Gefährdungen durch Aktivwerden z.B. mit Flugblättern, Wandparolen oder durch Teilnahme - anVerschwörerkreis mit Ziel: Sturz der Diktatur à neue Staats- und Gesellschaftsordnung Merkmale des Widerstands: Verweigerung (als persönliche Abwehr von Herrschaftsanspruch - undSelbstbehauptung von Gruppen) à Opposition (als Haltung grundsätzlicher Gegnerschaft) à Widerstand als bewusstes Handeln
diese bauten aufeinander auf, steigerten sich von der passiven Abwehr zum aktiv - verwirklichtenWunsch nach Veränderung des Regimes
Widerstand nicht nur als Haltung zu definieren, sondern als Handeln, das auf grundsätzlicher - Ablehnungdes NS beruhte, das aus ethischen, politischen, religiösen, sozialen oder individuellen Motiven darauf abzielte, zum Ende des Regimes beizutragen „Widerstand ist [...] der bewusste Versuch, dem NS-Regime entgegenzutreten [...], und damit - Gefahrenauf sich zu nehmen [...]“ (Kleßmann)
3. Allgemeine Motive des Widerstands
Beseitigung der Demokratie bzw. der ihr zugrundeliegenden Prinzipien - VerfolgungAndersdenkender - Verfolgungvon Minderheiten, besonders der Juden - generelleMissachtung menschlicher Freiheit und Würde - Anzettelungund Ausweitung des Krieges - aussichtsloseLage bzw. die Chance eines erträglichen Friedens - Dokumentationgegenüber dem Ausland, dass es Deutsche gab, die sich nicht mit dem Dritten - Reichbzw. seinem Führer identifizieren lassen wollten
4. Allgemeine Formen des Widerstands
Verweigerung von Befehlen
-
Sabotage
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Flugblätter,Wandparolen
-
geistigerWiderstand, d.h. der Versuch, politische, juristische, gesellschaftliche Modelle für die
-
Zeitnach Hitler zu entwickeln Attentatsversuche
-
Beispiel: - „Weiße Rose“
- „Edelweißpiraten“
- „Swingjugend“
WEIßE ROSE
Sommer 1942: Gruppe um Geschwister Hans und Sophie Scholl - außerdemWilli Graf, Alexander Schmorell, Christoph Probst, Philosophie-Prof. Kurt Huber - Ziel:Bewahrung der Unabhängigkeit, Entziehung der totalen Vereinnahmung durch den NS, - „Falldes Nationalsozialistischen Unrechtsstaates“ und „Erneuerung des schwerverwundeten deutschen Geistes von innen her...“
sie wollten neues Europa, Freiheit, Menschenwürde, Garantie der Menschenrechte - esging ihnen nicht um einen Staatsstreich - siewusste jedoch, „dass die nationalsozialistische Macht militärisch gebrochen werden muss.“ - Juni1942: erste 4 Flugblätter geschrieben - Winter1942/43: hören von sinnlosen Leiden und Opfern in der Schlacht um Stalingrad à - Wandparolen,2 weitere Flugblätter à Aufruf zum passiven Widerstand gegen Hitler und zur Sabotage
richteten sich an Öffentlichkeit und besonders an Studenten - Allg.Inhalte: Informationen über Terror des nationalsozialistischen Unrechtsstaates, seine - Vergehenan Juden und Polen, die geistige Verführung der Jugend und die sich verschlechternde Kriegslage
18.2.1943: Verhaftung der Geschwister Scholl durch Gestapo bei Verteilung hunderter von - Flugblätternin der Münchner Uni
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dieses letzte Flugblatt forderte „die Erkämpfung unserer freien Selbstbestimmung, ohne die - geistigeWerte nicht geschaffen werden können“ und die „Brechung des nationalsozialistischen Terrors aus der Macht des Geistes“
22. Feb. 1943: Hinrichtung der Geschw. Scholl und von Christoph Probst
-
WilliGraf und Kurt Huber einige Monate später hingerichtet
-
weitereHinrichtungen aus dem Umfeld der
