Publikationen jedoch mußten in französisch erfolgen. Außerhalb der Akademie wurden Abhandlungen auch auf deutsch veröffentlicht, manchmal mehr als 10 Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung. Ein wichtiges Tätigkeitsfeld der Akademie waren die von ihr gestellten und bewerteten Preisaufgaben. Diese waren sehr beliebt im In- und Ausland.

Die Akademie hatte jedoch auch Schwachstellen. Für die Klasse der spekulativen Philosophie fanden sich nicht wirklich führende Gelehrte. Obwohl anderswo schon längst veraltet bzw. durch starke Impulse aus Großbritannien und Frankreich überformt, gab es hier noch aktive Befürworter der Leibniz-Wolffschen Philosophie. Philosophischer Konservatismus herrschte vor. Zudem gab es nur wenig besoldete Stellen und ganze Wissenschaften waren aus der Akademie ausgeschlossen (z.B. Theologie und zum größten Teil die Medizin). Auch die Juden, die in Berlin recht zahlreich waren und gerade damals sich der deutschen Kultur einzufügen begannen, hatten keinen Zutritt zur Akademie.

Bei diesem Manko fand demzufolge auch geistiges Leben außerhalb der Akademie statt. Da es keine Universität gab, mangelte es auch an einen festen institutionellen Anhaltspunkt. Alternativen formten sich, wie zum Beispiel regelmäßig tagende Diskussionskreise: der ,,Montags-Club" von 1748, die 1783 gegründete, 1798 als Geheimgesellschaft aufgelöste erste ,,Mittwochsgesellschaft" und die zweite Mittwochsgesellschaft, zu der auch Frauen zugelassen wurden. Diese spezifisch berlinerische Erscheinung der ,,Salons" markierte ein wichtiges Moment nicht nur der Juden-, sondern auch der Frauenemanzipation. Der älteste dieser Salons soll hier kurz erwähnt werden: Das Haus von Markus und Henriette Herz bot von 1780 bis 1803 den Berliner Intellektuellen Geselligkeit im Anschluß an die von Markus Herz gehaltenen Privatvorlesungen.

Vertreter innerhalb der Akademie waren Johann Georg Sulzer (1720 - 1779), Jean-Baptiste Mérian (1723 - 1807) und Johann Jakob Engel (1741 - 1802).

Vertreter außerhalb der Akademie waren der Theologe Karl Franz Irwing (1728 - 1801), Markus Herz (1747 - 1803) sowie Karl Philipp Moritz (1757 - 1793) (vgl. Scheerer, 1992).

Mit den Worten von Carl Stumpf möchte ich den ersten Hauptteil meiner Ausarbeitung einleiten. Er faßt die Entwicklung im 19. Jahrhundert so zusammen:

,,Als nach dem Tode Hegels eine der Erfahrung und den Naturwissenschaften näherstehende Denkrichtung in der Philosophie Platz griff, kam auch die empirische Seelenforschung, die in der Aufklärungsperiode eifrig gepflegt, in der spekulativen Periode dagegen vernachlässigt worden war, zu erneuter Geltung. Während aber der früheren Psychologie die Selbstbeobachtung als alleinige Führerin diente, wurde nun auch das Experiment zu Hilfe gerufen." (Stumpf, 1910, zitiert nach Jaeger, 1990).

III. Die Institutionalisierung der Psychologie an der Berliner Universität

1. Gründung der Berliner Universität 1809

Am 16.08.1809 wurde die Berliner Universität mit der Unterzeichnung der Stiftungsurkunde durch den preußischen König Friedrich Wilhelm III. und auf Initiativen v. a. von Humboldt und von Stein aufbauend, gegründet (Sprung, L & Sprung, H., 1985).

2. Psychologie an der Berliner Universität im 19. Jahrhundert

Die Psychologie im 19. Jahrhundert ist in der Lehre an der Berliner Universität erstaunlich stark repräsentiert mit einem eindeutigen Schwerpunkt um die Jahrhundertmitte. Die starke Häufung von Lehrveranstaltungen in dieser Zeit geht einher mit einer Verbindung von Psychologie und Anthropologie, die in den 70er Jahren verschwindet. Deutlich ist ein starkes Interesse von Seiten der Philosophen, die Psychologie für Grundlegungen ihrer philosophischen Systeme sowie erkenntnistheoretische Fragen, insbesondere die Fundierung der Logik (z.B. Fichte, Schopenhauer, Benke), zu nutzen.

Anwendungen der Psychologie für andere Wissenschaften, wie Medizin allgemein (Sommer 1836, Lazarus 1874), oder deren Teilgebiete Psychiatrie bzw. Seelenkrankheiten (Wolfart 1820, Koreff 1821, Damerow 1830, Beneke 1828 etc.), Physiologie (Sommer 1836) sowie Jurisprudenz (Isensee 1837, Meyer 1858, Lazarus 1874, Stumpf 1894), Pädagogik (Lazarus 1874, Dilthey 1884, Steinthal 1896), Philologie (Steinthal 1869) und das praktische Leben, wie Moral (Sommer 1836, Stumpf 1894), Politik (Sommer 1836), Verbrechen (Dühring 1864), Zurechnungsfähigkeit (Friedberg 1861, Mendel 1872, Sander 1873), Rhetorik (Lazarus 1876) treten anfänglich vereinzelt, gegen Ende des Jahrhunderts zunehmend auf.

Ansätze zu einer Verselbständigung von Teildisziplinen, wie Medizinische Psychologie (Isensee), Pragmatische Psychologie (Beneke), Kriminalpsychologie (Berner 1850), Völkerpsychologie (Steinthal, Lazarus) oder Psychophysik (Ebbinghaus) sind erkennbar.

Der Begriff Psychologie ist im 19. Jahrhundert an der Berliner Universität bereits erstaunlich gut etabliert. Begriffe wie Seelenlehre, Lehre von der Seele, Erfahrungsseelenlehre tauchen nur vereinzelt auf. Im psychiatrischen Sprachgebrauch werden noch bis in die 60er Jahre Begriffe wie Seelenheilkunde und Seelenkrankheit verwendet. Leubuscher führt den neutraleren Begriff der psychischen Krankheiten ein und verwendet gleichzeitig den Begriff empirische Psychologie ab 1849. Ende des Jahrhunderts signalisieren qualifizierende Begriffe wie Psychologie als Erfahrungswissenschaft (Dilthey 1884), experimentelle Psychologie (Ebbinghaus 1885), physiologische Psychologie (Ebbinghaus 1887) das Bedürfnis, sich von anderen Formen abzusetzen.

Die personelle Vielfalt der Lehrenden ist beeindruckend groß bei einer starken Fluktuation vor allem bei den Privatdozenten, so daß die personelle Kontinuität der Lehre entsprechend gering ist. Eine Ausnahme hiervon bilden lediglich Ideler, Beneke und Ebbinghaus (Jaeger, S., 1994).

3. Der Prozeß der Institutionalisierung

Der Prozeß der Institutionalisierung kann schwerpunktartig mit vier Jahreszahlen dargestellt werden:

1. Das Jahr 1850
2. Das Jahr 1880
3. Das Jahr 1886
4. Das Jahr 1893

3.1 Das Jahr 1850 - Das völkerpsychologische Duo Lazarus/Steinthal

Hajm Steinthal und Moritz Lazarus: In der Psychologiegeschichte als das ,,völkerpsychologische Duo Lazarus/Steinthal" genannt. Vergleichende Sprachanalysen waren bevorzugter Gegenstand ihrer Forschungen. Ihr psychologischer Leitsatz war, daß die ,,Sprachen der Völker" die Schlüssel zu den ,,Seelen der Völker" darstellen (Sprung, 1992, zitiert nach Sprung, L. & Sprung, H., 1992).

