Da schlug´s 13! - Der Mauerbau
1.Ursachen /Errichtung der Mauer
- Berlin markierte in den Ost - West - Beziehungen zwischen den Supermächten und den beiden deutschen Staaten einen markanten Kristallationspunkt
- Die Stadt schöpfte ihre Bedeutung jedoch weniger aus sich selbst heraus, sondern aus der Rolle, die sie für den Ost - West Konflikt spielte
- 1958, zehn Jahre nach der Berlin Blockade, nahm der Druck der Sowjetunion auf Berlin wieder zu - schon im August protestierte die SU in einem Schreiben an die USA gegen die Einbeziehung West - Berlins in die völkerrechtlichen Verträge der BRD
- am 27. November ´58 überreichte der sowjetische Partei- und Regierungschef Chruschtschow den Westmächten ein auf 6 Monate befristetes Ultimatum - das Berliner Ultimatum
- er forderte somit die Umwandlung West - Berlins in eine entmilitarisierte ,,Freie Stadt" - westalliierte Truppen sollten abziehen, was eine Aufhebung der Vier - Mächte Status
- er kündigte an, mit der DDR einen separaten Friedensvertrag zu schließen und ihr die Rechte der SU auf den Transitstrecken zu übertragen; damit drohte eine fast vollständige Sperre der Zugangswege nach Berlin
- in einer Konferenz internationaler Außenminister der Großmächte, an der auch Delegationen aus der BRD und der DDR als Beobachter teilnahmen - Berlin wurde endgültig rechtlich von der Bundesrepublik abgekoppelt
- West - Berlin war ein ständiges Ärgernis für die DDR - der freie Teil der Stadt galt mit seinen attraktiven Geschäften und seinen freien Presseorganen als das ,,Schaufenster des Westens" für die DDR - Bewohner; er wurde zum Zufluchtsort für alle, die den kommunistischen Machtbereich aus politischen Gründen verlassen wollten
- Während die Grenze der DDR und der BRD schon seit 1952 abgeriegelt war, blieben die Übergängen zwischen dem Ostsektor von Berlin und den 3 Westsektoren offen; rund 100 000 Ostberliner arbeiten in West - Berlin, etwa 65 000 Westberliner pendelten in den Ostteil der Stadt
- Hunderte von Menschen aus der DDR nutzten täglich die offene Grenze, um in den Westteil der Stadt zu fliehen - von dort wurden sie in die BRD ausgeflogen
- Man kehrte ihr den Rücken, aufgrund der Unzufriedenheit mit den ökonomischen und politischen Verhältnissen (Versorgungsschwierigkeiten; Zwangskollektivierung der Landwirtschaft, Zurückdrängung des privaten Handwerks)
- Die Abwanderung eines großen Teils der arbeitenden Bevölkerung verschärfte die wirtschaftlichen Schwierigkeiten und beeinträchtigte ihre politische Rolle im Ostblock
- Die Westmächte gaben den Forderungen Chruschtschows von ´58 nicht nach, sie bekräftigten dennoch 3 wesentliche Garantien für Berlin:
* ihr Recht auf Anwesenheit in Berlin
* ihr Recht auf freien Zugang nach West - Berlin
* die ,,Möglichkeit für die Westberliner, ihre eigene Zukunft frei zu bestimmen und ihre Lebensweise selbst zu wählen
- es folgten Jahre der Spannung, in denen die Sicherheit und Freiheit Berlins auf dem Spiele stand
- der Flüchtlingsstrom stieg so rapide an, das allein im Juli ´61 30 415 Bürger in den Westen flüchteten; so daß Walter Ulbricht am 15.6. 1961 in einer Pressekonferenz die Initiative im Hinblick auf den Flüchlingsstroms übernahm(er forderte die Schließung des Flüchtlingslagers Marienfelde, den Verzicht auf Gewährung politischen Asyls, sowie die Schließung diverser Rundfunkanstalten und des Flughafen Tempelhofs) - auf die Frage ,,Bedeutet die Bildung einer freien Stadt ihrer Meinung nach, das die Staatsgrenze am Brandenburger Tor errichtet wird? Und sind sie entschlossen, dieser Tatsache mit aller Konsequenz Rechnung zu tragen ?", antwortete er dabei mit seinem berühmt gewordenen Worten: ,,Ich verstehe ihre Frage so, daß es in Westdeutschland Menschen gibt, die wünschen, daß wir Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR dazu mobilisieren, eine Mauer aufzurichten. Mir ist nicht bekannt, daß eine Solche Absicht besteht - Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten." - obwohl genau diese Zitat nach dem Bau der Mauer der BRD die Möglichkeit gab, der DDR nach belieben den Spiegel der Verlogenheit vorzuhalten, läßt sich jedoch bis heute nicht beweisen, daß Ulbricht bewußt die Unwahrheit sagte - aufgrund der Flüchtlingszahlen und der wirtschaftlichen Probleme mußte er in kurzer Zeit eine Lösung finden - es ist nicht auszuschließen, daß er noch an einen Verhandlungserfolg der Sowjetunion mit ihren Friedensvertragsplänen glaubte
