Die katholische Kirche und die Juden zur Zeit des Nationalsozialismus

Ihre Haltung zur schleichenden Ausgrenzung der Juden (1933-1938) unter Berücksichtigung des rheinischen Beispiels von Köln


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017

24 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die nationalsozialistische Judenpolitik (1933-1938)
2.1 Judenboykott und Berufsbeamtengesetz
2.2 Nürnberger Rassegesetze, Folgen und Novemberpogrome

3. Die Haltung der katholischen Kirche zur Ausgrenzung der Juden
3.1 Positionen wichtiger Kirchenmänner
3.1.1 Schreiben Adolf Kardinal Bertrams bezüglich des Judenboykotts
3.1.2 Positionen Faulhabers zur Judenverfolgung und seine Adventspredigten
3.2 Schlussfolgerung

4. Antijüdische Politik am rheinischen Beispiel von Köln
4.1 Die Jüdische Gemeinde
4.2 Verfolgung und Ausgrenzung der Kölner Juden

5. Die Rolle des Erzbistums Köln
5.1 Erzbischof Karl Joseph Kardinal Schulte
5.2 Hintergrund

6. Schluss

1. Einleitung

Die katholische Kirche galt unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg unter den Alliierten und innerhalb der deutschen Bevölkerung als die einzige moralische Institution, die den Existenzkampf mit dem nationalsozialistischen Regime überstanden hatte und im Grunde genommen unversehrt geblieben war. Sah man die Kirche bis dahin noch als Verfolgungsopfer des Nationalsozialismus an, so wendete sich die Auffassung in den 1960er Jahren, als man dem Verhalten der katholischen Kirche im Verlauf einiger Debatten zunehmend kritisch gegenüber stand und ihr zunehmend eine Täterrolle zusprach.1 Grund dafür war nicht zuletzt Rudolf Hochhuths „Der Stellvertreter“, der 1963 in Berlin uraufgeführt wurde und dafür sorgen sollte, dass aus einer innerkatholisch-deutschen Debatte, eine international geführte Diskussion entstand, die von den deutschen Katholiken ablenkend, Papst Pius XII. im Bezug auf den Völkermord an den europäischen Juden ins Zentrum der Kritik stellte.2 Im Mittelpunkt des Theaterstücks steht der Jesuitenpater Riccardo Fontana, der sich im zweiten Akt anschickt, um dem Heiligen Stuhl vorzuhalten, dass ein Stellvertreter Christi, der die Deportation der Juden in die Konzentrationslager bewusst wahrnimmt und „dennoch schweigt, aus Staatsräson, der sich nur einen Tag besinnt, nur eine Stunde zögert, die Stimme seines Schmerzes zu erheben zu einem Fluch, der noch den letzten Menschen dieser Erde erschauern lässt, [...] [dass] ein solcher Papst [...] ein Verbrecher [ist; Vf.].“3 Wie aber steht es mit dem Katholizismus in Deutschland bzw. dem deutschen Episkopat, der ja offenkundig in direkter Nähe zu den Geschehnissen stand? Ist auch hier ein solcher Schuldvorwurf berechtigt? Oder kann die katholische Kirche aus dem Kreuzfeuer der Kritik genommen werden, da sie gegen die Verfolgung der Juden Widerstand leistete? All das sind Fragen, die im folgenden Verlauf im Zentrum des Interesses stehen werden. Dabei soll die Verfolgung und Ausgrenzung der Juden und die diesbezügliche Haltung der katholischen Kirche deduktiv untersucht werden, indem in einem ersten Schritt die nationalsozialistische Judenpolitik kurz skizziert werden soll, wobei der Zeitraum von 1933 bis 1938 beschränkt und alle weiteren Entwicklungen außer Acht gelassen werden. Darüber hinaus sollen schrittweise der Judenboykott, das Berufsbeamtengesetz, die Rassegesetze und die Pogromnacht in den Fokus genommen werden, was auch bei den späteren Betrachtungen als Orientierung dienen soll.

