die Türkei. Beide Länder kämpften mit ganz unterschiedli- chen politischen Problemen, durch welche die Katholiken im Land stark unterdrückt wurden. Roncalli gelang es aber durch seinen unermüdlichen Eifer ihnen mehr Freiraum zu verschaffen. Enttäuscht war Roncalli von Rom, denn alle seine Vorschläge wurden kaum berücksichtigt, denn sie lie- fen alle darauf hinaus die Kirche des Ostens mehr auf ihre eigenen Beine zu stellen und einen einheimischen Bischof zu wählen.
Kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges wurde Roncalli plötz- lich als Nuntius nach Paris versetzt, der wichtigsten Schaltstelle der Diplomatie. Eine Entscheidung mit dem ein Großteil der Kurie nicht einverstanden war.
Mit 72 Jahren wurde Roncalli dann zum Bischof von Venedig und hatte endlich wieder Zeit sich der unmittelbaren Seel- sorgearbeit zu widmen.
Nach dem Tod Pius XII. im Jahr 1958 gehörte Roncalli zu den Papstkandidaten, wozu der Bischof von Venedig fast schon traditionell zählt.
Er galt eher als Übergangskandidat, dem kaum einer noch et- was zutraute, er war schließlich schon 77. Im elften oder zwölften Wahlgang wurde er schließlich gewählt und nahm den Namen Johannes XXIII. an.
Johannes XXIII. war ein frommer Mann, dessen Vorsätze waren niemals aus Gewohnheit oder Gleichgültigkeit zu den Sakra- menten zu gehen, Zerstreuung beim Gebet zu vermeiden, den Stolz zu bekämpfen, jeden Tag Gewissenserforschung zu hal- ten und den Rosenkranz zu beten. ER war ein zutiefst kon- servativer Mann, der der Kirche den Umbruch dadurch brach- te, dass er die Glaubenslehre der Kirche bewahrte, sie aber entsprechend den neuen Herausforderungen der Gegenwart neu auslegen wollte, nicht weil er eine radikale Kehrtwendung machte.
Als erster Papst seit Jahrhunderten empfing er orthodoxe Kirchenführern Repräsentanten des Protestantismus und den anglikanischen Erzbischof Fisher von Cantrebury. Vorrangig war für ihn immer die Suche nach Gemeinsamkeiten, nicht das Aufrechnen alter Schuld. Seine Vergangenheit hatte ihn mit so vielen andersgläubigen in Verbindung gebracht, dass er die Notwndikeit und den Sinn des Dialogs mit ihnen erkann- te.
Besonders auffälig an Johannns XXIII. war sein Nähe zum, Volk. Im Vatikan wirkte er oft mehr wie ein Landpfarrer als ein Papst. Er spazierte unbekümmert und ohne Begleitung da- her und unterhielt sich ungezwungen mit den Arbeitern und setzte ihre grausam niedrigen Gehälter herauf. Er ließ sich nicht mit den Ehrentitel des Papstes anreden und schaffte auch die Kniebeugen zu Beginn einer Audienz ab. Sein Leit-
satz war: „Seid einfacher, seid herzlicher.“ Am ersten Weihnachtsfest seiner Amtszeit erschien er nach der Christmette im Kinderkrankenhaus, wo ihn die kleinen Pati- enten begeistert empfingen. Tags daruf besuchte er die 1200 Häftlinge eine s Gefängnisses und liess alle Zellen öffnen, damit alle zu ihm kommen konnten, auch die der Mörder und Sexualverbrecher. ER sah sie alle als Kinder Gottes an. Seit dem sprachen die Römer von ihm nur noch als „Papa Ron- calli“.
Er sprach sich schon damals gegen das Wettrüsten aus und hielt den Nationalismus schon vor Beginn des 2. Weltkrieges für übertrieben.
Als er am Pfingstmontag 1963 nach 83stündigem Todeskampf einem Krebsleiden erlag, harrte eine weinende Menge Tag und Nacht auf dem Pteresplatz aus und aus allen Ländern der Er- de kamen Telegramme mit herzlichen Worten. Von Buddhisten, Juden, Atheiisten.
Arbeit zitieren:
Stefanie Schroers, 2000, Johannes XXIII., München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Freiheit im Leviathan von Thomas Hobbes
Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
Seminararbeit, 13 Seiten
Bedeutung und Messung von Kundenzufriedenheit im CRM
Informatik - Wirtschaftsinformatik
Hauptseminararbeit, 44 Seiten
Die Kirche in Europa a.D. 1300 - 1550
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Studienarbeit, 18 Seiten
Demokratiemessung und Demokratie
Leistungen und Schwächen von D...
Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche
Seminararbeit, 18 Seiten
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 25 Seiten
Quellenlage und Forschungsdiskussion zu Lykurg
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Seminararbeit, 17 Seiten
Anthropologie und Naturzustand bei Thomas Hobbes
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 14 Seiten
Die conversatio des Peter Abaelard. Die Beurteilung der Bekehrung des ...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 24 Seiten
Der Naturzustand bei Thomas Hobbes
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 13 Seiten
Wandel als Widerspruch - Angriffe auf die dialektische Philosophie zu ...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hauptseminararbeit, 37 Seiten
Der Naturzustand bei Thomas Hobbes
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 13 Seiten
Alexander der Große – Seine Rezeption in der römischen Antike
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Hausarbeit, 36 Seiten
Thomas Hobbes: Der Mensch im Naturzustand
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 14 Seiten
Stefanie Schroers hat den Text Johannes XXIII. veröffentlicht
Stefanie Schroers hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare