Clara Schwarz 11/2
Junges Deutschland, Vormärz
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literarische Bewegung mit politisch zeitkritischer Tendenz etwa 1830 1840
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Bezeichnung Junges Deutschland erstmals Verwendung in Ludolf Wienbargs
,,ästhetischen Feldzügen":
Dem Jungem Deutschland, nicht dem altem widme ich
diese Reden (1834), verweist auf Aufbruchsstimmung nach der franz. Julirevolution
1830
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Vormärz dient als Epochenbezeichnung für Jahre zwischen 1815 und 1848
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Erstmals politische Dichtung im modernen Sinne
Politische Situation
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starkes Nationalbewusstsein zur Zeit der napoleonischen Herrschaft in Deutschland
(Befreiungskriege 1813-1815)
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Kriege gegen Napoleon waren Volkskriege, die Herrschaft der Franzosen über
Europa abschüttelten
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1814/15 Wiener Kongress
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Masse des Volks hoffte auf Neuordnung Europas, nach demokratischen Prinzip in
Form von Nationalstaaten
- Ziele der Fürsten: - Kampf gegen revolutionäre Erhebungen
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Wiederherstellung vorrevolutionärer Ordnung (Restauration)
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Legitimität und Solidarität der Fürsten
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akademische Jugend wiedersetzte sich primär der Restauration nach dem Wiener
Kongress
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1817 Wartburgfest durch Burschenschaften zum Signal (öffentliche Verbrennung
reaktionärer Schriften, Verbrennung Symbole des Adels, forderten die nationale
Einheit Deutschlands, gegen die Politik der Restauration)
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Mord an russischen Staatsrat und obrigkeitstreuen Staatsrat Kotzebue
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Reaktion der Monarchen: Karlsbader Beschlüsse (1819) :
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Pressezensur
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Überwachung der Universitäten (Zentren des Aufruhrs)
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Demagogenverfolgung (Volksverführer, Bespitzelung und
Amtsenthebung liberal und national gesinnter Professoren
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Verbot der Burschenschaften
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Aufstände nach der Julirevolution 1830, Jungdeutsche forderten Freiheit
(Ablehnung Dogmatismus, Restauration, gegen Adel und Verbindung von Kirche
und Staat, für Liberalismus und staatliche Einheit nach republikanischem Vorbild,
für Weltbürgertum, die Emanzipation der Juden und Frauen, für verfassungsmäßig
garantierte demokratische Freiheiten wie z.B. Meinungs- und Pressefreiheit)
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Hambacher Fest 1832 und Sturm radikaler Studenten auf die Frankfurter
Hauptwache (1833):
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Forderung nach freiheitlichen Verfassungen, Deutschlands
Einheit
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Fürsten reagieren mit Unterdrückungsmaßnahmen
(Aufhebung der Rede- und Versammlungsfreiheit,
Verschärfung der Zensur, Verhaftung von Demagogen)
- 1848 Märzrevolution in Frankreich
Kulturelle Vorraussetzungen
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Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) Idealismus
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Denker wie David Friedrich Strauß (1808-1874) und Ludwig Feuerbach (1804-1872)
und Arthur Schopenhauer (1788-1860)
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Karl Marx (1818-1883) und Friedrich Engels begründeten mit ihrer Philosophie den
wissenschaftlichen Kommunismus
Literatur der Restaurationszeit
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im Übergang zwischen dem überliefertem Erbe der Klassik und Romantik und den
neuen Gegebenheiten einer materialistisch und positivistisch ausgerichteten
Zukunft einer bürgerlich ausgerichteten Gesellschaft
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Literatur bewegt sich zwischen zwei Polen
politisch und
gesellschaftlich restaurative
Bestrebungen ,,Biedermeier"
Bürgerlich liberale Bewegung, ,,Junges
Deutschland"
Literarische Gattungen
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Bevorzugung kleinerer literarischer und journalistischer Formen (Brief, Novelle,
Reisebild)
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Entstehung eines deutschen Journalismus
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Schriftsteller schreiben in Feuilletons (z.B. Börne, Heine) u.a. satirische Reisebilder
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Sprache eher salopp, provozierend, satirisch
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Zeit- und Gesellschaftsromane, philosophisch-religiös fundierte
Emanzipationsgeschichten
Literatur des Vormärz
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Autoren waren meist politisch engagiert auf Seiten des Kleinbürgertums und der
Arbeiterschaft
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Ihr Anliegen: grundlegende Änderung der Gesellschaftsordnung, die es auch
