Arbeiter des Gesamtkonzerns 20 200. A. Krupp wollte von Anfang an die Schaffung und Erhaltung einer Stammarbeiterschaft zur Sicherung des Unternehmens. Um dieses zu erreichen, baute er Arbeiterfamiliensiedlungen, zahlte überdurchschnittliche Löhne und richtete Kranken-, Pensions- und Sterbekassen ein. Er war aber auch mit seinen Arbeitern sehr streng und wollte, dass alles seine Ordnung hat. Wenn die Arbeiter sich an die Betriebsordnung nicht hielten, wurden sie bestraft.
Seine Betriebsordnung (1838) sah so aus: Alle Arbeiter mussten treu und folgsam sein, sich in- und außerhalb der Fabrik anständig verhalten, pünktlich die Arbeitsstunden halten und durch seinen Fleiß beweisen, dass er die Absicht hat, zum Nutzen der Fabrik zu arbeiten. Wer dies befolgt, hat zu erwarten, dass dem Wert der Arbeit nach auch sein Lohn erhöht wird. Wer aus Nachlässigkeit oder bösem Willen sich vergeht, wird bestraft. Branntweintrinken in der Fabrik wird nicht geduldigt. Wer ein Stück Arbeit, ein Werkzeug und dergleichen verdirbt oder umkommen lässt, muss dasselbe vergüten vergüten. Wer fünf Minuten zu spät nach dem Läuten zur Arbeit kommt, verliert 1\4 Tag, wer 1\4 Tag eigenmächtig fortbleibt, verliert 1\2 Tag, für 1\2 Tag Fortbleiben wird 3\4 Tag abgezogen. Außerdem war die Betätigung in einer Gewerkschaft den Arbeitern untersagt ( als Beispiel die jede von 1877). Nach A. Krupps Tod (1812-1887) übernahm dessen Sohn Friedrich Alfred Krupp (1854-1902) das Unternehmen, welches unter seiner Führung weiter expandierte. Er übernahm 1893 das Grusonwerk in Magdeburg und 1902 die Germaniawerft in kiel und errichtete in Duisburg-Rheinhausen 1897 die ,,Friedrich- Alfred-Hütte". Die Zahl der Beschäftigten stieg um das Doppelte. Nach seinem Tod erbte seine älteste Tochter Bertha (1886-1957) das Unternehmen, dessen Leitung ihr Ehemann, Gustav Krupp von Bohlen und Halbach (1870-1950), übernahm. In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts war das Unternehmen einer der Hauptlieferanten für die deutsche Wiederaufrüstung und während des 2. Weltkriegs arbeiteten etwa 70 000 Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge unter zum Teil unmenschlichen Bedingungen. In den Kriegsjahren leitete Alfried Krupp von Bohlen und Halbach (1907-1967, Sohn von Bertha und Gustav) den Konzern. 1947/48 wurde Alfried anstelle seines Vaters wegen ,,Plünderung" von Wirtschaftsgütern im besetzten Ausland und ,,Sklavenarbeit" (Ausbeutung von Zwangsarbeitern) im amerikanischen Militärgericht in Nürnberg (Kriegsverbrecherprozesse) zu 12 Jahren Haft und zur Einziehung seines Vermögen verurteilt. 1951 wurde er vorzeitig entlassen (durch J. Mc Cloy), erhielt unter Auflagen seinen Besitz zurück und übernahm zwei Jahre später wieder die Leitung des Unternehmens. 1969 wurde der Konzern in die Friedrich Krupp GmbH umgewandelt. Und eine Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ( in seinem Testament) wurde gegründet. 1974 erwarb der Staat Iran eine Beteiligung in Höhe von
25, o1% und die A. K. von Bohlen und H.-stiftung 74,99% am Stammkapital der Friedrich Krupp Hüttenwerke AG (heute Krupp Stahl AG). Diese AG ist heute in den Bereichen Maschinenbau, Anlagenbau, Elektronik, Stahl und Handel tätig. Die Zahl der Konzernunternehmen betrugen ca. 70. Der Umsatz betrug 1997 25 Mrd. DM und die Beschäftigtenzahl rund 58 000. Im April 1997 legten Krupp und die Thyssen AG ihre Stahlindustrie zusammen. Thyssen ist jetzt mit 60% und Krupp mit 40% an dem neuen Unternehmen beteiligt.