Weißen Rose
-
Beispiel: - „Kreisauer Kreis“
- Carl Friedrich Goerdeler
- „Mittwochsgesellschaft“
- „Freiburger Kreis“
- „Solf-Kreis“
KREISAUER KREIS
ab 1940 in Kreisau (Schlesien), München und Berlin: Treffen von Gruppen aus Männern und - Frauenaus unterschiedlichen sozialen Schichten (Konservative, Sozialisten, Großgrundbesitzer, Gewerkschafter, Protestanten, Katholiken) und geistigen Traditionen, unter ihnen die Freunde James Graf von Moltke und Peter Graf Yorck von Wartenburg (àKreisauer Kreis)
hatten keine konkreten Umsturzpläne, Ablehnung eines Attentats auf Hitler - siewollten: durch Tagungen, Gespräche und Denkschriften Vorbereitung auf die „Zeit - danach“,die Zeit nach dem NS
arbeiteten Grundzüge (s.u.) einer geistigen, politischen und sozialen Neuordnung aus, später - Überlegungenzu einzelnen Fragen der Politik und Verwaltung
als Ergebnis der drei großen Zusammenkünfte des Kreisauer Kreises verfasst Moltke die - „Grundsätzefür die Neuordnung“ Inhalt:
Grundlage: Humanität, Gerechtigkeit, Überwindung von Klassenschranken - innenpolitisch:Wiederherstellung des Rechtsstaates, Anerkennung der Unverletzlichkeit der - menschlichenWürde, die Garantie von Glaubens- und Gewissensfreiheit, das Recht auf Arbeit, Eigentum und Selbstbestimmung, politische Verantwortung und Mitwirkung jedes Einzelnen, die Mitbestimmung im Betrieb und in der Wirtschaft außenpolitisch: Überwindung des Nationalismus bei gleichzeitiger Förderung des - Internationalismusin Hinblick auf ein vereintes Europa im Vordergrund außerdem auf der 3. Tagung: Grundsätze einer „Bestrafung der Rechtsschänder“, der - Verbrecherdes NS erarbeitet
Januar 1944: Verhaftung von Moltke durch Gestapo à Ende des Kreisauer Kreises - einigeMitglieder schließen sich Goerdeler-Kreis an, andere näherten sich militärischen - Widerstand
wegen dieser Verbindungen: meisten Mitglieder nach dem 20. Juli 1944 als Mitverschwörer - angeklagtund zum Tode verurteilt
5.3. Widerstand in der Arbeiterschaft
Beispiele: - „Rote Kapelle“
- „Neu Beginnen“ -„Roter Stoßtrupp“
ROTE KAPELLE
vom Oberst des sowjetischen Geheimdienstes, Leopold Trepper, von Brüssel aus aufgebaut -
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RK geleitet von Harro Schulze-Boyson (seit 1936 Oberleutnant im Reichsluftfahrtministerium) - undArvid Harnack (Oberregierungsrat im Reichswirtschaftsministerium) Mitglieder der Roten Kapelle: zumeist Intellektuelle, nicht alle waren Kommunisten - bestandenaus Offizieren, Beamten, Wissenschaftlern, Künstlern, Arbeitern, Angestellten, - Soldaten,Marxisten und Christen Motiv: alle lehnten den Faschismus ab - Ziel:politischer und militärischer Zusammenbruch des nat.soz. Regimes - siesahen ihre Aufgabe darin, die Eigenständigkeit Deutschlands als Nationalstaat zu sichern - dieAnhänger der RK in einen „inneren“ und „äußeren“ Kreis geteilt - innererKreis: gaben illegale Flugblätter und Zeitschriften heraus, organisierten Fluchthilfe und - führtenSabotageaktionen durch
äußerer Kreis: stand in Funkkontakt mit Sowjetischen Stellen - überdieses Funknetz: Sowjets mit Berichten über politische, militärische, und wirtschaftliche - Vorgänge,besonders über die Rüstungsproduktion versorgt
sie sahen in der Zusammenarbeit mit der SU die einzige Möglichkeit, Deutschland und Europa - voreiner dauernden Herrschaft des NS zu retten
Bsp.: Ankündigung des deutschen Angriffs 1941 auf SU à wurde aber von Stalin nicht ernst - genommen