2. Die Errichtung der Mauer - der 13. August 1961
- die Regierung der DDR wußte sehr wohl, daß sie auf die ihr Land verlassenden Menschen angewiesen war - es gelang ihr aber nicht, die Bürger freiwillig im Land zu halten
- aus diesem Grunde wurde schon ´52 begonnen, die Grenze zwischen der DDR und der BRD durch Zäune und Bewachung zu sichern - es wurde eine 5 km breite Sperrzone eingerichtet, die nur mit Genehmigung betreten werden durfte - hieran folgte ein 500 Meter breiter Schutzstreifen und direkt an der Grenze ein 10 Meter breiter Kontrollsteifen - das Schlupfloch blieb jedoch, wie gesagt Berlin
- am Ende einer geheimen Poltitbürositzung am 9. August ´61 wird die endgültige Errichtung eines Antifaschistischen Schutzwalls beschlossen
- mit einem enormen organisatorischem Aufwand werden in der Nacht vom 12. auf den 13.8. alle verfügbaren Menschen in Bereitschaft versetzt
- unter der Leitung von Erich Honecker wird Ost - Berlin und die DDR gegenüber West - Berlin mit Stacheldraht und spanischen Reitern (Panzersperren) abgeriegelt - dies geschah vorerst nur provisorisch, aber in den nächsten Tagen wurde begonnen dies durch eine Steinmauer zu ersetzen
- Menschen, die direkt im Ostteil an der Sektorengrenze lebten, mußten ihre Wohnungen verlassen, die Türen und Fenster wurden in Richtung Westen zugemauert
- Sämtliche Straßenverbindungen - außer der Grenzübergänge - wurden gesperrt; ebenso die Bahnverbindungen in den Westteil Berlins - Westberliner U- und S- Bahnlinien fuhren auf Ostberliner Stationen ohne Halt durch, die Zugänge zu diesen Bahnhöfen wurden verschlossen
- Der von den Warschauer Pakt -Staaten veranlaßte Bau wurde von der Volkspolizei und der NVA durchgeführt - an zentralen Punkten fuhren Panzer auf (Bewachung von Betriebskampftruppen)
- Tausende von Familien wurden über Nacht auseinander gerissen - ab dem 23.8.1961 durften Westberliner Bürger Ost - Berlin nicht mehr betreten - am 20.9.1961 begann die Zwangsräumung von Häusern unmittelbar an der Grenze zu Westberlin
Fluchtversuche
- In den folgenden tagen und Wochen kam es dramatischen Fluchtversuchen, zum Teil waghalsigen Sprüngen aus Fenstern, die noch nicht zugemauert waren, oder über die Grenze; z.B. wurde am 17.8.´62 der achtzehnjähriger Ost - Berliner Peter Fechter bei einem Fluchtversuch von Grenzwachen angeschossen und verblutete - jedoch wurde die DDR mit jeder geglückten Flucht über die Schwachpunkte ihrer Grenzsicherung informiert und sie sicherte diese sofort noch genauer
- Zum Teil waren für eine Flucht monatelange Vorbereitungen nötig; z.B. wurden in Mauernähe Wohnungen angemietet und von dort aus Tunnel gegraben
- Ein Lockführer fuhr mit seinem Zug, der eigentlich in Grenznähe enden sollte, Ende ´61 einfach weiter und kam erst im Westteil zum Stehen - die Folge war, daß künftig zwingend die Züge in Grenzbahnhöfen halten mußten; es wurde durch Sperren unmöglich, die Weichen und Signale so zu stellen, das ein Zug noch einmal so ungehindert weiterfahren konnte
- Eine der genialsten Ausreisen gelang 1979 zwei Familien nach Bayern - sie flüchteten in einem selbst zusammen geflickten Heißluftballon in über 2000 Meter Höhe über die innerdeutsche Grenze
- Andere flüchteten in extrem niedrigen Autos einfach unter Schlagbäumen hindurch
- 1968 baute sich ein Mann ein Mini - U- Boot, welches ihn durch das Wasser in Richtung Westen zog, sogar diese Flucht glückte
- es gab etwa zweihundert Tote (bis ´88 191) registriert an der Mauer, - die meisten von Grenztruppen erschossen, in Grenzgewässern ertrunken oder sie starben bei dem Versuch in den ersten Tagen aus den Häusern zu springen ; der letzte war Chris Gueffroy am 6.2.1989
Sicherung der Grenze
- die Grenze Westberlins zu Ostberlin und zur DDR war 166 km lang und mit einem tiefgestaffeltem System von Sperranlagen versehen
- auf etwa 107 km stand eine Mauer
- es begann mit 4m hohen Betonplattenwänden- mit einer Betonröhre gekrönt, auf östlicher Seite verlief ein beleuchteter Kontrollstreifen, der sogenannte Todesstreifen, Flüchtlinge, die ihn bereits erreicht hatten, wurden ohne Vorwarnung beschossen, es folgten ein Graben, der den Durchbruch von Fahrzeugen verhindern solle, und danach kamen ein Patrouillenweg, Hundelaufanlagen, Wachtürme, Schutzbunker und schließlich die 2. Mauer (ein Kontaktzaun)
