Analoger Raumklang
Offensichtlich ist, dass Surround mehr Lautsprecher erfordert als Stereo, denn die analogen Surroundtonformate besitzen vier Kanäle im Gegensatz zum zweikanaligen Stereo. Diese vier Signalspuren werden um die Kompatibilität zu Stereo zu bewahren in zwei Kanäle verschlüsselt. Dies geschieht mit Hilfe von Aktivdecodern.
Den beiden Stereokanälen Rechts und Links stehen die folgenden vier Surroundkanäle gegenüber:
1.Hauptkanäle:
Auch als Front Rechts und Front Links bzw. als Mainkanäle bezeichnet. Sie befinden sich rechts und links neben dem Fernsehgerät. Die beiden Lautsprecher sind zuständig für Musik und alle Geräusche, die zwar von vorne, aber nicht direkt aus der Bildmitte zu hören sind. Bei der Aufrüstung einer bestehenden Hifi Anlage können die Stereolautsprecher als Mainspeaker umfunktioniert werden. Allerdings sind die meisten Stereoboxen nicht magnetisch geschirmt, weshalb man einen Mindestabstand von ca. 50cm zur Bildröhre einhalten sollte. Ist dies nämlich nicht der Fall, kommt es zu Bildstörungen (Farbflecken, Farbveränderungen, etc.) aufgrund des magnetischen Feldes, dass die Lautsprecher erzeugen.
2.Der Centerkanal:
Dieser Kanal ist für die Wiedergabe von allen Signalen, die bei Stereowiedergabe aus der Mitte kommen gedacht. Er sollte unter oder über dem TV aufgestellt werden, damit Sprache und Bild optimal einander zugeordnet werden können. Deshalb ist eine magnetische Abschirmung der Box unumgänglich. Eindeutig falsch ist die Bezeichnung des Centers als reinen Dialoglautsprecher. Allerdings kann durch drei verschiedene Wiedergabemodi eingestellt werden, wie stark der Center im Bassbereich beansprucht wird:
3.Der Surroundkanal:
Auch Effektkanal benannt. Die beiden in Mono arbeitenden Surroundboxen sind für die Raumklangeffekte von Nöten. Sie werden außerdem in ihrer Bandbreite begrenzt und müssen so nur bis 7kHz arbeiten. An die Effektspeaker wird der geringste Anspruch im Bezug auf die Klangqualität gestellt.
Ganz wichtig bei Surroundsound ist die klangliche Übereinstimmung aller Lautsprecher. Fällt eine der Boxen durch tonale Eigenheiten oder besonders hohe Verzerrrungen merklich von den anderen ab, leidet die Abbildungshomogenität und damit die Authenzität des Geschehens. Klingen beispielsweise Center und Mainspeaker unterschiedlich, verändern alle Geräusche, die von rechts nach links über den Bildschirm laufen (z.B.: Stimmen, Zug, Flugzeug, ...) ihre Klangfarbe. Der räumliche Eindruck wirkt unzusammenhängend und unnatürlich. Anders als bei Musikwiedergabe in Stereo werden bei Surround häufig große Basspegel verlangt. Wenn die Mainspeaker diese nicht liefern können, ist der Einsatz eines Subwoofers angebracht.
Analoge Decoder:
Die Aufgabe aus den zwei Stereokanälen die Surroundinformationen aufzubereiten obliegt dem Decoder. Bei analogem Surround müssen die Informationen Links vorne, Rechts vorne, Center, und Surround aus Links und Rechts gewonnen werden.
1. Der Passivdecoder:
Beim passiven Decoder (Abb. 1) handelt es sich um eine einfache Variante der analogen Decodertechnik. Die Informationen für Links vorne und Rechts vorne sind identisch mit Stereo Links bzw. Rechts. Der Center arbeitet mit dem Summensignal aus Stereo Links und Rechts, die Signale für die Surroundlautsprecher bestehen aus der Differenz von Stereo Links und Rechts. Zusätzlich werden Surroundinformationen in der Zeit verzögert (denn der Schall von den Frontlautsprechern soll den Zuhörer zwecks Schallquellenortung vorne auf dem Bildschirm zuerst erreichen), durchlaufen einen Bandpass (Begrenzung des Frequenzgangs auf 100Hz bis 7kHz) und werden dynamisch angepasst.