August 1942: Aufdeckung der Organisation - nachFolterungen und Geheimprozessen wurden die meisten Anhänger auf Hitlers Weisung - („Landesverräterund Bolschewisten“) erhängt
5.4. Widerstand politischer Gruppen (Parteien)
Beispiel: - KPD
- SPD
KPD
Ziel kurzfristig: Ende der nationalsozialistischen Herrschaft - Ziellangfristig: Abschaffung der Weimarer Republik durch eine kommunistische Revolution - Methoden:keine physische Gewalt, keine Attentate - sondern:Appelle an die Vernunft, Aufklärung über den Nationalsozialismus und Widerlegung - derNS-Propaganda
Mittel: Massendemonstrationen, Generalstreiks - wolltenin Reichtagswahlen am 5. März 1933 Nazis auf demokratischem Wege bekämpfen - aberParteiverbot bereits vor Reichtagswahlen - Aufbauvon Kontakten zu Kommunisten im Ausland - spektakuläreAktionen: rote Fahnen an Schornsteinen, Sprechchöre auf Berliner Hinterhöfen, - Straßenumbenennungen,Durchtrennen des Hauptstromkabels bei Hitler-Rede in Stuttgart überregionale Zeitungen: Aufklärung über NS-Praktiken und Konzentrationslager, praktische - Anleitungenzum Widerstand, Tipps für Verhalten vor Gericht lokale Zeitungen: Karikaturen von Bürgermeistern, Aufrufe zur Teilnahme an KPD- - Veranstaltungen,Berichte über Nationalsozialismus in jeweiliger Stadt Flugblätter: Appelle an Arbeiterschaft, Aufrufe zur Teilnahme an Streiks und Demonstrationen, - Bewusstseinsbildungfür soziale Ungerechtigkeiten Propaganda in Betrieben, Beeinflussung der Betriebsratswahlen - Verbreitungvon Hitler-Witzen, um Hitler lächerlich zu machen - imKrieg: Aufbau eines Verbindungsnetzes zwischen Berlin, Rheinland, Moskau und mehreren - nord-und westeuropäischen Städten durch Funk, Schiffsverkehr und weibliche Kuriere; 1942 von der Gestapo zerschlagen Probleme:
Radikalismus und fehlende Kooperationsbereitschaft mit anderen Widerstandsgruppen - außerdem:„Sozialfaschismus-These“ (d.h. sie bezeichneten u.a. die Sozialdemokratie als - „kleinenBruder des Faschismus“) zu großes Vertrauen in sowjetische Unterstützung - daherauch Verwirrung und Enttäuschung über deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt - zwischenHitler und Stalin
SPD
Ziel kurzfristig: Ende der nationalsozialistischen Herrschaft -
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Ziel langfristig: Wiederherstellung der alten Weimarer Republik - schonvor der Machtübernahme Hitlers: Kampf gegen die Herrschaft des NS - Methoden:z.B. Gründung einer Sabotage-Organisation in Magdeburg (Straßensperren, - Bahnblockaden,Durchtrennen von Telefonleitungen) Massendemonstrationen - parlamentarischerWiderstand gegen die Ermächtigungsgesetze - öffentlicheBloßstellung der NSDAP durch eine Reichtagsrede von SPD-Fraktionschef Otto - Wels(à bedeutete Parteiverbot)
Protestdemonstrationen gegen Boykott jüdischer Geschäfte am 1. April 1933 - Flugblätterund lokale Zeitungen: ausführliche Analysen des Nationalsozialismus, Aufrufe zur - Teilnahmean Demonstrationen, Appelle an die Arbeiterschaft Propaganda in Betrieben, Beeinflussung der Betriebsratswahlen - "Grenzsekretariate"zum Austausch von Nachrichten und Propaganda mit dem Ausland - Nachrichtendienstmit Kontakt zur ausländischen Presse - Probleme:
SPD-Führung verhielt sich ganze Zeit über passiv
-
Widerstandging ausschließlich von Einzelgruppen aus und wurde nie zentral gesteuert
-
naivesVertrauen in Weimarer Verfassung und Demokratie