3.1.1 Kurzer Einblick in Leben und Werk
a) Hajm Steinthal

Hajm Steinthal wurde am 16.04.1823 in Gröbzig, im Anhaltinischen geboren. Nach einem Besuch des Gymnasiums in Bernburg begann er 1843 seine Studien in Berlin. An der Berliner Universität studierte er vor allem Sprachwissenschaften und Philosophie. Interessenfeld der Philosophie war die Psychologie. Er war sehr sprachbegabt, erlernte verschiedene asiatische, slawische, romanische und afrikanische Sprachen. Im Jahre 1847 promovierte er mit einer philosophischen Arbeit und habilitierte sich zwei Jahre später an der Berliner Universität. Von 1852 bis 1856 war er Stipendiat in Paris. Von 1856 an wirkte er als Privatdozent an der Berliner Universität. Er hielt Vorlesungen über sprachpsychologische und sprachhistorische Gegenstände. 1862 erhielt er eine außerordentliche Professur an der Berliner Universität und lehrte vom Jahr 1872 an gleichzeitig an der neu eröffneten Hochschule für die Wissenschaft des Judentum in Berlin in der Artilleriestraße (heute Tucholskystraße). Er starb am 14.03.1899 (Sprung, H., 1992).

Als Steinthal 1850 in Berlin habilitierte, ließ sich auch Moritz Lazarus als Privatgelehrter in dieser Stadt nieder.

b) Moritz Lazarus

Moritz Lazarus wurde am 15.09.1824 in Filehne (Posen) als Sohn eines Kaufmannes, Juristen und Mitglied des Rabbiner-Kollegiums geboren. Nach einem Besuch des Gymnasiums in Braunschweig begann er 1845 sein Studium in Berlin. Er studierte Theologie, Philosophie, Psychologie, Physik, Physiologie und Botanik. 1849 promovierte er. Die anschließenden zehn Jahr lebte er als Privatgelehrter in Berlin. Im Jahre 1860 erhielt er eine Honorarprofessur in Bern und war anschließend von 1862 bis 1865 ordentlicher Professor an der Berner Universität. Doch trotz akademischen Erfolges in der Schweiz zog es ihn nach Berlin zurück. 1866 begann er mit seinen Philosophievorlesungen an der Kriegsakademie in Berlin, einer Ausbildungsstätte für höhere Offiziere und Beamte. Von 1875 - 1895 lehrte er als Honorarprofessor für Philosophie an der Berliner Universität. 1897 siedelte er nach Meran um, wo er am 13.04.1903 starb (vgl. Sprung, H., 1992).

Steinthal und Lazarus waren wissenschaftlich, freundschaftlich und familiär (durch die Heirat Steinthals mit der Schwester Jeannette Lazarus) verbunden.

3.1.2 Ihr Wirken

Lazarus wurde bereits schon sehr früh für völkerpsychologische Probleme sensibilisiert, da es in seiner Heimatstadt Filehne, sehr verschiedene Bevölkerungsgruppen gab (Juden, Polen, Deutsche). Bei Steinthal war die Sprache der zentrale Gegenstand der Psychologie und somit der Wegweiser zur Völkerpsychologie. Er lehnte sich in seinen Auffassungen an Wilhelm v. Humboldt an. In den 60er und 70er Jahren des 19. Jahrhundert entwickelten sie ihre völkerpsychologische Konzeption. Sie publizierten zahlreiche Arbeiten unter dem völkerpsychologischen Gesichtspunkt u.a. im Jahre 1860 in ihrem ersten Beitrag für die von ihnen gegründete ,,Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft". Es war die erste deutschsprachige Zeitschrift, die der wissenschaftlichen Psychologie gewidmet war. Sie erschien bis 1890 in insgesamt 20 Bänden. Dort formulieren sie den Gegenstand der Völkerpsychologie: ,,...Es verbleibe also der Mensch als seelisches Individuum Gegenstand der individuellen Psychologie, wie eine solche die bisherige Psychologie war; es stelle sich aber als Fortsetzung neben sie die Psychologie des gesellschaftlichen Menschen oder der menschlichen Gesellschaft, die wir Völkerpsychologie nennen" (Lazarus & Steinthal, 1860, zitiert nach Sprung, H., 1992).

3.1.3 Vorlesungen an der Berliner Universität

Steinthal hat die Völkerpsychologie nur zweimal in Form von ,,Grundzüge der Völkerpsychologie" (1864) und ,,Prinzipien der Völkerpsychologie (1865) gelehrt. In seinen Standardveranstaltungen ,,Allgemeine und vergleichende Mythologie" sowie ,,Sprachphilosophie und allgemeine Grammatik" deutet er mit dem Titel ,,Methodologie und Encyklopädie der Philologie mit besonderer Rücksicht auf Psychologie" (1872) und dem Titel ,,Als Einleitung in die Psychologie: Sprachphilosophie und allgemeine Grammatik" (1872) psychologierelevante Bezüge an. Kurz vor seinem Tode behandelt er an der Berliner Universität zudem einmal 1896/97 ,,Die Psychologie als Grundlage der Pädagogik", wohl weil Dilthey seine Lehre in diesem Bereich eingestellt hatte. Moritz Lazarus behandelt bis 1876 nur zweimal die Völkerpsychologie, daneben ,,Psychologie des Staatslebens", zweimal ,,Psychologie" und je einmal ,,Psychologie in ihren Anwendungen auf Medizin und Jurisprudenz" und ,,Psychologie in ihren Anwendungen auf Rhetorik und Didaktik". Ebenso wie früher Beneke mit seinen Veranstaltungen zur Unterrichtslehre, behandelt er auch pädagogische Probleme, aber ohne erkennbaren Bezug zur Psychologie (Jaeger, 1990).

Somit gehören Steinthal und Lazarus, allein schon durch den zeitlichen Umfang ihres Wirkens bedingt, unzweifelhaft zu den unmittelbaren ,,Vorläufern" einer Institutionalisierung der Psychologie an der Berliner Universität (vgl. Sprung, H. 1992; Sprung, L & Sprung, H. 1985).

3.2 Das Jahr 1880 - Rudolf Hermann Lotze und Hermann Ebbinghaus

Am 20.11.1880 teilte der preußische Minister für ,,geistliche, Unterrichts- und Medicinalangelegenheiten" der Berliner Philosophischen Fakultät mit, daß Rudolph Hermann Lotze aus Göttingen bereit sei, den freien zweiten Lehrstuhl für Philosophie - der maßgeblich die Psychologie zu vertreten hatte - in Berlin anzunehmen.

Wer war Rudolph Hermann Lotze?

3.2.1 R. H. Lotze - Kurzer Einblick in Leben und Werk

Rudolph Hermann Lotze ist am 21.05.1817 in Bautzen geboren. Er studierte seit 1834 in Leipzig Medizin und hörte philosophische Vorlesungen bei Ch. A. Clarus, E. H. Weber, W. F. Volkmann, G. Th. Fechner und insbesondere bei Ch. H. Weise. Im März 1838 wurde er in der Philosophischen Fakultät promoviert, im Juli desselben Jahres erlangte er die medizinische Doktorwürde. Im Herbst 1839 habilitierte er sich als Privatdozent in der Medizinischen Fakultät und im Mai 1840 in der Philosophischen Fakultät. Nach seiner Habilitationen lehrte er bis 1844 in Leipzig, um anschließend Nachfolger Herbart`s auf das philosophische Ordinariat in Göttingen zu werden. Ab 1841 erschienen u.a. Schriften wie ,,Metaphysik" (1841), ,,Allgemeine Pathologie und Therapie als mechanische Naturwissenschaften" (1842), ,,Logik" (1843), Beiträge für R. Wagners ,,Handwörterbuch der Physiologie", ,,Leben, Lebenskraft" (1843), ,,Instinkt" und ,,Seele und Seelenleben" (1846), ,,Medicinische Psychologie der Seele" (1852), und ,,Mikrokosmos" (1856 - 1864) (vgl. Neue deutsche Biographie, 1987). Carl Stumpf (1848 - 1936) und Georg Elias Müller (1850 - 1934) waren u.a. Schüler von ihm (vgl. Sprung, L. & Sprung, H., 1985).

3.2.2 Sein Wirken in Berlin

Am 01.04.1881 begann er seine Vorlesungen in Berlin. Sein Aufenthalt in Berlin war jedoch nicht von Dauer. Als Professor für Philosophie und Physiologie in der Medizinischen Fakultät konnte er neben Metaphysik nur einmal ,,Psychologie" lesen (Jaeger, 1990). Am 01.07.1881 starb er an einer Lungenentzündung in Berlin. Lotze war naturwissenschaftlich orientierter Mediziner und geisteswissenschaftlich orientierter Philosoph und nutze seine Kenntnisse einerseits für einen wiederholten Syntheseversuch und förderte konsequente Experimentalpsychologen, und andererseits entwickelte er sich immer mehr zu einem Philosophen. Sozusagen sympathisiert er mit einer Psychologie als ,,Philosophie- Psychologie", jedoch wurde sein Erkennen durch die neu heraufkommende experimentelle Psychologie bestimmt (vgl. Sprung, L. & Sprung, H., 1985).

