Pyramiden des Cheops, Chefren und Mykerinos (Entstehung zwischen 2545 und 2457 v.Chr.). Das Alte Reich kann als eine Zeit des politischen und kulturellen Aufbruchs bezeichnet werden. Auch religiös gab es wesentliche Veränderungen. So kam man auf den Gedanken, daß der Mensch mehr als nur ein Körper sei. Man war sich sicher, daß der Mensch eine Einheit zwischen Körper und Seele darstellte. Nach ägyptischer Auffassung besaß der Mensch mehrere Seelen. So waren die Ägypter der Meinung, daß sich beim Tod der Körper von den unsterblichen Seelen trennt. Die 3 Seelen mit den größten Bedeutungen sind die Ka-seele, die Ba-seele und die Ach-seele. Unter der Ka-seele verstand man einen körperlichen Doppelgänger des Leibes, der wie alle Menschen essen und trinken mußte. Ansonsten ging es ihr schlecht. Diese Seele trägt die Lebenskraft und den Willen zum Guten. Die Zurückgebliebenen sorgten sich besonders um die Kaseele, die auf dem Kopf mit 2 abgewinkelten erhobenen Armen dargestellt wird. Die Ba-seele steht für die Charaktereigenschaften die zum Menschen gehören. Die Ägypter waren der Meinung, daß die Verstorbenen dank der Ba-seele am weiteren Leben, in Form eines Vogels, teilnahmen. Die Ach-seele steht für die enge Verbundenheit der Menschen mit dem Jenseits. Man war der Meinung, daß ein Rachegeist über das Grab und den guten Ruf des Verstorbenen wachte. In der Sichtweise der Ägypter brauchten diese 3 Seelen den Körper zur Orientierung und mußten immer wieder zu ihm zurückkehren. Um den Körper vor Zerstörungen (welche als Katastrophen galten) zu schützen, griffen sie zum Mumifizieren.
ENTWICKLUNG DER KUNST DES MUMIFIZIERENZ IM ALTEN ÄGYPTEN
Bis weit in die Anfangsphase des Alten Reiches war es nicht üblich Verstorbene zu mumifizieren. Wenn überhaupt, dann griff man zum Balsamieren durch Essenzen, Kräutern, Salben oder Ölen. Dann versuchte man durch lange Binden den Körper zu schützen. In der 4. Dynastie erkannten die Ägypter, daß die Entfernung der Eingeweide einen besseren Erfolg bei der Konservierung versprach. Nach diesem Gedanken dauerte es noch ganze 1000 Jahre, bis man auf die Idee kam, das Gehirn ebenfalls zu entfernen. Zu Beginn des Mittleren Reiches entdeckte man, daß der Körper durch eine Behandlung mit trockenem Natron besser konserviert werden konnte. Durch diese Methode wurde dem Körper zwar Wasser entzogen, aber nicht vollständig. Daher zerfielen einige, von heutigen Forschern zu untersuchenden Mumien, direkt zu Staub. Erst zu Beginn des Neuen Reiches kam man auf die Idee, den zuvor von Eingeweiden entleerten und mit Natron behandelten Körper, in der Sonne oder im Feuer zu trocknen. Auf diese Weise entzog man dem Körper jegliche Feuchtigkeit. Dieses Verfahren machte die ägyptischen Mumienmeister weltberühmt. DIE GENAUE MUMIFIZIERUNG IM NEUEN REICH
Nach einer angemessenen Trauerfrist wurden die verstorbenen Ägypter von ihren Angehörigen ins „Reinigungszelt“ gebracht. Dort wurden sie aufgebahrt und durch Gebete, Gesängen und Weihrauchspenden rituell gereinigt. Zunächst wurde der Verstorbene in eine „Mumienwerkstatt“ gebracht, wo er zur Öffnung auf einen Tisch (wie er noch heute zur Leichenöffnung, also mit Abflüssen, benutzt wird) gelegt wurde.
AUSWEIDUNG: Man öffnete den Toten durch einen Schnitt und entnahm die inneren Organe mit Ausnahme des Herzens. Zur Entfernung wurden verschiedene Instrument benötigt. Die Körperhöhlen wurden mit Wasser und Palmwein gereinigt.
MUMIFIZIERUNG DER EINGEWEIDE: Dieser Arbeitsvorgang wurde auf einem separatem Tisch vollzogen. (ähnelt der Vorgehensweise den Körper zu mumifizieren)
ENTWÄSSERUNG: Den entweideten Körper füllte und bedeckte man mit getrocknetem Natron, um nach ein paar Wochen einen nahezu entwässerten Körper zu erhalten.