-
geringeKooperationsbereitschaft mit der KPD
-
standNationalsozialismus bis zum Jahr 1933 völlig ablehnend gegenüber - Nazisnicht zu Sakramenten zugelassen und nicht kirchlich beerdigen - Sommer1933: Reichskonkordat - Inhaltdieses Vertrags: Garantie der Freiheit des Bekenntnisses, der selbständigen Ordnung - kirchlicherAngelegenheiten, des Schutzes katholischer Organisationen, die sich auf religiöse und karitative Zwecke beschränkten
NS-Regime hielt sich nicht an Konkordat (erhöhte Druck auf kath. Org., Geistliche regelrecht - verfolgt)
so begann Widerstand in der kath. Kirche - Predigtenmit Doppelsinn verlesen à Verleumdung der Ideologie des NS, Folge: Prozesse - wegenangeblicher Sittlichkeitsdelikten oder Devisenvergehen, Zensierung der katholischen Presse und später Verbot
14. März 1937: Papst Pius XI. nahm in Enzyklika „Mit brennender Sorge“ Stellung gegen - Angriffauf die katholische Kirche in Deutschland Kritik, aber wollte Gunst der Nazis nicht verlieren - Folge:Kampf der NS gegen Kirche radikaler - jederGeistliche, der sich in seiner Predigt über die Enzyklika in irgendeiner Weise äußerte, - wurdeins KZ gebracht im Krieg:
seit Herbst 1939 „Schutzhaft“ für Pfarrer und Religionslehrer bei negativer Bemerkung zum - NS
jedoch allgemein kein Protest gegen Krieg, im Gegenteil: meisten Bischöfe hatten volles - Verständnisfür Kriegszug gegen den Bolschewismus (sahen ihn als Hauptfeind des christlichen Glaubens und der Kirche an)
kaum Appelle zum Frieden, Bischöfe lebten mit Angst, als Staatsfeinde verdächtigt zu werden, - deshalbAufklärung der Menschen über Notwendigkeit des Krieges außer Bischof von Preysing zogen die kath. Bischöfe Schweigen dem Aufklären vor -
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er klärte in u.a. in Predigten Menschen über NS auf, Aufruf zum Widerstand - nurEingreifen der Kirche bei Entfernung der Schulkreuze und beim Sturm auf die Klöster - Bsp.:1941 Auflösung von 123 Klöstern - EVANGELISCHEKIRCHE
nur wenige erkannten Unvereinbarkeit von Christentum und NS-Ideologie - Ev.Kirche stellte Krieg nicht in Frage - hofftenauf eine Gesinnungsrevolution gegen den Liberalismus und den Bolschewismus - Gruppierung„Deutsche Christen“ rissen in ev. Kirche Leitung an sich - 1933jedoch: Abwendung der Ev. Kirche von DC, da Abschaffung des AT und Verkündung - einesneuen heidisch, germanischen Jesus gefordert wurde
Bekenntnissynode von Barmen: Protest gegen die nationalsozialistische Unterwanderung der - Kircheund gegen den Totalitätsanspruch der Nazis
⇒ BEKENNENDE KIRCHE
Frühjahr 1934: aus Protest gegen die Gleichschaltung von den Landeskirchen mit der - Reichskirche à Entstehung: BekennendeKirche sahen sich als einzige rechtmäßige Evangelische Kirche in Deutschland - kämpftengegen die Deutschen Christen - lehntenUnterordnung der Kirche unter Partei und NS-Staat ab; wandten sich gegen - Verfälschungdes Evangeliums durch Einführung des Führerprinzips und Arierparagraphen in der ev. Kirche
Gruppenbildung in der BK: ein lutherischer Flügel à erklärte sich bereit, sich der Obrigkeit (= - vonGott gesandt) zu unterwerfen und nur offenen Widerstand gegen den Staat zu leisten andere Gruppe, die sich um Pfarrer Martin Niemöller, Dietrich Bonhoeffer sammelte: aktive - Zuwehrsetzunggegen nationalsozialistische Rechtsbrüche (Reden, Predigten, Schriften) politische Verfolgung vieler Mitglieder der BK: durch Suspendierungen, Ausweisungen, - Redeverboteund Verhaftungen