Noch bevor Lotze nach Berlin kam und seine Vorlesungen an der Berliner Universität hielt, erschien Hermann Ebbinghaus (1850 - 1909) am 17.03.1880 an selbiger Stelle. Er legte eine Untersuchung: ,,Ueber das Gedächtniß. Untersuchungen zur experimentellen Psychologie" dem Dekan der Philosophischen Fakultät vor, um sich zur Habilitation anzumelden (vgl. Sprung & Sprung, 1992).

Wer war Hermann Ebbinghaus?

3.2.3 H. Ebbinghaus - Kurze Lebensdaten:

Hermann Ebbinghaus ist am 24.01.1850 in Barmen geboren. Er studierte 1867 bis 1870 in Bonn, Halle und Berlin Geschichte und Philologie. Nach Teilnahme am Krieg 1870/71 kehrte er nach Bonn zurück, wo er 1873 promovierte. Die folgenden 7 Jahre, die er teilweise in Frankreich und England verbrachte, waren durch private Studien auch naturwissenschaftlicher Art ausgefüllt. G. Th. Fechners ,,Elemente der Psychophysik" (1860) weckten sein Interesse an der experimentellen Psychologie. 1880 habilitierte sich Ebbinghaus in Berlin, wo er 1886 außerordentlicher Professor wurde. 1894 ging er als ordentlicher Professor nach Breslau, 1905 nach Halle, wo er auch am 26.02.1909 starb (vgl. Neue deutsche Biographie, 1987).

Der Philosoph Eduard Zeller (1814 - 1908) und der Physiker Hermann von Helmholtz (1821 - 1894) wurden dann am 22.04.1880 beauftragt, diese vorgelegte Arbeit zu prüfen. Zeller bewertete diese Arbeit als befriedigend anzuerkennende Habilitationsschrift. Von Helmholtz äußerte sich nach der Beurteilung der Abhandlung sehr positiv und erkannte Ebbinghaus als fähige und gewinnbringende Kraft für die Universität an. Unmittelbar nach der Durchführung des Habilitationsverfahren am 25.10.1880 kündigt Ebbinghaus u.a. Vorlesungen und Übungen über ,,Psychophysik" und ,,Experimentelle Ästhetik" an (vgl. Sprung, H. & Sprung L., 1992).

3.3 Das Jahr 1886

Nach Vorschlag der philosophischen Ordinarien Wilhelm Dilthey (1833 - 1911), der den durch Lotzes Ableben frei gewordenen Lehrstuhl am 01.10.1882, neu besetzte, und Eduard Zeller wurde Ebbinghaus am 01.10.1886 zum außerordentlichen Professor ernannt. Ebbinghaus liest zwischen seiner Habilitation und seinem Weggang 1894 insgesamt 20mal ,,Psychologie", ab 1887 meist mit dem Zusatz ,,mit Rücksicht auf experimentelle und physiologische Psychologie" in Klammern. Daneben behandelt er 1886 die Geschichte der Psychologie (überhaupt erstmals 1880). Auch liest er über Elemente der Psychologie und Psychophysik, über Sinnesempfindungen, Sinnesvorstellungen und Sinnestäuschungen sowie das Sehen. Vor allem aber bietet er als erster regelmäßig praktische Übungen zur experimentellen Psychologie an. Sein Spezialgebiet in der Forschung, das Gedächtnis, behandelt er explizit an der Berliner Universität nie (Jaeger, 1994). Er erhält zwei Räume zu experimentellen Zwecken und beschäftigt sich neben der Gedächtnisforschung auch mit Untersuchungen zum Helligkeitskontrast, zum Weberschen Gesetz, zu den Nachbildern beim binokularen Sehen und mit Forschungen zur Farbwahrnehmung. Die Berufung kann daher als de facto Gründung des ersten ,,Instituts für Psychologie" an der Berliner Universität angesehen werden (vgl. Sprung & Sprung, 1992). Ebbinghauses Bedeutung für die Geschichte der Psychologie beruht hauptsächlich auf der Originalität seines Denkens und der Findigkeit seines Experimentierens. Keiner der zeitgenössischen psychologischen Schulen angehörend, war am ehesten in der Lage, mit Arthur König die unabhängige ,,Zeitschrift für Psychologie und Physiologie der Sinnesorgane" (1890 ff.) als Gegengewicht gegen Wilhem Wundts ,,Philosophische Studien" (1881 ff.) zu begründen. Diese Zeitschrift war offen für alle Strömungen der jungen Experimentalpsychologie. Als unabhängiger Geist spielte Ebbinghaus innerhalb der experimentellen Psychologie eine führende Rolle und verteidigte sie nach außen hin, etwa gegen ungerechtfertigte Angriffe wie den W. Dilthey (,,Ideen über eine beschreibende und zergliedernde Psychologie, in: Abh. D. Ak. D. Wiss. Zu Berlin, 1894, zitiert nach G. W. Mühle, 1987) auf kluge und sogar humorvolle Weise (vgl. G. W. Mühle, 1987). Durch Dilthey sollte die Psychologieentwicklung an der Berliner Universität an einen Scheideweg geführt werden. Den Scheideweg einer ,,Psychologie als Naturwissenschaft" (nomothetisch) und einer ,,Psychologie als Geisteswissenschaft (idiographisch) (vgl. Sprung & Sprung, 1985). Dieses duale Konzept entsprach auch einem verbreiteten Psychologieverständnis unter den führenden Psychologen der älteren Generation, z.B. Wilhelm Wundt oder Rudolf Hermann Lotze, in den 80er und 90er Jahren des 19. Jahrhunderts (vgl. Sprung & Sprung, 1985)

3.4 Das Jahr 1893

Das wesentlichste Stadium der Institutionalisierung der Psychologie an der Berliner Universität beginnt in einem Zeitraum um 1893/94 (genauer am 18.12.1893) mit der Berufung des Carl Stumpfs auf den dritten ordentlichen Lehrstuhl für Philosophie mit der Verpflichtung, ,,... die Direction des zu errichtenden Seminars für experimentelle Psychologie zu führen" (Bosse 1893, zitiert nach Sprung, L & Sprung, H., 1985).

Am 18.06.1893 stellten die beiden ordentlichen Professoren der Philosophie der Berliner Universität Eduard Zeller (1814 - 1908) und Wilhem Dilthey (1833 - 1911) an die Philosophische Fakultät den Antrag, daß das Ministerium eine dritte ordentliche Professur für Philosophie besetzt. Sie brauchten eine jüngere Kraft, die eine bessere Ausbildung besaß, um von Teilen ihrer eigenen Verpflichtungen entlastet zu werden und in der neuen dritten Professur eine Vertretung auf den Gebieten der Philosophie, die auf die modernen Naturwissenschaften ausgerichtet war, zu finden. Zu diesen Gebieten gehörte auch die neu entstandene Experimentalpsychologie. (vgl. Sprung & Sprung, 1985).

Zur Diskussion stehen Wundt aus Leipzig, Stumpf aus München, Müller aus Göttingen und Benno Erdmann (1851 - 1921) aus Halle. Ebbinghaus, der sich ja bereits im Jahre 1880 an dieser Berliner Philosophischen Fakultät habilitiert hatte und seit 1886 dort als außerordentlicher Professor für Philosophie wirkte und in diesem Rahmen die neue Experimentalpsychologie in Vorlesungen und Übungen vertrat, hätte ebenfalls auf der Liste der geeigneten Bewerber stehen können. Jedoch neben der methodologischen und gegenständlichen Dissens zwischen ihm und Dilthey einerseits, bestand auch ein disziplinärer Dissens mit von Helmholtz, der ein Übergreifen der Experimentalpsychologie in das Gebiet der Physiologie mißtrauisch beobachtete. Außerdem hatte man Angst, daß Ebbinghaus ,,die Zeit der Studirenden in unergiebigen Versuchsreihen" vergeuden würde (Dilthey 1893, zitiert nach Sprung & Sprung, 1985). Wundt, der neben Stumpf in die engere Auswahl kam, wurde abgelehnt, weil er bereits das 60ste Lebensjahr überschritten hatte und sich auch in den letzten Jahren vom Experimentieren zurückgezogen hat. Da Stumpf gerade erst 45 Jahre alt war und die zu entscheidende Kommission sich wohlwollend über seine ,,Tonpsychologie" (1. Band 1883, 2. Band 1990) geäußert hatte, lag einer Berufung Stumpfs nach Berlin nichts mehr im Wege.