NACHTROCKNUNG: Mit der Nachbehandlung von Wärme (entweder durch Sonne oder Feuer) war die eigentliche Mumifizierung beendet. Diese 4 Arbeitsschritte dauerten in der Regel 6 Wochen. Für ärmere Leute wurden die Verfahren abgekürzt. NACH DER EIGENTLICHEN MUMIFIZIERUNG VERWAHREN DER EINGEWEIDE: Die Eingeweide wurden nach der Mumifizierung separat in Tücher gewickelt und verschnürt in 4 getrennte Eingeweidekrüge, welche sich „Kanopen“ nannten, gelegt. In der Spätzeit sprach man davon, daß die 4 verschiedenen Deckeln die Abbilder der 4 Söhne des Gottes Horus seien. Von der 21. Bis 25. Dynastie legte man die Eingeweide gut verpackt in den Körper zurück.
AUSSTOPFUNG: Man modellierte den Körper mit Hilfe von Lehm, Sand, Wachs oder harzgetränkten Binden, um ihn möglichst naturgetreu wiederherzustellen.
BANDAGIERUNG: Das Bandagieren war ein Ritual, bei dem die Oberaufsicht eine Maske des Gottes Anubis trug. Man trennte Körper, Kopf und Gliedmaßen voneinander ab und wickelte sie dann gemeinsam in schmale Binden ein. Zwischen den verschiedenen Lagen wurden, von den Priestern, heilbringende Amulette geschoben.
VERPRICHUNG: Zum Schutz des Toten wurde die Mumie mit Lehm, Gips, Harz oder Leim überzogen. Das Material änderte sich von Epoche zu Epoche. MASKIERUNG: Man schützte den Kopf der Mumie mit einer weiteren Totenmaske. Bei Pharaonen waren sie aus purem Gold. Ansonsten wurden sie aus Pappmaché hergestellt und bemalt oder vergoldet. In der Zeit, als Ägypten der römischen Provinz angehörte (nach 30 v.Chr.) wurde ein „Mumienportrait“
mit dem gemalten Gesicht des Verstorbenen an dem zuvor bandagierten Kopf befestigt.
DIE „MUNDÖFFNUNG“ UND DIE BEISETZUNG
Nach der Mumifizierung hielt man eine Zeremonie, die sich die Mundöffnung nannte, ab. Der Mund des Verstorbenen wird dabei aber nicht wirklich geöffnet, vielmehr gibt die Zeremonie symbolisch dem Pharao die Fähigkeit zu essen, zu sprechen und sich zu bewegen zu rück. Dies sind die grundlegenden Fähigkeiten, um im Jenseits weiterleben zu können.
Nach einigen Tagen legte man die Mumie in einen hölzernen Sarg, der in den Hof des Totentempels gebracht wurde. Im Tempel betete und opferte man. Dann wurde der Sarg zum Eingang des Grabschachtes, auf die Nordseite der Pyramide, gebracht. Dort nahmen sich Priester dem Sarg an, um ihn in die Grabkammer zu befördern. Hier wurde dieser in einen Sarkophag gelegt, an wessen Ende die 4 Kanopen niedergelegt wurden. Eine schwere Granitplatte verschloß die Öffnung. Des weiteren wurden Speisen, Kleider, Möbel, Schmuck, Waffen und Spiele beigelegt, also Sachen, die die Dauer des ewigen Lebens ausfüllen sollten. Dann verließen die Priester unter Segenssprüchen die Pyramide, nachdem die Fallsteintür verschlossen worden war. Schwere Granitblöcke wurden vor den Eingang des Grabschachtes geschoben. Um die Öffnung des Grabschachtes für immer zu verbergen, wurde in einer letzten Zeremonie der letzte Block des Pyramidenmantels versetzt. Nachdem die provisorische Rampe der Stätte abgebrochen worden war, war die Stätte des ewigen Lebens für den Pharao vollendet.
Pharaonen und deren Verwandte wurden in Pyramiden, das Volk in Mastabas beigesetzt.