den bislang vom politischer Mitsprache ferngehaltenen ermöglichen sollte am
Leben gestaltend teilzunehmen
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Politisches Vorbild war Französische Revolution
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Jungdeutschen wandten sich gegen jede unpolitische Literatur, gegen Goethe und
die Romantik, gegen die alten Autoritäten (absoluter Staat und Kirche)
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Sie forderten: Abschaffung von Kleinstaaterei und Zensur, demokratische
Verfassung und die Rechte der Frauen (z.B. auf Bildung)
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Bezeichnung als ,,literarische Schule" erstmals im Verbotsbeschluss des
Bundestages vom 10.12.1835, namentlich werden Autoren genannt
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Karl Gutzkow (
Wally, die Zweiflerin, 1835)
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Heinrich Laube (
Geschichte der deutschen Literatur;
1839-40)
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Ludolf Wienbarg (
Ästhetische Feldzüge, 1834)
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Theodor Mundt (
Madonna. Unterhaltung mit einer
Heiligen, 1835)
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Ernst Adolf Willkomm (
Die Europamüden, 1838)
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Christian Dietrich Grabbe (
Hannibal, 1835)
Ludwig Börne (1786-1837):
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Emigrierte 1830, verfolgt von der Reaktion, nach Paris, gilt als erster deutscher
bedeutender Publizist
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für eine radikale Umgestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse
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Briefe aus Paris (1832-1834) die den deutschen Nationalismus scharf attackierte
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beide Werke begründeten seinen Ruf als kritischer Beobachter und geistreicher
Kommentator des Zeitgeschehens
Georg Büchner (1813-1837)
Kurzbiographie:
1813
geboren in Goddelau als Sohn eines Arztes
Ab 1831
Studium der Medizin in Straßburg, später in
Gießen
1834
Hessischer Landbote
1835
Flucht nach Straßburg
1835
Dantons Tod (Drama)
1836
Promotion in Zürich
1837
gestorben in Zürich an Typhus
1839
Lenz (Erzählung, posthum veröffentlicht)
1842
Leonce und Lena (Lustspiel, p.v.)
1879
Woyzeck (Drama, p.v.)
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engagierte sich in der geheimen "Gesellschaft für Menschenrechte", die den
Umsturz der Verhältnisse im Großherzogtum Hessen zum ziel hatte
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wegen Flugschrift (1834),
,,Friede den Hütten, Krieg
den Palästen" Flucht
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Woyzeck erstes bedeutendes soziales Drama in der deutschen Literatur (nicht
mehr der idealistische Held, sondern der sozial schlechter gestellte, von seinem
Umfeld bestimmte Mensch ist die Hauptperson, kein klassischer dramatischer
Aufbau, sondern lose Folge von Szenen ,,offene Form"
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Radikalität sowohl in politischer Sicht, wie auch in der Wahl der Ausdrucksmittel
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Präzise, poetische Darstellung der Zerstörung einer Seele
Büchner:
"Ich verlange in allem Leben, [...] wir haben dann nicht zu fragen, ob es
schön, oder hässlich ist."
Heinrich Heine (1797-1856)
Kurzbiographie:
1797
geboren in Düsseldorf als Sohn eines
Kaufmanns
Ab 1816
nach der Ausbildung als Kaufmann tätig
Ab 1819
Jurastudium in Bonn, Göttingen, Berlin
1822
Gedichte
1826-1831
Reisebilder (Erzählungen)
1831
Übersiedlung nach Paris
1835
Druckverbot in Deutschland für seine Schriften
1843-1845
Kontakt zu Karl Marx
1844
Deutschland. Ein Wintermärchen
ab 1848
aufgrund einer Krankheit ans Bett gefesselt
1856
gestorben in Paris
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verwendet einerseits romantische Stilmittel z.B.: Reim, Rhythmus, Volksliedstrophe
andererseits zerstört er die aufgebaute romantische Illusion am Ende selbst in
seinen Gedichten (Assonanzen, ironische Wendungen, Trivialisierungen)
Das Fräulein stand am Meere
Das Fräulein stand am Meere
Und seufzte lang und bang
Es rührte sie so sehre
Der Sonnenuntergang.
Mein Fräulein sein sie munter,
Das ist ein altes Stück;
Hier vorne geht sie unter
Und kehrt von hinten zurück.
Aus Heinrich Heine, Sämtliche Schriften. Hg.v.K.
Biergleb.
München 1971 , Bd.1,S.248
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Thematik der Romantik (Junges Mädchen, Sehnsucht, Natur) + Absage der
romantischen natur am Ende, durch Erklärung der romantischen Stimmung durch
Naturgesetze
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Durch Kontrast romantische gefühlswelt ist nur Schein
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Heine ironisiert gefühlvolle Stimmungen als Sentimentalität, tut sie damit als nicht
mehr zeitgemäß ab
Heinrich Heine über die Burschenschaften:
"Auch deine Fahne gefällt mir nicht mehr,
Die altdeutschen Narren verdarben,
Mir schon in der Burschenschaft die Lust
An den schwarz-rot-goldenen Farben"
(Heinrich Heine wurde 1821 wegen einer Duellaffäre für ein halbes Jahr von der
Universität ausgeschlossen. Gleichzeitig muß er die Göttinger Burschenschaft
verlassen, weil er Jude ist.)
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