Ursachen der WWK: USA
- verfehlte Geldpolitik (Zinserhöhungen um Aktienkurse zu bremsen) - Mit Hilfe von Kriegsschulden (Dtl.) und staatlich geförderten Krediten wurde stark in die Erweiterung und Modernisierung der Produktion investiert - Langlebige Produkte (z.B. Autos, Haushaltsgeräte) in Massen produziert - Folge: Erhöhung der Zahl der Beschäftigten und Löhne - genügend Kaufkraft vorhanden, um ständig steigende Produktion abzunehmen - Überinvestition in Industrie
- Auseinanderklaffen von Unternehmensgewinnen und Lohnerhöhungen überhöhte Kapitalanhäufungen
- Doch durch diese allg. wirt. Zufriedenheit, wurde amer. Bevölkerung zur Hoffnung auf Andauern des Wirtschaftswachstum, keinen wirt. Schwankungen verführt... (allg. Fortschrittsglaube) - es setzte eine wilde Aktienspekulation ein - Überangebot an Waren und Unterkonsumtion (zu geringe Kaufkraft) - Aufschwung endete mit einer Überproduktionskrise, da Massenproduktion zu sehr ausgeweitet
- Farmer und Industrielle konnten Waren nicht mehr verkaufen, da Nachfrage sank und Markt völlig übersättigt war
- Folge: Preissenkung aller Waren in jedem Bereichen; Produktion immer weiter eingeschränkt, so dass es überall zu Entlassungen kam - Kaufkraft sank also verfehlte Wirtschaftspolitik
- ,,Wirtschaftspolitik des nationalen Egoismus" (eigene Wirtschaft ist wichtiger; wenige Importe· Absatzmangel in Europa (devisenschwach)
England und die USA waren nicht bereit die Verantwortung für die Weltwirtschaft zu übernehmen und drei wichtige Punkte für die Stabilisierung des Weltmarktes zu verwirklichen:
1. Erhaltung eines relativ offenen Weltmarktes für alle Produkte 2. Bereitstellung von Kapital 3. Kreditzusicherung bei Krisen
internationale Wirtschaftsverflechtungen
- USA zog Kredite zurück und forderte gleichzeitig die Weitertilgung der Schulden·stürzt damit ganz Europa mit in die Krise
Schwarzer Freitag 25.10.1929 ·Börsencrash:
- Kurse erst stark angestiegen, durch Aktienkäufe (häufig auf Kredit) - Anfang Oktober leichte Kurseinbrüche
- durch weitere Verkäufe· weitere Kurseinbrüche, dann Panikverkäufe · extreme Einbrüche (in einer Woche 40% Verlust)
- dramatischer Rückgang des Welthandels
- drastische Produktionsrückgänge und Rationalisierungsmaßnahmen der Konzerne - weltweite Konjunkturabschwung Verlauf: USA
- Entwicklung aus Börsencrash
- Aufgrund von Konkursmeldungen und Gewinneinbußen vieler Firmen verkauften Aktionäre der NY Börse panikartig ihre Anteile, da Geldgeber ihre geliehenen Gelder zurückverlangten. Folge: es kam zu einem starken Abstieg der Kurse und alle Aktien fielen an einem Tag, dem sog. ,,Schwarzen Freitag" um die Hälfte
- viele Bankzusammenbrüche (ca. 10 000) durch Sturm auf die Banken - sinken der Industrieproduktion auf 54% und Sozialprodukts auf 43% des vorherigen Niveaus
- hunderttausende Geschäfte und zehntausende Fabriken schlossen · Massenarbeitslosigkeit - 1932 gingen alle Großstädte der USA bankrott (die Ausgaben für die städtische Fürsorge waren zu hoch)
- Zu einer weltweiten Wirtschaftskatastrohe wurde die Krise jedoch dadurch, das die USA ihre Kredite zurückzogen und gleichzeitig auf die Tilgung der Schulden beharrten, um an neues Kapital zu gelangen
Deutschland
- 1930 wurde Dtl. dann von der von der Krise erfasst:
- wie in den USA fiel die Produktion, die Einkommen sanken und die Arbeitslosigkeit stieg - So waren im Winter 1929/30 bereits 3 Mio. und im Februar 1932 sogar 6 Mio. Deutsche arbeitslos (33% d. Bev.)