Thyssen: August Thyssen (1842-1926) stammte aus einer katholischen Aachener Bauern-und Handwerkerfamilie. Sein Vater leitete ein Drahtwalzwerk in Eschweiler (heute zu Essen) und gründete dort eine Bank. Im Gegensatz zu Alfred Krupp genoss er eine gute Schulausbildung (besuchte die Schule in Eschweiler, die Bürgerschule in Aachen, das Polytechnikum (Vorläufer der Technischen Hochschule) in Karlsruhe, die Handelsschule in Antwerpern), wurde zum Abschluss seiner Militärzeit Leutnant der Reserve und begann seine wirtschaftliche Tätigkeit in der Bank seines Vaters. 1866, als er 25 Jahre alt war, gründete er ein Eisenwalzwerk in Duisburg, verkaufte 1871 seinen Anteil mit fünffachem gewinn und errichtete davon das Stahl- und Eisenwalzwerk Thyssen & Co in Mülheim an der Ruhr als Produktionsbetrieb für Band- und Stabeisen. In diesem Betrieb betrug die Beschäftigtenzahl 70 und A. Thyssen war selbst der Chef, Ingenieur, Buchhalter und Verkäufer des Betriebs. 1880 beschäftigte er 665 Arbeiter und Angestellte. 1884 expandierte er in den Maschinenbausektor. Er vermehrte seinen Gewinn hauptsächlich in der Wirtschaftskrise von 1873, wo er Bergwerksanteile und 10% der Kohlengruben im rheinisch-westfälischen Gebiet erwarb. Danach errichtete er auf seinem Bergwerk Hochöfen, ein Stahl- und Walzwerk, später eine Kokerei und einen Thomas-Stahl-Ofen. Von 1892 bis 1900 verpfändete er das ganze Bergwerk ,,Deutscher Kaiser" und wollte das modernste Hochofenwerk seiner Zeit für 44 Mill. Mark bauen. 1905 fügte er seinem Besitz ein Teerwerk hinzu. Er hatte das Ziel wie sein Vorbild der Amerikaner ,,Carnegie" alle Produktionsstufen (von Rohstoffen bis zu den Fertigwaren) in einer Gesamtorganisation zu vereinigen. Er erwarb u.a. auch viele Erzgruben im Ausland (Lothringen, Normandie, Marokko, Algier, Südrussland und Skandinavien). Er gründete mit dem Großunternehmer Stinnes zusammen die Rheinische Bank in Mülheim und machte sich damit von den Großbanken unabhängig. 1904 war er der größte Stahlerzeuger, größer als Krupp. Seine eigenen Elektrizitäts- und Wasserwerke sicherten ihm den Energie-und Wasserbedarf. Und 1904 baute er die ersten Ferngasleitungen für sein Werk. Zu der Zeit zog er auch in das Schloss Landsberg (1903) um. A. Thyssen war trotz seines wachsenden Reichtums sehr sparsam. Zum Beispiel fuhr er als Millionär auf der Bahn in der billigsten
Klasse und brachte selbstgemachte Butterbrote mit, weil er sich den Speisewagen sparen wollte. Außerdem fuhr er mit der öffentlichen Pferdebahn, weil ihm die Droschke zu teuer war und beim Gang durch das Werk Briketts und Nägel auf. nach seinem Tod 1926 leitete sein Sohn Fritz Thyssen den Aufsichtsrat und war Vorsitzender der Verinigten Stahlwerke AG. Er war nationalistisch gesinnt und unterstützte (eigene Angabe) ab 1923 finanziell die NSDAP, tritt (eigene Angabe) 1931 der NSDAP bei und stellte Kontakte zwischen Nationalsozialisten und Schwerindustrie. Als es dann ab 1934 zu Meinungsverschiedenheiten u.a. wegen der Judenverfolgung mit dem national-sozialistischem Regime kam, emigrierte er in die Schweiz. Wurde dann aber 1940 in Frankreich verhaftet und musste bis 1945 in Konzentrationslagern bleiben. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Vereinigten Stahlwerke AG von den Alliierten aufgelöst und 1953 wurde die August-Thyssen-Hütte AG neu gegründet. Nach Fusionen mit der Niederrhein Hütte AG, der Hüttenwerke Oberhausen AG und der Rheinstahl AG wurde die August-Thyssen-Hütte AG 1976 in Thyssen AG umbenannt. Die Aktivitäten des Konzerns besteht erstens in Investitionsgüter und Verarbeitung durch die Thyssen Industrie AG in Essen (Stahl- und NE-Metallgussprodukte). Dort betrug der Jahresumsatz von 1991 12, 0 Mrd. DM und Beschäftigtenzahl 60 000. Sie ist außerdem auch in Handel und Dienstleistungen durch die Thyssen Handelsunion Ag in Düsseldorf tätig (Bautechnik, Brennstoffe, Instandhandlung, Logistik, Projektmanagement, Recycling, Werkstoffe). Dort betrug der Jahresumsatz von 1991 14, 4 Mrd. DM mit einer Beschäftigtenzahl von 29 000. Als drittens ist der Konzern in der Stahlerzeugung aktiv. Dort erziehlte er in 1991 einen Jahresumsatz von 12, 5 Mrd. DM und die Beschäftigtenzahl betrug 58 000. Der Gesamtfamilienumsatz mit seinen zahlreichen Tochtergesellschaften (z.B. Blohm+Voss AG; Hamburg, Richard Auffermann GmbH; Düsseldorf, Birmid Holdings Ltd.; Solinhull) des Konzerns beträgt rund 35 Mrd. DM und die Beschäftigtenzahl rund 147 000. Das Kapital der Thyssen AG ist verteilt auf rund 240 000 Auktionäre (Thyssen Beteiligungsverwaltung GmbH (über 25%) und die Fritz Thyssen Stiftung (unter 9%)). 1997 bildeten Thyssen Stahl und Krupp Hoesch Stahl eine Fusion. Daraus ging Europas größtes Stahlunternehmen mit insgesamt 170 000 Mitarbeitern hervor. Von diesem Zusammenschluss erhofften sich beide Konzerne ein größtes Potential, bessere strategische Position in den Kerngeschäften und somit eine stärkere Präsenz am Weltmarkt. Die Umsatzerwartung des gemeinsamen Konzerns liegt 60 000 Mrd. DM.
Quellen: ,,Brockhaus", ,,Fragen an die Geschichte 3", ,,Neues Großes Lexikon", Personenlexikon" und ,,Encarta 99" Dieses Referat wurde im Januar 2000 von Zeynep Karadag verfasst. Note: 1
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Zeynep Karadag, 2000, Krupp und Thyssen - zwei Unternehmerfamilien, München, GRIN Verlag GmbH
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Fehler in ihrer Publikation.
Hallo herr Karadag,
herzlichen Dank für die Bereitstellung der interessanten und informativen Literatur über Thyssen - Krupp.
Während des Lesens fand ich jedoch eine fehlerhafte Aussage vor.
"Nach A. Krupps Tod (1812-1887) übernahm dessen Sohn Friedrich Alfred Krupp (1854-1902) das Unternehmen, welches unter seiner Führung weiter expandierte."
Meines Wissens gründete Friedrich Krupp das Unternehmen, welches später Alfred Krupp übernahm und expandierte
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Krupp).
Mit freundlichen Grüßen,
Florian Z.
am Thursday, October 16, 2008-