austragen zu dürfen und versprach freien Zugang für alle Rassen und Konfessionen
- Hitler wollte mit den Spielen aller Welt vor Augen führen, dass Deutschland unter seiner Führung ein friedliebendes, sozial und wirtschaftlich aufstrebendes Land sei
- Weltweite Bewegung der Gegner der OS erreichte 1935/36 ihren Höhepunkt
- IOC ließ sich nicht beirren und hielt an Deutschland fest
- 1935 drohte USA erneut mit Boykott wegen Erlass der Nürnberger Rassengesetze (USA-interne Abstimmung ergab jedoch mit 58-56 seine Teilnahme)
- die Teilnahme der Juden schien sich von selbst nicht zu realisieren, da diese ja Trainings- und Wettkampfbetriebseinschränkungen unterlagen
- jedoch taten sich zahlreiche Juden mit guten Leistungen hervor, wurden allerdings durch die psychologischen Begleitumstände wie Lautsprecherdurchsagen" ausnahmsweise Juden zugelassen" oder hämische Zurufe der Zuschauer, erheblich am normalen Training gehindert
- letztendlich waren nur 2 Halbjuden in der gesamten deutschen OMannschaft
- Hitler leitete Großprojekt ,,Reichssportfeld" ein, welches sehr viele Arbeitsplätze schaffte und somit die Popularität der Regierung steigerte
- Außerdem erhoffte man sich die Wiedererringung der Weltgeltung Deutschlands durch den zunehmenden Fremdenverkehr, und vorbereitend für den Krieg wurde die körperliche Ertüchtigung großflächig propagiert und vom Volk auch in die Tat umgesetzt
Neuerungen der OS 1936: (T)
- Einführung der Entzündung der olympischen Flamme in Griechenland (Olympia) und anschließendem Staffellauf ins austragende Land - Fackel-Staffel-Lauf Olympia- Berlin
- Olympische Glocke - religiöse und antike Traditionen, die Deutschland somit auch für sich reklamierte
- Erstmals wurden die Spiele für Rundfunk und Fernsehen aufbereitet und somit viel eindrucksvoller und wirksamer verbreitet
- Basketball und Kanu wurden als olymp. Disziplinen eingeführt
Austragungsorte und Sportstätten (Reichssportfeld-131 Hektar): (T)
- Das alte Deutschlandstadion im Grunewald von 1913 wurde 1934 abgerissen
- Olympiastadion mit 100.000 Plätzen Fassungsvermögen - galt damals als großartigstes Bauwerk der Welt
- Daneben Anlagen für Schwimmen, Hockey (jeweils für 8000 Zuschauer), Arenen und Plätze der Reiter, Anlagen der Ballspieler und Plätze für Aufmärsche
- Insgesamt 4 Stadien
Das olympische Dorf: (J)
- geplant von gleichem Architekten wie Olympiastadion, Werner March
- Gebiet gehörte Wehrmacht und sollte danach als Kasernenanlage dienen
- Bestand aus 1 Empfangsgebäude, 140 einstöckigen und 5 zweistöckigen Wohnbauten, 1 großem Speise- und Küchenhaus dem Hindenburghaus, dem Kommandantenhaus, einer Sport- und einer Schwimmhalle, einer Sauna, einem Ärzte- und Krankenhaus, dem in den Maßen mit dem Olympiastadion identischen Sportplatz und verschiedenen Bauten für Verwaltung und Technik
- War Propagandamittel: indem es städtebaulich, landschaftsgestaltend und baukünstlerisch ein Vorzeigeprojekt des neuen Deutschlands darstellte
- Die Häuser trugen deutsche Städtenamen, waren entsprechend der Karte angeordnet und Gemeinschaftsräume enthielten regional typische Einrichtungen - diente zur Bekanntmachung der Gäste mit Deutschland
- Ausländische Besucher und Presse reagierten durchweg positiv und lobend auf das Dorf
- Olymp. Dorf war Männern vorbehalten - Frauen wohnten in der Nähe des Stadions untergebracht
- Im Nachhinein erinnert die Architektur erschreckend genau an die zahlreicher Konzentrationslager (z.B. Torbau mit Gitter und Wachturm, Luftschutzkeller)
Während der Spiele: (T)
- Alle judenfeindlichen Plakate und Schilder wurden während der Winterspiele entfernt und alle judenfeindlichen Äußerungen waren verboten um den Gästen ein ordentliches, sauberes und ziviles Deutschland vorzutäuschen
- Die Presse durfte keine antisemitischen Texte veröffentlichen
- Winterspiele waren Probelauf für Sommerspiele
- Jedoch schon zu den Sommerspielen wurden z.B. alle Roma und Sinti Berlins in die Außenbezirke umgesiedelt um den Gästen deren Anblick zu ersparen
- Ebenfalls während der Spiele wurde nahe Berlins das KZ-Sachsenhausen errichtet
- Eine ununterbrochene Kette von Empfängen, rauschenden Festen und Ehrungen sorgte für die richtige Stimmung und täuschte über vieles hinweg
- Die Amerikaner dominierten die Leichtathletik, wobei insbesondere Farbige viele Siege errungen
- Z.B. Jesse Owens mit 4 Goldmedaillen - dies widersprach natürlich empfindlich der deutschen Rassenideologie
- Deutschen dominierten Gymnastik, Rudern und Reitsport
- Niederländer dominierten Schwimmen
Resumee: (J)
- insgesamt wurden die OS in übermäßigem Maße zur Propaganda ausgenutzt, was keineswegs im olymp. Sinne liegt - der Sport soll im Mittelpunkt stehen
- Ziel der Präsentation der Stärke Deutschlands war erreicht - 1. Platz Deutschlands in Medaillenspiegel
- hatten somit eine partielle Reinwaschung Deutschlands in der Weltöffentlichkeit zur Folge
- diese bestand jedoch hauptsächlich in Schein als Sein
- da doch die gefährlichen Machenschafften der Nazis nur nach Außen hin scheinbar einen Abbruch gefunden hatten
- jedoch hinter der Fassade genauso weitergingen wie vorher und auch im Jahr 1936 eher sehr stark zunahmen als wie eigentlich propagiert eingestellt wurden (z.B. stieg in diesem Jahr die Zahl der polit. Gefangenen auf 50.000)
- die olymp. Spiele Waren bestens organisiert und wurden in der Weltöffentlichkeit insgesamt gut angesehen, so dass geplant war die nächsten olymp. Winterspiele wieder in Garmisch abzuhalten
- dies scheiterte jedoch, da 1940 der Krieg schon ausgebrochen war
Quellenangabe: (T)
- Internet
- Lexikothek Brockhaus
- Olympiazeitung von 1936
Arbeit zitieren:
Janko Wangelow, 2000, Olympische Spiele 1936, München, GRIN Verlag GmbH
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