sehr deutlich auch in seinem Gedicht ,,Lebenslauf" bemerken kann: ,, Dies erfuhr ich. Denn
nie.....Habt ihr Himmlischen, ihr Alleserhaltenden.... mich des ebenen Pfades geführt."
Weiterhin bleibt er auch fern von Ironie und Satire, beschreibt sein Leben nicht wie Kästner
in einzelnen Abschnitten, sonder wirkt eher wie ein Aufklärer, ein Veränderer oder Neuerer
der den Sinn des Lebens allgemein, in Verknüpfung mit seiner Auffassung auszudrücken
versucht: ,, Alles prüfe der Mensch.......dankend für Alles lern', und verstehe die Freiheit,
aufzubrechen, wohin er will."
Während Hölderlin oft eine tiefe dunkle Symbolsprache benutzt und eine große Bildkraft
entwickelt, verlässt sich Kästner auf seinen treffsicheren Humor mit salopper
Umgangsprache, die das, was er uns nahe bringen will äußerst deutlich macht, Persiflagen
und Alltagsphrasen als weitere Unterstützung zum absolut guten Verständnis. Kästner wirkt
in seinem Gedicht nicht unbedingt als Neuerer, sondern mehr als Anreger.
Ein weiterer Unterschied ist die Reimform, während Kästner den Kreuzreim vorzieht, herrscht
bei Hölderlin eine freie Reimform vor, trotzdem erreichen die Dichter dadurch eine
Bekräftigung ihrer doch gleichen Grundpositionen. Sie wollen eine Gesellschaft bewegen,
sich zu ändern und so vielleicht auch zu verbessern, das ist es, was die beiden Gedichte so eng
miteinander verbindet und sie deshalb beide auch als Gedanken- oder Ideenlyrik gelten.
Natürlich können dadurch Anstöße in der stumpfsinnigen, manchmal blauäugigen
Gesellschaft nicht vermieden werden.
Mit dem Vers: ,, ....Herrscht im tiefsten Orkus nicht ein Grades, ein Recht noch auch?",
versucht Hölderlin den Menschen nahe zu bringen, dass es immer Auswege und neue Wege
gibt und das im größten Chaos noch eine Gesetzmäßigkeit herrscht. Diese Auffassung koppelt
er mit seiner Abneigung gegen das Christentum und erschafft so eine für ihn realere Welt,
eine Welt die auf beiden Beinen steht. Eine Abneigung der Gesellschaft gegen ihn ist
praktisch, wie bei Erich Kästner, vielleicht etwas deutlicher schon vorprogrammiert, denn er
war im Begriff ein lang machterfülltes, abhängigmachendes starkes System damit ins Wanken
zu bringen.
Der Ein oder Andere mag wahrscheinlich annehmen, dass man zwischen der Epoche der
Moderne und der, der Klassik keine einzigen Verbindungen ziehen kann, weil sie so
unterschiedliche Ausdrucksmittel und Sprachen haben, doch dieser Gedichtvergleich hat
gezeigt, dass die Dichter, egal aus welcher Ära sich doch immer wieder mit ähnlichen
Problemen befassen, nämlich Änderungen und Verbesserungen in einem starren System. Er
zeigt, dass die Künstler, Dichter und Schriftsteller es sind, die mit den epochentypischen
Mitteln versuchen ihre andere Auffassung der Gesellschaft ein Stück näher zu bringen und es
werden auch immer die Poeten und Maler bleiben, die Anstoß zu einer neuen Form geben, ob
nun mit abstrakter Kunst und Alltagsphrasen oder mit hochtrabenden Worten und höchster
Sprachkunst. Sie sind es für mich, die schon viel ehr die Erkenntnis besitzen, bevor sie die
starre Masse endlich begreift.
Arbeit zitieren:
Christina Dietze, 2001, Kästner, Erich / Hölderlin, Johann Christian Friedrich - Vergleich zweier Gedichte und Lebenslauf, München, GRIN Verlag GmbH
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Matthias
Nichts von Hölderlin verstanden.
Christina hat von Hölderlin nichts verstanden.
- Weder vom Reim: "frei" oder dritte asklepiadeische Strophe?
- Noch von der Theologie, die im Gedicht enthalten ist (die Himmlischen werden gar nicht berücksichtigt, auch nicht in ihrer alles umgreifenden Funktion, fast dialektisch gegen die "Freiheit" gerichtet!),
- noch von dem Recht, daß selbst für den schiefesten Orkus erfahren wurde.
Was sie hat, ist ein Selbstbewußtsein, diesen Text zu veröffentlichen, das vom Leben (Strophe 3) mit seinen Voraussetzungen mit der Frage, wie es denn zusammenhält, unberührt bleibt.
Viel Erfolg beim Weiterverwenden.
Matthias
am Tuesday, February 12, 2002-
anne
dringende frage.
wie heißt das gedicht von erich kästner in dem er sein leben wiedergibt?
am Friday, May 30, 2003-