2. Der Aktivdecoder:
Um die Unzulänglichkeiten des Passivdecoders zu beheben wird in der Dolby Surround Pro Logic Technik ein Aktivdecoder (Abb. 2) verwendet. Dieser ist deutlich aufwendiger gebaut als die Passivvariante. Zunächst werden die Pegel der Stereokanäle exakt auf gleiche Lautstärke eingestellt. Dieser Vorgang ist für die optimale Funktion des Decoders unumgänglich. Das Signal gelangt dann in die sogenannte adaptive Matrix. Hier werden die vom Encoder im Tonstudio verschlüsselten Dolby Surround Signale wieder entschlüsselt. Die Matrix erkennt den Surroundkanal dadurch, dass er in seiner Phase um plus/minus 90 Grad gegenüber Rechts und Links verschoben ist. Die Effektkanäle durchlaufen anschließend noch die auch beim Passivdekoder vorhandene Zeitverzögerungsschaltung (kombiniert mit einem Filter, das Verzerrungen vermindert), und wird in seiner Bandbreite auf 7 kHz begrenzt. Es folgt eine Rauschverminderungsstufe. Der Centerkanal liegt im ursprünglichen Stereosignal in Mono vor und wird dadurch identifiziert. Er wird nach der adaptiven Matrix nur noch in seiner Bandbreite auf den gewählten Arbeitsmodus (Phantom, Normal, Wide ) eingestellt.
Digitaler Raumklang
Neben analogem Surround wird seit Einführung der DVD digitales Surround im Heimbereich immer populärer. Anders als bei der analogen Variante gibt es aber im klanglich überlegenen digitalen Bereich mehrere konkurrierende Standards. Für zu Hause stehen Dolby Digital , MPEG-2 und DTS zur Verfügung.
Folgende grundlegende Eigenschaften Zeichnen alle digitalen Formate aus:
1.Sechs statt vier Kanäle:
Die digitalen Standards arbeiten nicht wie analoges Surround mit vier, sondern mit min. sechs getrennten Kanälen. Die gängigsten digitalen Mehrkanaltonformate sind sogenannte 5.1-Systeme: Die 5 steht für fünf Fullrangekanäle, ergänzt durch 1 Tieftonkanal, der auch LFE-Kanal genannt wird (Low Frequency Effect). In der optimalen Lautsprecherkonfiguration wird der LFE- Kanal nur bei extrem basslastigem Programm eingesetzt. Werden kleine Lautsprecher in den fünf Fullrangekanälen verwendet, können die Bassanteile dieser Kanäle aber auf den LFE umgeleitet werden. Diese Maßnahme erhöht die Dynamik des Systems. Digitaler Raumklang besitzt im Unterschied zur Analogtechnik fünf statt vier Fullrangekanäle, da jetzt auch die Surroundspeaker in Stereo spielen.
2.Alle Lautsprecher arbeiten fullrange:
Bei digitalem Mehrkanalton arbeiten alle Lautsprecher (auch die Surroundspeaker) von 20Hz bis 20kHz. Allerdings besteht die Möglichkeit die Bandbreite der einzelnen Kanäle im Bassbereich einzuschränken.
3.Datenkomprimierung:
Um die riesigen Datenmengen, die bei digitalem Surroundton anfallen, speichern zu können, ist eine Datenkomprimierung erforderlich. Alle Signale, die von stärkeren Signalen vollständig überdeckt werden (also nicht hörbar sind), werden digital herausgerechnet. Die drei verschiedenen digitalen Standards benutzen unterschiedliche, klanglich mehr oder weniger unauffällige Komprimierungstechniken.
Vergleich dreier digitaler Formate:
Florian König Seite 6 Heimkinotechnik: Teil 2
Dolby Surround (Pro Logic)
Dolby Pro Logic verwendet vier Kanäle mit fünf Lautsprechern.
Das Dolby Surround Pro Logic-System teilt die Eingangssignale in vier einzelne Signale auf:
- linken und rechten Hauptkanal,
- den Centerkanal (Dialoge)
- und den hinteren Surroundkanal (Toneffekte, Hintergrund- und andere Umgebungsgeräusche).
Auf Grund des Centerkanals kommt der Dialog ungeachtet von der Hörposition stets vom Bildschirm (vorausgesetzt, der Center steht direkt unter oder über dem Bildschirm)
Dolby Surround Pro Logic ist auf der Tonspur von vielen bespielten Videokassetten, CDs und DVDs aufgezeichnet und wird von einigen Fernsehsendern bzw. Kabelfernsehsendern ausgestrahlt. Dolby Pro Logic ist eine Hardwaremäßige Weiterentwicklung von dem normalen Dolby Surround. (Matrixdecoder Technik) Für Dolby Pro Logic gibt auch digitale Decoder.