Am 18.12.1893 wurde er zum ordentlichen Professor für Philosophie nach Berlin berufen. Dieses kann daher als Zeitpunkt der de jure Gründung des ersten ,,Instituts für Psychologie" (genauer: des Psychologischen Seminars") an der Berliner Universität angesehen werden (vgl. Sprung & Sprung, 1985).

IV. Carl Stumpf (1848 - 1936)

1. Zeitgeschichtliche Einbettung

1.1 Aus politischer Sicht

Stumpf ist im Revolutionsjahr 1848 geboren. Er erlebte die Restaurationszeit nach der gescheiterten deutschen Revolution, die drei deutschen Einigungskriege von 1864, 1866 und 1870/71, den Aufstieg der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung, den Aufstieg und Fall des deutschen Kaiserreiches (1871 - 1919) , den I. Weltkrieg (1914 - 1918), das Scheitern der Novemberrevolution (1918), die Weimarer Republik (1919 - 1933) und noch den Beginn des Nationalsozialismus in Deutschland (1933 - 1945) (Sprung & Sprung, 1985).

1.2 Aus wissenschaftlicher Sicht

Am Anfang seiner Karriere stößt er auf die Verkündigung des Unfehlbarkeitsdogmas auf dem 1. Vatikanischen Konzil (1870). Er erlebte den Aufstieg der Wissenschaften in Deutschland, insbesondere den in den Naturwissenschaften, sowie die Anfänge und ersten großen Ausbreitungen der neuen Psychologie. Am bedeutsamen Emanzipations- und Institutionalisierungsprozeß hatte Stumpf vor allem in seiner ,,Berliner Zeit" einen sehr maßgebenden Einfluß (Sprung & Sprung, 1985).

2. Leben und Werk

2.1 1848 - 1893

Carl Stumpf wurde als Friedrich Karl Stumpf am 21.04.1848 als Sohn des Landgerichtsarztes Eugen Stumpf (1810 - 1889) und seiner Frau Marie geb. Adelmann (1821 - 1892) als drittes von sieben Kindern in Wiesentheid (Unterfranken) geboren. In seinen ersten Schuljahren wurde er von seinem Großvater Adelmann unterrichtet, der ihn auch während seiner Gymnasialzeit und während seines Studiums noch geistig förderte, wo er konnte. Von 1859 - 1865 besuchte Stumpf die Lateinschule in Kitzingen und später die Gymnasien in Bamberg und in Aschaffenburg. Er galt als sehr guter Schüler. 1865 begann er sein Studium in Würzburg. Er belegte philosophische und juristische Vorlesungen. Nach seiner Teilnahme an einer Disputation Franz Brentanos besuchte er mit wachsender Begeisterung dessen philosophische Vorlesungen. Franz Brentano wurde für ihn Lehrer und Freund. Auf Anregung Brentanos ging er 1867 nach Göttingen. Dort besuchte er philosophische und psychologische Vorlesungen bei Rudolph Hermann Lotze und auch naturwissenschaftliche bei dem Physiologen Georg Meissner (1828 - 1905) und dem Physiker Wilhelm Weber (1804 - 1891). Auch sammelte Stumpf auch Erfahrungen in der Experimentaltechnik bei dem Physiker Friedrich Kohlrausch (1840 - 1910). Mit der philosophischen Arbeit ,,Verhältnis des Platonischen Gottes zur Idee des Guten" (1869) promovierte er in Göttingen. Danach kehrte er wieder nach Würzburg zurück, besuchte philosophische Vorlesungen bei Brentano und auch theologische Vorlesungen. 1869 trat er in das katholische Priesterseminar in Würzburg ein und nach großen inneren Kämpfen in Ablehnung des Unfehlbarkeitsdogmas des Papstes ein Jahr später wieder aus. Stumpf nahm Lotzes Angebot wahr und habilitierte mit seiner im Sommer 1870 verfaßten mathematisch-philosophischen Habilitationsschrift ,,Über die Grundsätze der Mathematik" im Oktober 1870 in Göttingen. Von 1870 bis 1873 war er Privatdozent in Göttingen. Hier lernte er auch die Psychophysik durch ihre prominentesten Vertreter Ernst Heinrich Weber (1795 - 1878) und Gustav Theodor Fechner (1801 - 1887) kennen. Bei Fechner war er auch Versuchsperson in den Experimenten zum ,,Goldenen Schnitt". Diese gemachten Erfahrungen wirken sich später in der Tonpsychologie und der methodischen Vorstellungen nachhaltig aus. 1873 nahm er die Berufung nach Würzburg an und wurde Nachfolger seines Lehrers Franz Brentano, der seine Professur als Protest gegen das Unfehlbarkeitsdogma des Papstes niedergelegt hat. Hier hält Stumpf Vorlesungen über ,,Geschichte der Philosophie", ,,Logik und Enzyklopädie der Philosophie" und ,,Metaphysik" und hält Vorträge über ,,Psychologie". 1887 heiratet er Hermine Biedermann (1849 - 1930). Aus familiärem Grunde suchte er nun nach einer besser besoldeten Stelle und nach einem Ort, der eine breitere Wirkungsmöglichkeit bot. 1879 geht er als ordentlicher Professor an die Universität nach Prag. Hier hält er Vorlesungen über Philosophie, speziell über Rechtsphilosophie und beschäftigt sich in diesem Zusammenhang besonders mit der Emotions- und Willensproblematik. Auch führt er seine tonpsychologischen Arbeiten weiter und schrieb die Ergebnisse in dem Werk ,,Tonpsychologie" nieder, dessen erster Band im Jahre 1883 erscheint. 1848 folgt er einer Berufung nach Halle. Bereits im Jahre 1889 verspricht die Berufung nach München einen akademischen Aufstieg. In München wird er Mitglied der Königlich Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Die Bemühungen, hier ein Institut für Psychologie gründen zu können, schlagen fehl. Am 18.12.1893 wird Carl Stumpf auf einen ordentlichen Lehrstuhl für Philosophie an die Berliner ,,Friedrich-Wilhelms- Universität" berufen. In Berlin wirkt Stumpf zunächst von 1894 bis 1900 als erster Direktor des ,,Psychologischen Seminars" und anschließend von 1900 bis 1921 als Direktor des im Jahre 1900 zu einem ,,Institut für Psychologie" erweiterten Seminars.

2.2 Das Wirken Stumpfs in Berlin

a) Aus wissenschaftlicher Sicht

Sein Berliner Wirken umfaßt eine Zeit von 1894 bis 1936. Er erarbeitete bedeutende Beiträge auf den Gebieten der Psychologie, der Philosophie und der Musikwissenschaften. Stumpf setzt die von Ebbinghaus begründete Tradition insofern fort, als er meist seine Psychologievorlesungen mit dem Hinweis auf psychophysische Demonstrationen verbindet, sowie (1894/95 zusammen mit seinem Assistenten Schumann) regelmäßig Übungen im Psychologischen Seminar anbietet. Als Neuerung führt er 1899 die Leitung experimentell- psychologischer Arbeiten als Veranstaltungstyp ein. Nur einmal, in seinem ersten Semester in Berlin 1894, deutet er mit dem Titel ,,Über Willenshandlungen mit Rücksicht auf Ethik und Rechtswissenschaft" ein spezielleres Interesse und das an Anwendungen der Psychologie an (Jaeger, 1994). Somit tritt er als Allgemeiner Psychologe, Wissenschaftstheoretiker, Methodiker, Wegbereiter der Gestaltpsychologie und Wissenschaftspolitiker besonders hervor. Mit der Tonpsychologie und einigen damit zusammenhängenden Problemen befaßte er sich auch weiterhin in Berlin. Die Tonpsychologie war für ihn dabei eine ,,Allgemeine Psychologie" und eine Fortführung der ,,Psychophysik, wie sie von G. Th. Fechner entwickelt worden war. Das Problem des Urteilsverhaltens und das Problem der Gefühlsempfindungen standen dabei im experimentellen Interesse. Mit theoretischen wie empirischen musikwissenschaftlichen Arbeiten konnte er die von ihm 1898 herausgegebene Zeitschrift ,,Beiträge zur Akustik und Musikwissenschaft" bereichern. Auch wissenschaftstheoretischen, forschungsmethodischen und evolutionstheoretischen Fragen widmete er sich. In Arbeiten wie ,,Leib-Seele-Problem" (1897), ,,Entwicklungstheorie" (1899), ,,Erscheinungen und psychische Funktionen" (1906) oder ,,Richtungen und Gegensätze in der Psychologie (1907) nahm er immer wieder Stellung zu grundlegenden Problemen der Psychologie. Sein zentrales Thema war für ihn jedoch Zeit seines Lebens das Verhältnis von Philosophie und Psychologie, z.B. Publikationen wie ,,Psychologie und Erkenntnistheorie" (1891) und ,,Zur Einteilung der Wissenschaften" (1906).

