Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit den technischen Eigenschaften verschiedener Wärmedämmstoffe und verfolgt das Ziel, die bauphysikalischen und konstruktiven Unterschiede der beiden Dämmsysteme Innen- und Außendämmung aufzuzeigen und voneinander abzugrenzen.
Im Zeitalter der Energiewende gilt es auch bei der Errichtung und Modernisierung von Gebäuden Einsparpotenziale zu nutzen. Im Rahmen des energieeffizienten Bauens ist die Wärmedämmung ein unverzichtbarer Baustein, da sie einen wichtigen Beitrag zur Verminderung des Energieverbrauchs leistet und folglich auch Kosten einspart.
Die über Jahrzehnte entwickelten Bauweisen und Bautechniken machen eine pauschale Festlegung für ein bestimmtes Dämmsystem unmöglich. Es erfordert ein umfassendes bauphysikalisches Verständnis, um die passende Maßnahme für das jeweilige Objekt zu wählen. Die stetig wachsenden Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden und die Entwicklung immer leistungsfähigerer Dämmstoffe erfordern von Immobilienbesitzern und Bestandshaltern in die Wärmedämmung der Gebäude zu investieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bauphysikalische und technische Eigenschaften
2.1 Wärmeschutz / Wärmetransport
2.1.1 Wärmeleitfähigkeit
2.1.2 Wärmespeicherfähigkeit
2.1.3 Wärmebrücken
2.2 Feuchteschutz / Feuchtetransport
2.2.1 Diffusionswiderstand
2.2.2 Wasseraufnahmevermögen
2.3 Schalldämmung
2.4 Brandschutz
3. Wärmedämmstoffe
3.1 Anorganisch
3.1.1 Aerogel
3.1.2 Mineralwolle
3.1.3 3M Glass Bubbles
3.2 Organisch
3.2.1 Polystyrol, expandiert (EPS)
3.2.2 Polyurethan (PU)
4. Wärmedämmsysteme
4.1 Außendämmung
4.1.1 Einschalige Außenwand
4.1.2 Mehrschalige Außenwand
4.1.3 Wärmedämm-Verbundsystem
4.2 Innendämmung
4.2.1 Kapillaraktive Innendämmung
4.2.2 Innendämmung mit Dampfsperre / Dampfbremse
4.2.3 Innendämmung durch Wärmedämmputze
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die bauphysikalischen und konstruktiven Unterschiede zwischen Innen- und Außendämmsystemen, um Immobilienbesitzern bei der Auswahl der optimalen energetischen Sanierungsmaßnahme zu unterstützen.
- Grundlagen des Wärmeschutzes und bauphysikalische Kennwerte.
- Differenzierung verschiedener organischer und anorganischer Wärmedämmstoffe.
- Konstruktive Umsetzung der Außendämmung (Einschalig, Mehrschalig, WDVS).
- Herausforderungen und Lösungen bei der Innendämmung.
- Brandschutzanforderungen und deren Umsetzung bei Dämmsystemen.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Wärmeleitfähigkeit
Eine der wichtigsten Dämmstoffeigenschaften ist die Wärmeleitfähigkeit. Für die Einsparung von Energie gilt es zunächst den Wärmeverlust und den Wärmedurchlass über die Gebäudehülle zu verringern. Bemessen wird die spezifische Wärmeleitfähigkeit anhand der materialabhängigen Zahlenwerts Lambda (λ). λ ist ein Maß für den Widerstand, der der abfließenden Wärme entgegengesetzt wird. Je niedriger dieser Wert ist, desto höher ist die erreichbare Wärmedämmfähigkeit des Materials. Für die Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizienten, auch genannt U-Wert, werden in Deutschland nach DIN 4108-4 die Bemessungswerte der Wärmeleitfähigkeit (λ) verwendet. „Der U-Wert bezeichnet die Wärmemenge, die in einer Sekunde durch eine Bauteilfläche eines Quadratmeters bei einem Temperaturunterschied von einem Kelvin hindurchgeht.“ Vorteilhaft ist eine niedrige Wärmeleitfähigkeit insbesondere dann, wenn die Dicke der Dämmschicht aus baulichen Gründen begrenzt ist. Materialien, die einen Lambda-Wert kleiner 0,1 Watt pro Meter und Grad Kelvin (W/(mK)) aufweisen, sind für die Wärmedämmung geeignet. Dämmstoffe mit Wärmeleitfähigkeiten von 0,04 bis 0,06 W/(mK) finden in der Regel Anwendung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Relevanz der Wärmedämmung im Kontext der Energiewende und die Notwendigkeit, energetische Einsparpotenziale bei Gebäuden zu nutzen.
2. Bauphysikalische und technische Eigenschaften: Erläutert die maßgeblichen physikalischen Grundlagen wie Wärmetransport, Feuchteschutz, Schalldämmung und Brandschutz als Basis für die Dämmstoffbewertung.
3. Wärmedämmstoffe: Kategorisiert und analysiert verschiedene anorganische und organische Materialien hinsichtlich ihrer spezifischen Eigenschaften und Eignung.
4. Wärmedämmsysteme: Stellt die praktischen Konstruktionsarten von Außen- und Innendämmsystemen detailliert gegenüber.
5. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass bei der Wahl des Dämmsystems stets eine individuelle bautechnische Abwägung erforderlich ist.
Schlüsselwörter
Wärmedämmung, Bauphysik, Außendämmung, Innendämmung, Wärmeleitfähigkeit, U-Wert, Wärmedämm-Verbundsystem, Diffusionswiderstand, Brandschutz, Gebäudehülle, energetische Sanierung, Mineralwolle, Polystyrol, Kapillaraktivität, Wärmespeicherung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die bauphysikalischen Unterschiede und die konstruktive Umsetzung von Innen- und Außendämmsystemen im modernen Bauwesen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Materialeigenschaften von Dämmstoffen, bauphysikalische Kennwerte wie Wärmeleitfähigkeit und Diffusion sowie verschiedene Ausführungsvarianten für Außen- und Innenwände.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Unterschiede zwischen Innen- und Außendämmung darzulegen, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage für energetische Sanierungen zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachliche Analyse auf Basis von bauphysikalischen Normen (DIN) und technischer Fachliteratur zur Materialkunde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert physikalische Eigenschaften, klassifiziert Dämmstoffe und vergleicht technische Konstruktionsdetails für Dämmsysteme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wärmedämmung, Bauphysik, WDVS, Brandschutz, energetische Sanierung und Diffusionswiderstand sind zentrale Begriffe.
Warum ist die Unterscheidung zwischen kapillaraktiver Innendämmung und Dampfsperre wichtig?
Die Unterscheidung ist kritisch für den Feuchteschutz, da kapillaraktive Systeme Feuchtigkeit im Material verteilen, während Dampfsperren das Eindringen von Wasserdampf in die Konstruktion vollständig unterbinden sollen.
Welche Rolle spielt der Brandschutz bei der Materialwahl?
Der Brandschutz bestimmt durch Klassifizierungen (DIN 4102 / DIN EN 13501) die Zulässigkeit von Dämmstoffen, wobei zwischen nicht brennbaren und unterschiedlich entflammbaren Materialien unterschieden wird.
- Arbeit zitieren
- Jan Weingarte (Autor:in), 2020, Innen- und Außendämmung. Bauphysikalische Unterschiede und baukonstruktive Umsetzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/999909