Das Gelingen schulischer Inklusion. Verlauf und Ziele

Ein kurzer Überblick


Hausarbeit, 2020

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fakten und Zahlen zur Inklusion

3. Die UN- Behindertenrechtskonversion

4. Entwicklung der schulischen Inklusion in Deutschland

5. Inklusive Bildung nach den Hamburger Bildungsempfehlungen

6. Fazit

7. Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Abbildung: Die Förderbedarfe im Überblick

2. Abbildung: Gesamtbevölkerung: Haltung zu Inklusion

1. Einleitung

Das Inklusion immer mehr zum Thema unserer Gesellschaft wird ist bekannt, doch was wird dafür getan, dass Inklusion auch erfolgreich umgesetzt werden kann?

Oft wird vom Begriff der Integration gesprochen, aber Inklusion meint etwas anderes. „Der Unterschied liegt hauptsächlich darin, dass Integration das Hineinnehmen eines Menschen (z. B. Schüler mit einer Behinderung) in ein bereits existierendes System (z. B. Schule) beschreibt, die Schule ändert sich dabei nicht substantiell, sondern der integrierte Schüler muss sich anpassen. Die Inklusion hingegen will von Anfang an ein gemeinsames System für alle Menschen, ohne dass jemand ausgegrenzt oder stigmatisiert wird.“1 Somit ist Integration als ein Prozess der Eingliederung zu verstehen und Inklusion will eher die Vielfalt der Menschen als Normalität akzeptieren. Sonderschulen würden nicht den Ansatz der Inklusion entsprechen, denn sie selektieren die Menschen und teilen sie in Gruppen ein.

„Inklusion im engeren Sinne bedeutet auf das Schulsystem bezogen, dass Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen ohne sonderpädagogischen Förderbedarf Regelschulen besuchen und dort Unterricht von hoher Qualität genießen. Inklusion im weiteren Sinne dagegen bedeutet generell die Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe aller Menschen. Für Bildungsinstitutionen heißt das, sie so zu gestalten, dass sie allen Lernenden gleiche Bildungschancen eröffnen unabhängig von ihren Voraussetzungen und Lebenslagen. Diesem Verständnis folgt auch der im Juni 2011 verabschiedete nationale Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (BMAS, 2011).“2

Menschen mit und ohne Behinderung sollten in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens teilnehmen dürfen und können. Genau das fordert auch die UN- Behindertenrechtskonvention, die dafür sorgen will, dass allen Menschen ein barrierefreies Zusammenleben ermöglicht wird.

„Die Quote der Inklusion in Deutschland ist angestiegen, doch gleichermaßen ist auch die Förderquote der deutschen Schülerinnen und Schüler angestiegen. Somit ist die Exklusionsquote, die Quote der Schülerinnen und Schüler in separierten Schulsystemen, gleichgeblieben.“3

In meiner Hausarbeit werde ich darlegen welches Ziel Inklusion verfolgt und was sie in der Gesellschaft erreichen will. Im weiteren Verlauf möchte ich deutlich machen, wie Inklusion, speziell in der Schule, sich im Laufe der Jahre entwickelt hat, welche bedenken Eltern und Lehrer sehen und was benötigt wird, damit Inklusion, speziell in der Schule, (besser) gelingen kann.

2. Zahlen und Fakten

In laufe, der Jahre ist die Förderquote der Schülerinnen und Schüler an deutschen Schulen gestiegen. Das heißt, dass mehr Schülerinnen und Schüler eine „Diagnose“ bekommen haben, in einen oder mehreren Bereichen Förderung benötigen und somit einen sonderpädagogischen Förderbedarf haben. „Im Jahre 2008 lag diese Quote noch bei 6%, im Jahre 2017 stieg sie auf 7,14% an. Mit diesen Zahlen bewegt sich Deutschland im Mittelfeld. Mit 8,74% hat Hamburg eine der höchsten Förderquoten in Deutschland. Mit einer Inklusionsquote von 5,65% und eine Exklusionsquote von 3,08% hat Hamburg allerdings auch einen guten Schnitt beim Thema Inklusion in den Regelschulen.“4 Nur 3,08% der Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf besuchen ein exklusives System, also eine Förderschule. In Gesamt Deutschland liegt der Durchschnitt, der Schülerinnen und Schüler, die eine Förderschule besuchen, bei 4,3%.

