Dann ergreift der Zauberkönig das Wort und will die Verlobung zwischen Oskar und Marianne verkünden. Alle Anwesenden jubeln, außer Alfred und Marianne. Alfred küsst lange ihre Hand, ohne zu wissen, dass Oskar sie beobachtet. Später beim Schwimmen in der Donau treffen Alfred und Marianne wieder aufeinander. Diesmal sind sie alleine. Alfred nützt die Gelegenheit und küsst sie lange auf den Mund. Marianne ist sofort hin und weg und fragt ihn auch gleich, ob er sie liebt. Plötzlich taucht der Zauberkönig auf. Er ist entsetzt. Kurz darauf tritt Oskar dazu. Marianne gibt Oskar den Verlobungsring zurück und weigert sich ihn zu heiraten. Sie will bei Alfred bleiben.
Zweiter Teil:
I. & II. Während Oskar im 8. Bezirk noch immer an seine Marianne denken muss, wohnt sie in der Zwischenzeit mit Alfred in einem Zimmer im 18. Bezirk. Ein Jahr ist in mittlerweile vergangen und sie haben bereits ein Kind. Alfred versucht auf Marianne einzureden, da er das Kind loswerden will. Er meint, dass es bei seiner Mutter in der Wachau besser aufgehoben sei, doch Marianne will davon nichts hören und erinnert ihn statt dessen, dass sie ihn genau vor einem Jahr das erste Mal in der Auslage gesehen hat.
III. In einem kleinem Café im 2. Bezirk treffen sich Alfred und der Hierlinger Ferdinand. Alfred klagt bei seinem Freund über sein Leid, für welches seine Frau und sein Kind verantwortlich sind. Mittlerweile hat er das Kind schon an die Mutter in der Wachau abgeschoben, doch für Marianne will er auch noch eine Beschäftigung finden. Da sie Interesse an der rhythmischen Gymnastik hat, meint der Hierlinger Ferdinand, dass er ihr eine Arbeit als Tänzerin in einem eleganten Etablissement besorgen könnte.
IV. Der Hierlinger Ferdinand und Marianne sind auf Besuch bei der Baronin, die die Inhaberin des Etablissements ist. Nach einem kurzen Gespräch ist sie bereits eingestellt. V. Alfred ist bei seiner Mutter in der Wachau auf Besuch. Die Großmutter will schon wieder Geld von ihm zurückhaben, doch sie bekommt es nicht. Sie ist wütend und beschimpft ihn. Sie will ihn außerdem bestechen, indem sie ihm Geld verspricht, wenn er sich von der Marianne trennt. Sie will, dass er einfach nach Frankreich fährt und gibt ihm dafür Geld.
VI. Alfred geht durch die Straßen des 8. Bezirkes und stößt plötzlich auf Valerie. Sie ist anfangs misstrauisch, erzählt ihm aber trotzdem von ihrer Beziehung zu Erich und erkundigt sich auch nach seinem und Mariannes Befinden. Er erzählt ihr, dass es zwischen ihnen aus sei. Er habe vier Wochen in Frankreich verbracht und sie aus den Augen verloren. Nachdem Alfred wieder weg ist bemerkt Valerie Oskar, der das Gespräch belauscht hat. Er erzählt ihr, dass er noch immer bereit wäre, Marianne zu heiraten, wenn sie das Kind nicht hätte.
VII. Marianne ist im Stephansdom um dort zu beichten. Doch auch der Beichtvater beschuldigt sie nur. Zwar bereut Mariannes vieles, was sie getan hat, aber sie bereut nicht, dass sie ein Kind empfangen hat.
