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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Hauptteil 3
2.1. Lektüre im fremdsprachlichen Deutschunterricht 3
2.2. „Der Vorleser“ als Lektüre im DaF-Unterricht 4
2.3. Einsatz des „Vorlesers“ im DaF-Unterricht 5
2.3.1. Lerngruppe im Anfängerbereich 6
2.3.2. Lernergruppe mit fortgeschrittenen Kenntnissen 9
3. Schlussbetrachtung 16
4. Literaturverzeichnis 17
5. Anhang 18
5.1. Anhangverzeichnis 18
5.2. Unterrichtsmaterial 19
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1. Einleitung
„Das ist das Buch, auf das wir so lange gewartet haben, ohne es zu wissen.“ 1 So und ähnlich klingen die Stimmen, wenn über den Roman „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink gesprochen wird. Es handelt sich um ein Stück Nachkriegsliteratur, welches es nicht nur in Deutschland, sondern auch international zu Anerkennung gebracht hat. In nunmehr 25 Sprachen übersetzt erfreut sich „Der Vorleser“ jährlich immer größerer Beliebtheit, und das, obwohl neuere deutsche Literatur ansonsten nicht auf internationalen Bestseller-Listen erscheint.
Diese Arbeit wird sich damit beschäftigen, den Roman als Unterrichtsgrundlage für fremdsprachlichen Deutschunterricht darzustellen. Beim Leser dieser Arbeit wird vorrausgesetzt, dass er den Inhalt des Werkes „Der Vorleser“ kennt und mit allen Charakteren vertraut ist. Eine vollständig Einführung in den Roman zu geben, sprengte hier den Rahmen.
Zunächst wird herausgearbeitet, warum die Lektüre fremdsprachlicher Literatur in DaF-Unterricht sinnvoll ist. Dann wird gezeigt, aus welchem Grund gerade „Der Vorleser“ als Klassenlektüre geeignet ist, woraus sich ergibt, in welcher Form der Roman in den Unterricht einbezogen werden kann. Hierbei werden sowohl Interpretationsansätze, als auch mögliche Aufgabenstellungen gegeben.
Vielfältige Darstellungsweisen und Arbeitsmethoden ermöglichen den Einsatz des Romans in verschiedenen Stufen des Spracherwerbs. Das Ziel ist es, zu zeigen, wie aus „Der Vorleser“ eine Unterrichtsreihe im DaF-Unterricht entstehen kann, die den Deutsch-Lernenden sowohl die deutsche Sprache, traditionelle und moderne Interpretationsmethoden, aber in jedem Falle ein gutes Beispiel deutscher Literatur nahe bringen kann. Im Idealfall soll dies im Rahmen eines sehr kommunikativen Unterrichts geschehen.
1 Stölzl, C.: Ich hab’s in einer Nacht ausgelesen, in: Die Welt, 13.11.99.
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2. Hauptteil
2. 1. Lektüre im fremdsprachlichen Deutschunterricht
Das Lesen ist ein wesentlicher Bestandteil des Spracherwerbs. Die Lektüre von fiktionalen Texten fördert diesen Prozess in verschiedener Hinsicht. Das Verständnis des Textzusammenhangs in Verbindung mit sprachlichen Phänomenen regt Kommunikation an.
„Doch das Gespräch mit einem fremdsprachlichen Text will gelernt sein. Zumal dann, wenn der Leser einem anderen gesellschaftlichen und kulturellen Raum angehört als dem, der im Text vorkommt, denn seine Wahrnehmung, seine Erwartung und sein Verstehen sind möglicherweise an anderen literarischen Verfahrensweisen der Gesprächsführung und Sinnbildung geschult als an denen, die der Text enthält.“ 2
Die Auswahl des Textes ist somit entscheidend für den Verlauf des Unterrichts. Geeignet sind Texte, die auf der einen Seite typische Merkmale der deutschen Kultur widerspiegeln, auf der anderen Seite aber so gehalten sind, dass es zwar einer gewissen Vorbereitung bedarf, diese allerdings nicht so aufwendig ausfallen darf, dass die Lektüre selbst in den Hintergrund tritt.
