1. Rahmenbedingungen der Erdölwirtschaft
1.1 Naturräumliche Eingrenzung 3
1.2 Sozialräumliche Bedingungen 4
1.3 Ökonomische Ausgangslage 5
1.3.1 Die Rolle von Shell 5
2. Raumprobleme
2.1 Ökologische Probleme 7
2.2 Soziale Probleme 8
2.3 Ökonomische Probleme 9
3. Lösungsansätze 10
4. Persönliche Stellungnahme 11
5. Anhang 13
Rahmenbedingungen der Erdölwirtschaft
1.1 Naturräumliche Eingrenzung
Das Niger-Delta liegt im Südosten Nigerias und gehört zu den größten Feuchtgebieten
der Erde Es gibt keine allgemein gültige Definition, wo das Niger Delta beginnt, und
wo es aufhört. Es erstreckt sich über eine Fläche von über 30.000 Quadratkilometern. Das Delta ist ein komplexes System, das von den Flüssen Niger und Benue ständig neu gestaltet wird. Laut Berichten der Weltbank ist es „ das größte und komplexeste Süßwasserökosystem Westafrikas“ Es umfasst drei Habitatzonen. Die Sandhügel und Inseln in und außerhalb der Küstenzone; die Mangrovenwälder im Bereich der regelmäßig überspülten Brackwasserzone, die bis zu 50 km landeinwärts hineinreicht; Süßwasser-Sumpfwälder weiter im Binnenland, sowie Tieflandregenwälder am Oberlauf des Deltas. Über 80% des Deltas sind zeitweise überflutet, was wesentlich zur Erosion der Flussufer beiträgt. Geht das Wasser nach der Regenzeit zur ück, bleiben Sümpfe und Seen. Auf diese Art gestaltet sich das Delta zwischen Erosion und dem Anschwemmen von Geröll, Schlamm u.a. immer wieder neu. Diese Dynamik unterliegt allerdings einer Beeinflussung durch den Menschen, etwa durch die Dämme, die entlang des Niger während der vergangenen 25 Jahre gebaut wurden. Experten schätzen, dass diese Dämme rund 70 Prozent der Anschwemmungen zur ückhalten und so dem Delta eine seiner wichtigsten Lebensgrundlagen, die ständige Erneuerung des Bodens entziehen und damit ein Vordringen des Meeres ermöglichen. Die ausgedehnten Mangrovenwälder des Deltas bedecken eine Fläche von rund 6.000 Quadratkilometern und gehören zu den größten Mangrove nwäldern der Erde. Den größten Teil des Deltas nehmen die Süß wassersumpfwälder ein, die wegen ihrer Unzugänglichkeit wesentlich weniger abgeholzt wurden als der Marschregenwald. Letzterer ist heute praktisch verschwunden, und das Gebiet ist zur Savanne geworden. Die dem Festland vorgelagerten lnseln sind noch weitgehend intakt und bieten eine große Artenvielfalt.
Das Nigerdelta beherbergt vom Aussterben bedrohte Tierarten wie Sumpfkrokodil, Zwergflußpferd, Mantani, verschiedene Otterarten, Stachelschweine, Eidechsen, Schimpansen, Leoparden und den Afrikanischen Elefanten. Da auch die Flora des Nigerdeltas zahlreiche bedrohte Arten umfasst, betrachtet die IUCN (Internationale Union für Naturschutz) die Erhaltung des Nigerdeltas als eine der dringensten Anliegen des Naturschutzes in WESTAFRIKA Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 3.000 bis 4.500 mm, die Luftfeuchtigkeit liegt bei 80 Prozent und die durchschnittliche Temperatur bei 27 Grad Celsius.
1.2 Sozialräumliche Bedingungen
Die Bundesstaaten Rivers und Delta umfassen etwa 80 % des Deltas. Größere städtische Zentren sind Port Harcourt (Rivers State) mit über 400.000 und Warri (Delta State) mit mehr als 200.000 Einwohnern. Über 70 % der Bevölkerung leben im ländlichen Raum. Die Bevölkerungszahl des Nigerdeltas liegt bei ungefähr 7 Millionen Einwohnern. Das jährliche Bevölkerungswachstum liegt bei ca. 3%. Die Bevölkerung des Nigerdeltas teilt sich auf mehr als 20 ethnische Gruppen auf. Die zwölf größten sind (Ijaw, Edo, Itsekiri, Urhobo, Isoko, Igbo, Ogbia, Ikwere, Ogoni, Ndoki, Andoni, Ibibio), wobei die Ijaw die zahlenmäßig größte Gruppe (über vier Millionen) stellen. Sie sind vor mehr als 7000 Jahren in das Delta gewandert. Da sie sehr isoliert leben, unterscheidet sich ihre Sprache klar von den Sprache n der anderen im Delta lebenden ethnischen Gruppen. Ihr Siedlungsgebiet erstreckt sich entlang der Küste über das gesamte Delta.
