festlegte. Die Geldbeträge bezeichnen das Handgeld, welches die benannten Gruppen vorzulegen hatten. Ab 1933 gab die Mandatsregierung bereitwillig Besuchervisa aus, die nach (illegalem) dreimonatigem Aufenthalt in Palästina schließlich zur behördlichen Duldung führten. 3. Von der „Machtergreifung” bis zum 2. Weltkrieg 3.1. Die Organisation der Migration in Deutschland und Palästina Die seit längerem in Deutschland bestehenden Palästina-Ämter erfuhren nach dem 31.01.1933 eine rasche Ausweitung. Bei ihnen mußten die unter 2.2. beschriebenen Zertifikate beantragt werden. Der Nachfrage konnte schon bald nicht mehr nachgekommen werden, so daß 1935 60% aller Anträge abgelehnt werden mußten 4 . Eine Reihe weiterer Organisationen war bemüht den mitteleuropäischen Juden die Integration in die ungewohnte orientalische Umgebung zu erleichtern. Exemplarisch sei hier der „Hechaluz” genannt, der die Emigranten auf den Gebieten der Landwirtschaft, des Handwerks, der Hauswirtschaft und des Hebräischen unterrichtete. 3.2. Der Arabische Aufstand (1936-1939)
Der arabische Bevölkerungsanteil in Palästina betrug im Jahre 1936 nur noch 70% (1922: 90%), ihr Anteil an der Gesamtkaufkraft des Landes 25% 5 . Die Überfremdungsängste der Araber führten 1936 zum Ausbruch von blutigen Unruhen in Palästina, zusätzlich stellten die Araber die Steuerzahlungen ein. Durch Einberufung der Peel-Kommission konnte eine Unterbrechung der offenen Rebellion gegen Großbritannien erreicht werden. Das Beratungsergebnis, eine Dreiteilung des Landes (jüdisch / arabisch / britisch), wurde allerdings von Juden wie Arabern gleichermaßen abgelehnt und der Arabische Aufstand ging in seine zweite, erfolgreichere Phase. 3.3. Die britische Weißbuchpolitik
Um die arabische Welt vor der befürchteten Auseinandersetzung mit Deutschland nicht für die britische Seite zu verlieren, wurde die jüdische Einwanderung durch das Weißbuch für Palästina stark eingeschränkt. Für die Jahre 1939-1944 wurde eine absolute Zahl von 75.000 Einwanderern festgesetzt, von denen 25.000 Plätze für Emigranten aus dem NS-Machtbereich vorgesehen waren. Für das Jahr 1944 wurde ein arabisches Vetorecht bezüglich weiterer Einwanderungen festgeschrieben. 3.4. Die Lage nach dem 01.September 1939
Auch nach Kriegsausbruch wurde die Weißbuchpolitik fortgesetzt, die reduzierten Einwanderungskontingente und der sich stetig vergrößernde Einflußbereichs Hitlers zwangen viele zur illegalen Einreise. Die britische Navy brachte eine große Anzahl der kaum seetüchtigen Flüchtlingsschiffe auf, ihre Insassen wurden auf andere britische Kolonien gebracht von denen sie nach Kriegsende die Rückreise in ihr Heimatland antreten sollten.
4 Ebd., S.148
Arbeit zitieren:
Maik Güneri, 1994, Die jüdische Emigration nach Palästina 1933 - 1945 - Handout, München, GRIN Verlag GmbH
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