Umwelt als eine Bedrohung der Zukunft durch die Erwachsenenwelt sehen und sich dadurch allein gelassen und hilflos fühlen . Doch anstatt dies mit einem Beweis zu belegen , der sehr angebracht wäre , um diesen schweren Anschuldigungen den nötigen Rückhalt zu verleihen , spricht der Professor von einer Studie über die Ängste der Kinder , um somit seine These über Angst um die Unwelt darzulegen . Doch aus der Furcht vor Atomangriffen und der Zerstörung von Lebensgrundlagen lassen sich seine kontroversen Behauptungen nicht beweisen , vielmehr sind sie ein Beleg dafür , dass Kinder und Jugendliche erst stark durch aktuelle Geschehnisse beeinflusst , weitsichtigere Perspektiven jedoch vernachlässigen . Dies lässt sich dadurch demonstrieren , dass in den Studien unter anderem die rasche Zunahme der Angst vor einer Atomverstrahlung erst nach dem Vorfall in Tschernobyl begann , genauer gesehen erst nach einer Konfrontation mit der Katastrophe durch die Medien oder ähnliches . Daraus ergibt sich natürlich die Frage , inwieweit die Heranwachsenden in der Lage sind , bestimmte Zusammenhänge zu erfassen und somit eine konkrete Meinungsbildung auszuüben . Es ist bewiesen , dass Kinder während der Stufe der prä - operationalen Intelligenz ( etwa vom zweiten bis siebenten Lebensjahr ) Sachverhalte nicht aus der Perspektive anderer betrachten können , erst in der Stufe der formal- operationalen Intelligenz ( etwa ab dem elften , zwölften Lebensjahr) wird abstraktes, und hypothetisches Denkvermögen erworben, das nicht mehr an konkretes Anschauungsmaterial gebunden ist . Prof. Dr. Petri stellt in seinen Ausführungen die Behauptung auf , dass zum Beispiel Bilder einer Ölpest Kindern das Gefühl einer grausamen Erwachsenenwelt vermitteln würden , doch die Denkprozesse eines Kindes lassen eine so ausschweifende Überlegung in anfänglichen Phasen oft nicht zu , sie könnten wohl kaum zu so einem Schluss kommen , da schuldtragende Erwachsene nicht gezeigt werden , wenn sie überhaupt die ganze Problematik einer solchen Naturkatastrophe überhaupt verstehen sollten . Nach Prof. Dr. Petris These können sie solch komplexe Denkvorgänge jedoch vollziehen , was er wahrscheinlich mit der , während des Interviews erwähnten Studie nachweisen wollte .Doch angenommen , Kinder könnten solch weitreichende Gedankengänge bewältigen , drängt sich doch die Frage auf , wieso der Hauptteil der befragten Subjekte Angst vor einer Atomreaktorexplosion hat , wobei bedacht werden sollte , dass es bereits ein solches Geschehen gab , wenn sie doch eigentlich laut Prof . Dr. Petri wissen müssten , dass dies auf Sicherheitsmängel, die wiederum auf schlechte Wartung und letztenendes auf die Einsparung von Kosten für solche Projekte durch einen Beschluss des Ausschusses zurückzuführen ist . Demzufolge müsste doch die Hauptangst der Befragten bei korrupten Politikern liegen , die durch eigenen Profit die interkontinentale Sicherheit gefährden , oder einfach nur Angst vor einer Verarmung des Staates . Laut der
Studie ist sie das aber nicht und deshalb ist zu klären , wen die Subjekte für diese Geschehnisse verantwortlich machen , wenn sie denn überhaupt in ihrem Entwicklungsstand schon in der Lage sein sollten , diese Vorfälle zu verarbeiten und zu verstehen . In erster Linie erfolgt dabei , besonders in der kindliche Phase eine massive Beeinflussung der sozialen Informationsverarbeitung durch Kultur und soziale Umgebung , z.B. Familie und Freunde , in der Werte und Perspektiven vermittelt werden . Somit bekommen die Kinder , wenn auch unbewusst , ein Muster , an dass sie ihre Gedanken und Schlüsse anpassen . Gerade in der frühen Identitätsentwicklung spielt diese Art der