Prag läßt mich nicht los. Uns beide nicht. Dieses Mütterchen hat Krallen. (Brief an Oskar Pollack)
- einziger Ausweg: die Literatur
Ich habe kein literarisches Interesse, sondern bestehe aus Literatur, ich bin nichts anderes und kann nichts anderes sein.
- beklagt sich über Lebensumstände, die ihn immer wieder an kontinuierlicher kreativer Arbeit hindern
„Alles was nicht Literatur ist, langweilt mich, und ich hasse es, denn es stört mich [...]“ 1911
- Schreiben: ist für ihn Krankheit und Heilung zugleich;
- Reinigung:
[...] je mehr ich schreibe und je mehr ich mich befreie, desto reiner und würdiger werde ich vielleicht für Dich, aber sicher ist noch vieles aus mir hinauszuwerfen und die Nächte können gar nicht lang genug sein für dieses übrigens äußerst wollüstige Geschäft. (Brief an Felice) Schulbildung/Berufsleben:
- tragen Persönlichkeitsstörung bei
- an Schulen herrschen strenge, undurchsichtige Regeln; Lernmethoden bestehen aus sturem auswendig Lernen; kaum Kontakt zwischen Schüler und Lehrer
- das strenge Elternhaus, Schule, Uni und Versicherung mit Machtstrukturen erzeugen tiefen Haß und starke Abneigung gg. Institutionen und Machtsysteme (spiegelt sich in Werken wieder) Menschliche Beziehungen:
- nur wenige Freunde durch Verschlossenheit (Max Brod)
- Frauen: mehrmals kurz verlobt, nie verheiratet (2x Felice Bauer; 1x Julie Wohryzeck); Melina Jesenska: übersetzte Werke ins Tschechische, K. in sie verliebt; Dora Dymant: letzten Monate
-keine richtige Beziehung zu Frauen aufgebaut Themen:
- Vater/Sohn-Konflikt
- Unfähigkeit mit dem Alltag zurechtzukommen
- Auseinandersetzung mit Hierarchien und Instanzen
- Helden verirren sich, verstricken sich in Gänge und gelangen nie ans Ziel
- Probleme, die Kafka im wirklichen Leben hat, projiziert er zumeist in seine Werke
- Neuerungen in der Aussageweise und Wirklichkeitserfahrung, in der Menschen, Dinge, Farben die vertrauten Beziehungen zueinander verloren haben, so daß man sich bei der Beschäftigung mit diesen dichterischen Visionen auf etwas einläßt, was die gewohnte Logik sprengt Werke/Stil/Einordnung:
- sein Stil hat einen literarischen Begriff geprägt, mit „kafkaesk“ werden absurde, bedrückende und gefangene Lebenssituationen bezeichnet
- Werke: meist schrieb er rastlos binnen kurzer Zeit
- schreibt vom Rand, nicht vom Zentrum her
- veröffentlichte weniges und dies zögerlich; über literarischen Nachlaß verfügte er, daß er verbrannt werden solle; Max Brod sorgte aber für Veröffentlichungen
- Vorliebe für kleine Prosa; Erzählungen, kleine Prosastücke
- kleine Literatur: Literatur der Minderheiten
- „Prager deutsche Literatur“; Abgrenzung
- Expressionismus: Literatur von Erlebniswelt des Autors nicht abtrennbar; autobiographische Signale in Werken
- Abkehr von klassizistischen Kunstnormen, Kritik an gesellschaftliche Modernisierungsprozesse
- K. hat eigene Literatursprache entwickelt, die nicht mit Eindeutigkeit einer Stilrichtung zugeordnet werden kann Werke: Roman: Der Verschollene 1911 Betrachtung 1912 Das Urteil 1912 Die Verwandlung 1915 Der Prozeß1914 In der Strafkolonie 1914 Eine kaiserliche Botschaft 1916 Brief an den Vater 1919 Roman: Das Schloß 1922
Persönlichkeit:
- gilt als extrem zerrissen und verunsichert
- Dienstboten standen ihm näher als Eltern
- Vater (Hermann) wird als tyrannisch und autoritär bezeichnet
- K. hat ihm gegenüber Minderwertigkeitsgefühle, ringt ständig um seine Anerkennung
- Hassliebe; Vater ebenso bewunderte, wie gefürchtete Figur
- hat nie rebelliert, war immer gehorsam
- Minderheit innerhalb einer Minderheit: deutschsprachiger Jude in Tschechien
- versucht zu entfliehen -> einziger Ausweg: die Literatur
„Alles was nicht Literatur ist, langweilt mich, und ich hasse es, denn es stört mich [...]“ 1911
- Elternhaus, Schule, Uni und Versicherung mit Machtstrukturen erzeugen tiefen Haß und starke Abneigung gg. Institutionen und Machtsysteme (spiegelt sich in Werken wieder) Menschliche Beziehungen:
- nur wenige Freunde (Max Brod)
- keine richtige Beziehung zu Frauen aufgebaut Themen:
- Vater/Sohn-Konflikt
- Unfähigkeit mit dem Alltag zurechtzukommen
- Auseinandersetzung mit Hierarchien und Instanzen
- Helden verirren sich, verstricken sich in Gänge und gelangen nie ans Ziel
- Probleme, die Kafka im wirklichen Leben hat, projiziert er zumeist in seine Werke
- Menschen, Dinge, Farben haben vertrauten Beziehungen zueinander verloren, was die gewohnte Logik sprengt Werke/Stil/Einordnung:
- Stil „kafkaesk“: absurde, bedrückende und gefangene Lebenssituationen
- Vorliebe für Erzählungen, kleine Prosastücke
- „Prager deutsche Literatur“; Abgrenzung
- Expressionismus:
- K. hat eigene Literatursprache entwickelt, die nicht mit Eindeutigkeit einer Stilrichtung zugeordnet werden kann
Werke: Das Urteil, Die Verwandlung, Der Prozeß, Eine kaiserliche Botschaft, Brief an den Vater, Das Schloß, u.v.a.m.