Auch förderte Stumpf mittelbar und z.T. auch unmittelbar (z.B. Köhler) Schüler, von denen später viele in der Psychologie berühmter werden sollten als ihr Lehrer selbst. Für ein lange Zeit war Friedrich Schumann (1863 - 1940) sein erster und einziger Assistent, mit dem er drei Räume in der Dorotheenstraße hinter dem Hauptgebäude der Universität teilte. Nach der Aufwertung des Seminars zu einem ,,Institut der Psychologie" im Jahre 1900 begann auch die stärkere Ausweitung seines Wirkungsbereiches. Es kamen nach und nach die Schüler und Mitarbeiter nach Berlin. Mit seinen Schülern Otto Abraham und Erich von Hornbostel gründete er das Phonogramm-Archiv, das er dem Psychologischen Institut angliederte. Zu seinen Schülern zählen u.a. Edmund Husserl sowie mit Wolfgang Köhler, Kurt Koffka und Max Wertheimer als die wichtigsten Vertreter der Gestaltpsychologie.

Während des I. Weltkrieges wurde Stumpf zum Leiter der ,,Militärpsychologie" in Deutschland ernannt. Zusammen mit seinen Schülern führte er nun militärpsychologische Forschungen durch, z.B. Entwicklungen von Schallmeßverfahren für Artilleriebeobachter und Entwicklungen von Ausbildungsverfahren für Sanitätshunde, z.B. für die Suche versprengter Verwundeter (vgl. Sprung & Sprung, 1985, 1992; Sprung, H., 1997).

b) Aus wissenschaftspolitischer Sicht

1896, ein Jahr nach seiner Berufung nach Berlin, wurde er zum Ordentlichen Mitglied der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften gewählt und war Mitglied verschiedener Gremien, Kommissionen und Akademien. Von 1907 bis 1908 war er Rektor der Berliner Universität.

Nach Beendigung des I. Weltkrieges und mit fortgeschrittenem Alter von 70 Jahren sah sich Stumpf mit seinen Verpflichtungen als Institutsdirektor zu sehr belastet. Im Jahre 1921/22 endete seine aktive Zeit am Berliner Institut (vgl. Sprung & Sprung, 1985, 1992; Sprung, H., 1997).

c) Nach seiner Emeritierung

Nach seiner Emeritierung im Jahre 1921 hielt er zunächst noch Vorlesungen, zog sich aber schrittweise in sein Haus in Berlin-Lichterfelde zurück. Publizistisch arbeitete er weiter. Im Alter von 79 Jahren beginnt er das Resümee seiner philosophischen, psychologischen, wissenschaftstheoretischen und methodischen Einsichten und Erkenntnisse, die umfangreiche zweibändige ,,Erkenntnislehre" (1939, 1940). Neben zahlreichen methodentheoretischen Vorstellungen enthält das Werk auch eine kritische Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Richtungen und Strömungen seiner Zeit, so z.B. ein Kapitel über die Gestaltwahrnehmungen und die Gestaltpsychologie. Noch bevor die beiden Bände erscheinen sollten, stirbt Carl Stumpf am ersten Weihnachtsfeiertag des Jahres 1936 im Alter von 88 Jahren in seinem Haus in Berlin-Lichterfelde (vgl. Sprung, H., 1997).

3. Stumpfs Verdienst

Nach obiger Darstellung über Carl Stumpfs Leben und Wirken wird deutlich, daß er eine vielseitige Persönlichkeit war. In seinem 28 Jahren umfassendem Wirken in Berlin baute Stumpf das Berliner Institut zu einer der größten und leistungsfähigsten psychologischen Lehr- und Forschungsstätten in der Welt aus. Berlin wurde zunehmend mehr zu einer ernsten Konkurrentin für Leipzig, in der bis 1917 Wilhelm Wundt wirkte. Ihn beschäftigten Fragen der akustischen Wahrnehmung, der Tonpsychologie (Stumpf 1883, 1890) ebenso wie Fragen der Raumvorstellung (Stumpf 1874) und der Gefühls-empfindungen (Stumpf 1928). Er befaßte sich außerdem mit den Problemen der Ethik, Biografik, Ästhetik, Metaphysik, Entwicklungstheorie und Kinderpsychologie sowie mit methodologischen, wissenschaftstheoretischen, wahrscheinlichkeitstheoretischen und forschungsmethodischen Fragen. Um nochmals hervorzuheben, brachte Stumpf auch gestalthaftes Denken und darauf aufbauendes experimentelles Arbeiten in die Gestaltpsychologie mit ein, auf dem in unteren Teil dieser Ausarbeitung mehr eingegangen werden soll. Auch aus wissenschaftspolitischer Sicht leistete Stumpf eine beträchtliche Entwicklungsarbeit für die Etablierung der neuen Wissenschaft Psychologie. (vgl. Sprung & Sprung, 1985). Hervorzuheben sind auch der Aufbau des Phonogrammarchivs zusammen mit Erich Moritz von Hornbostel, das er als musik-ethnologische Sammlung begründete sowie der Aufbau und die Förderung der Anthropoidenstation auf Teneriffa, eine Aufgabe, die er vor allem mit Max Rothmann, Anton Wadayer und Margarete Selenka maßgeblich beförderte (Heinecke & Jaeger, 1993, zitiert nach Sprung, H., 1997).

Zu Lebzeiten Carl Stumpfs bekam er auch neben seinen bedeutenden Leistungen der Disziplingenese der Neueren Psychologie auch zahlreiche öffentliche Anerkennungen:

- 1895 Wahl zum ,,Ordentlichen Mitglied" der ,,Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften"
- 1902 Verleihung des Titels ,,Geheimer Regierungsrath" vom ,,Königlichen Kuratorium"
- 1908 Verleihung ,,Königlichen Kronenorden" III. Klasse
- 1910 Verleihung der Ehrendoktorwürde der Medizinischen Fakultät für seine sinnespsychologischen Untersuchungen auf dem Gebiet der akustischen Wahrnehmung
- 1911 Verleihung "Roter Adlerorden" III. Klasse mit Schleife
- 1918 Verleihung ,,Königlicher Kronenorden" II. Klasse
- 1929 Verleihung des Ordens ,,Pour le mérite für Wissenschaften und Künste"

Trotz großer Leistungen gehört Stumpf zu einem der wenig beachteten Zeitgenossen. Dies wird in Abhandlungen der heutigen Geschichtsschreibungen sehr bedauert (siehe Sprung, L. & Sprung, H., 1985, 1992). Denn obwohl Stumpf das erste ,,Institut für Psychologie" zu einem der größten und leistungsfähigsten der damaligen psychologischen Institute der Welt aufbaute, ist es Ebbinghaus, der mit der Gründung des Instituts in Verbindung gesetzt wird. Auch die Anthropoidenstation auf Teneriffa wird mehr mit dem Namen W. Köhler (1887 - 1967) verbunden und mit dem Phono-grammarchiv mehr mit dem des E. M. v. Hornbostel (1877 - 1935) (vgl. Sprung & Sprung, 1985, 1992; Sprung, H., 1997).