Beeinflussung eine maßgebliche Rolle. Wenn Prof. Dr. Petri jedoch von einer Entwicklung von Aggression in der jüngeren Generation spricht , hat er sicherlich nicht ganz unrecht , denn schließlich ist dies mit zahlreichen Statistiken über die Gewaltbereitschaft und Straftaten bei Jugendlichen , die momentan einen Anstieg verzeichnen , entsprechend dargelegt , doch diese entwickeln sich nicht aus der Besorgnis um die Umwelt heraus. Durch die neuen Wertvorstellungen , die sich aus der Manipulation der jüngeren Generation durch die Medien entwickelt werden und somit nicht nur das Interesse der Jugend , sondern auch die gesamte gesellschaftliche Situation unter diesem Gesichtspunkt verschiebt , wie z. B. der Boom des Internet und gewaltverherrlichender Spiele , die breite Produktpalette gewinnorientierter Großkonzerne und das Voranschreiten der gesellschaftlichen Dekadenz durch verstärkte Entwicklung einer angeblich weit entwickelten Zivilisation , in der einerseits eine vorrangige Forderung nach Höchstleistungen gestellt doch parallel dazu eine Förderung von intellektuellen Fähigkeiten der jüngeren Generation geradezu vernachlässigt wird und eher eine Art ,, systematische Volksverdummung" stattfindet , verliert die Natur auch schon bei Kindern und Jugendlichen, die Prof. Dr. Petri als sehr naturverbunden darstellt , an Bedeutung. Vielmehr sehen sich schon Heranwachsende oft als eine Opfer der Ausbeutung durch die vorherrschende Regierung im Land , ohne Hoffnung auf eine sichere Zukunft . Viele Jugendliche haben das Gefühl , wie Prof. Dr. Petri in seinen Ausführungen richtig bemerkt , in der Politik übergangen zu werden , z.B. durch die teilweise vernachlässigte Bildungspolitik , in der sich die Jugendlichen , die eigentlich zur erfolgreichen Zukunft des Landes beitragen sollten , durch Kürzungen und ähnliches immer wieder in ihren Rechten übergangen werden . Noch deutlicher sehen sie dies jedoch auch am elterlichen Vorbild, das, wie schon erwähnt , die soziale Informationsverarbeitung beeinflusst . Viele Heranwachsende suchen deshalb die Lösung der Probleme entweder im völligen Verzicht auf politische Aktivität oder auch in sogenannten radikalen Parteien . Prof. Dr. Petris Idee , die Kinder in den Demokratisierungsprozess einzubeziehen , ist grundlegend zu unterstützen . Damit könnte
man versuchen , Jugendlichen das Vertrauen in die Politik wiederzugeben und ihnen klarmachen , dass sie durchaus nicht rechtlos sind und ihnen bei der Integrierung in das politische System verhelfen oder sie zumindest in einige politische Komplexe einführen , um ihnen die Nötigkeit verschiedener Handlungsweisen zu verdeutlichen. Hingegen ist die Meinung , es wäre förderlich , das Mindestalter für das Wahlrecht herabzusetzen oder extra -Stimmen für Familien mit Kindern einzuführen , nicht zustimmenswert . Als ein gegen die Aussage wäre zum einen zu nennen , dass Jugendliche gerade in ihrer Entwicklungsphase sehr leicht zu beeinflussen sind und Parteien , die generell eine sehr ,,eigene" Art besitzen, um Wähler zu gewinnen, würden so einen neuen Wählertyp vorgesetzt bekommen , der leicht zu manipulieren und für sich eingenommen werden könnte . Ein weitere Argument gegen solche Maßnahmen wäre, dass ein großer Teil der Jugendlichen nicht einmal das Interesse hätte, sich mit Politik zu beschäftigen. Umfragen ergaben , dass durchschnittlich 2/3 der unter-18jährigen kein Interesse an Politik haben , wobei diese Zahl in verschiedenen Bundesstaaten und unterschiedlichen Bildungsinstitutionen durchaus abweichen kann . Dies beweist nur zu gut , dass die bisherigen Wahlbestimmungen durchaus eine tiefere Bedeutung haben und auch nicht geändert werden sollten.
