- erste Konfrontation zwischen Liberalen und Machthabern:
- 1836, nach Tod König Antons wird der anfangs liberale Friedrich August II. König
- distanzierte sich zunehmend von liberalen Reformbewegungen
- 1845 Demonstration gegen Bruder des Königs (Johann) in Leipzig, die Leute hielten ihn für Freund des katholischen Jesuitenordens (Sachsen: v.a. protestantisch)
- Eskalation - Eingreifen des Militärs - 8 Tote, viele Verletzte In dieser brisanten Lage traf Sachsen und Deutschland eine noch brisantere Nachricht: FRAGEN
Siegreiche Februarrevolution in Frankreich Dass wäre auch schon die Einleitung zum nächsten Punkt: II. Die Zeit von 1848 bis Mai 1849:
- Februarrevolution - Ausrufung der Republik
- Märzrevolution in München, Wien, Berlin
- die Sachsen blieben noch friedlich, jedoch nicht untätig
- Vertreter der sächsischen Bourgeoisie formulierten ihre Forderungen, insbesondere nach Pressefreiheit, in einer Petition an den König
- Leipziger Stadtrat stimmt zu, der König lehnt sie jedoch ab
- Leipziger verfielen in zornige Unruhe, Robert Blum, der zum Führer der Revolution in Sachsen wurde dämpfte aber den Zorn: (BILD)
„ In konstitutionellen Ländern sind die Minister, nicht der König verantwortlich. Sie haften für die Abweisung der Leipziger Anträge. Auf ihre Beseitigung muss man dringen. [...] Der König möge das Ministerium entlassen, da dieses das Vertrauen des Landes nicht besitzt.“
(Aus Hans Blum, Die deutsche Revolution 1848-49, Florenz und Leipzig 1898, S.144)
- Ist das nicht widersprüchlich - Friedrich August II. lehnte Petition doch ab? Warum macht Blum diese Aussage?
- will keine Gewalt
- König stürzen noch nicht möglich - der hat Militär
- Will die Regierung „von unten“, im Fundament angreifen
- am 4. März wiederholt Blum die Forderung nach Entlassung der Minister
- daraus folgte der Rücktritt des reaktionären Ministers Falkenstein, und Ansprache des Königs „An meine Sachsen“ (2 Tage später)
- war Beschwichtigungsversuch
- die Ablehnung der Leipziger Forderungen vergrößerte natürlich die Unzufriedenheit im ganzen Königreich - eine Flut von weiteren Adressen an den König aus ganz Sachsen
- Leipziger erwägten einen Massenprotestzug nach Dresden
- sächsische Truppen marschierten nahe Leipzig auf , und preußische Truppen wurden an der Grenze bereitgehalten (Drohung!!)
- Regierung schickte Justizminister Albert von Carlowitz um die Situation zu beobachten
- er sah eine geschlossene Bürgerliche Opposition, aber auch aufgebrachte Volksmassen
- empfahl Friedrich August II. seine Minister zu entlassen
- dies geschah am 13. März
- drei Tage später wird eine neue liberale Regierung unter Leitung des früheren Oppositionsführers Braun eingesetzt
- dem folgen eine ganze Reihe weiterer Reformen, die Forderungen der Leipziger Petition werden erfüllt (Aufhebung der Zensur, neues Versammlungsrecht, allgemeine Wehrpflicht)
- viele neue politische Vereine entstehen (z.B. Vaterlandsvereine unter Führung Robert Blums)
- Mai 1848 Frankfurter Nationalversammlung tritt erstmalig zusammen
- in Sachsen in den Folgemonaten: Unter Führung Blums erstarkten linke Bewegungen
- Robert Blum wird am 09. November in Wien standrechtlich erschossen
- Ende des Jahres Landtagswahlen - die Linke hatte Mehrheit
- Folge: Reiberein mit liberaler Regierung
- im Januar 1849 trat deshalb die liberale Regierung zurück
- es folgte eine konservative Regierung unter Gustav Friedrich Held, der es nach und nach gelang die vorangegangenen Reformen wieder einzuschränken
- Ende März 1849 wurde die Reichsverfassung in Frankfurt mit knapper Mehrheit angenommen
- 3. April: Friedrich Wilhelm IV. lehnt die Kaiserkrone ab
- im sächsischen Landtag wurde Verfassung natürlich angenommen
- um den König auch zur Annahme der Verfassung zu bewegen, bediente sich die sächsische Volksvertretung jetzt eines Druckmittels. - Sie machte die Bewilligung von Steuern vom Anerkennen der Verfassung abhängig.
- am 1. Mai löst der König das Parlament auf - Auslöser des Maiaufstandes III. Der Maiaufstand: (3.-9. Mai)
- ab 1. Mai kursiert in Dresden das Gerücht, dass sich preußische Truppen bald in das Geschehen in Sachsen einmischen werden
- der letzte Zündfunken für den bewaffneten Widerstand war dann das Verbot einer Demonstration der Bürgerwehr am 3. Mai und die offiziellen Drohung mit dem Einmarsch preußischen Militärs
- um 16.00 Uhr Sturm auf das Zeughaus - abgewehrt + 4 Tote
- in der darauffolgenden Nacht 108 Barrikaden um den Altmarkt
- mit auf den Barrikaden: u.a. Richard Wagner, Gottfried Semper (leitete Bau der Barrikaden)
- König flüchtet in der selben Nacht auf Festung Königstein
- neue provisorische Regierung: Samuel Erdmann Tzschirner (äußerst links)
- 24stündiger Waffenstillstand
- 5. Mai: - Bakunin („Dr. Schwarz“), russischer Berufsrevolutionär, trifft in Dresden ein,
- seine wahre Absicht wird deutlich, als er demonstrativ die Fahne der
- Bakunin ließ das alte Sempersche Opernhaus anzünden, um den Ansturm der
- Folge: einige Bürger distanzierten sich von Aufständigen
- ca. 2000 Soldaten gegen 10000 Aufständige - Soldaten kreisen ein, nur Eindämmung
- 6. Mai: - Eintreffen preußischer Truppen, vier Tage Kampf
- 9. Mai: - letzte Bastionen fielen, damit war der Maiaufstand beendet! Resultat: - 30 Soldaten und ca. 200 Barrikadenkämpfer gefallen, politische Gefangene
- bürgerliche Freiheiten wieder abgeschafft
- vorbei die Aussicht auf Deutsche Einigung
- wieder Rückzug der Menschen in Privatsphäre
Quellen:
- „Geschichte der Sachsen“, Gustav Niemetz, Oberlausitzer Verlag, 1999
- „Geschichte der deutschen Länder“, Band 2: „Die deutschen Länder vom Wiener Kongreß bis zu Gegenwart“, A.G. Ploetz Verlag, 1971
- „Bildung des Märzministeriums in Sachsen“, Martin Seffner, drefa Projektgruppe „Geschichte Mitteldeutschlands“ (des MDR)
- „Bertelsmann Lexikon Geschichte“, Bertelsmann Lexikon Verlag, 1991
- „Die deutsche Revolution 1848-49“, Dr. Hans Blum, Florenz und Leipzig 1898
- „Brockhaus Enzyklopädie“, F.A. Brockhaus Mannheim, 1990
Arbeit zitieren:
Robert Zeiß, 2001, Revolution 1848/49 in Sachsen, München, GRIN Verlag GmbH
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