Kirche zur Euthanasie:
ev. Kirche und kath. Kirche über die grausigen Ereignisse in den Anstalten, in denen die - Vernichtung„unwerten“ Lebens erfolgte, bestens informiert Pastor Braune: versuchte Lebensvernichtung zu stoppen - aber:Leiter der Kirchenkanzlei distanzierte sich von Denkschrift Braunes und halbes Jahr - spätererhielt Staat stillschweigende Zustimmung des Geistlichen Vertrauensrat zur Vernichtung „unwerten“ Lebens
nur durch starken Widerstand der Bevölkerung und durch öffentlichen Protest des Bischof von - Galen (erstatteteAnzeige gegen Morde an Geisteskranken, jedoch keine KZ-Haft à war zu bekannt im Volk) erfolgte Ende der Euthanasieaktion im August 1941
Kirche zur Judenverfolgung:
zu Beginn der Verfolgung keine Stimme des Protests im Protestantismus - auchkatholischen Kirche: keine Hilfe - nurwenige, die mutig für die Juden Partei nahmen - aufevangelischer Seite: 1938 entstand Büro Grüber, dass sich auf die Unterstützung der - Judenkonzentrierte, aber im Dezember 1940 Schließung des Büros und Verhaftung von Pfarrer Grüber sowie viele seiner Mitarbeiter, die ihren Einsatz meist mit ihrem Leben bezahlten
1941-1945: fast gänzliche Verstummung der Proteste - Ausnahme: DompropstBernard Lichtenberg à unterstützte Juden immer wieder und schloss - siein seine Gebete ein à er starb 1943 bei einem Transport in das KZ Dachau Mitglied der BK: Bischof Wurm: schrieb Briefe an Hitler wegen Judenmorde - 5.6.Widerstand im Militär (Wehrmacht)
spielte besondere Rolle im aktiven Widerstand - Militärwar einziger Machtfaktor im Hitlerstaat, der zur Organisation und Durchführung eines - Umsturzesin der Lage schien
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Generaloberst Beck führender Kopf einer Gruppe von Offizieren der RW, die 1938 Plan - verfolgtenin Staatsstreich Hitler abzusetzen
weiteres Ziel dieses Staatsstreichs: weniger die Wiederherstellung der parlamentarischen - Demokratie,eher Errichtung einer Militärdiktatur
Motiv: Kriegsplanung Hitlers, sie konnten einen wegen der „tschechischen Frage“ zu diesem - Zeitpunkt(!) begonnenen Krieg nicht verantworten aber RW-Führung sah sich nicht in Lage, selbst aktiv zu werden - siewarteten eher Aktivitäten der zivilen Opposition oder des Auslands (England) ab - drängtenEngland zu einer harten Haltung gegenüber Dtl. in Sudetenfrage - dergeplante Putsch der Generäle, für den 29. September 1938 geplant, unterblieb aber - Grund:Münchener Abkommen (Anschluss des Sudetenlandes ohne Anwendung militärischer - Gewalt) à somitentzog es den Generälen die innere Begründung für ihr Vorgehen 1941/42: mit andauernden deutschen Siegen eine Art moralische Verpflichtung der - Wehrmachtgegenüber Hitler
von NS propagierte Gleichsetzung Vaterland = Nationalsozialismus à jede - Widerstandshandlung= Verrat am Vaterland
durch siegreiche Feldzüge 1939-42 breiter Rückhalt in der Bevölkerung à Kritik beschränkte - sichauf Hoffnung, mit den jeweils gegenwärtigen Eroberungen sei das Ziel erreicht somit musste der militärische Widerstand der führenden RW-Kreise die erwarteten - Rückschlägeabwarten und kommendes Stimmungstief für Aktionen ausnutzen Probleme:
einerseits wurde Idee der Aburteilung des Führers vor dt. Gericht verworfen
-
andererseitsErmordung kam auch erst nicht in Frage
à
neue „Dolchstoßlegende“
-
wiewürde Bevölkerung, NSDAP, SS und SA bei Putsch reagieren?
