Einleitung
Diskursbegriff
Diskurse sind inhaltlich und formal strukturierte Ensembles von sinnstiftenden Einheiten, die in einem spezifischen Set von Praktiken produziert werden. Strukturierte Verknüpfungen von Deuten / Handeln. Sie verleihen physikalisch - materiellen, sozialen Phänomen Bedeutung und konstituieren dadurch gesellschaftliche Realität.
Grundbedingungen für den Diskurs
§ Beim Beisteuern zu einer Unterhaltung ist mehr notwendig als den richtigen Satz zur richtigen Zeit zu sagen.
§ Die einzelne Einheit des Gesprächs wird als Beitrag bezeichnet.
§ Der Diskurs als Prozess von abwechselnden Äußerungen.
§ Diskurse mit dem Ziel soziale Prozesse zu übermitteln.
§ Das hinzufügen zum common ground erfolgt in geordneter Weise damit gründet jede Äußerung auf gegenseitigem Glauben, bei der der - Empfängerverstanden hat was der Sprecher meinte, beabsichtigte. dies ist erreicht durch gemeinsame Handlungen von den Beitragenden. - Beiträgeeines Gesprächs
Sind mehr als Sequenzen von Äußerungen
Sind hoch koordinierte Handlungen, während deren Verlauf der Sprecher sich - vergewissernmuss das der Zuhörer aufmerksam ist und ihn versteht. Der Zuhörer wiederum läst den Sprecher wissen wenn er erfolgreich - verstandenwurde.
Dies fordert ein gemeinsames agieren das von beiden geleistet werden muss. -
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1. Richtung von Gesprächen
Gemeinsame Annahmen von Diskursmodellen:
Common ground
eine bestimmte Menge an individuellem Rüstzeug, Informationen, Vorrausetzungen werden mit eingebracht.
Der Sprecher setzt bestimmte gleiche, ähnliche Vorrausetzungen beim Hörer voraus. Verändert sich während des Konversationsprozesses dadurch das Bedingungen geschaffen werden, Informationen hinzukommen.
Accumulation
die Beteiligten wissen über ihre Beiträge und dieses Wissen wird Teil des common ground. Übereinkünfte, mangelnde Vorraussetzungen, Überbrückungen werden hinzugefügt.
Unilateral action
Der Sprecher begründet seine Äußerung darauf das er verstanden wird. Gefahr: Missverständnisse, falsche Annahmen
2. Beiträge zum Diskurs
Mindestens zwei Vorraussetzungen:
• Der Beitragende spezifiziert den Inhalt und der Andere versucht zu verstehen = hinzufügen von Annahmen.
• Grounding Kriterien
die Gesprächspartner nehmen gegenseitige Verständigung in ausreichendem Maße für die aktuellen Ziele, Absichten an. Beide zusammen ergeben einen Beitrag.
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2.1 Arten von Beiträgen
Individuelle
Autonome Handlungen ohne Koordination mit jemanden.
Kollektive
Koordination und mitwirken des Anderen ist nötig. Beiträge der Teilnehmenden sind gemeinsam erstellte Handlungen:
- Äußerung des Themas von A
- die Antwort von B gibt Hinweise auf das Verständnis
- Missverständnisse erfordern eine Klärung, wenn diese erreicht wurde kann der Konversationsprozess weiter gehen.
Ziel ist es die grounding Kriterien zu erreichen.
Dabei sind Reparationen notwendig aber nicht zureichend.
2.2 Präsentation und Annahme
Der Prozess von Beiträgen zu einem Diskurs teilt sich in zwei Phasen.
Präsentationsphase
A macht eine Äußerung zu B und macht die Annahme das B Verständnishinweise gibt.
Annahme / Akzeptanzphase
B akzeptiert die Äußerungen von A und gibt Hinweise das er A versteht. B macht die Annahme das A seine Hinweise bemerkt. Wenn der Prozess erfolgreich verläuft erreichen beide den common ground.