4. Was waren die Gründe, die dazu führten, daß Stumpf so sehr in der Geschichtsschreibung in Vergessenheit geriet?

Helga Sprung hat in den Beiträgen zur Geschichte der Psychologie (1997) folgende Überlegungen angestellt: Grund zum einen wird auf das erfolgreiche Dominanzstreben und den betonten Monopolanspruch verwiesen, den die Vertreter der ,,Berlin-Frankfurter Schule der Gestaltpsychologie" entwickelten. Dieser generalisierte Monopolanspruch konnte sich nach der Emeritierung Stumpfs 1921 besonders ausbreiten. Stumpfs holistisches Erbe wurde während der Jahre am Institut weitgehend still rezipiert. Nach 1922 verbreitete sich die neue Psychologie der Gestaltpsychologie offensiv und anderer Richtungen konnten sich am Berliner Institut kaum entwickeln oder weiterentwickeln. Auch das Phänomen, daß Stumpf nicht wenigstens mit seinen Schülern und Mitarbeitern in einem Atemzug genannt wird, erklärt sie sich so, daß die Schüler sich ihre Vorkenntnisse bei vielen Vorläufern und an verschiedenen Orten suchten. Der Gedanke, daß es auch unmittelbar mit Ihrem Lehrer entstanden sein könnte, kam dabei nur selten auf. Somit findet man auch wenig Hinweise, die die Rezeption holistischer Vorstellungen aus den Arbeiten Stumpfs dokumentieren. Auch, weil Stumpf kein Typ eines Schulengründers war und nicht durch Suggestion, Faszination oder institutionelle Autorität den Schülern die eigene Meinung aufzudrängen versuchte, begründet sie sich dieses Phänomen. Er besaß nicht das Ausmaß an Intoleranz, das für den Monopolanspruch eines Schulengründers notwendig ist. Auch weil seine akustischen und tonpsychologischen Arbeiten nur für diejenigen verständlich sind, die sowohl eine musikwissenschaftliche als auch eine experimentalpsychologische Ausbildung besitzen, ist Stumpf den Musikwissenschaftlern eher bekannt als den Experimentalpsychologen. Mit Beginn des Nationalsozialismus und dem II. Weltkrieg emigrierten viele Wissenschaftler. Als nach dem II. Weltkrieg der Wiederaufbau der Wissenschaftslandschaft langsam in Gang kam, befanden sich nur wenige Psychologen in Deutschland. Somit war die Entwicklung der Psychologie nur von den Psychologen bestimmt, die während des II. Weltkrieges in Deutschland blieben. Außer Johannes von Allesch hielt sich auch kein Schüler Stumpfs in Deutschland auf. Da sich auch kein Schüler oder Mitarbeiter Stumpfs in der Emigration explizit auf dessen Arbeiten berief, fand auch später kein Re-Import statt. In den 50er, 60er und 70er Jahren war die Psychologie beeinflußt durch die Psychologieentwicklung in den USA und der Sowjetunion. Die breite Rezeption dieser neuen Psychologie ging mit einer massiven Ausbreitung der Angewandten Psychologie und der Psychologie als Serviceleistung in der Praxis einher. Diese Prozesse waren mit einer ,,Enthistorisierung" der Psychologie verbunden, die die Rezeption früherer Autoren und ihrer Werke innerhalb breiter Kreise der Psychologen, die seitdem ausgebildet wurden, behinderte (Sprung, H., 1997). Auch Rainer Reisenzein (1992) vermutete den Hauptgrund darin, daß weder Stumpf selbst noch seine Schüler seine Ideen aktiv propagierten und weiterentwickelten.

V. Wechsel der ,,Ära Stumpf" zur Ära Köhler"

Der oben beschriebene Endprozeß der Institutionalisierung der Psychologie wird in der Geschichtsschreibung auch als ,,Ära Stumpf" (1893 - 1921) oder auch als ,,Ära Stumpf/Ebbinghaus" betitelt (vgl. Sprung & Sprung, 1985; 1987; 1992). Wie bereits erwähnt, sah sich Stumpf nach Beendigung des I. Weltkrieges und mit fortgeschrittenem Alter von 70 Jahren mit seinen Verpflichtungen als Institutsdirektor zu sehr belastet. Sein Schüler Wolfgang Köhler, den er 1913 für ein Jahr nach Teneriffa als Leiter der Anthropoidenstation vermittelt hatte, soll sein Nachfolger sein. Im Jahre 1921 gelang es Stumpf mit großen Bemühungen die Leitung des Berliner Instituts an den wissenschaftlich noch weitgehend unbekannten Wolfgang Köhler kommissarisch zu übergeben. Ein Jahr später, im Jahre 1922, dann auch ganz offiziell. Die ,,Ära Stumpf" wird nun abgelöst von der ,,Ära Köhler" und somit der Beginn einer gestaltpsychologischen Ära (vgl. Sprung & Sprung, 1985, 1992).

1. Berliner Schule der Gestaltpsychologie

Mit der Übernahme der Leitung des psychologischen Instituts durch Köhler beginnt nun eine neue Entwicklungsphase der Psychologie an der Berliner Universität, die in der psychologischen Geschichtsschreibung als die ,,Berliner Schule der Gestaltpsychologie" bezeichnet wird.

1.1 Prinzipien der Gestaltpsychologie

Die Prinzipien der Gestaltpsychologie beinhalten hauptsächlich ganzheitliches Denken - ,,Das Ganze ist mehr als die Summe der Teile" (Übersummativität) - , eine phänomenologische Ausgangssituation (d.h. die unmittelbaren Erscheinungen, d.h. die Phänomene bilden den Ausgangspunkt der empirischen Analyse), die Experimentalmethodik und Mathematik, die der Schlüssel zur empirischen Analyse der psychischen Phänomene sind und die psychophysische Isomorphie (d.h. allen psychischen Erscheinungen sind eineindeutig physische Prozesse zugeordnet) (Sprung & Sprung, 1985).

1.2 Ursprünge des gestaltpsychologischen Denkens

Die Anfänge gestaltpsychologischen Denkens in der Psychologie im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts sind vor allem im antielementaristischen Denken der sogenannten ,,Aktpsychologie" und in dem der ,,Ganzheitspsychologie" zu sehen. Diese psychologischen Strömungen im ausgehenden 19. Jahrhundert und beginnenden 20. Jahrhunderts sind vor allem mit den Namen Franz Brentano (1838 - 1917), Alexius Meinong (1853 - 1920) und Christian v. Ehrenfels (1859 - 1932) verknüpft. Diese wirkten vor allem in Wien, Graz, Würzburg, München und auch Berlin. Sie bekämpften den Elementarismus und Assoziationismus in der Experimentalpsychologie ihrer Zeit. Sie betonten die Phänomenologie sowie das biotische, d.h. das natürliche, Experiment und nicht das Laborexperiment. Demgemäß sind die ,,Phänomene" der Ausgangspunkt der Analyse psychischer Prozesse und nicht die Reizbedingungen ihrer Entstehung (Sprung & Sprung, 1985). Neben Carl Stumpf wurde auch durch Ebbinghaus das gestaltpsychologische Denken und Arbeiten in Berlin vielfältig vorbereitet, noch bevor die sogenannten ,,Berliner Gestaltpsychologen" zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Berlin kamen. Stumpf beschrieb in seinen Arbeiten zur Ton- und Musikpsychologie und später in seinem Alterswerk der ,,Erkenntnislehre" die ,,Übersummativität" und ,,Transponierbarkeit" von Akkorden oder Melodien. Damit ist das Primat des ganzheitlichen Denkens gedeckt. Spätestens seit Fechners Untersuchungen zur experimentellen Ästhetik aus den Jahren 1871 und 1876 (Fechner 1876, zitiert nach Sprung & Sprung, 1992b), vor allem aber seit Ebbinghaus` experimentellen Studien über das Gedächtnis aus den Jahren 1880 und 1885 (Ebbinghaus, 1885, zitiert nach Sprung & Sprung, 1992b), war das Primat der Phänomenanalyse gegenüber der Reizanalyse eine vielfach praktizierte Prämisse der experimentellen Untersuchungsplanung. Fechners Studien zur Echtheit der beiden Holbeinschen Madonnen, Ebbinghaus' Gedächtnisversuche mit Gedichten von Lord Byron und dessen Breslauer Schulversuche oder Stumpfs musikpsychologische Experimente mit Organisten unter konzertähnlichen Bedingungen sind Fakten, die aufzeigen, daß nach dem Abklingen des methodischen Modells der ,,Äußeren Psychophysik" es im ausgehenden 19. Jahrhundert und vor allem im beginnenden 20. Jahrhundert innerhalb der Experimentalpsychologie bereits üblich geworden ist, lebensnahe Untersuchungsparadigmen zu wählen (Sprung & Sprung, 1990 und Schönpflug, 1992, zitiert nach Sprung & Sprung, 1992b). Auch das psychophysische Isomorphieprinzip wurde schon mit Ebbinghaus und Stumpf gedeckt. Wie auch hier schon ausgeführt machte man Ebbinghaus es sogar seinerzeit zum Vorwurf, daß er sich grenzüberschreitend auf das Gebiet der Physiologie mit seinen psychophysischen Experimenten begibt. Auch Carl Stumpf setzte sich für eine Einrichtung einer Anthropoidenstation auf Teneriffa ein, um vergleichend- psychologische Studien durchzuführen, in denen es um die Stammesgeschichte des Psychischen ging (vgl. Sprung & Sprung, 1992b).