Der Pro Logic Decoder (Abb.)
Sollen Pro Logic- Decoder fehlerfrei arbeiten, müssen die Pegel der Stereokanäle links/rechts exakt übereinstimmen. Tun sie das nicht, gleicht die Eingangsbalance (1) etwaige Unterschiede automatisch aus. Damit alle Boxen für deutliche Effekte gleich laut spielen, liefert der Testsignalgenerator (2) ein Rauschsignal für den Pegelabgleich. Die Pegelanzeige (3) illustriert, wie laut die Boxen spielen.
Die Surroundsignale hat der Encoder w ährend der Aufnahme zu gleichen Teilen in den Tonspuren L und R verschlüsselt. Der Decoder erkennt sie als solche, da sie in der Phase um plus/minus 90 Grad verschoben sind. In der adaptiven Matrix (4) trennt er sie aus L und R heraus. Das Anti- Alias- Filter (5) soll Verzerrungen vorbeugen, die durch die digitale Zeitverzögerung in der Delay- Schaltung (6) entstehen können. Die Effektboxen erhalten ihre Signale etwa 20 Millisekunden später als die anderen Lautsprecher. So entsteht der große Raumeindruck. Da die Effektboxen nur Frequenzen von 100 Hz bis 7 kHz übertragen sollen, filtert der Tiefpass (7) Signalanteile oberhalb 7 kHz aus dem Surroundkanal heraus. Der modifizierte Dolby-B-Decoder (8) reduziert dabei Rauschen und Übersprechen von vorn nach hinten.
Die Informationen für den Centerkanal liegen zu gleichen Teilen, also als Monosignal, in den Kanälen L und R. Die adaptive Matrix filtert diese Signalanteile dort heraus, damit sie nur aus der Centerbox kommen. Dazu muss die Matrix das Centersignal jeweils gegenphasig (spiegelbildlich) zu L und R addieren - die Centeranteile fallen weg. Denn: Treffen Signale mit gleichem Inhalt, aber um 180 Grad gedrehter Phase aufeinander, löschen sie sich gegenseitig aus. Die Center-Mode-Kontrolle (9) weist dem Centerkanal je nach eingestellter Betriebsart (Normal, Wide, Phantom) seine Signalanteile im passenden Frequenzumfang zu. Der Lautstärke-Summenregler (10) stellt die Gesamtlautstärke aller Kanäle ein.
Florian König Seite 7 Heimkinotechnik: Teil 2
mit Dolby Digital- Track sind allerdings nur im
amerikanischen NTSC-Format erhältlich, da auf der PAL-Version zu wenig Speicherplatz vorhanden ist (das PAL-Bild benötigt mehr Platz als die NTSC-Variante). Mittlerweile gab es auch schon die ersten TV-Ausstrahlungen in Dolby Digital. Die Chancen, dass diese Variante digitalen Raumklanges in Zukunft zum Weltstandard wird, stehen sehr gut.
Das Aufzeichnungsformat haben die Ingenieure Audio Coding Nr. 3 genannt (AC 3). Die Gesamtdatenrate legten sie zunächst auf 320 Kilobit/Sekunde fest. Die Formel für die Kanalaufteilung lautet seit 1979 "Apocalypse Now", 5.1: drei Front-, zwei Surround- Kanäle sowie ein separater Kanal für "Low Frequency Effects" (LFE, 3 bis 120 Herz). Der LFE erweitert die Aussteuerbarkehit und damit die nutzbare Dynamik des Systems um einige Dezibel, denn üblicherweise kommen die deftigsten Pegel ja in den Tiefen vor. AC-3 kann sie bei Bedarf einem Subwoofer zuführen und vom Rest der Anlage abstrahieren. Damit kann diese - von der Basslast befreit - um so lauter spielen.