Präsentation ist das Kreieren in Echtzeit von Wörtern, Sätzen, Strukturen die der Partner identifizieren kann wie sie der Sprecher beabsichtigte.
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2.3 Hinweise für das Verstehen
Wird initiiert von B.
Hauptmerkmale von Verstehenshinweisen
Andauernde Aufmerksamkeit, aufmerksames Verhalten, Augenkontakt, nicken - Initiierungvon weiteren relevanten Beiträgen - Bestätigungennicken, „klar“, „ja“ - Demonstrationenwörtliche Wiedergabe, paraphrasieren - Vorführen,wörtliches anzeigen von Teilen aus A Präsentation - 2.4Verständigungsschwierigkeiten
Die Verständigung ist abhängig von der Einschätzung des Partners und dessen Verstehen.
Die Beteiligten streben danach mit der minimal behilflichsten Leistung, Äußerung ihre Beiträge zu gestalten.
Dies führt zu Selbstreparaturen von Beiträgen, da diese weniger Leistung (Aufwand) benötigen als Reparaturen, Korrekturen die durch andere initiiert werden.
2.5 Muster von Beiträgen
Für eine erfolgreiche Konversation sind erkennbare Präsentations- und Annahmephasen nötig.
Beide Phasen sind abhängig von ihren Bestandteilen und Anforderungen. Die Phasen haben eine hierarchische Struktur und beziehen sich wechselseitig aufeinander ( = recursive process).
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3. Abwechselnde Beiträge
3.1 Relevante Bedingungen für Beiträge
Dargestellt in Beitragsbäumen:
1.) Beitrag C
Präsentationsphase Pr Annahmephase Ac
2.) Jede Äußerung gehört zur Präsentation von Beiträgen
3.) Die meisten Beiträge werden durch den Partner vervollständigt und dieser initiiert den nächsten Beitrag mit expliziter Behauptung des Verstehens ( = follow ups ). Verstehen wird erkennbar durch eine passende oder unpassende Antwort oder Ignoration der Repräsentation.
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3.3 Nebensequenzen
Wenn einer der Gesprächspartner den ersten Teil des Beitrags nicht akzeptiert, initiiert er eine „Reparatursequenz“. Diese wird als Nebensequenz bezeichnet und kann sich mehrmals hin und her wenden, solange bis die Akzeptanzphase vollständig ist.
4. Beiträge während eines Gesprächs
Bestätigungen
Fortsetzer:
„ja“, „klar“, „hm hm“, Gesten, nicken, lächeln sind für den Sprecher Signale zum weiterfahren
Einschätzer
„Gott !“, „wirklich“, „oh“
der Zuhörer drückt seine Einschätzung kurz über das gesagte aus.
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5. Beiträge aus Teilsätzen
Manche Beiträge bestehen nur aus einzelnen Worten und Teilsätzen.
Meistens dann verwendet wenn der Sprecher nur eine Teilinformation benötigt,
sich unsicher ist oder eine Einzelheit zum Verständnis braucht.
6. Zusammenfassung
Einheiten eines Diskurses werden als Beiträge bezeichnet
6.1 Formen von Beiträgen
Präsentationsphase - Akzeptanz-Annahmephase - Missverständnisse - LinguistischeHandlungen mit Äußerungen wie: „ja“, „oh“, „klar“ und - anhebenderIntonation bei Fragen
6.2 Formate von Beiträgen
Teilbeiträge Wörter, ganze Sätze, ausgedehnte Beschreibungen. - DerProzess der kann nicht festgelegt werden, da subjektive Merkmale der - Person,der Situation zufällig miteinfließen.
Erfolgreiche Kommunikation hängt von der Koordination der Beteiligten ab. - Literatur:Contributing to Discourse
Herbert H. Clark, Edward F. Schaefer
Cognitive Science 13, 259 - 294 (1989)
Arbeit zitieren:
Dunja Richter, 2001, Contributing to Discourse, München, GRIN Verlag GmbH
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