Als der eigentliche Beginn der Gestalttheorie gilt jedoch Wertheimers bekannte Arbeit über das Sehen von Bewegung aus dem Jahre 1912. Die experimentellen Untersuchungen zur stroboskopischen Bewegung, die zu diesem erwähnten Aufsatz führen, beginnen 1910 bei einem Besuch in Frankfurt/M. Hier wird auch der Grundstein für die Zusammenarbeit mit Kurt Koffka (1886 - 1941) und Wolfgang Köhler (1887 - 1967) gelegt, die später zum Entstehen der Berliner Schule führt.

Es folgt ein kurzer Einblick in Leben und Werk der drei Hauptvertreter Koffka, Köhler und Wertheimer:

1.3 Kurzer Einblick in Leben und Werk der Hauptvertreter

a) Kurt Koffka

Kurt Koffka ist am 18.03.1886 in Berlin geboren und studierte seit 1903 in Berlin bei Alois Riehl (1844 - 1924) Philosophie. Nach einem Studienjahr in Edingburgh 1904/05 gelangte er nun zu dem Entschluß, von der Philosophie zur Psychologie überzuwechseln, die in Berlin von Carl Stumpf vertreten wurde. Mit der Arbeit zur akustischen Wahrnehmung ,,Experimental-Untersuchungen zur Lehre vom Rhythmus" promovierte er 1908. Es folgten Assistentenjahre: 1908/09 in Freiburg, 1909/10 in Würzburg, 1910/11 in Frankfurt, wo kurz nach ihm auch Wolfgang Köhler Assistent wurde und zu Beginn des Wintersemesters 1910 die Begegnung der beiden mit Max Wertheimer stattfand, aus der die lebenslange Zusammenarbeit am Aufbau der Gestalttheorie hervorging. Im Jahre 1911 wurde Koffka in Gießen mit der in Würzburg entstandenen Untersuchung ,,Zur Analyse der Vorstellungen und ihrer Gesetze" habilitiert. 1924 verließ er nach einem längeren Aufenthalt in Gießen Deutschland und wirkte anschließend bis zu seinem Tode an verschiedenen Universitäten in den USA. Er starb am 22.11.1941 in Northampton (Mass.). Seine bedeutenden gestaltpsychologischen Arbeiten waren ,,Zur Grundlegung der Wahrnehmungspsychologie" (1915), ,,Beiträge zur Psychologie der Gestalt" (1919), ,,Die Grundlagen der psychischen Entwicklung" (1921) und ,,Prinicples of Gestalt Psychology" (1935) (Neue deutsche Biographie, 1987; Sprung & Sprung, 1985).

b) Wolfgang Köhler

Wolfgang Köhler ist am 21.01.1887 in Reval (Rußland) geboren. Er besuchte das Gymnasium in Wolfenbüttel, studierte 1905/06 Philosophie, Geschichte und Naturwissenschaften in Tübingen, 1906/07 Psychologie, Mathematik und Philosophie in Bonn und 1907/09 Psychologie, Philosophie und Naturwissenschaften in Berlin (u.a. bei C. Stumpf, M. Planck, W. Nernst). Er wurde 1909 mit der Dissertation ,,Akustische Untersuchungen" bei Carl Stumpf promoviert und war seit 1910 Assistent am Psychologischen Institut der Akademie für Sozial und Handelswissenschaften in Frankfurt/M. u.a. zusammen mit M. Wertheimer, und K. Koffka. Die Habilitation erfolgte 1911. Von 1914 bis 1920 leitete er auf Empfehlung C. Stumpfs die Anthropoidenstation der Preußischen Akademie der Wissenschaften auf Teneriffa. Durch den I. Weltkrieg bedingt, kehrte er erst 1920 nach Deutschland zurück. In diesen 7 Jahren hatte er auf Teneriffa die Gelegenheit, seine später berühmt gewordenen Studien über die ,,Intelligenzleistungen" der Anthropoiden (1917) durchzuführen und sein grundlegendes Werk über die ,,Physischen Gestalten" (1920) zu schreiben. Im Wintersemester 1920/21 vertrat er den Lehrstuhl C. Stumpfs in Berlin. Danach war er Professor an der Universität Göttingen und 1922 - 35 Professor für Psychologie und Philosophie und Direktor des Psychologischen Instituts der Universität Berlin. Nach einer öffentlichen Stellungnahme gegen die Entlassung jüdischer Gelehrte legte er sein Amt in Berlin nieder und wanderte in die USA aus. Dort hatte er Gelegenheit, seine Untersuchungen zur Gestaltpsychologie fortzusetzen. Seit 1959 Emeritus der Freien Universität Berlin, kam er jährlich nach Deutschland. Er starb am 11.06.1967 in Lebanon, USA (Neue deutsche Biographie, 1987; Sprung & Sprung, 1985).

c) Max Wertheimer

Max Wertheimer ist am 15.04.1880 in Prag geboren. Der Sohn eines jüdischen Handelslehrers studierte seit 1898 Philosophie und Psychologie an den Universitäten Prag, Berlin und Würzburg und wurde 1904 mit der Dissertation ,,Experimentelle Untersuchungen zur Tatbestandsdiagnostik" promoviert. 1910 wurde er Mitarbeiter am Psychologischen Institut in Frankfurt /M. und entdeckte dort auf experimentellem Wege den wahrnehmungspsychologischen Bewegungseffekt, das sog. ,,Phi-Phänomen". Mit seiner Schrift ,,Experimentelle Studien über das Sehen von Bewegungen" habilitierte er sich 1912 an der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften in Frankfurt /M. für Psychologie und Philosophie. 1914/15 an der Universität Frankfurt Privatdozent, ging er 1916 nach Berlin und wurde 1922 außerordentlicher. Professor. 1921 war er Mitbegründer der Zeitschrift ,,Psychologische Forschung". 1929 kehrte Wertheimer als ordentlicher Professor der Philosophie und Psychologie an die Universität Frankfurt zurück. 1933 mußte er als Jude seine Stellung verlassen und emigrierte über die Tschechoslowakei in die USA, wo er bis zu seinem Tod als Professor der Philosophie und Psychologie an der New School for Social Research in New York lehrte. Er führte seine Untersuchungen zum ,,Produktiven Denken" weiter und nach seinem Tode am 12.10.1943 in New York erschien sein Werk ,,Produktives Denken" (Deutsche Biographische Enzyklopädie, 1999; Sprung & Sprung, 1985).

Auch Kurt Lewin (1890 - 1947) kann mit zur Gestaltpsychologie gerechnet werden, obwohl er eher für seine ,,Feldtheorie" des Psychischen bekannt geworden ist.

d) Kurt Lewin

Kurt Lewin wurde am 09.09.1890 in Mogilno (damalige preußische Provinz Posen) geboren. Nach dem Studium der Medizin, Biologie, Philosophie und Psychologie in Freiburg, München und Berlin, promovierte er im Jahre 196 bei Carl Stumpf in Berlin mit einer experimentalpsychologischen Arbeit. Stumpf vertrat eine von Lewin akzeptierte enge Beziehung zwischen Philosophie und Psychologie und Stumpfs Liebe zum Experiment in der Psychologie übertrug sich auch auf Lewin. 1922 habilitierte er sich in Berlin ebenfalls mit einer experimentalpsychologischen Arbeit. In den zwanziger Jahren veröffentlichte er vor allem in der Zeitschrift ,,Psychologische Forschung" eine sehr bedeutsame Reihe experimenteller Arbeiten zur Handlungs- und Affektpsychologie. Weiterhin beschäftigte er sich mit wissenschaftstheoretischen, sozialpsychologischen, pädagogisch-psychologischen und arbeitspsychologischen Fragen bei deren Bearbeitung sich zunehmend mehr das Konzept einer dynamischen ,,Feldtheorie" des Psychischen formte. 1927 wird er zum außerordentlichen Professor an der Berliner Universität ernannt. Infolge der Machtübergreifung durch den Faschismus wurde Lewin als Jude und fortschrittlicher Humanist 1933 gezwungen, ebenfalls in die USA zu emigrieren. Neben kleineren befristeten Anstellungen baute er eine kinderpsychologische und gruppendynamische Forschungsgruppe auf. An den Folgen eines Herzanfalls starb er am 12.02.1947 in Newtonville (Mass.) (Krüger, A., 1985; Sprung & Sprung, 1985).