-
„Bürger-Bräu-Attentat“- Attentat Georg Elsers auf Hitler (8. Nov. 1939)
„OPERATION WALKÜRE“ - DER 20. JULI 1944
trotz seines Rücktritts blieb Beck treibende Kraft der zum Staatsstreich entschlossenen - Militärkreise
erwartete Situation von Rückschlägen und Niederlagen im Sommer 1944 gekommen - führenderKopf der militärischen Verschwörung war Oberst Claus Graf Schenk von - Stauffenberg,seit Juni 1944 Stabschef beim Befehlshaber des Ersatzheeres er kam durch seinen Chef, General Friedrich Olbricht in Kontakt zu dem Widerstandskreis - Plan(Deckname „Operation Walküre“):
Stauffenberg sah einzige Möglichkeit in Sprengstoff-Attentat auf NS-Führung und besonders - aufHitler selbst
nach Attentat Erklärung des Ausnahmezustandes - Übernahmeder vollziehenden Gewalt durch Heeresbefehlshaber - Verhaftungder Partei-, SS- und Gestapo-Führer - Regierung:General Ludwig Beck als Reichspräsident, Carl Friedrich Goerdeler als - Reichskanzler,Gewerkschaftler Wilhelm Leuschner als Vizekanzler Attentat:
akuter Anstoß zum Attentat am 20. Juli 1944 auf Hitler war Gefahr, dass Verschwörung - entdecktwürde
Stauffenberg hatte als einziger Zugang zu Hitlers Hauptquartier, der „Wolfsschanze“ in - Ostpreußen
12:30 Uhr Schärfung der Bombe (nur 1 Päckchen statt 2 geplanten) - S.geht zur Lagebaracke und stellt Aktentasche mit Bombe unter Tisch - S.verlässt Baracke mit Vorwand telefonieren zu müssen - zw.12:40 und 12:50 Uhr explodiert Bombe - 5Tote, 19 Verletzte; Hitler überlebt leichverletzt (beugte sich über schweren Eichentisch à - geschütztvor Bombe)
S. flog unmittelbar darauf nach Berlin, um Staatsstreich zu leiten - S.wusste nichts vom Überleben Hitlers - Putschbrach in Berlin zusammen, als die Nachricht über Hitlers Überleben eintraf - Folgen:
Hauptbeteiligten am Attentat verhaftet, manche sofort erschossen -
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andere in Schauprozessen (hastig und brutal geführt) unter Vorsitz von Gerichtspräsident - RolandFreisler im „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt und im Zuchthaus Plötzensee zum Teil auf bestialische Weise hingerichtet
EINIGE WEITERE, FAST ERFOLGREICHE ATTENTATE
am 8.Nov. 1939 kann Johann Georg Elser im Münchner Bürgerbräukeller eine selbstgebaute - Zeitbombezünden, Hitler war jedoch früher gegangen
Nov. 1938 Versuch des Schweizers Maurice Bavaud, Hitler mit einer Pistole zu erschießen, - Passantenverstellen jedoch das Schussfeld
13. März 1943: Henning von Tresckow und sein Adjutant Fabian von Schlabrendorff geben - einemBegleitoffizier Hitlers auf dem Rückflug vom Hauptquartier der Heeresgruppe Mitte ein Päckchen mit einer als Cognacflasche getarnten Bombe mit, der Zünder aber versagt
21. März 1943: Versuch von Rudolf Freiherr von Gersdorff, Göring und Hitler beim Besuch - einerBeutewaffenausstellung durch eine Bombe töten, doch Hitler bleibt zu kurz; ein Attentat ist unmöglich
der Versuch von Axel Freiherr von Bussche sich mit Hitler in die Luft zu sprengen, scheitert an - einerVerletzung Bussches kurz vor dem geplanten Attentat