Die Verwandlung ( angegebene Seiten beziehen sich auf Königs Verlag: Franz Kafka Erzählungen) Niederschrift: Nov./Dez. 1912
Persönliche Situation: Angst vor Trennung von Braut; Gefühl von Familie abgelehnt und vom Vater verurteilt zu sein -> düsterer Charakter der Erzählung Erschienen: 1915 „unvollkommen fast bis in den Grund“
„Eine ausnehmend ekelhafte Geschichte“ (Brief an Felice)
- schonungslose Darstellung von Ekel und Gestank
- Gregor Samsa ist Junggeselle und führt ein mühseliges, ereignisloses Leben im Kreise einer kleinbürgerlichen Familie
- Handlungsreisender in einem Geschäftsbetrieb, dem seine Eltern finanziell verschuldet sind
- Zwanghafte Pflichterfüllung: er war während seines fünfjährigen Dienstes noch nicht einmal krank gewesen
- Verlangen G.s, das Bedürfnis nach Geborgenheit in der Familie zu befriedigen, führt zur Isolation von allen Beziehungen in der Außenwelt
- ging nie abends aus; interessenlos stand er außerhalb jeder lebendigen Gemeinschaft und hielt sich von allen anderen Bereichen des Lebens fern
- Schwester Grete: 17, hat bisher nichts gescheites im Leben gemacht, spielt gerne Violine è Beschreibung des Zugrundegehens G.s an der Lieblosigkeit und Intoleranz seiner Familie
- Kapiteleinteilung: 3 Abschnitte ungefähr gleicher Länge 1.Kapitel:
- eigentliche Geschichte beginnt, typisch für K.s Erzählanfänge, mit einem lapidaren Satz, der einen ungeheuerlichen Sachverhalt nüchtern registriert
- wie G. selbst wird der Leser durch Beginn überrascht und ins Unheimliche hineingestoßen
è Lesen S. 15/16
-äußerlich ist er ein Tier; in seinem Bewußtsein ist er weiterhin ein Mensch
- G. ist normalerweise immer pünktlich -> Eltern und Grete fragen, was mit ihm los sei
- er versucht zu antworten, doch Stimme klingt ganz anders
- wegen Verspätung kommt Prokurist (vertritt Geschäftsführer) und erkundigt sich nach G.