Um sich auf die eigentliche Problematik zu besinnen , kann man zusammenfassen sagen , dass sich die Umweltzerstörung generell nicht auf die kindliche Psyche auswirkt und somit auch keine Verurteilung der Erwachsenenwelt als grausam zugelassen werden kann , wobei man Einzelfälle natürlich nie ausschließen sollte . Dennoch entwickeln sich andere Probleme , die von Prof. Dr. Petri im Verlauf von Enttäuschung , beschrieben wurden , wie Aggression , Angst oder politische Desorientierung. Rückblickend auf die gesamte Argumentation lässt sich feststellen , dass sich die zu Beginn aufgestellte These durchaus bewährt hat , sodass keine Korrektur an der ursprünglichen Meinung vorgenommen werden muss. Meiner Ansicht nach ist die Theorie von Prof. Dr. Petri auf die heute heranwachsende Generation nicht mehr anwendbar , da durch die aktuellen gesellschaftlichen Strömungen andere Dinge an Bedeutung gewonnen haben, während die Beziehung zur Natur schon bei Kindern nach und nach verloren geht , sollte sie jemals vorhanden gewesen sein . Durch das zunehmende Desinteresse der Menschen an Dingen , die sie offensichtlich nicht persönlich betreffen, seien es andere Menschen oder die Natur , werden auch lebensnotwendige Aspekte wie die Erhaltung der Umwelt oft nicht ernstgenommen , da in unseren Breitengeraden so gut wie keine deutlichen Folgen dieses voranschreitenden Verfalls auftreten und somit keine direkte Konfrontation mir diesem Problem entsteht , sprich Naturkatastrophen oder ähnliches .
Ich sehe gerade dieses Desinteresse für Dinge die oft so unpersönlich erscheinen , bei genauerer Betrachtung jedoch ein ungeahntes Ausmaß an Zerstörung für alle Menschen mit sich bringen , als einen gewaltigen Rückschritt in der Entwicklung der modernen Zivilisation , in der Dinge wie Akzeptanz , Respekt und die gegenseitige Rücksichtnahme zumindest theoretisch groß geschrieben werden . Ganz offensichtlich sind nicht die Erwachsenen an dem Riss zwischen den Generationen schuld , sondern die heutigen Moralvorstellungen und deren Umsetzung , die das gesellschaftliche Verhalten prägen und bei jung und alt gleichermaßen Schaden anrichten . Das Problem sind nicht spezifische Altersgruppen , sondern das System , das als Fundament dient , auf dem aktuelle Wertvorstellungen aufgebaut werden. Es muss nicht geklärt werden , wieso diese und auch folgende Generationen das Vertrauen in die bestehenden Normen verlieren und in Hoffnungslosigkeit und Aggressionen förmlich ,,ersticken" werden , denn diese sind nun zureichend bekannt . Die Frage , warum es soweit gekommen ist , steht an erster Stelle .
Arbeit zitieren:
Christine Seidel, 2001, Inwieweit beeinflusst die Umweltzerstörung die kindliche Psyche?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Christine Seidel hat den Text Inwieweit beeinflusst die Umweltzerstörung die kindliche Psyche? veröffentlicht
Christine Seidel hat einen neuen Text hochgeladen
Aromatherapy: Scent and Psyche: Utilizacion de Los Aceites Esenciales ...
Peter Damian, Kate Damian
Psychology: First Canadian Edition, Study Guide & Psychology and the R...
David G. Myers, Richard O. Straub, Fabbs Foundation
Death's Dream Kingdom: The American Psyche Since 9-11
The American Psyche Since 9-11
Walter A. Davis
0 Kommentare