Die Menschen leben von und mit dem Wasser und dem Land. Das Delta bestimmt nicht nur ihre Lebensweise, die Art ihrer Häuser und ihre Wirtschaft. Das Delta bestimmt ihre Mythen, ihr Vokabular, ihre Bilder, Märchen und Gebräuche. Sechs große und unzählige kleinere Wasserläufe trennen die weit über tausend dörflichen Gemeinschaften, erschweren die Kommunikation zwischen den Dörfern und bestimmen die soziale Organisation. Das Ergebnis ist eine Vielzahl von Sprachen und Völkern, deren größte Gruppe einige Millionen Menschen zählt. Die zahlenmäßíg kleinsten ethnischen Gruppen umfassen oft nicht mehr als fünfzig- bis hunderttausend Menschen.
1.3 Ökonomische Ausgangslage
Im Nigerdelta liegt der Großteil der Nigerianischen Öl und Gasreserven. Der industrielle Sektor wird von der Ölwirtschaft beherrscht, eine Enklavenwirtschaft, beherrscht von internationalen Ölgesellschaften. (siehe 1.3.1 Die Rolle von Shell) Das Nigerianische Öl hat nur minimale Schwefelanteile und wird deshalb gerne von Raffinerien genommen. Der geringe Schwefelanteil ermöglicht es strenge Umweltschutzauflagen zu erfüllen. Außerdem kann man aus dem Nigerianischen Öl eine relativ große Mengen Leichtölprodukten wie Benzin und Kerosin herstellen. Diese sind gewinnträchtiger als Schwerölprodukte was sich im Preis niederschlägt.
Des weiteren liegt Nigeria näher an dem größten Markt für Erdölprodukte, den Vereinigten Staaten als die Länder des Nahen Ostens. Dies schlägt sich in den Transportkosten nieder.
Die Bewohner des Deltas bauen überwiegend landestypische Speisen an. Diese werden für den Eigenbedarf und den Verkauf auf lokalen Märkten verwendet. Allerdings da die Böden immer schlechter werden und die Bevölkerung rasch wächst werden Anbauflächen knapp.
Im Nigerdelta liegt das BSP pro Kopf mit 280 $ deutlich niedriger als der Landesdurchschnitt wogegen die Lebenserhaltungskosten die höchsten des Landes sind. Die Arbeitslosigkeit liegt bei ca. 30%. Nur 30% - 40% der im Delta lebenden Kinder gehen in die Grundschule im übrigen Teil Nigerias sind es ca. 76% der Kinder. Auch die Versorgung mit Trinkwasser, Strom und Abwasserkanälen liegt deutlich unter dem nigerianischen Standard. 1.3.1 Die Rolle von Shell
Shell produziert Öl und Gas in 45
Development Company of Nigeria Ltd. (SPDC). Die SPDC fördert täglich 800.000 bis 1 Million Barrel
SPDC ist ein Joint Venture an dem
Shell mit 30% beteiligt ist. Shell ist
Die SPDC beutet im Nigerdelta 94 Ölfelder aus, die insgesamt ein Gebiet von 31000 km² umfassen. Die wichtigsten Ölfelder sind Forcados, Bonny Light und Bonny Medium. Zudem verfügt die SPDC
arbeiten 5.000 Menschen, darunter
marktführenden Ölhandelsunternehmen in Nigeria.
ausländischen Ölgesellschaft - und
Unternehmen ist . Diese Position verdankt der Shell-Konzern selbst
britischen Kolonialbehörden. 1937 gründeten Shell und die Kolonialadministration unter dem Namen Shell Tef ein Joint Venture
diese zurückgezogen wurde, besaß
Förderkonzessionen. Es ist nicht ganz klar, wieviel die nigerianische
Anrecht auf einen Gewinn von mindestens $ 2,30; diesen können
investieren. Für den Zeitraum von 1986-1995 hat Shell $ 2 Milliarden verdient. Insofern ist Nigeria ein wichtiges Land für den englischniederländischen „Multi“. Shells 30-prozentiger Anteil an der SPDC entspricht, wenn man die letzten fünf Jahre nimmt, einer Ölmenge von 250.000 bis 290.000 Barrel pro
Großbritannien für Shell das drittwichtigste Produktionsland.
