Kunstkritik - Versuche einer Verortung
Karen Hoffmann Matr. Nr. 981954
Inhaltsverzeichnis :
1. Einleitung 3
2. Wurzeln der Kunstkritik - ein kurzer Überblick 4
3. Kunstkritik im 19. Und 20. Jahrhundert 5
3.1 19. Jahrhundert 5
3.2. 20. Jahrhundert 6
4. Kunstkritik heute 8
4.1 Bestandsaufnahme 8
4.2. Kunstkritik - Literaturkritik 9
4.3 Kunstkritik - Stiefkind der Kunstwissenschaft 10
4.4 Versuch einer Definition 11
4.5 Subjektivität 12
4.6 Ein Lob auf die Kunstkritik 13
4.7 Zwei Idealtypen der Kunstkritik 14
5. Der Weg zum Kunstkritiker 17
5. 1 Einblick 17
5.2 Ausblick 18
6. Abschluß 19
7. Literaturverzeichnis 21
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Karen Hoffmann
1. Einleitung
Kunstkritik hat als Thema in den letzten Jahren auch im deutschsprachigen Raum wieder an Bedeutung gewonnen. Symposien über Fragen der Kunstkritik, Preisverleihungen an bekannte Kritiker und Artikelserien in renommierten Kunstzeitschriften, in denen über den Beruf des Kritikers nachgedacht wird, sind Symptome einer Verschiebung der Kritik vom Rand hin zum Zentrum, wo sie als Katalysator und Sammelpunkt von Praxis und Theorie einen neuen Platz erhält.
In denselben Zusammenhang gehört die vielerorts sichtbare neue Art der Ausstellungsgestaltung, welche die Reflexion über Kunst in die Präsentation mizeinbezieht, ja zum Thema macht. Immer häufiger spricht man vom „Kritiker-Kurator“ als einem Beruf, der das Ausstellen und Beschreiben von Kunst verbindet. Dieser neue Beruf, den es vor achtzig Jahren noch nicht gegeben hat, ist nicht nur eine Folge der schlechten Bezahlung der Kritiker einerseits und der gewachsenen Nachfrage nach Ausstellungsorganisatoren andererseits, sondern er zeugt auch von der zunehmenden Bedeutung desjenigen, der Kunst ohne direkte kommerzielle Interessen interpretiert, betreut und vermittelt. Ohne daß bisher eine größere Öffentlichkeit davon Notiz nimmt, wird diese Bewegung im Kunstbetrieb von einem kleinen Kreis von Künstlern, Galeristen, Kritikern und Ausstellungsmachern getragen.
In jüngster Zeit sind nun für einige Projekte, vom Pariser Louvre bis zu kleineren Ausstellungszentren, etwa in Hamburg, Luzern oder Berlin, Theoretiker und Kritiker eingeladen worden, ihre künstlerische Sichtwiese und sogar ihre eigenen Texte zu präsentieren. Unter „Kritiker“ und „Kritiker-Kurator“ wird in diesem Zusammenhang somit weniger der journalistische Tageskritiker, der vor allem schlichte Informationen wiedergibt, sondern der spezialisierte und engagierte Kritiker verstanden, der sich eingehender mit den Künstlern und deren Arbeiten beschäftigt. Nicht etwa einer, der sich nur negativ äußert, wie der deutsche Sprachgebrauch suggeriert, sondern einer, der wie der englische „art critic“, der französische „critique d’art“ oder der italienische „critico d’arte“ um eine Standort und eine Begriffsbestimmung ringt, Kunstwerke umfassend zu behandeln sucht und ihren Platz in der Geschichte der Kunst festzustellen bemüht ist.
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Karen Hoffmann
In dieser Arbeit soll es also um Kunstkritik als eine mögliche Form der Kunstvermittlung gehen, wobei ich im Verlauf eher auf die Kunstkritik eingehen werde, um dann im abschließenden Teil die Verbindung zur Kunstvermittlung herzustellen.
2. Wurzeln der Kunstkritik - ein kurzer Überblick
Die Kunstkritik ist eine wissenschaftliche, zwischen Kunstwerk und Rezipient vermittelnde, das Kunstwerk analysierende, beurteilende Disziplin. Oft ist sie für die gesellschaftliche Anerkennung oder auch Ablehnung eines Künstlers, Kunstwerks, künstlerischen Stils verantwortlich; sie wirkt über den Kunstmarkt und die Medien auch auf den Künstler ein. Bereits in der Antike existierten Ansätze einer Kunstkritik, so zum Beispiel bei Polyklet oder Pasiteles als Teil einer allgemeinen kunstkritischen Reflexion oder als Ausdruck enthusiastischen Kunstkennertums (Philostrat, Kallikrates). In der italienischen Renaissance bildete sich eine wissenschaftliche Kunsttheorie mit Rückblick auf das antike, humanistische Vorbild heraus, wie zum Beispiel in Leonardos Buch über die Malerei. Sie wurde zur Grundlage für eine Kunstkritik, die den Wettstreit der Künste (sogenannte Paragone) förderte.