1.4 Arbeiten der Gestaltpsychologen

Als Koffka, Köhler und Wertheimer mit Kurt Lewin und E.M. von Hornbostel zusammenarbeiten, strömen wieder junge Psychologen zusammen, um unter ihrer Leitung zu arbeiten, ähnlich wie sie in den Jahrzehnten vor und nach 1900 in das Wundtsche Institut nach Leipzig geströmt waren (Metzger, 1963, zitiert nach Wehner, 1990). Nach 1920 wurde die in Berlin vertretene Gestalttheorie neben der in Leipzig vertretenen Ganzheitspsychologie zu den bedeutendsten psychologischen Schulrichtungen. In der politisch und wirtschaftlich unsicheren Weimarer Zeit wurden verstärkt die Rufe nach ,,Ganzheit" und ,,Sinn" laut. Die Gestalttheorie und die Ganzheitspsychologie versuchten auch Antworten auf dieses Bedürfnis nach Weltanschauung zu geben, erstere allerdings ohne ihre naturwissenschaftliche Denkweise aufzugeben (Ash, 1984).

Erlebnis- und Verhaltensprozesse als Ganzheiten waren der Forschungsgegenstand der Berliner Schule; vor allem leistete sie bedeutsame Beiträge zur Wahrnehmungs- und Denkpsychologie. Ihr methodisches Vorgehen kann als ein experimentell- phänomenologisches bezeichnet werden. Es wird also versucht, die Phänomene in schlichter Beschreibung gewissermaßen selbst zu Wort kommen und diese unter möglichst kontrollierten Bedingungen stattfinden zu lassen (Wehner, 1990).

Um den Rahmen dieser Hausarbeit nicht zu sprengen, wird nur kurz auf einige Arbeiten der Gestaltpsychologen eingegangen:

Mit dem Schlüsselexperiment der Gestaltpsychologie von Wertheimer aus dem Jahre 1910, welches auch seine Habilitationsschrift darstellte, war experimentell die Existenz einer dynamischen Ganzheit nachgewiesen worden. Wertheimer nannte dabei das Sehen einer reizmäßig nicht gegebenen Bewegung phänomenale Bewegung oder Phi-Phänomen. Mit weitgehend schon zwischen 1911 und 1914 durchgeführten Untersuchungen, veröffentlicht erst 1923, ging er der Frage nach, wie es eigentlich dazu kommt, daß man Dinge wie Bäume, Häuser, Dinge engster Umgebung, z.B. Schreibtisch, -auflage etc., als jeweilige Einheit, als selbständige Gegenstände auffaßt. Dabei gelangte er zur Formulierung sogenannter Gestaltgesetze. Wertheimer behandelt noch einige weitere Faktoren, z.B. den ,,Faktor des gemeinsamen Schicksals", den ,,Faktor der Geschlossenheit" und ,,Faktor der Erfahrung" (siehe hierzu Wehner, 1990, S. 22, 23). 1912 veröffentlichte er die Studie ,,Über das Denken der Naturvölker, Zahlen und Zahlgebilde", die das Gestalt- und Sinnhafte im Denken aufzeigte. Köhler führte als Leiter der Anthropoidenstation der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften auf Teneriffa ,,Intelligenzprüfungen an Menschenaffen" (1917) durch. Er interpretierte seine Versuchsergebnisse gestaltpsychologisch als einsichtiges Verhalten der Versuchstiere. Erwähnt sollen auch kurz die Entwicklungspsychologie von Koffka (1921) und späterhin vor allem die Motivations-, die Persönlichkeits- und Sozialpsychologie K. Lewins werden. Mit Köhlers Werk ,,Die physischen Gestalten" (1920) bejahte er nach umfassenden Untersuchungen die von Wertheim 1912 gestellte Frage, ob Hirnvorgänge von der Art, wie sie in der Gestalttheorie von den Phänomenen her gefordert waren, physikalisch und physiologisch denkbar seien, und deckte somit auch die Isomorphie- Hypothese (Wehner, 1990).

So hatte sich denn gegen Ende der zwanziger Jahre und zu Beginn der dreißiger Jahre die Theorie und Methodik der Berliner Gestaltpsychologie auf viele Gegenstandsgebiet der Psychologie ausgeweitet. Begonnen hatte sie als Wahrnehmungspsychologie, nun leistete sie Beiträge u.a. zur Denkpsychologie, Gedächtnispsychologie, Lernpsychologie und zur Entwicklungspsychologie (Sprung & Sprung, 1986).

VI. Schlußbemerkung

Mit Beginn der faschistischen Diktatur am 30.01.1933 mußten, wie schon erwähnt, viele führende Psychologen das Institut verlassen. Viele Forschungsbereiche erlebten ihren Tief- oder sogar Stillpunkt, wie z.B. die Feldtheorie und die Gestalttheorie. Koffka, Wertheimer und Lewin wurden von der amerikanischen organisierten Psychologie nie völlig akzeptiert; anders Köhler. Köhler, der sich öffentlich gegen die Entlassungspolitik der NSDAP gewandt hatte, folgte seinen Kollegen im Jahre 1935. Er war nicht bereit, die politischen Eingriffe in sein Institut hinzunehmen (Geuter, 1984). In den USA erhielt er in hohem Alter den Preis der American Psychological Association für ausgezeichnete wissenschaftliche Leistungen und wurde 1958 zum Präsidenten der American Psychological Association gewählt (Wehner, 1990).

Abschließend möchte ich jedoch noch einmal kurz zusammenfassen: Der thematisierten Zeitraum vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zum ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, der vor allem in Deutschland durch die Experimentalpsychologie bestimmt wurde, war gekennzeichnet durch die gegenständliche und methodische Herausbildung der Neueren Psychologie als Empirische Psychologie, deren institutionelle Verankerung im Universitäts- und Hochschulwesen, die Herausbildung der großen Schulen und deren allmähliche Integration in die rezente Psychologie, die Erschließung und Entwicklung von Praxisfeldern außerhalb der Universitäten und Hochschulen und durch die Herausbildung, gesellschaftliche Verankerung und staatliche Bestätigung des Berufsbildes eines akademisch ausgebildeten Psychologen, der außerhalb der Universitäten und Hochschulen in der Praxis tätig ist (Sprung, H., 1997). Wie obige Ausarbeitung aufzeigt, trägt hierbei Stumpf als Gründer und Wegbereiter der Neueren Psychologie in seinem Wirken vor allen in Berlin maßgeblich mit bei. Es ist daher unverständlich, warum sein Lebenswerk in der Geschichte der Psychologie so wenig Beachtung findet wie beispielsweise seine Zeitgenossen Wundt und Ebbinghaus. Es fiel daher schwer, zwischen expliziter Literatur auswählen zu können. So verblieb die Literaturrecherche oft bei gleichen Psychologiehistorikern.

Literaturverzeichnis

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20 von 20 Seiten

Details

Titel
Carl Stumpf und die Institutionalisierung der Psychologie in Berlin
Hochschule
Freie Universität Berlin
Veranstaltung
Einführung in die Geschichte der Neueren Psychologie
Note
Gut
Autor
Jahr
2000
Seiten
20
Katalognummer
V99846
Dateigröße
469 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Carl, Stumpf, Institutionalisierung, Psychologie, Berlin, Einführung, Geschichte, Neueren, Psychologie
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Ina Reich (Autor), 2000, Carl Stumpf und die Institutionalisierung der Psychologie in Berlin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/99846

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Titel: Carl Stumpf und die Institutionalisierung der Psychologie in Berlin



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