Über all dem steht das oberste Ziel, dass der Schüler den Text versteht. „Um einen Text zu verstehen, muß ein Leser diesen Wirklichkeitszusammenhang erfassen. Dazu braucht er wiederum ein Wissen über die Sprache, über Texte und über die Welt.“ 3
Die Themenwahl stellt oft ein Problem dar. Bei einer Lernergruppe, die sehr international ist und deren Mitglieder nicht einer Alterstufe angehören, ist dieses umso größer, da die Interessen stark divergieren.
2 Ehlers, S.: Lesen als Verstehen. Berlin, 1999.
3 Ehlers, S.: ebda. S. 8.
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2. 2. „Der Vorleser“ als Lektüre für den DaF-Unterricht
Bernhard Schlink hat in seinem Roman Themen angesprochen, die zwar typisch deutsch sind, wie z. B. die Schuldfrage während und nach dem Nationalsozialismus, die aber auch international auf Interesse stoßen, besonders, wenn sich jemand in der Spracherwerbsphase des Deutschen befindet. Die Auseinandersetzung mit jüngerer deutscher Geschichte kann dazu führen, dass Vorurteile und Ressentiments, die zweifellos in vielen Ländern und Kulturen der Welt bestehen, abgebaut werden können. Die teilweise unzureichenden Kenntnisse über den Nationalsozialismus, die zweifelsohne auch in jüngeren Generationen in Deutschland vorhanden sind, werden verändert und ergänzt.
Abgesehen vom typisch deutschen Thema „Holocaust“ behandelt „Der Vorleser“ das weltweite Problem des Analphabetismus. Nicht nur das Nicht-Lesen-und-Schreiben-Können der Romanfigur Hanna, sondern auch der Analphabetismus in der Welt stellen einen ergiebigen Unterrichtsgegenstand dar.
Nicht zuletzt bildet die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen Michael und der zwanzig Jahre älteren Hanna Stoff zum diskutieren.
Sprachlich gesehen wirkt der Roman zunächst einfach strukturiert. Der Stil ist klar und präzise. Bei näherer Betrachtung stellt man jedoch fest, dass dahinter eine sehr intensive Vielschichtigkeit verborgen ist. Schlink bedient sich vieler rhetorischer Mittel wie Alliterationen, Parallelismen und Metaphern. Diese geben dem Text Tiefe und erzeugen nicht nur eine sprachliche Attraktivität, sondern machen ihn auch zu einem „kunstvollen Sprachgebäude“ 4
In der absoluten Anfangsphase des Spracherwerbs (1. und 2. Lernjahr) ist der Roman nicht als Lektüre geeignet, kann jedoch, zumindest in Auszügen, in einem mittleren Stadium eingesetzt werden. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der erste Teil des aus der Ich-Perspektive geschriebenen Romans aus der Sicht eines fünfzehn Jahre alten Jugendlichen beschrieben ist. Diese Tatsache schlägt sich darin nieder, dass Sätze oft einfach gegliedert und somit leicht durchschaubar sind.
„Schlinks klare, aber doch differenzierte Sprache und seine spezielle Perspektive, die intime Einblicke in das Denken und Fühlen seiner Protagonisten ermöglicht, machen den Roman für junge Leser leicht zugänglich.“ 5
4 Möckel, M.: Königs Erläuterungen und Materialien: Bernhard Schlink „Der Vorleser“. Hollfeld, 2000, S. 84.
5 Lamberty, M. Literatur-Kartei “Der Vorleser“. Mühlheim an der Ruhr, 2001, S. 4.
Arbeit zitieren:
Conny Schibisch, 2002, Der Vorleser von Bernhard Schlink, München, GRIN Verlag GmbH
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