In einem zweiten Schritt soll die allgemeine Haltung der katholischen Kirche kurz beschrieben, anschließend dazu anhand von Positionen wichtiger Kirchenmänner beleuchtet und Gründe dafür genannt werden. In einem letzten Schritt soll der bisherige Verlauf anhand des rheinischen Beispiels von Köln exemplifiziert werden, da es nicht zuletzt interessant erscheint, zu untersuchen, wie sich das Kölner Erzbistum, das ja als Zentrum der weltanschaulichen Auseinandersetzung galt, gegen die Judenverfolgung verhielt.

2. Die nationalsozialistische Judenpolitik (1933-1938)

Im Jahre 1933 lebten im Deutschen Reich ca. 503.000 „Glaubensjuden“, was 0,76 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung ausmachte.4 Die Juden waren in ihrem Bewusstsein tief in der deutschen Gesellschaft verankert und fühlten sich daher auch als Deutsche. Gerade der Einsatz vieler jüdischer Männer im ersten Weltkrieg verstärkte dieses Nationalbewusstsein. Dass sie als Fremde in ihrem eigenen Land gelten würden, konnten sich die Juden nicht im Geringsten vorstellen.5 Trotzdem verfolgten die Nationalsozialisten seit der Machtübernahme eine Politik, die darauf abzielte, die Juden als Fremde aus der deutschen Gesellschaft auszuschließen, da Juden nach ihrer Ideologie als „nichtarisch“ angesehen wurden. Darüber hinaus gab es während der gesamten nationalsozialistischen Herrschaft zwar kein einheitliches „Judengesetz“, jedoch wurden bis 1941 über 2000 Gesetze und Erlasse geschaffen, die dafür sorgten, dass die Juden nach und nach ihre Rechte verloren. Dabei zielte die nationalsozialistische Judenpolitik bis zum Herbst 1941 darauf ab, die Juden daran zu zwingen auszuwandern, beabsichtigte jedoch fortan, alle im deutschen Herrschaftsbereich lebenden Juden zu ermorden.6

Die Judenpolitik der Nationalsozialisten lässt sich grob in vier Phasen einteilen. In einer ersten Phase, angefangen mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, gab es bereits mehrfache, gegen Juden gerichtete Übergriffe sowie einzelne gesetzliche Verordnungen. Zur zweiten Phase, die mit den Nürnberger Rassegesetzen beginnt und bis 1938 anhält, lässt sich sagen, dass in diesem Zeitraum eine ganze Reihe von Vorschriften gemacht wurden, die die Juden allmählich aus dem öffentlichen Leben verdrängten. In der dritten Phase (1938-1941) änderten sich die Maßnahmen der Nationalsozialisten dahingehend, dass die Ausgrenzung der Juden mit den Novemberpogromen 1938 in eine offensichtliche und vor allem gewaltförmige Verfolgung mündete. Die letzte Phase begann schließlich mit dem Beschluss zur „Endlösung der Judenfrage“ im Herbst 1941, was den Gegenstand der Berliner Wannseekonferenz im Januar 1942 bildete. Demnach sollten alle in Europa lebenden Juden deportiert und physisch vernichtet werden.7

Im folgenden Verlauf sollen die ersten beiden Phasen in aller Kürze skizziert werden, wobei die Pogromnacht als entscheidender Wendepunkt und Ausblick auf die gewaltsame Judenverfolgung mit in die Beobachtungen einbezogen werden soll.

