Nach 1720 unternahm Vivaldi zahlreiche Reisen, so zum Beispiel nach Wien und Amsterdam.
Ehrungen und hochdotierte Kompositionsaufträge wurden ihm zuteil. So schrieb er für die Hochzeit Louis‘ XV. in Versailles ein Gloria, führte einen regen Gedankenaustausch mit dem musikalisch gebildeten Kaiser Karl VI. in Wien, kam nach Böhmen und wohnte dort beim Grafen Morzin, dem er seine Konzerte op.8 (darunter Nr. 1 bis 4 Die vier Jahreszeiten) widmete.
Vivaldi schrieb weitere Werke für Dresden, für Venedig und arbeitet schließlich wieder am Ospedale. Dort aber mehrten sich seine Person. Höchste kirchliche Würdenträger machten ihm zum Vorwurf, daß er Opern schreibe, aber keine Messen lese, mit einer Primadonna befreundet sei, sich aber nicht um die Religion kümmere. Im Ausland mit hohen Ehrungen überhäuft, begab sich Vivaldi abermals auf Reisen, zuletzt nach Wien. Am 28. Juli 1741 stirbt Vivaldi während diesen Aufenthalts und wird noch am selben Tag auf dem Spittaler Gottesacker beigesetzt.
Neben Hunderten von Instrumentalkonzerten und einer großen Anzahl von geistlichen Werken (von denen viele erst in diesem Jahrhundert entdeckt wurden), schrieb Vivaldi mehr als 40 Opern. Seine Werke machten ihn weit über die Grenzen Italiens hinaus bekannt und beeinflußten u.a. auch Johann Sebastian Bach. Lange Zeit stand er im Ruf eines handwerklich geschickten Vielschreibers, dessen Hauptverdienst neben der Entwicklung der Violintechnik in der Ausbildung der Konzertform des concerto grosso gelegen hätte. Erst in den fünfziger Jahren begann man ihn auch als einen der großen Komponisten des Barock zu würdigen.
Das Gloria D-Dur RV 589
Von Vivaldi ist keine vollständige Vertonung des Ordinariums erhalten, nicht einmal eine "komplette Messe" im italienischen Sinne, d.h., bestehend aus Kyrie, Gloria und Credo. Eine Vertonung des Gloria, die Ludwig XV von Frankreich 1725 bei Vivaldi in Auftrag gab, ist leider ebenfalls verschollen.
Zwei Gloria-Vertonungen, beide in D-Dur, sind uns erhalten geblieben. Im Ryom-Verzeichnis tragen sie die Nummern 588 und 589. Aufgrund von überwältigenden Ähnlichkeiten zwischen beiden Werken kann man vermuten, daß das Gloria RV 589, das in den Konzerten zur Aufführung kommt, eine ausgesprochen radikale Bearbeitung des kaum bekannten (und erst 1990 edierten) Gloria~RV~588 darstellt. Eines der beiden Glorias war vielleicht Teil einer "kompletten Messe", die 1715 auf der Liste von Werken stand, für die Vivaldi eine Gratifikation von 50 Dukaten von der Pietà erhielt.
Es gilt als gesichert, daß beide Glorias für Chor und Orchester des Ospedale della Pietà geschrieben wurden. Daraus ergibt sich die erstaunliche Tatsache, daß Tenor und Baß bei der Uraufführung ausschließlich von Frauen gesungen wurden. Tatsächlich bewegt sich der Te-nor fast durchgehend im Rahmen des gewöhnlichen Stimmumfangs einer Altistin. Die Baßstimme ist (als solche) zwar nirgends wirklich tief geführt, stellt aber selbst für eine Kontra-Altistin immer noch eine extreme Herausforderung dar; hierzu bedurfte es richtiger Bassistinnen. Obwohl es in diesem Stimmfach damals vereinzelt sogar Solistinnen gab, liegt die Vermutung nahe, daß an den tieferen Stellen zumindest gelegentlich eine Oktave höher gesungen wurde als notiert.
Messen
Werkverzeichnis
Sonstige Konzerte
Konzerte für Gitarre und Streicher RV 93
Arbeit zitieren:
Kristin Naumann, 2001, Vivaldi, Antonio - Einer der populärsten Barockkomponisten, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Italienische Kunsttheorie des 16. und 17. Jahrhunderts am Beispiel von...
Kunst - Allgemeines, Kunsttheorie
Bachelorarbeit, 50 Seiten
Kunst und Musik im Zeitalter des Barock - Ein Vergleich
Kunst - Uebergreifende Betrachtungen
Hausarbeit, 22 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Orpheus, der Nicht-Held: Der Wandel der Oper anhand Monteverdis „La fa...
Romanistik - Italienische u. Sardische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Das Musikmäzenatentum der Gonzaga - Claudio Monteverdi im Dienst Vince...
Die Soziale Stellung und Anseh...
Hausarbeit (Hauptseminar), 35 Seiten
Kristin Naumann hat den Text Vivaldi, Antonio - Einer der populärsten Barockkomponisten veröffentlicht
Kristin Naumann hat einen neuen Text hochgeladen
Geigenstimme mit beigelegtem K...
Antonio Vivaldi, Kurt Saßmannshaus
Bärenreiter-Urtext; mit dem Ky...
Antonio Vivaldi, Malcolm Bruno
0 Kommentare