- die Grenze durchschnitt 192 Straßen von denen 97 nach Ostberlin und 95 in die DDR führten
- am 21.6.´63 erließ der Minister für nationale Verteidigung eine Anordnung über die Errichtung eines Grenzgebietes an der Staatsgrenze der DDR zu Westberlin, danach wurde innerhalb Ostberlins an der Sektorengrenze ein 100m breiter Schutzstreifen gezogen, dessen Bewohner sich registrieren lassen mußten
3. Die Reaktion der Westmächte
- die Westmächte reagierten ehre verhalten auf die
Geschehnisse in Berlin, da die 3 Grundsätze, die sie für
Berlin aufgestellt hatten ja nicht angetastet wurden
- frisch gewählter Präsident Kennedy schickte dennoch den Luftbrückenorganisator General Clay und seinen Vizepräsidenten Johnson und verstärkte die Truppen - die Depression der Westberliner Bevölkerung wich nun einer neuen Zuversicht in die Entschlossenheit des Westens, in Berlin zu bleiben und direkter Aggression zu begegnen
- der Mauerbau war für die Regierung Adenauers ein tiefer Einschnitt - die Politik der Stärke schien in Bezug auf die DDR gescheitert
- der junge amerikanische Präsident hatte erkannt, daß es keine Möglichkeit gab, den Bau wieder Rückgängig zu machen und plädierte für den Status quo - da er die Brisanz erkannte und die Gefahr eines 3. Weltkrieges
- der Besuch Kennedys im Juni ´63 beendete die Vertrauenskrise zu den Westmächten, er schaffte es nicht nur mit seiner weltberühmten ,,Ich bin ein Berliner" Rede das trotzige Gefühl der Bevölkerung wiederzubeleben, sondern Verknüpfte auch die Existenz der Mauer mit der Einheit Deutschlands - ZITAT
4. Bewertung des Mauerbaus
- mit der Teilung Berlins verschwand die letzte sichtbare Klammer beider deutscher Staaten
- den Menschen in Ost und West wurde bewußt, daß eine schnelle Wiedervereinigung nicht erreichbar war zu diesem Zeitpunkt
- jedoch gab es auch durch die Mauer nie eine totale Isolation zwischen beiden Stadthälften und Ländern
- die deutsche Frage stand solange offen, wie es die Mauer und die Grenze gab
- in den Augen der DDR war mit der Errichtung dieses Anitfaschistischen Schutzwalls der Krisenherd Berlin unter Kontrolle gebracht wurden - die Menschen konnten nun nicht einfach abwandern, da ihnen jegliche demokratische Form der Mitbestimmung verwehrt wurde, mußten sie sich mit dem Regime arrangieren - es gab nun keine Alternativen mehr
- jedoch war Berlin mit der freiheitlichen Existenz Westberlins der kommunistischen Herrschaft trotz Mauer ein Dorn im Auge, sie war aber auch für die BRD eine offene Wunde, da man ihr dort immer wieder das Drama der Teilung Deutschlands vor Augen führte
- Bis heute sind noch juristische Diskussionen rund um die Mauer und den Schießbefehl im Gange - besonders der Fall Egon Grenz
- das Brandenburger Tor, was unmittelbar an der Mauer gelegen ist wurde seit dem Mauerbau das Symbol der deutschen Teilung uns somit ist die Weltgeschichte um ein weiters erschreckendes und menschenfeindliches Bauwerk reicher geworden, welches aber in unserer Zeit zum wieder erstandenem Zeichen des Kampfes und der Freiheit avancierte
- dennoch ist durch den Verlust des gemeinsamen Mittelpunktes Berlin - im Kampf für die Einheit, nach dem Fall der Mauer und der vollzogenen Wiedervereinigung vom Jahre 1990 bis heute die gemeinsame Rolle der Deutschen in der Gesellschaft und Weltpolitik zu spüren - das heißt die Mauer ist in vielen Köpfen noch nicht gefallen
ZITAT:
,,Die Mauer ist die abscheulichste und stärkste Demonstration für das Versagen des kommunistischen Systems. Die ganze Welt sieht dieses Eingeständnis des Versagens. Was von Berlin gilt, gilt von Deutschland: Ein echter Frieden in Europa kann nicht gewährleistet werden, solange jedem vierten Deutschen das Grundrecht einer freien Wahl vorenthalten wird. In sechzehn Jahren des Friedens und der erprobten Verläßlichkeit hat diese Generation der Deutschen sich das Recht verdient, frei zu sein, einschließlich des Rechts, die Familie und die Nationen in dauerhaftem Frieden wieder vereint zu sehen im guten Willen gegen jedermann. - Ich bin ein Berliner"
Zitat Journalistin:
,,Bedeutet die Bildung einer freien Stadt ihrer Meinung nach, das die Staatsgrenze am Brandenburger Tor erreicht wird? Und sind sie entschlossen, dieser Tatsache mit aller Konsequenz Rechnung zu tragen?"