„Die größten Bereiche in denen deutsche Schülerinnen und Schüler einen Förderbedarf haben, sind die Bereiche „Lernen“, „Emotionale und soziale Entwicklung“ und „Sprache“. Diese Bereiche machen zwei Drittel aller

(1. Abbildung: Die Förderbedarfe im Überblick5 )

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Förderbedarfe aus. Erst nach diesem großen Bereich kommt mit 7% der Bereich der Körperlichen und motorischen Entwicklung.“6 Oft wird mit einer Behinderung genau dieser Bereich verstanden, doch es gibt viele verschiedene Formen von Beeinträchtigung.

3. Die UN- Behindertenrechtskonvention

„Die UN- Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ist ein Übereinkommen welches am 26.03.2009, in Deutschland, in Kraft trat.“7 „Die sogenannte UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ist geltendes Recht in Deutschland und verpflichtet Bund, Länder und Kommunen gleichermaßen die UN-Konvention umzusetzen.“8 Die UN- Behindertenrechtskonvention setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Beeinträchtigungen als vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft gesehen werden und möchte, dass alle Menschen als Gleichwertig betrachtet werden. Sie fordert Inklusion in der Gesellschaft und will eine gleichberechtigte Teilhabe, welches für sie ein Menschenrecht darstellt.

„Mit der Unterzeichnung der UN-BRK hat sich Deutschland und insgesamt 177 weitere Länder verpflichte die Konvention umzusetzen.“9

In den letzten zehn Jahren hat sich dank der UN-BRK einiges zum Thema Inklusion verbessert. Es gibt aber auch einige Bereiche, die leider noch nicht erfüllt wurden. In Folgendem möchte ich aufzeigen, was sich in den letzten Jahren zum Thema Inklusion, in Deutschland, getan hat.

„Mit der Unterzeichnung der UN-BRK verpflichtete sich Deutschland dazu, sich regelmäßig einem Prüfverfahren zu stellen. Mit der Staatenprüfung kontrolliert die UN den Stand der Umsetzung in den Ländern, die die Konvention unterzeichnet haben. Eine erste Staatenprüfung Deutschlands führte der zuständige UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderung zwischen 2011 und 2015 durch.“10

„Großen Fortschritt gibt es im Bereich der Digitalisierung. Sie ermöglicht Menschen mit Behinderungen in gleichen Maßen zur Teilhabe und Kommunikation in unserer Gesellschaft. Ein weiterer großer Fortschritt liegt in der baulichen Barrierefreiheit. Das Bewusstsein, dass barrierefreies Bauen allen nützt verbreitet sich immer mehr und sorgt dafür, dass Menschen mit Behinderungen einfacher durch den Alltag kommen.“11

„Die größten Probleme bestehen in der Privatwirtschaft. Im öffentlichen Sektor gibt es eine Verpflichtung zur Umsetzung der Barrierefreiheit. Bei privaten Dienstleitern gibt es solch eine Verpflichtung nicht.“12 „Des Weiteren wurde die Beibehaltung von Doppelstrukturen stark kritisiert. Das getrennte Schulwesen müsste abgeschafft werden, damit Menschen mit Behinderungen auch an einer gemeinsamen Bildung teilnehmen können.“13

4. Entwicklung der schulischen Inklusion in Deutschland

Die Schule ist nicht nur ein wichtiger Bildungsort für junge Menschen, sondern auch für ihre soziale Entwicklung ist dieser Ort sehr prägend. Daher ist es wichtig, dass Menschen mit und ohne Behinderungen nicht erst in unterschiedlichen Bildungssystemen separiert werden, sondern dass sie von Anfang an zusammen eine Gesellschaft bilden. Das Miteinander stärkt nicht nur die Toleranz untereinander, sondern hilft auch für ein besseres Miteinander und wirkt sich positiv auf die soziale Entwicklung der Kinder aus.

