Als neuer Kaiser bemühte sich Napoleon genauso um die Verwaltung wie vor seiner Kaiserzeit. Zum Beispiel führte Napoleon ein neues Gesetzbuch ein, das
CODE CIVIL (CODE NAPOLEON). Dies war das erste bürgerliche
Gesetzbuch überhaupt, das die Gleichheit jedes Bürgers vor dem Gesetz garantierte, genauso wie die Freiheit jedes Einzelnen und den Schutz des Privateigentums.
Weiterhin bemühte sich Napoleon um die Festigung Europas. Er wollte das in unendlich viele und kleine Fürstentümer unterteilte Europa in größere und stärkere Länder festigen (REICHSDEPUTATIONSHAUPTSCHLUSS 1803). Dies führte zum Untergang des Heiligen Römischen Reiches. Nach dem Zusammenschluss der Rheinbundstaaten und der Dreikaiserschlacht und dem Verzicht der Seeherrschaft an England wollte Preußen nicht auch von Napoleon abhängig werden. Deshalb schlossen die Preußen ein Bündnis mit Russland. Nachdem die Preußen ein Ultimatum gestellt hatten, welches besagte, dass sich der Rheinbund auflösen musste, (u.a) führte zum Krieg. Am 14. Oktober 1806 kam es zu einer Schlacht bei Jena und Auerstedt, bei der die Preußen wegen ihrer veralteten Taktik haushoch verloren. Daraufhin musste Preußen seinen gesamten Besitz westlich der Elbe abtreten. Preußen blieb französisch besetzt bis zur Abzahlung von 120 Millionen Franken Kriegsentschädigung. Nach dem Einzug in Berlin 1806, verkündete Napoleon die Kontinentalsperre, um die „unbezwingbaren“ Engländer doch noch in die Knie zu zwingen. Doch England fand weiterhin Wege Waren zu vertreiben. Somit erreichte Napoleon sein Ziel doch nicht. Um die Kontinentalsperre zu schließen, besetze Napoleon 1808 Spanien und zwang den regierenden König zur Abdankung. Er setzte seinen Bruder Joseph auf den Thron. Das führte zum Volksaufstand gegen die französische Fremdherrschaft, der sich allmählich zum Unabhängigkeitskrieg ausweitete. Napoleon gelang es nicht, den vom Adel angeführten Krieg niederzuschlagen, zumal britische Truppen Unterstützung leisteten. Napoleon musste seine Vorhaben aufgeben und Spanien verlassen. Doch Napoleon hatte schon wieder ein neues Ziel namens Russland. Da Russland sich Ende 1810 nicht mehr an der Kontinentalsperre beteiligen wollte und sich dem ganzen Vorhaben in den Weg stellte, führte dies zum Krieg mit Napoleon. Ende Juni 1812 überschritt Napoleon mit seiner GRANDE ARMEE (450 000 Soldaten) die Memel. Napoleon hoffte auf eine große Schlacht und eine schnelle Entscheidung, doch die Russen eher nicht. Sie wichen in die Weite des russischen Raumes aus, warteten auf den harten und kalten Winter und wollten, falls nötig, im eigenen Land die Strategie der „verbrannten Erde“ praktizieren. Nach 81 Tagen erreicht Napoleon mit seinen erschöpften und entmutigten Truppen Moskau. In der gespenstisch leeren Stadt wüteten Brände und die Truppen Napoleons fanden weder Unterkünfte noch Quartiere. Mitte Oktober befahl Napoleon den Rückzug. Die Soldaten mussten den selben Weg zurück, den sie auf ihren Hinweg geplündert hatten. Nur 40 000 Mann erreichten 1812 die preußische Grenze. Napoleon war vorher mit dem Schlitten nach Paris geflohen. Er wollte eine neue Armee aufstellen.
Nach der Pleite in Russland regte sich auch in Deutschland der Widerstand gegen die französische Fremdherrschaft. Ein erstes Zeichen gegen Napoleon setzte General Yorck, indem er seine preußischen Truppen dem französischen Kommando entzog, als die Grande Armee über die preußische Grenze zurück marschierte. Danach strömten aus allen Volksschichten Freiwillige die für „das ganze Deutschland“ kämpfen wollten. Im Februar 1813 schloss Preußen ein Bündnis mit Russland, dem auch bald Österreich beitreten sollte. Damit stellten die Verbündeten Napoleon bei Leipzig zu einer Entscheidungsschlacht. Diese dauerte vom 16.-19. 10. 1813 und wurde als Völkerschlacht bezeichnet, da über ein halbe Million Soldaten aus zahlreichen Nationen daran teilnahmen. In dieser blutigen Schlacht wurde Napoleon besiegt, konnte jedoch mit seiner restlichen Armee über den Rhein entkommen. Als Folge löste sich der Rheinbund auf. Nachdem Napoleon die Friedensangebote ausschlug, setzen die drei Mächte den Krieg fort. 1814 zogen die Verbündeten in Paris ein und Napoleon musste abdanken. Sein Exil war die Insel Elba. Doch 1815 kehrte Napoleon zurück, während der Friedenskongress tagte. Mit 100 Soldaten und vielen Freiwilligen, die gegen die neue Herrschaft waren, konnte er den neuen König vertreiben. Er wurde jedoch endgültig von Wellington und Büchner im Juni 1815 bei Waterloo geschlagen und auf die englische Insel St. Helena verbannt, die sich im Atlantik befand. Hier schrieb er seine Memoiren. Napoleon starb am 5. Mai 1821 im Exil. Seine Leiche wurde nach Frankreich überführt und im Invalidendom beigesetzt.
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Katja Ille, 2001, Bonaparte, Napoleon, Munich, GRIN Publishing GmbH
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