2. Raumprobleme
2.1 Ökologische Probleme
Seit einigen Jahrzehnten wird die Umwelt im Nigerdelta stark beeinträchtigt. Der jüngste Bericht der Weltbank nennt hierfür drei Hauptgründe:
die Ölindustrie, das starke Bevölkerungswachstum das Scheitern der Regierungspolitik.
Die Ölindustrie ist hierbei als der
Beispiel teilweise auf eine stärkere Einwanderung in den 60 er Jahren zurückzuführen, da die Ölindustrie Arbeitskräfte warb. Das Scheitern der Regierungspolitik hängt auch mit der Ölindustrie zusammen, da die Politik versucht den Weg für die Ölindustrie möglichst zu ebnen, da die Einkünfte aus der Ölwirtschaft die größte Geldquelle des Landes ist. Die Regierung kann es sich nicht leisten die Ölwirtschaft außen vor zu lassen. Die Ölindustrie ruft im Nigerdelta folgende Umweltprobleme hervor:
Zerstörung der Landschaft Ölverschmutzung und Entsorgung
Abfälle Luftverschmutzung
Diese Probleme unterscheiden sich in Art und Ausmaß voneinander. Um Öl zu suchen zu fördern und
benötigt. Deshalb durchziehen das
Die Straßen unterbrechen immer
kann das Wasser nicht abfließen.
deshalb immer wieder Ernten. Außerdem kommen Einheimische über die Straßen in vorher undurchdringliche Gebiete. Dies stellt die wichtigste Bedrohung der Artenvielfalt im Nigerdelta dar.
Um eine Pipeline mit dem Durchmesser von 15% zu verlegen
SPDC ca. 1100 km Pipelines was zur Folge hatte das große Teile Wald abgeholzt werden mussten. Auf dem Weg von der Bohrstelle in
Tropfen Öl ca. 600 l Trinkwasser
2.2 Soziale Probleme
Die Bewohner des Nigerdeltas bekommen fast ausschließlich die Nachteile der Erdölwirtschaft zu spüren. Die Vorteile genießen die Ölkonzerne und die politische Elite in Lagos. Regierungsinvestitionen
von Wäldern und Ackerland gelten als zu niedrig. Die Lebenserhaltungskosten zählen zu den höchsten in Nigeria während das Pro Kopf Einkommen eines der niedrigsten des LANDES IST Dies führte zu einer extrem negativen Haltung der Bewohner des Deltas zur Ölindustrie und den damit verbundenen Unternehmen. Da die Kluft zwischen den Bauern, denen die Ölindustrie praktisch die
Lebensgrundlage entzogen hat und dem Lebensstil derer die in der Ölindustrie beschäftigt sind immer
Seitdem beherrschen stark ausgeprägte soziale Unruhen das Land.
Die soziale Situation im Nigerdelta
landwirtschaftliche Produktivität stagniert ballt sich die Bevölkerung mehr und mehr in Gebieten in denen der Ackerbau noch möglich
solcher Zustrom auf die sozialen Strukturen auswirkt.80% der gemeldeten Krankheiten kann man auf durch Öl verschmutztes
Trinkwasser zurück führen. Laut Schätzungen haben nur 20% der Bewohner des Deltas Zugang zu sauberem Trinkwasser, was auch darauf zurückzuführen ist, dass es keine Wasseraufbereitungsanlagen oder Kläranlagen gibt. Außerdem
Wasserläufe. Das Erziehungs- und Kommunikationssystem ist, verschärft durch das gravierende
2.3 Ökonomische Probleme
Die großräumige Förderung von
ausgewirkt. Durch die Ölkrise in den 70er Jahren, bei dem sich der Preis für ein Barrel Öl fast vervierfachte, flossen durch Joint Ventures mit ausländischen Ölkonzernen Milliarden von Dollar
und wurde für den Ausbau einer
Nigerianer musste sich weiterhin von der Landwirtschaft ernähren. Bei ihm kamen die Öl Dollars nicht
Bevölkerung auch noch vom Land
in die Stadt zog brach die Landwirtschaft völlig zusammen.