insgesamt 42 Attentate auf Hitler (davon 28 zwischen 1933 und 1945) - meistenscheitern jedoch an strengen Sicherheitsmaßnahmen und technischen - Schwierigkeiten
Zukunftsangst, durch WWK von 1929 geschürt und von NS propagandistisch ausgenützt - Abkehrvon Hitler würde danach Rückkehr zu alten Weimarer „Zuständen“ bedeuten - scheinbarewirtschaftliche Erfolge - Kaschierungder Arbeitslosigkeit durch Beschäftigungsprogramme - ersteaußenpolitische Erfolge: Nichtangriffspakt mit Polen 1934 als Zeichen des - Friedenswillens;Einführung der allgemeinen Wehrpflicht ohne nachhaltigen Protest der Westmächte
die Zerrissenheit der Arbeiterschaft, die in ihren Organisationen keine Basis für einen - gemeinsamenWiderstand fand Charisma des Führers - unablässigePropaganda der NSDAP (Volk war geblendet à kaum demokratisches - Bewusstseinmehr)
terroristische Methoden der Einschüchterung bei aktiven Gruppen - Furchtvor einer deutschen Niederlage im Krieg und den sich daraus ergebenden - Konsequenzen
Misstrauen, vor allem der englischen Regierung, gegen den preußischen Adel, der den - Widerstandtrug, war stärker als das Vertrauen, mit ihm zusammen Hitler zu beseitigen die sich abzeichnende Niederlage Deutschlands verschärfte nat.soz. Terror gegenüber allen - oppositionellenund kritischen Stimmen
das NS-System ermöglichte die nahezu totale Überwachung und Bespitzelung - dieAusschaltung des Parlaments, der Parteien und potentieller Widerstandsgruppen - diesemTerror fielen gerade die Teile der geistigen Elite Dtl.s zum Opfer, die zu - Widerstandshandlungengegen Hitler fähig waren Wehrmacht auf Hitlers Person vereidigt -
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Sturz Hitlers: Gefahr eines Bürgerkrieges in Dtl. - Außerkraftsetzungder Grundrechte à erschwerte den systemat. Aufbau und die Koordination - desWiderstands innerhalb einer Gruppe und unter Gruppen aber keine Trennung in Gut und Böse, da Widerstand gegen NS aus Gefühl, das - verbrecherischeRegime zu bekämpfen; auch wenn Rote Kapelle (beging rein juristisch Landesverrat) oder Weiße Rose (nach legalen Hochverratsparagraphen) rein juristisch verurteilt wurden
Rechtsgefühl der Wid.-kämpfer bleibt zu achten, 10000e bezahlten dafür mit ihrem Leben
-
mehrals 11 000 Menschen wurden aus politischen Gründen hingerichtet - vonden insgesamt 1 583 Abgeordneten des Deutschen Reichstags (darunter 330 - Nationalsozialisten)wurden 766 Abgeordnete nach 1933 aus politischen Gründen verfolgt, 88 kamen dabei ums Leben
im Gefolge des Attentats vom 20.Juli 1944 wurden etwa 7 000 Menschen verhaftet, rund 5000 - Todesurteilegefällt, 200 Männer und Frauen hingerichtet
Kriegsdienstverweigerer: allein 1944 etwa 200 000 Fälle, mindestens 35 000 deutsche - Soldatendeswegen angeklagt, 10 000 wegen Selbstverstümmelung
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Arbeit zitieren:
Andreas Ringel, 2001, Der Deutsche Widerstand im III.Reich, München, GRIN Verlag GmbH
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