2.1 Judenboykott und Berufsbeamtengesetz

Unmittelbar nach der Machtübernahme am 30. Januar8 1933 kam es bereits zu vereinzelten Boykotten von Geschäften jüdischer Besitzer, bei denen Juden überdies unbemerkt eingeschüchtert und zusammengeschlagen wurden. Darüber hinaus wurden auch schon Rechtsanwälte und jüdische Ärzte daran gehindert ihren Berufen nachzugehen.9 Die ausländische Presse reagierte abgeneigt auf die lokalen Ereignisse in Deutschland. Aus einigen Ländern kam die Forderung, als Gegenmaßnahme deutsche Waren zu boykottieren, doch die dortigen jüdischen Verbände bremsten, indem sie vor einem übereilten Vorgehen warnten. Als Goebbels in einer im Mai gehaltenen Rede die Warnung aussprach, dass das deutsche Volk für jeden durchgeführten Boykott deutscher Waren Vergeltung an den Juden üben würde, war es für die jüdischen Organisationen offensichtlich, dass die Nationalsozialisten die in Deutschland lebenden Juden „als Faustpfand und als ihre Geiseln betrachteten.“10 Von Seiten der NS-Führung nahm man die Kritik der ausländischen Presse schließlich als Vorwand, einen landesweiten Boykott von jüdischen Geschäften durchzuführen. In der Propaganda wurde letzterer als „reine Abwehrmaßnahme“ gegen die vermeintliche von ausländischen jüdischen Organisationen verbreitete „Greuelpropaganda“ und „Boykotthetze“ dargestellt, wobei man damit in Wahrheit die Verdrängung der Juden zugunsten der nichtjüdischen Konkurrenz beabsichtigte. Der Boykott wurde am 28. März angeordnet und schließlich am 1. April durchgeführt. Bei der Aktion, die ursprünglich für vier Tage eingeplant war, jedoch gleich am ersten Tag wieder abgebrochen wurde11, wurden jüdische Geschäfte, Waren, Rechtsanwälte sowie Ärzte boykottiert, indem deutschlandweit SA Posten vor Geschäften jüdischer Besitzer die Käufer beim Betreten hinderten.12

Kaum eine Woche danach wurde die Ausgrenzung der Juden unter gesetzlicher Grundlage weiter vorangetrieben. Das sogenannte „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“, wie es die Propaganda betitelte, wurde am 7. April erlassen und hob im Grunde genommen die Rechtsgleichheit der Juden aus rassistischen Gründen auf.13 Denn das Gesetz besagte, dass alle Beamten, die nicht arischer Abstammung14 waren, sofort zu pensionieren seien. Dabei gab es Ausnahmen, wie beispielsweise ehemalige Soldaten des ersten Weltkriegs oder Söhne und Väter von solchen, die im Krieg ihr Leben gelassen haben15, da Paul von Hindenburg darauf drängte, letztere nicht in das Gesetz miteinzubeziehen. Nichtsdestotrotz kann das Gesetz als Beginn der wirtschaftlichen Diskriminierung der Juden betrachtet werden und diente auch als Grundlage für die auf gesetzlicher Basis beruhenden Entlassungen von Nichtbeamten, Angestellten im Staatsdienst, Ärzten sowie Juristen.16