Eine einfache Mastaba besteht aus einem massiven Baukörper aus Lehmziegeln, einer Ummantelung aus Ziegel- oder Steinblöcken, einem Eingang in den Kult-und Andachtsraum, einem Kultraum, einem Nebenraum mit de Grabstatue des Verstorbenen, einer Scheintür, einem Opfertisch, einen später zugeschütteten Schacht zur Sargkammer, einem Verschlußstein der Sargkammer und nicht zuletzt aus der Sargkammer für die Mumie und die Kanopen. Es gab aber noch ein weiteres Mumiengrab, das Felsengrab. Solche Art von Gräber gab es schon im Alten Reich. Die große Zeit war jedoch im Neuen Reich. Viele Pharaonen der 18. bis 20. Dynastie wurden in Felsengräbern beigesetzt. Es gab aber auch viele kleine Privatgräber (Bürgermeister von Theben), deren Architektur, Bildhauerkunst und Malerei wahre Wunderwerke sind. DIE TAGE IM GRAB
Die Ägypter waren der Meinung, daß die Verstorbenen ihre Gräber wie die Lebenden ihre Häuser bewohnten. Die Toten hatten oft mehrere Zimmer zur Verfügung, worunter sogar Baderäume zu finden waren. Die Wände waren herrlich bemalt und schafften eine Intime Atmosphäre, da die „Wohnungen“ zusätzlich mit Möbeln ausgestattet waren. Hausherr solcher „Wohnungen“ war die Ka-seele des Verstorbenen, die sich frei in den Räumen bewegen konnte und sich an den Opfertisch saß, sobald sie Hunger hatte. ANTEIL AN DER AUSSENWELT
Durch die „Mundöffnung“ hatte der Verstorbene seine Sinnesorgane zurückbekommen und konnte, durch ein aufgemaltes Augenpaar auf dem Sarg, nach draußen schauen. Die Ba-seele vermittelte jedoch den eigentlichen Kontakt zur Außenwelt. Diese Seele konnte in Vogelgestalt zu den Lebenden fliegen, ihnen zuschauen und -hören. Durch die Ba-seele wurde der Ruhende immer auf dem Laufenden gehalten.
DAS TOTENGERICHT
Ca 2300 v.Chr. kam zur älteren Anschauung (einer beschwerlichen Reise ins Reich des Sonnengottes Re) eine neue Lehre hinzu. „Die Lehre vom Totenreich der Unterwelt.“ Dort prüft der Totengott Osiris die Verstorbenen und entscheidet, ob sie ins Reich der Seligen zu gelassen werden. Aber vorerst mußten die Verstorbenen einen gefährlichen Weg mit ziemlich vielen Fallen (Gruben, Feuer,) meistern. Daher war er auf die, von den Angehörigen hinterlassenen, Waffen angewiesen. Wenn die Reise gut überstanden war, mußte man in den Gerichtssaal eintreten, in dem 42 Totenrichter saßen. Der Verstorbene mußte eine Verteidigungsrede halten, bevor sein herz vom Totengott auf einer Waage geprüft wurde. Wenn das Herz zu schwer war, bedeutete dies, daß es von der „großen Fresserin“ (einem Ungeheuer) zerrissen wurde. Blieb es allerdings im Gleichgewicht, so eröffnete Osiris den Zutritt zu den Gefilden der Seligen. IM GÖTTERHIMMEL
Der gerechtfertigte Tote konnte nun ein beschauliches und tätiges Leben auf dem Land führen, wo er die Dienerschaft des Herrn antrat und jede gestellte Aufgabe erfüllte.
Ein schöneres Vergnügen als im Paradies zu leben, war die Reise mit dem Sonnengott Re. Diese Götterreise bedeutete für jeden Ägypter die höchst vorstellbare Seligkeit.
QELLE
1) WAS IST WAS, Band 84 Mumien, Tessloff Verlag 2) Rosalie David, Mumien - Hoffnung auf die Ewigkeit, Mysterien und Monumente, Moewig
3) David Macaulay, Wo die Pyramiden stehen, dtv junior
INHALTSANGABE
n Weshalb wurden Tote von Völkern und Kulturen mumifiziert? n Die Epochen der ägyptischen Geschichte n Gründe der Ägypter ihre Toten zu mumifizieren n Entwicklung der Kunst des Mumifizierens im Alten Ägypten n Die genaue Mumifizierung im Neuen Reich n Nach der eigentlichen Mumifizierung n Die Mundöffnung und die Beisetzung n Die Tage in Grab n Anteil an der Außenwelt n Das Totengericht n Im Götterhimmel n Quellenangabe
Arbeit zitieren:
Iris Knippertz, 2001, Mumien, München, GRIN Verlag GmbH
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Unterrichtsstunde: Lautmalerische Elemente im Gedicht „Das Feuer“ von ...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 18 Seiten
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Referat (Handout), 10 Seiten
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