Gemeinschaftskunde1.doc Muñoz Seite 2 von 2
-Für Kandidaten gelten bestimmte Kriterien, die erfüllt werden müssen. Somit wird das Anwärterfeld auf ein Minimum reduziert, der es nur denjenigen erlaubt wichtige Ämter zu bekleiden, die sich auch schon beruflich mindestens 10 Jahre lang bewährt haben.
-Die Konzentration von Ämtern, damit ist Arbeitsteilung gemeint, soll bewirken, dass Politiker neben ordnungspolitischen Aufgaben keine anderen kopfzerbrechenden Tätigkeiten ausüben sollen. Dies führe zu mehr Ausgelassenheit der Politiker.
-Auch die wirtschaftliche Abhängigkeit soll so weit wie möglich reduziert werden um eigene Standpunkte offenbaren zu können, ohne die Wirtschaft direkt einzubinden.
-Auch die Zahl der Abgeordneten sei drastisch zu senken.
Ob diese Punkte eine Verbesserung oder gar eine Abschaffung der oligarchischen Tendenzen herbeiführen sei zu bedenken, doch kann man sagen, dass durch einige Punkte die demokratischen Grundzüge gestärkt werden, so z.B. Einschränkung bei Wahlen, dass man nicht mehr Blockkwahlen zulässt, dieses führt zu einer besseren Verteilung der Ämter auf verschieden prädestinierte Kandidaten, anstatt auf wenige Möglichkeiten, Ämter mit bestimmten Kandidaten zu besetzen. Im Anbetracht der Tatsachen sehe ich den Punkt der bestimmten Kriterien für Kandidaten eher als Rückschritt, denn dadurch wird eine Konzentration von eben den kulturell Überlegeneren und Sprachgewandteren in ihrer Konsistenz bzw. Beständigkeit gestärkt.
Ich persönlich halte Michels Ehernes Gesetz für etwas überspannt. Er sieht den Menschen als eine Art Kind, der leicht zu überreden sei, doch heutzutage kann man davon ausgehen, dass die Willensbildung nicht mehr so beschränkt ist wie zur Zeit von Michels (1876-1936), denn zur Willensbildung kommen heutzutage verschiedene Medien zum tragen: Internet, Fernsehen, Rundfunk, Computer,... - um nur die größten zu nennen. Daher sehe ich heutzutage die Wahlen nicht mehr als „manipuliert“ an, durch diejenigen, die kulturell überlegener und sprachgewandter sind, sondern als Widerspiegelung der Volksinteressen. Wobei an diesem Punkt erwähnt werden muss, dass dies nicht immer der Fall ist - Doppel-Pass!!!
Abschließend möchte ich noch anfügen, dass sowohl die Parteien als auch die Wähler zu einer „neuen Position“ finden müssen und einen einheitlichen Kurs verfolgen müssen um die Interessen der Wähler zu wahren, so kann ein einheitliches Programm verwirklicht werden, doch wird dieses nicht durch die Parteien erfüllt, so muss der Wähler den „Kurs“ ändern und nicht auf seine Partei beharren nur weil es seine Stammpartei ist. Dies führt zu einer vorprogrammierten Diskrepanz zwischen Erwartungen und Parteienvorstellungen.
Arbeit zitieren:
Ricardo Muñoz Núñez, 2000, Problembeschreibung zur innerparteilichen Demokratie, München, GRIN Verlag GmbH
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