2.2 Nürnberger Rassegesetze, Folgen und Novemberpogrome

Obwohl das Jahr 1934 den deutschen Juden regelrecht einer Atempause glich, da die Anzahl antijüdischer Verordnungen und Gesetze deutlich sank17, arbeitete neben der Partei vor allem die Bürokratie auf die Nürnberger Rassegesetze hin, mit denen die Juden endgültig außerhalb der Gesellschaft gestellt wurden18, denn nach dem „Reichsbürgergesetz“ war nur noch derjenige „Reichsbürger[,] [...] der Staatsangehörige^] deutschen und artverwandten Blutes, .. ,“19 war. Das damit zusammenhängende „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ verbot „Eheschließungen zwischen Juden und Staatsangehörigen .. ,“20 sowie den außerehelichen Verkehr zwischen beiden. Dabei gab es Ausnahmen, wie bereits bestehende „Mischehen“, in denen die jüdischen und nichtjüdischen Partner weiterhin Zusammenleben durften, da die Partei und die Bürokratie einen möglichen Widerstand der nichtjüdischen Partner unterbinden wollte. Neben konvertierten Juden betrafen die Gesetze auch sogenannte Mischlinge21, darunter nicht zuletzt die „Halbjuden“, die noch bis 1941 ihre staatsbürgerlichen Rechte behalten durften, sie aber fortan durch zahlreiche Einzelverordnungen verloren. Auswirkungen hatten die Gesetze aber auch auf die von Juden ausgeübten Berufe. Denn aufgrund des Reichsbürgergesetzes, das die Juden nicht mehr als „Reichsbürger“, wohl aber als „Staatsangehörige“ definierte, wurde den Juden von Seiten der Gerichte nach und nach der Rechtsschutz verweigert. Auch aus Bereichen des öffentlichen Lebens wurden die Juden durch zahlreiche Einzelerlasse immer weiter ausgegrenzt, wie beispielsweise 1937/38 aus Universitäten, 1938 aus dem Börsenhandel und aus Vereinen und Gesellschaften. Jüdischen Ärzten wurde zudem jedwede Tätigkeit in öffentlichen Krankenhäusern untersagt, sodass sie nur noch Juden behandeln durften. Gleiches galt auch für jüdische Rechtsanwälte, die nur noch für Juden tätig sein durften. Durch ein im Paß versehenes „J“ wurden Juden als solche kenntlich gemacht und mussten darüber hinaus ihre Vornamen mit „Sara“ bzw. „Israel“ ergänzen.

Alles in allem versuchte die NS-Politik seit den Nürnberger Rassegesetzen immer stärker die Juden daran zu zwingen auszuwandern, was schließlich in dem Novemberpogrom 1938 einen brutalen Höhepunkt fand.22

Als Vorwand für die Pogromnacht diente das Attentat des siebzehnjährigen Herschel Grünspans, einem polnischen Juden, der Legationssekretär Ernst vom Rath in der deutschen Botschaft in Paris niederschoss. Grünspans Tat war Ausdruck des Protests gegen die Zwangsumsiedlung von siebzehntausend Juden nach Polen, denn unter den Deportierten waren auch seine Eltern und zwei seiner Geschwister.

Ehe Ernst vom Rath seinen Verletzungen erlag, nahm Goebbels das Attentat als Vorwand, indem er die Tat in seiner Propaganda als internationale jüdische Verschwörung deutlich machte, da er mit dem Anschlag Grünspans eine Verbindung zu einem ähnlichen Attentat herstellte. Goebbels Propaganda war zugleich eine Kampfansage an alle deutschen Juden und wurde von der deutschen Presse auch dementsprechend umfassend vermittelt. Als vom Rath schließlich am 9. November seinen schweren Verletzungen erlag, bot sich für die Nationalsozialisten, die ihren Jahrestag für den gescheiterten Hitler-Putsch feierten, die Gelegenheit gegen die Juden loszuschlagen. In einer Hetzrede rief Goebbels schließlich zur Rache an den Juden auf23, die in der Presse als Motivation eines „tief empörten deutschen Volkes“ propagiert wurde, womit die Partei selbst allerdings nichts zu tun haben sollte. Auf Befehl der Gaupropagandabehörden an die Ortsgruppen- und Kreisleiter wurden die Pogrome in Auftrag gegeben, womit letztere bei der Zerstörung der Synagogen nach eigenem Ermessen handeln konnten. Insgesamt wurden mehr als 250 Synagogen in Brand gesetzt und 7.500 jüdische Geschäfte und Wohnungen zerstört und geplündert. Darüber hinaus hat man 25.000 Juden in Konzentrationslager deportiert. Nach der „Verordnung über die Wiederherstellung des Straßenbildes“ vom 12.11.1938 mussten die Juden den in mehrfacher Millionenhöhe entstandenen Schaden selber zahlen und darüber hinaus noch eine „Sühneleistung“ in Höhe von einer Milliarde Reichsmark aufbringen, indem ihnen ihre Geschäfte und Handwerksbetriebe entzogen wurden.24