„Durch die UN-BRK wurde die Inklusion in deutschen Klassenzimmern beschleunigt. Deutschland liegt mit einer Förderquote von 7,1% in Mittelfeld Europas.“14

„Während gut sieben von zehn Kitas einen inklusiven Ansatz verfolgen, tun dies nur fünf von zehn Grundschulen. Bei den Schulen der Sekundarstufe sind es dann nur noch drei von zehn.“15

„Die Entwicklung der schulischen Inklusion in Deutschland lässt sich in drei Phasen einteilen. Die erste Phase war von 1950 bis ca. 1980. In dieser Zeit fand eine starke Ausbreitung der Sonderschulen statt und das Sonderschulwesen wurde ausgebaut. Während der zweiten Phase von 1980 bis ca. 2007 gab es bereits integrative Schulversuche. In der dritten Phase, in der wir uns immer noch befinden, wurde 2007 die UN-BRK in Deutschland unterzeichnet und trat 2009 in Kraft, welches die Inklusion im Schulsystem beschleunigte.“16

Aktion Mensch hat gemeinsam mit der Wochenzeitung DIE ZEIT und dem infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft eineStudie zum Thema „Schulische Inklusion“durchgeführt. Es wurden insgesamt 1.500 Menschen nach ihrer Einstellung zur schulischen Inklusion befragt.

In Folgendem ist die Haltung der Gesamtbevölkerung zum Thema Inklusion in Prozenten angegeben. „Die Befragungsergebnisse zeigen, dass Inklusion von einer großen Mehrheit als wünschenswertes Ziel anerkannt wird. 85 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Menschen mit und ohne Beeinträchtigung in unserer Gesellschaft gleichberechtigt zusammenleben sollten. Noch höher ist der Anteil an Zustimmungen zur Frage, ob Kinder mit und ohne Beeinträchtigung in ihrer Freizeit die Möglichkeit haben sollten, gemeinsam aufzuwachsen. Hier liegt der Zustimmungswert sogar bei 94 Prozent.“17 „Nicht so positiv fielen die Zahlen bei der Frage aus, ob alle Kinder zusammen unterrichtet werden sollten. Nur 66% der Befragten bejahten dies. Wenn man sich die Antworten der Eltern anschaut, bei denen die Kinder inklusiv unterrichtet wurden, antworteten deutlich mehr (78%), dass sie dieser Aussage zustimmen.“18 „Ein inklusives Schulsystem erhört zwar die Chancengleichheit, gleichzeitig gibt es aber auch die Befürchtung, dass Kinder mit unterschiedlichen Leistungsniveaus nicht gleichermaßen gefördert werden können.“19

[...]


1 Zitat. O.V. Inklusion und Integration: Miteinander leben, statt getrennt!. Sozialverband Vdk. Unter: https://www.vdk.de/bayern/pages/26741/inklusion_und_integration?dscc=ok.

2 Zitat. Kracke, Bärbel. Psychologie für die Gesellschaft: Schulische Inklusion-Herausforderungen und Chancen. Hogrefe Verlag. Göttingen. 2014. Unter: https://econtent.hogrefe.com/doi/pdf/10.1026/0033-3042/a000228.

3 Vgl. O.V. Fakten zu Inklusion. Unter: https://www.indiwi.de/inklusion/fakten-zu-inklusion/?gclid=EAIaIQobChMIwMTB2cC57AIVjql3Ch300wqqEAAYBCAAEgKfbvD_BwE.

4 Vgl. O.V. Inklusionsquoten in Deutschland. Aktion Mensch. Unter: https://www.aktion-mensch.de/inklusion/bildung/hintergrund/zahlen-daten-und-fakten/inklusionsquoten.html.

5 Abbildung. Die Förderbedarfe im Überblick. Unter: https://www.aktion-mensch.de/inklusion/bildung/hintergrund/zahlen-daten-und-fakten/inklusionsquoten.html.

6 Vgl. O.V. Inklusionsquoten in Deutschland. Aktion Mensch. Unter: https://www.aktion-mensch.de/inklusion/bildung/hintergrund/zahlen-daten-und-fakten/inklusionsquoten.html.

