Gesellschaftsschichten erhofften. Ein Hofmeister musste gegenueber seinem Arbeitgeber und seinen Kindern demuetig und gehorsam sein. Der Major bezeichnete Laeuffer als ein “ganz artiges Maennichen”, was den eben angefuehrten Punkt unterstuetzt. Die Kinder, die von dem Hofmeister unterrichtet werden, stehen gesellschaftlich auf einer hoeheren Stufe als der Privatlehrer selbst, was die Authoritaet dieses untergraebt, und die Arbeit fuer ihn erschwert. Folgende Textstelle illustriert die oben genannten Punkte der Nachteilhaftigkeit des Berufs des Hofmeisters:
“Pastor (Laeuffers Vater): Aber bedenken Sie doch: nichts mehr als hundert Dukaten; hundert arme Dukaetchen; und dreihundert hatt’er ihm doch im ersten Jahr versprochen: (…)
Geheimer Rat: (…) Wollen Sie ein Vater fuer Ihr Kind sein und schliessen so Augen, Mund und Ohren fuer seine ganze Glueckseligkeit zu? Tagdieben, und sich Geld dafuer bezahlen lassen? Die edelsten Stunden des Tages bei einem jungen Herrn versitzen, der nichts lernen mag und mit dem er’s doch nicht verderben darf, und die uebrigen Stunden, die der Erhaltung seines Lebens, den Speisen und dem Schlaf geheiligt sind, an einer Sklavenkette verseufzen; an den Winken der gnaedigen Frau haengen, und sich in die Falten des gnaedigen Herrn hineinstudieren; (…) Ohne Freiheit geht das Leben bergab rueckwaerts, Freiheit ist das Element des Menschen wie das Wasser des Fisches, und ein Mensch der sich der Freiheit begibt, vergiftet die edelsten Geister seines Bluts, erstickt seine suessesten Freuden des Lebens in der Bluete und ermordet sich selbst. (…)” (S. 17-18, J. M. R. Lenz Der Hofmeister, Reclam)
Anhand dieser Textstelle wird sehr deutlich, dass Laeuffer, der den Beruf des Hofmeister ausuebt, schlecht bezahlt wird, er gehorsam sein muss, und somit seiner
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Freiheit beraubt wird. Seinem Vater, dem Pastor, scheint dies nicht vollkommen bewusst zu sein, woraufhin ihm sein B ruder, der Herr von Berg, grosse Vorwuerfe macht, dass er seinem eigenen Sohn einen solchen Beruf zumutet, was wahrscheinlich auch etwas mit der Tatsache zu tun hat, dass der Pastor zu geizig ist, seinem Sohn auszuhelfen und ihn somit vor dem Beruf des Hofmeisters zu bewahren. Folgende Textstelle zeigt, was Laeuffer ueber seinen Vater und sich selbst denkt:
“Laeuffer: Mein Vater sagt: ich sei nicht tauglich zum Adjunkt. Ich glaube, der Fehler liegt in seinem Beutel; er will keinen bezahlen. (…) und dann waer’ ich fuer einen Klassenpraezeptor noch immer viel zu gelehrt gewesen (…)” (S. 5 , J. M. R. Lenz Der Hofmeister, Reclam)
Hier sieht man, dass Laeuffer nicht gluecklich in seiner Situation ist, und dass er sich fuer zu gebildet haelt, um als Hofmeister zu arbeiten. Abschliessend kann ich sagen, dass ich ebenfalls nichts Vorteilhaftes in der Privaterziehung sehe, da die Kinder sich fuer den Unterricht sowiso nicht interessieren, ob in einer oeffentlichen Schule oder zu Hause. Der oben angesprochene Aspekt der Authoritaetsuntergrabung des Privatlehrers durch die gesellschaftliche Uebergeordnetheit der Schueler ist ebenfalls nicht zu vernachlaessigen, da die Kinder somit machen koennen, was sie wollen, ohne von ihrem Lehrer bestraft werden zu koennen.
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Arbeit zitieren:
Bollig, Carmen, 2001, Lenz, Jakob Michael Reinhold - Der Hofmeister - Der Beruf des Hofmeisters, München, GRIN Verlag GmbH
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Der gesamte Gemeinschaftskunde-Stoff der Klassen 11 und 12
Gemeinschaftskunde / Sozialkunde
Referat / Aufsatz (Schule), 24 Seiten
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