3. Die Haltung der katholischen Kirche zur Ausgrenzung der Juden

Die meisten Deutschen zeigten eine ablehnende Haltung gegenüber den nächtlichen Geschehnissen vom neunten auf den zehnten November, obgleich sich die Ablehnung der meisten weniger darauf bezog, dass Synagogen in Brand gesetzt und Juden auf offener Straße gewaltsam behandelt wurden, als vielmehr auf die Tatsache, dass Gegenstände durch Vandalismus zerstört wurden. Auch die katholischen aber auch die protestantischen Kirchen leisteten kaum Widerstand, waren die Kirchen doch eine der ersten Instanzen, von denen man Gegenwehr erwartet hätte.25 Aber es gab, wenn auch vereinzelt, Hilfsmaßnahmen von Seiten der Kirche, wie zum Beispiel in Marburg, wo eine Theologiestudentin Thora-Rollen aus einer in Brand gesetzten Synagoge rettete und die Rollen in ihrer Fakultät versteckte. In Trier besuchte Bischof Rudolf Bornewasser nach den nächtlichen Brandaktionen den dortigen Rabbiner Adolf Altmann und teilte letzterem seine Bestürztheit mit und in München stellte Erzbischof Michael von Faulhaber dem Oberrabbiner zur Sicherung wichtiger Gegenstände einen Lastwagen bereit.26

Ähnlich wie bei den Novemberpogromen, so war die Haltung der katholischen Kirche auch bei den vorigen antisemitischen Aktionen. Beim Boykott am 1. April verhielt sich letztere im Grunde genommen abwartend, „um die Lage nicht zu verschärfen, und weil der Boykott bald abflaute.“27 Die Nürnberger Rassegesetze akzeptierte die katholische Kirche hingegen vollends, auch wenn die Gesetze in die Rechtsgewalt der Kirche eingriffen, indem die Ehe zweier Katholiken verboten wurde, wenn ein Ehepartner jüdischer Herkunft war. Gerade aufgrund dieser stillschweigenden Hinnahme der Nürnberger Gesetze ist es nicht verwunderlich, wenn unter Historikern vom „tiefsten und folgenreichsten Kniefall der christlichen Kirchen vor dem nationalsozialistischem Staat“28 die Rede ist.

3.1 Positionen wichtiger Kirchenmänner

Um die gerade beschriebene allgemeine Haltung der Kirche zur Judenverfolgung genauer zu untersuchen, ist es naheliegend, einen Blick auf die Standpunkte des deutschen Episkopats zu werfen. Dabei bieten sich am ehesten Briefe oder Korrespondenzen zwischen oder mit bestimmten Bischöfen an. Aber auch Predigten können gewisse Positionen enthalten, wie beispielsweise die Adventspredigten Kardinal Michael von Faulhabers, auf die im folgenden Verlauf kurz eingegangen werden soll. Zunächst sollen aber ein Rundschreiben des Breslauer Kardinals Bertram an die deutschen Bischöfe und ein Briefwechsel zwischen Faulhaber und einem Priester in den Blick genommen werden.

3.1.1 Schreiben Adolf Kardinal Bertrams bezüglich des Judenboykotts

Der am 28. März für den 1. April angeordnete Boykott jüdischer Geschäfte stellte die deutschen Bischöfe vor die Entscheidung, ob sie die antijüdischen „Maßnahmen“ der Nationalsozialisten schweigend akzeptieren oder dagegen Protest erheben sollten.

[...]


1 Vgl. Hummel, Karl-Joseph, Die Schuldfrage, in: Kösters, Christoph/Ruff, Mark Edward (Hgg.), Die katholische Kirche im Dritten Reich. Eine Einführung, Freiburg, Basel, Wien 2011, 155.

2 Vgl. ebd., 163.

3 Jesuitenpater Riccardo Fontana SJ zu seinem Vater, in: Der Stellvertreter, 2. Akt, Reinbek 392006, 137, zit nach: Ebd.

4 Hier ist anzumerken, dass es sich um einen in dieser Zeit zurückgehenden Anteil handelt. Vgl. Jung, Martin H., Christen und Juden. Die Geschichte ihrer Beziehungen, Darmstadt 2008, 216.