Die moderne Kunstkritik entstand in der 2. Hälfte des 18. Jh. in Frankreich, insbesondere durch die kritischen Ausstellungsberichte ("Salons") von Denis Diderot 1759-81. Jetzt war die Kunstkritik in die gedruckten Medien eingezogen und wurde zum Mittler zwischen Publikum und Kunst.
In Deutschland wurde die Kunstkritik des 18. Jh.’s von den kunsttheoretischen Arbeiten J.J. Winckelmanns und (in Verbindung zur Literatur) auch von Goethe stark geprägt. In der Romantik wurden dann Kunsttheorie und -geschichte als Grundlage der Kunstkritik genommen (W. Schlegel). Erste bedeutende Kunstkritiken in Deutschland waren aber die französischen Salonberichte von H. Heine (1831) und E. Koloff (1834-40). Die Verbindung von Kunstkritik und autonomer Kunstgeschichte trat im 19. Jh. weiter in den Vordergrund, gefördert durch die Herausgabe zahlreicher Fachmedien. Im 20. Jh. zieht die Kunstkritik in die Feuilletons der Massenpresse und später auch der elektronischen Medien ein und vervielfältigt damit ihre prägende und wertende Wirkung.
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Karen Hoffmann
3. Kunstkritik im 19. Und 20. Jahrhundert
3.1 19. Jahrhundert
Im Zeitalter der Aufklärung bis zum Ende des 18. Jahrhundert hat sich Kunstkritik, die bis dahin ohne Bezug zum zeitgenössischen Kunstgeschehen Bestandteil der Biographie von Künstlern oder theoretischer Abhandlungen war, zur eigenständigen Gattung entwickelt. 1 Im Bereich ihrer praktischen Anwendung unterliegt Kunstkritik zeitgenössischen medialen Bedingungen. Im Gegensatz zur Theorie ist die zeitgenössische Kunstkritik nicht auf einen Gegenstandsbereich, das isolierte Bild, das sie betrachtet und wertet, reduziert. Dem publizistischen Anlaß, der Ausstellung, entsprechend ist sie auf eine Mehrzahl von Kunstwerken erweitert. Von den Anfängen publizistischer Kunstkritik bis zur zeitgenössischen Kritik ist die Ausstellung das aktuelle Thema der Kritik. Journale sind ein Ort für die Publikation von Kritik über Kunstwerke im 19. Jahrhundert. Bereiche dieser Kritik sind die schönen und die bildenden Künste. Währen der Jahrhundertwende werden die Bezeichnungen Kritik und Critik für Artikel zur Berichterstattung zu Kunstausstellungen in Deutschland genutzt. Diese Kunstkritiken, die seit Beginn der Aufklärung von Kulturjournalen und Kunstzeitschriften gedruckt werden, wenden sich an eine anonyme Leserschaft. Ihr Werturteil zu den ausgestellten Gemälden wird zunächst in enger Anlehnung an die kunsttheoretischen Lehren der Mitglieder der Akademien der bildenden Künste übermittelt. Begriffe für Formen und Elemente einer Betrachtung und Unterscheidung zwischen Bild und Abbild sind in der Sprache zur bildenden Kunst vorhanden.
Verglichen mit der Kritik über Literatur und Theater wird die Kunstkritik relativ spät ein Bestandteil des Feuilletons in Journalen. Eine Gliederung in Kunstkritik zur Architektur, Malerei und Plastik liegt erst im 19. Jahrhundert vor. Architektur, die bis Mitte des 19. Jahrhundert als Thema feuilletonistischer Kritik nur vereinzelt anzutreffen ist, wird zum regelmäßigen publizistischen Gegenstand des Feuilletons in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. Das Werk „Litteratur der Schönen Künste seit der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts bis auf die neueste Zeit“ von Johann Samuel Ersch ist mit dem Hinweis systematisch bearbeitet und mit den nöthigen Registern versehen ein Vorläufer der neuen, bis zum Jahr 1830 fortgesetzten Ausgabe von Johann Karl August Rese und Christian
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Arbeit zitieren:
Karen Hoffmann, 2001, Kunstkritik - Versucher einer Verortung, München, GRIN Verlag GmbH
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