7 Vgl. O.V. Inklusion und Integration: Miteinander leben, statt getrennt! Sozialverband Vdk. Unter: https://www.vdk.de/bayern/pages/26741/inklusion_und_integration.

8 Zitat. O.V. Ein großer Schritt nach vorn: Mit der UN- Behindertenrechtskonvention für gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft. Unter: https://www.aktion-mensch.de/dafuer-stehen-wir/was-ist-inklusion/un-konvention.html.

9 Vgl. O.V. Ein großer Schritt nach vorn: Mit der UN- Behindertenrechtskonvention für gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft. Unter: https://www.aktion-mensch.de/dafuer-stehen-wir/was-ist-inklusion/un-konvention.html.

10 Zitat. Aktion Mensch. 10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention. Unter: https://www.aktion-mensch.de/ds/img/content/aktion/soviel/parallax/AKM-Kurzbilanz_10Jahre_UN-BRK.pdf. S. 6.

11 Vgl. Aktion Mensch. 10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention. Unter: https://www.aktion-mensch.de/ds/img/content/aktion/soviel/parallax/AKM-Kurzbilanz_10Jahre_UN-BRK.pdf. S. 3.

12 Vgl. Aktion Mensch. 10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention. Unter: https://www.aktion-mensch.de/ds/img/content/aktion/soviel/parallax/AKM-Kurzbilanz_10Jahre_UN-BRK.pdf. S. 3.

13 Vgl. Aktion Mensch. 10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention. Unter: https://www.aktion-mensch.de/ds/img/content/aktion/soviel/parallax/AKM-Kurzbilanz_10Jahre_UN-BRK.pdf. S. 6.

14 Vgl. O.V. Entwicklung von Inklusion in der Schule. Aktion Mensch. Unter: https://www.aktion-mensch.de/inklusion/bildung/hintergrund/zahlen-daten-und-fakten/inklusion-schule.html.

15 Zitat. O.V. Entwicklung von Inklusion in der Schule. Aktion Mensch. Unter: https://www.aktion-mensch.de/inklusion/bildung/hintergrund/zahlen-daten-und-fakten/inklusion-schule.html.

16 Vgl. O.V. Entwicklung von Inklusion in der Schule. Unter: https://www.aktion-mensch.de/inklusion/bildung/hintergrund/zahlen-daten-und-fakten/inklusion-schule.html.

17 Zitat Hess, Doris. Ruland, Michael. Meyer, Maurice. et. Al. Schulische Inklusion: Untersuchung zu Einstellungen zu schulischer Inklusion und Wirkungen im Bildungsverlauf. Aktion Mensch e.V. 2019. Unter: file:///C:/Users/Nadja/Downloads/2019-03-27%20Studie%20inkl.Bildung_Langfassung_barrierefrei_final-01%20(1).pdf. S.7.

18 Vgl. Hess, Doris. Ruland, Michael. Meyer, Maurice. et. Al. Schulische Inklusion: Untersuchung zu Einstellungen zu schulischer Inklusion und Wirkungen im Bildungsverlauf. Aktion Mensch e.V. 2019. Unter: file:///C:/Users/Nadja/Downloads/2019-03-27%20Studie%20inkl.Bildung_Langfassung_barrierefrei_final-01%20(1).pdf. S.8.

19 Zitat. Hess, Doris. Ruland, Michael. Meyer, Maurice. et. Al. Schulische Inklusion: Untersuchung zu Einstellungen zu schulischer Inklusion und Wirkungen im Bildungsverlauf. Aktion Mensch e.V. 2019. Unter: file:///C:/Users/Nadja/Downloads/2019-03-27%20Studie%20inkl.Bildung_Langfassung_barrierefrei_final-01%20(1).pdf. S.23.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Das Gelingen schulischer Inklusion. Verlauf und Ziele
Untertitel
Ein kurzer Überblick
Hochschule
EBC Hochschule Hamburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
17
Katalognummer
V998490
ISBN (eBook)
9783346370143
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Inklusion, Schule, Alltag
Arbeit zitieren
Nadja Santangelo (Autor), 2020, Das Gelingen schulischer Inklusion. Verlauf und Ziele, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/998490

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