Dritter Teil:
I. Der Zauberkönig, Vale rie und Erich sitzen im Heurigen. Sie singen und sind lustig. Doch plötzlich fangen Rittmeister, der hinzugekommen war, und Erich zu streiten an. Erich ist sehr wütend und verlässt den Heurigen. Valerie entscheidet sich danach die Beziehung zu ihm zu beenden. Rittmeister hat plötzlich die Idee ins Maxim zu gehen und alle sind begeistert. Auf der Bühne tanzen nackte Mädchen zu Träumerei von Schumann. Auf einer goldenen Kugel steht das Glück auf einem Bein. Das Glück ist ebenfalls eine unbekleidete Frau und heißt Marianne. Als Valerie sie sieht fängt sie zu schreien an und Marianne erschrickt und fällt von der Kugel. Der Zauberkönig sieht seine Tochter und greift sich auf sein Herz. Rittmeister erklärt, dass er unbedingt ins Maxim wollte, damit der Zauberkönig seine Marianne erkennt und sich mit ihr versöhnt, doch das geschieht nicht. Der Zauberkönig erniedrigt seine Tochter. Als Marianne die Gelegenheit nützt und einem Mister hundert Schilling stiehlt, hat der Zauberkönig einen Schlaganfall.
II. Alfred sitzt bei seiner Großmutter draußen in der Wachau. Sie beschimpft ihn wieder einmal, weil er ihr beichtet nie nach Frankreich gefahren zu sein. Sie meint, dass auch er, genauso wie Marianne, bald im Zuchthaus enden wird. Alfred macht sich wieder auf den Heimweg und die Mutter setzt sich zur Großmutter. Sie macht sich Sorgen um den kleinen Bub, der stark hustet und rote Backerl hat. Sie beschuldigt die Großmutter ihn in der Nacht ans offene Fenster gelegt zu haben, doch die Großmutter sagt, sie habe geträumt.
III. Rittmeister und Valerie unterhalten sich vor dem Geschäft. Valerie erzählt ihm, dass Marianne sie besucht hat. Plötzlich treten Oskar und Alfred aus der Fleischhauerei. Sie verstehen sich sehr gut. Alfred will sich mit Valerie versöhnen, doch die weiß nicht einmal wieso. Plötzlich kommt auch noch Marianne dazu. Sie erzählt vom Zuchthause und wie sie dort erniedrigt worden ist. Valerie gelingt es Marianne zu überreden in die Puppenklinik zu gehen, um sich mit ihrem Vater zu versöhnen. IV. In der Wachau streiten sich die Mutter und die Großmutter, wobei die Mutter die Großmutter am Tode des kleinen Leopolds beschuldigt, der an einer Erkältung gestorben ist. Als die Mutter gerade einen Brief an Marianne schreiben will, um ihr die traurige Nachricht mitzuteilen, kommen der Zauberkönig, Oskar, Valerie, Alfred und Marianne. Der Zauberkönig will seinen Enkel sehen. Während Alfred beteuert, wie traurig er ist, versucht Oskar Marianne zu trösten. Fabel:
Geschichten aus dem Wiener Wald erzählt von dem Schicksal einer jungen, naiven Frau die sich von ihrem Verlobten trennt, weil sie sich in einen anderen Mann verliebt hat, der sich aber eigentlich auf nichts Ernstes mit ihr einlassen will. Marianne muss bitter für ihren Fehler bezahlen. Form und Sprache:
Geschichten aus dem Wiener Wald ist ein Volksstück in drei Teilen. Ödön von Horváth verwendet eine leichtverständliche Sprache, allerdings keinen Wiener Dialekt. Kennzeichnend für ihn ist die knappe Stilisierung, die dichte Atmosphäre, die geschickte Dialogführung und die treffende Menschendarstellung. Deutung:
Meiner Meinung n ach will Ödön von Horváth mit diesem Stück auf den Umgang miteinander aufmerksam machen. Schlimm genug, dass sich die Leute direkt beschimpfen, sie reden auch noch hinterrücks weiter. Gespielte Höflichkeit und die Ausnützung von schwachen Persönlichkeiten sind Hauptthemen in diesem Buch. Der Autor will auch deutlich den Unterschied zwischen dem Schönen und dem Schein-Schönen zeigen. Einerseits wird von schöner Musik von Schumann oder Strauß geredet und von der schönen, blauen Donau, andererseits ist das aber alles nur der Schein. In Realität ist nicht alles so simple, wie es vielleicht ausschaut, sondern viel komplizierter und grausamer.
Arbeit zitieren:
Elizabeth Unger, 2001, Horvath, Ödön von - Geschichten aus dem Wienerwald, München, GRIN Verlag GmbH
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