- 1931 brach das Bankenwesen zusammen, da es inflationsbedingt ein sehr geringes Eigenkapital besaß und durch die meist amerik. Kredite finanziert wurde, welche aber zurückgezogen wurden. Außerdem: durch panikartige Spekulationen der Anleger zu sehr hohem Risiko an der Börse gezwungen wurde
Folge: Staat war gezwungen, eigene Geldreserven zu opfern, um den Zahlungsverkehr (z.B. Löhne, Sozialleistungen) aufrechtzuerhalten - nur noch geringer Staatshaushalt - Staatskrise, da die Weimarer Republik in einer recht labilen Verfassung und das Parlament kompromissunfähig war o 1930: Zusammenbruch der großen Koalition und
o Heinrich Brüning wird zum Reichskanzler gewählt; soll die Krise schnellstmöglich beenden o Erhöhung des Handlungsspielraums Brünings durch Auflösung des Parlaments (Art. 48) und Ansetzung von Neuwahlen - NSDAP 18 % Wahlerfolg
o 1932: Brüning wird wieder entlassen, da seine Deflationspolitik, d.h. eine starke Einschränkung der Staatsausgaben, um den Haushalt bei sinkenden Einnahmen und steigenden Soziallasten auszugleichen, wirkungslos blieb und nur Unmut in der Bevölkerung hervorrief
Folgen für Deutschland politische Folgen
- Sparmaßnahmen: Reichskanzler Brüning versuchte 1931/32 den Staatshaushalt durch eine konsequente Sparpolitik auszugleichen
- Außenpolitik: Brüning wollte eine Aufhebung der Reparationszahlungen zu erreichen (im Versuch den Staatshaushalt auszugleichen zeigt er Zahlungsbereitschaft, aber auch gleichzeitig die Zahlungsunfähigkeit Deutschlands.)
- 1930: Erhöhung der Einkommenssteuer und der Steuer für Zucker, Tabak, Bier und Kaffee - politische Radikalisierung (entweder nach links: KPD oder nach rechts: NSDAP)· Spaltung und Unruhen zwischen den beiden Lagern
soziale Folgen
- Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 1932 6 Mio. (33% der Bevölkerung) - sinken der Kaufkraft
- sinken der Steuereinnahmen des Staates an der Bevölkerung
- höhere Beiträge zur Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosenunterstützung reichte gerade für Existenzminimum) - Kürzung von Beamtengehältern - Kürzung von Altersrenten und Sozialleistungen Rückgang der Staatsausgaben um 1/3 ·Aber erfolglos wirtschaftliche Folgen - Rückgang der Nachfrage - Produktionsrückgang auf ½ des Standes vor 1928 - erneute Entlassungen
- Zahlungsschwierigkeiten vieler deutscher Banken (Kreditrücknahme des Auslands) - Konkurs vieler kleiner und mittlerer Betriebe Ende der WWK:
- Aufgrund der weitgehend wirkungslos gebliebenen Deflationspolitik Brünings, d.h. eine starke Einschränkungen der Staatsausgaben, um den Haushalt bei sinkenden Einnahmen und steigenden Soziallasten auszugleichen, wurde Brüning 1932 vom Reichskanzleramt entlassen - Diese Art der Politik war im übrigen ein weiterer Grund für die leichte Machtübernahme durch die NSDAP, denn sie baute ihr Konzept nicht etwa auf Kosten des Volkes (in Form erhöhter Steuerabgaben usw.), sondern auf Kosten der Staatsschulden auf, wodurch ein Unmut in der Bevölkerung nicht, wie bei Brüning, aufkommen konnte. - Jedoch ließen sich Erfolge bei den Reparationsleistungen verzeichnen: 1932 wurden kurz nach Zusammenbruch des Bankensystems die Kriegsschulden bis auf 3 Mrd. Mark fast vollständig erlassen und ein Zahlungsaufschub von 3 Jahren gewährt. - Außerdem wurde auch später die militärische Dienstzeitbeschränkung von 12 auf 5 Jahre gesenkt, die waffentechnische Einschränkung aufgehoben und die Miliz durfte wieder 100.000 Mann aufstellen
- Die Bankenkrise wurde durch Fusionen und gleichzeitige Stützung verschiedener Banken untereinander und eines weiteren Kredites von 420 Milliarden RM, der an die Reichsbank ging, überwunden.