Zitat Walter Ulbrichts:
,,Ich verstehe ihre Frage so, dass es in Westdeutschland Menschen gibt, die wünschen, dass wir Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR dazu mobilisieren, eine Mauer zu aufzurichten. Mir ist nicht bekannt, dass eine solche Absicht besteht - Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten."
Wie war die Grenze gesichert ?
Berlin/Berlin
Länge der Grenze zwischen Berlin West und Berlin Ost 43,1 km
Länge der Grenze zwischen Berlin West und dem Umland 111,9 km
Betonplattenwand mit Rohrauflage (Mauer) 106 km
Metallgiterzaun 66,5 km
Grundstücksmauern 0,5 km
Beobachtungstürme 302
Bunker 20
Hundelaufanlagen 259
KfZ - Sperrgräben 105,5 km
Kontakt -bzw. Signalzaun 127,5 km
Kolonnenweg 124,3 km
Innerdeutsche Grenze
Länge der Grenze 1378,1 km
Metallgitterzaun 1265,0 km
Gittersperr -und Signalzaun 1185,7 km
Hundelaufanlagen 71,5 km
Betonsperrmauern 29,1 km
KfZ - Sperrgräben 829,2 km
Kolonnenweg 1339,1 km
Lichtsperren (Bogenlampen) 232,4 km
Erdbunker 473
Beobachtungstürme 628
Bis November ´84: Selbstschußanlagen (etwa 600 000) 339,1 km
Minenfelder 292,5 km
Grenzübergänge
Mit der Bahn
Lübeck - Herrnburg
Büchen - Schwanheide
Wolfsburg - Oebisfelde
Helmstedt - Marienborn
Walkenried - Ellrich (nur Güterverkehr)
Bebra - Gerstungen
Ludwigsstadt - Probstzella
Hof - Gutenfürst
Straße
Lübeck -Schultrup - Selmsdorf
Gudrow - Zarrentin
Lauenburg - Horst
Bergen - Salzwedel
Helmstedt - Marienborn
Duderstadt - Worbis
Herleshausen - Wartha
Eussenhausen - Meiningen
Rottenbach - Eisfeld
Rudolphstein - Hirschberg
Außerdem auf der Elbe:
Schnackenburg - Cumlosen
Arbeit zitieren:
Korinna Barthel, 2000, Da schlug´s 13! Der Mauerbau, München, GRIN Verlag GmbH
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Facharbeit (Schule), 19 Seiten
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Da schlug´s 13! der Mauerbau.
Na ja. Der Haupteil der Fakten scheint ja zu stimmen, aber hat die Dame schon mal etwas von Walter Ulbricht gehört? Bis auf das Zitat ("Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten") kommt er nicht vor. Interessant wäre auch gewesen, der Frage der Verantwortung des Mauerbaus nachzugehen.
am Wednesday, August 15, 2001-
robin
mauerbau.
danke, du hast mir die halbjahresnote gerettet
am Friday, January 11, 2002-
G. Grenz
Details.
bin aus dem Hausarbeitenalter heraus und über eine Suchmaschine auf die site gestoßen:
1. der Egon heißt Krenz und nicht Grenz
2. es waren Betriebskampfgruppen und nicht - truppen.
am Monday, March 18, 2002-
sunny
13.8.1961.
Sehr gute Schilderung des Mauerbaus mit Hintergrundinformationen und Detailwissen
am Tuesday, May 28, 2002-