5 Vgl. Herzig, Arno, Jüdische Geschichte in Deutschland. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, München 2002, 240.

6 Vgl. ebd., 224.

7 Vgl. Jung, Christen und Juden, 216.

8 Im weiteren Verlauf soll der Begriff durch „BBG“ abgekürzt werden.

9 Vgl. Burleigh, Michael, Die Zeit des Nationalsozialismus. Eine Gesamtdarstellung. Frankfurt am Main 2000, 327.

10 Barkai, Avraham, Vom Boykott zur „Entjudung“. Der wirtschaftliche Existenzkampf der Juden im Dritten Reich 1933-1943, Frankfurt am Main 1988, 27.

11 Vgl. Burleigh, Nationalsozialismus, 327.

12 Vgl. Barkai, Boykott, 28.

13 Vgl. Herzig, Jüdische Geschichte, 225.

14 Bei der ersten Verordnung zur Durchführung des BBG galt jemand als „nichtarisch“, wenn er auch nur von einem Großelternteil abstammte, der „nichtarisch“ war. Außerdem betraf das Gesetz auch politisch missliebige Beamte, wie Sozialdemokraten oder Kommunisten. Vgl. Barkai, Boykott, 35.

15 Im ersten Weltkrieg dienten insgesamt 100.000 Juden, von denen ca. drei Viertel an der Front kämpfte. Darunter sind ca. 12.000 gefallen und 30.000 wegen Tapferkeit ausgezeichnet worden. Vgl. Burleigh, Nationalsozialismus, 327.

16 Vgl. Barkai, Boykott, 35f.

17 Vgl. Röhm, Eberhard/Thierfelder, Jörg, Juden, Christen, Deutsche 1933-1945. Band 2: 1935-1938, Stuttgart 1992, 21.

18 Vgl. Herzig, Jüdische Geschichte, 225.

19 Kaden, Helma u.a. (Hgg.), Dokumente des Verbrechens. Aus Akten des Dritten Reiches 1933-1945, Bd. I: Schlüsseldokumente, Berlin 1993, 60ff., zit. nach: Pohl, Dieter, Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933-1945, 3., bibl. aktualis. Aufl., Darmstadt 2011, 12.

20 Ebd.

21 Darunter fielen Personen mit jüdischen und nichtjüdischen Vorfahren. Je nach Anteil letzterer unterschied man zudem zwischen „Halbjuden“, „Viertel- und Achteljuden.“ Vgl. Pohl, Verfolgung, 13.

22 Vgl. Herzig, Jüdische Geschichte, 225ff.

23 Vgl. Burleigh, Nationalsozialismus, 376f.

24 Vgl. Herzig, Jüdische Geschichte, 229f.

25 Vgl. ebd., 230.

26 Vgl. Jung, Christen und Juden, 222.

27 Reichhold, Anselm, Die deutsche katholische Kirche zur Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945). Unter besonderer Berücksichtigung der Hirtenbriefe, Denkschriften, Predigten und sonstigen Kundgebungen der deutschen katholischen Bischöfe, St. Ottilien 1992, 118.

28 Herzig, Jüdische Geschichte, 230.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Die katholische Kirche und die Juden zur Zeit des Nationalsozialismus
Untertitel
Ihre Haltung zur schleichenden Ausgrenzung der Juden (1933-1938) unter Berücksichtigung des rheinischen Beispiels von Köln
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Katholische Theologie)
Veranstaltung
Juden und Christen im Rheinland vom Mittelalter bis zur Gegenwart
Note
2,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
24
Katalognummer
V999968
ISBN (eBook)
9783346382467
ISBN (Buch)
9783346382474
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kirche, juden, zeit, nationalsozialismus, ihre, haltung, ausgrenzung, berücksichtigung, beispiels, köln
Arbeit zitieren
Simon Serwuschok (Autor), 2017, Die katholische Kirche und die Juden zur Zeit des Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/999968

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