Quellen: Literatur
F.-W. Henning ,,Das industrialisierte Deutschland 1914 bis 92; Schöningh Verlag Hans Mottek ,,Wirtschaftsgeschichte Dtl Ein Grundriss" Deutscher Verlag der Wissenschaften
Weltbild Kolleg Abiturwissen - ,,Geschichte"
Charles P. Kindelberger ,,Geschichte der Weltwirtschaft im 20. Jahrhundert Internet CD- Rom - Infopedia Lexikon
Zusammenfassung des Referats zur Weltwirtschaftskrise (1929 - 1932)
Ursache
- WWK hatte ihren Ursprung in den USA - hatte nach 1. Weltkrieg einen ständigen wirtschaftlichen Aufschwung zu verzeichnen verfehlte Geldpolitik verfehlte Wirtschaftspolitik überhöhte Kapitalanhäufungen - Folge:
o Überproduktion o Marktübersättigung
o Glaube der Bevölkerung an das zeitlose Andauern des Wirtschaftswachstums ohne Schwankungen der Kurse (auch Fortschrittsglaube)
Beginn
- Schwarzer Freitag 25.10.1929 ·Börsencrash: - Kurse erst stark angestiegen, durch Aktienkäufe (häufig auf Kredit) - Anfang Oktober leichte Kurseinbrüche
- durch weitere Verkäufe· weitere Kurseinbrüche, dann Panikverkäufe · extreme Einbrüche (in einer Woche 40% Verlust)
- dramatischer Rückgang des Welthandels
- drastische Produktionsrückgänge und Rationalisierungsmaßnahmen der Konzerne - weltweite Konjunkturabschwung
- Ausbreitung auf alle Nationen, da sie meist wirtschaftlich miteinander verbunden waren - USA zog Kredite (v.a. aus Deutschland) zurück, um an Kapital zu gelangen und bestand gleichzeitig auf Tilgung der Schulden
Verlauf in Deutschland - Deutschland wurde 1930 von der Krise erfasst
- die Produktion fiel, die Einkommen sanken und die Arbeitslosigkeit stieg - So waren im Winter 1929/30 bereits 3 Mio. und im Februar 1932 sogar 6 Mio. Deutsche arbeitslos (33% d. Bev.)
- 1931 brach das Bankenwesen zusammen, da es inflationsbedingt ein sehr geringes
Eigenkapital besaß und durch die meist amerik. Kredite finanziert wurde, welche aber zurückgezogen wurden.
-Außerdem: durch panikartige Spekulationen der Anleger zu sehr hohem Risiko an der Börse gezwungen wurde - Folgen:
o Drastischer Anstieg der Arbeitslosenquote
o Zusammenbruch des kreditabhängigen und inflationsgeschwächten Bankensystems o Probleme bei der Aufrechterhaltung des Zahlungsverkehrs (Löhne, Sozialleistungen)
- Staatskrise, da die Weimarer Republik in einer recht labilen Verfassung und das Parlament kompromissunfähig war
o 1930: Zusammenbruch der großen Koalition und
o Heinrich Brüning wird zum Reichskanzler gewählt; soll die Krise schnellstmöglich beenden
o Erhöhung des Handlungsspielraums Brünings durch Auflösung des Parlaments (Art. 48) und Ansetzung von Neuwahlen - NSDAP 18 % Wahlerfolg
o 1932: Brüning wird wieder entlassen, da seine Deflationspolitik, d.h. eine starke Einschränkung der Staatsausgaben, um den Haushalt bei sinkenden Einnahmen und steigenden Soziallasten auszugleichen, wirkungslos blieb und nur Unmut in der Bevölkerung hervorrief
Folgen politische Folgen
- Sparmaßnahmen: Reichskanzler Brüning versuchte 1931/32 den Staatshaushalt durch eine konsequente Sparpolitik auszugleichen
- Außenpolitik: Brüning wollte eine Aufhebung der Reparationszahlungen zu erreichen (im Versuch den Staatshaushalt auszugleichen zeigt er Zahlungsbereitschaft, aber auch gleichzeitig die Zahlungsunfähigkeit Deutschlands.)
- 1930: Erhöhung der Einkommenssteuer und der Steuer für Zucker, Tabak, Bier und Kaffee - politische Radikalisierung (entweder nach links: KPD oder nach rechts: NSDAP)· Spaltung und Unruhen zwischen den beiden Lagern
soziale Folgen
- Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 1932 6 Mio. (33% der Bevölkerung) - sinken der Kaufkraft
- sinken der Steuereinnahmen des Staates an der Bevölkerung
- höhere Beiträge zur Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosenunterstützung reichte gerade für Existenzminimum) - Kürzung von Beamtengehältern - Kürzung von Altersrenten und Sozialleistungen Rückgang der Staatsausgaben um 1/3 ·Aber erfolglos wirtschaftliche Folgen - Rückgang der Nachfrage - Produktionsrückgang auf ½ des Standes vor 1928 - erneute Entlassungen
- Zahlungsschwierigkeiten vieler deutscher Banken (Kreditrücknahme des Auslands) - Konkurs vieler kleiner und mittlerer Betriebe
- 1932 erließen die Alliierten aufgrund der schlechten finanziellen Lage Deutschlands die Kriegschulden bis auf 3 Mrd. RM + Zahlungsaufschub von 3 Jahren - Um eine Senkung der Arbeitslosenzahlen zu erreichen, senkten die Alliierten die beschränkte Dienstzeit von 12 auf 5 Jahre, die Miliz durfte wieder 100.000 Mann stellen und die waffentechnische Beschränkung wurde aufgehoben
- leichte Machtübernahme durch die NSDAP, die den Unmut in der Bevölkerung durch ein bevölkerungsnahes Konzept beseitigen konnte und ins Gegenteil wendete
Arbeit zitieren:
cathrin koschnitzke, 2001, Weltwirtschaftskrise (1929-1932), München, GRIN Verlag GmbH
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