werden 10 mal so viel Lebensmittel eingeführt wie 1960. Als in den 80er Jahren die Ölpreise
sich drastisch verschlechtert, was daran liegt, das der Bildungsetat
die Ausgaben für Selbiges um 50%
3. Lösungsansätze
Veränderungen in der Regierung sowie im Gesundheitswesen, dem Handel (Import/Export), dem Bildungswesen, der Landwirtschaft und der Umweltpolitik des Landes
Beobachter aus dem Ausland, vor
Ort verfolgt werden, um das Risiko von Manipulationen zu minimieren. Möglicherweise muss
Einschränkung von Epidemien wie Cholera und Typhus, gewährleistet sein. Dringend notwendig ist auch eine flächendeckende Versorgung
werden. Den Bauern könnte zum Beispiel durch Subventionen auf
Einsetzen von landwirtschaftlichen Maschinen ist denkbar, allerdings ein hoher Kostenfaktor. Man könnte die Landwirtschaft auch in Genossenschaften organisieren um
Zwischenhändler mehr bezahlt werden müssen. Vorraussetzung ist
Um diesen zu bekommen muss der Import von Nahrungsmitteln soweit zurückgeschraubt werden, dass die Bauern alle ihre Produkte absetzen können. Außerdem muss
eigenen Land hergestellt werden. Eine solche Verfahrensweise würde sich positiv auf die Handelsbilanz auswirken. Ein weiterer Punkt der drastisch verändert werden muss ist die Bildungspolitik. Es müssen Schulen im Nigerdelta gebaut werden um den Kindern und Jugendlichen im Nigerdelta eine Perspektive geben zu können. Wenn diese nicht ausreichend frequentiert werden müssen die Eltern in Kampagnen
für die Zukunft ihrer Kinder ist.
werden welche Umweltsünden die Erdölwirtschaft begangen hat und
Ökosystems Nigerdelta aufgeklärt
Natürlich wird eine Umsetzung der
durch eine Umsetzung in Ansätzen wird sich positiv auf das Nigerdelta auswirken.
Landflucht
4. Persönliche Stellungnahme
Nigeria ist in einer prekären Lage, die ehemals schwarzafrikanische Musterdemokratie, durchlebt eine
liegt buchstäblich am Boden. Das Land war nicht in der Lage aus dem Bevölkerungsreichtum, den umfangreichenden Bodenschätzen und seinen guten klimatischen Bedingungen Kapital zu schöpfen
Die Deviseneinnahmen während des Ölbooms wurden nicht dafür genutzt um das zweite Standbein, die Landwirtschaft zu festigen. Es
Produktionstechniken zu verbessern oder die Produktivität zu steigern. Der Zusammenbruch
Konsequenz. Die allerdings auch mit dem Verhalten der städtischen Bevölkerung in direkter Beziehung stand, die lieber ausländische statt Einheimische Produkte aß. Die oben genanten Lösungsansätze sind vielleicht ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings ist der
5. Anhang Literaturverzeichnis
www.greenpeace.de Das
Nigerdelta: ein zerrüttetes Ökosystem Ein Diskussionspapier im Auftrag von Greenpeace
Autoren:Jan Willem van Gelder in Zusammenarbeit mit Jos Moerkamp www.shellnigeria.com Internetseite des Shell Konzerns über seine Aktivitäten in Nigeria
www.worldbank.org/aftdr/findings/english/find53.htm
1995
http://lbs.hh.schule.de/klima/energie/shell Das Niger Delta
www.ines.org/apm-gfbv/3dossier/klima/klima2.html
Gesellschaft für bedrohte Völker - Südtirol Landesamt für Luft und Lärm, Autonome Provinz Bozen Pädagogisches Institut Bozen
Terra Erdkunde S II
Räume und
und ohne fremde Hilfeverfasst und keine anderen als die im Literaturverzeichnis angegebenen Hilfsmittel verwendet habe. Insbesondere versichere ich, dass ich alle wörtlich und sinngemäßen
Arbeit zitieren:
Dennis Kiefer, 2001, Die Erdölindustrie im Nigerdelta, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
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DOI
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