- mühsam gelingt es G. aufzustehen S. 18
- trotz seiner Verwandlung ist er gewillt seiner Arbeit nachzugehen; seine ersten Gedanken als Insekt ist das Pflichtdenken S. 23
- öffnet Tür
- Anblick verscheucht P., Mutter - Hilfeschreie, wirft sich Vater in Arme; Vater treibt Gregor mit Stock in Zimmer, wo G. verletzt liegenbleibt
è erste Ausgrenzung von Familie è Gregor wird jedoch noch als Mensch angesehen 2.Kapitel:
- G. bemüht sich in fürsorglicher und selbstloser Weise, die Familienmitglieder vor der Konfrontation mit seinem Anderssein zu bewahren -> versteckt sich
- leidet jedoch sehr, dass niemand aus der Familie versucht, sich mit ihm zu verständigen
- Einkommenssicherung: Vater hat Anstellung bei Bank
- Grete kümmert sich um seine Pflege è Lesen S. 32
- im Käferdasein lebt sich G. auch insofern ein, als er nun mit Vergnügen an Wänden und Decke entlangkriecht è Lesen S. 39
- Grete bemerkt dies und will ihm mehr Platz verschaffen -> Grete und Mutter räumen Möbelstücke aus G.s Zimmer
- geht ihm zu weit; für ihn hängen Erinnerungen an Möbel, quetscht sich auf Bild an der Wand
- Mutter kommt rein -> fällt in Ohnmacht; Grete holt Fläschchen, G. läuft ihr hinterher ins Nebenzimmer -> Grete erschreckt sich, läßt Medizin fallen, diese ätzende Flüssigkeit verletzt G., Vater kommt nach Hause, G. bemüht sich, zurück ins Zimmer zu kommen, Tür verschlossen -> Lesen S. 45/46
- in diesem Kapitel wird G. wie ein Tier ins Zimmer gesperrt
- Vater vertritt konsequent die Absicht, das Außergewöhnliche nicht nur auszuschließen, sondern auch zu vernichten 3.Kapitel:
- entscheidender Wechsel in der Beurteilung G.s,
- Mutter Näherin; Schwester Verkäuferin
- Lesen S. 49
- Schwester vernachlässigt G. zusehends, läßt Zimmer verstauben, in das mittlerweile auch Abfall geworfen wird, Zimmer = Abstellraum; neue Bedienerin: keine Abscheu vor G. -> Bezug zw. Familie und Verwandelten verschwindet völlig
- man erduldet, dass G. aus der Distanz des abgetrennten Raumes Familie beobachten kann (Tür abends geöffnet)
- Zimmer an 3 Zimmerherren vermietet, zur finanziellen Unterstützung der Familie
- Grete spielt für sie auf Geige
- G. findet in dieser Musik Nahrung
- durch das Spiel angezogen, bewegt er sich langsam ins Wohnzimmer
- Schrecken, Zimmerherren kündigen
- G. wandert in Zimmer zurück, Tür hinter ihm eiligs zugedrückt, fetsgeriegelt und versperrt
- G. = Gegenstand (Grete: Weg muß es.)
- Lesen S. 56
- Lesen S. 58
- Bedienerin schafft Leiche weg
- Familie macht bester Laune Ausflug vor die Stadt
- Gregor in seiner Vergangenheit von Familie hintergangen
- hat Tätigkeit bei Firma angetreten, weil er Vater helfen wollte, dessen Geschäft 5 Jahre zuvor zusammengebrochen ist
- Familie hatte sich daran gewöhnt, dass G. Geld mit nach Hause bringt; selbstverständlich
- obwohl Vater noch gesunder Mann ist, hat er seit 5 Jahren nicht mehr gearbeitet und viel Fett angesetzt, sodass er schwerfällig und träge geworden ist
- nach Verwandlung wußten sie nicht, wovon sie leben sollten -> mußten selber Geld verdienen
- in G.s Vergangenheit bedeutete er alles für seine Familie, auch Vater legte viel Wert auf ihn
- nach Verwandlung Vater erster, der G. verachtet und wird zum tödlichen Feind (Äpfel)
- für Vater nur materielle Dinge des Lebens wichtig
- G. nicht mehr arbeitsfähig -> unnütz
- Die Verwandlung ist ohne Zweifel auch eine Schmerz-Geschichte. Sprache:
- Geschehnisse, die dem Leser oft wie Alptraum vorkommen, nüchtern und mit einfacher Sprache geschildert Die Tiermetapher:
- Autor spricht von Tieren, aber meint - verschlüsselt - menschliche Beziehungen und verdeutlicht Erscheinungen in der Welt der Menschen Auffallend: Zahl 3
1. Erzählung besteht aus 3 Teilen
2. 3 Ausbruchversuche
3. G. hat 3 Angehörige
4. Zu G.s Zimmer führen 3 Türen
5. 3 Zimmerherren Das Komische
- bisher kaum untersucht
- G. =Käfer und will arbeiten gehen Autobiographische Züge
- vokale Assoziation SAMSA - KAFKA
- Zimmeranordnung: Ähnlichkeit mit der Wohnung der K.s in Prag
- G. u. F.K. von Familie als ein ganz nichtsnutziges Mitglied der menschlichen Gesellschaft angesehen
Die Verwandlung
Niederschrift: Nov./Dez. 1912; erschienen: 1915 „Eine ausnehmend ekelhafte Geschichte“ (Brief an Felice)
- Gregor Samsa ist Junggeselle; Handlungsreisender in einem Geschäftsbetrieb, dem seine Eltern finanziell verschuldet sind
è Beschreibung des Zugrundegehens G.s an der Lieblosigkeit und Intoleranz seiner Familie
Die Tiermetapher:
- Autor spricht von Tieren, aber meint - verschlüsselt - menschliche Beziehungen und verdeutlicht Erscheinungen in der Welt der Menschen Autobiographische Züge:
- vokale Assoziation SAMSA - KAFKA
- G. u. F.K. von Familie als ein ganz nichtsnutziges Mitglied der menschlichen Gesellschaft angesehen
Arbeit zitieren:
Stefanie Klein, 2001, Kafka, Franz - Die Verwandlung, München, GRIN Verlag GmbH
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