Sowohl die NTSC-Laserdics als auch DVDs offeriert es den digitalen AC-3 Ton. Und so kommt der Wohlklang auf die Platte und wieder herunter:
Vor der Codierung eines AC-3 Signals gibt es für die fünf Tonkanäle fünf einzelne Informationen. Der AC-3 Encoder verpackt die Daten der Toninformationen so, dass sie auf der Laserdisk oder der DVD als ein einziges digitales Datensignal für alle 5.1 Kanäle gespeichert sind. Der AC-3 Decoder schlüsselt dann die Kanäle wieder auf und reicht sie über sechs Endstufen an die Lautsprecher weiter. In Pro Logic - Anlagen muss so der Decoder, wenn er Bildplatten mit AC-3 Ton aufbereiten soll, die 5 Kanäle in zwei Tonspuren zusammenpacken - im Fachjargon heißt dieser Vorgang "Stereo-Downmix". Um das zu leisten, addiert er die Informationen des Centerkanals und der Sourroundkanäle, schickt sie zu gleichen Teilen auf den rechten und linken Kanal, damit diese Informationen bei der Wiedergabe erhalten bleiben. Denn Dialoge zum Beispiel überträgt vornehmlich der Centerkanal - sie gingen verloren, wenn dieser Downmix nicht stattfände. AC-3 Ton ist also mit herkömmlicher Stereo-und Pro Logic - Wiedergabe kompatibel. Rolle spielen. (Abb.)
Dolby Surround und Dolby Digital könnten sich in absehbarer Zeit zueinander verhalten wie VHS und S-VHS: Die Super-Norm ist für alle da, die neben der guten auch noch die exzellente Qualität genießen wollen.
Florian König Seite 8 Heimkinotechnik: Teil 2
allerdings eine spezielle Elektronik erforderlich, die Dolby als
("Virtualizer2" in Abb. ) bezeichnet. Das Resultat ist ein verbesserter Räumlichkeitseindruck; allerdings können solche Zweikanalsysteme die Vorn-Hinten-Ortung naturgemäß nicht optimal bewerkstelligen.
Eine weitere Einschränkung betrifft den Bereich, in dem der Surround-Effekt optimal zu hören ist: Er ist, verglichen mit der Anordnung von fünf Lautsprechern, recht klein. Da sich der Sitzplatz i n der
Regel direkt vor dem Fernseher und zwischen den beiden Lautsprechern befindet - und damit nahezu exakt in der Mitte der beiden Schallwandler - ist der richtige Hörbereich quasi automatisch gegeben ( siehe Abb.).
Als Eingangssignal für Virtual Dolby Digital dient der analoge Ausgang eines Dolby-Digital-Decoders oder das Dolby Pro Logic- Signal. In vielen hochwertigen DVD- Playern ( z.B. Panasonic A350 ) kann die Dolby-Digital Tonspur rauf Knopfdruck in zwei verschiedenen Intensitäten Virtual Dolby Digital erzeugen. Die Ergebnisse sind verblüffend. Da diese Technik noch neu ist, sind für die Zukunft auch Stereo-Boxensysteme ( insbesondere für den Computer-Einsatz ) mit digitalem Dolby- Eingang denkbar.
Florian König Seite 9 Heimkinotechnik: Teil 2
Damit erreicht DTS eine ausgezeichnete Klangqualität. Die Datenflut bringt allerdings auch Probleme: Die DTS-Informationen passen nicht mit auf die 35mm Filmstreifen, und so kommt in Kino der Digitalton von separaten CD-ROMs. Auf Laserdisks wird DTS anstelle des digitalen Stereotons aufgespielt - der entfällt ersatzlos. DTS ist auch als digitaler Tonstandard für die DVD zugelassen. Doch hier soll es mit weniger Bits auskommen als auf der Laserdisk, damit genug Platz für die Bildcodierung bleibt. Das macht den Qualitätsvorsprung möglicherweise wieder zunichte. Deshalb wird DTS als DVD Tonformat gegen die mächtigen Konkurrenten kaum Chancen haben.
Dafür handeln „High-Ender“ DTS als attraktives Tonformat für mehrkanalige HiFi Aufnahmen. So existieren bereits unzählige audiophile DTS- CDs. Spielfilme mit DTS gibt´s bisher auf einer ganzen Menge amerikanischen Laserdisks.
Auf jeden Fall sollte man mit DTS als High-End Tonstandard rechnen. Egal o b auf CD; DVD oder Laserdisk. Die Sound-Qualität ist bestechend ! Der Datendurchsatz auf DVD wird nach aktuellen Planungen mindestens 448 kb/s betragen und der DTS Frequenzgang liegt bei fünfmal 20 bis 20.000 Herz, und einmal 20 bis 120 Herz. Ein Stereo-Downmix ist über jeden DTS- Decoder ebenfalls möglich!
Florian König Seite 10 Heimkinotechnik: Teil 2
dass der Klang so wiedergegeben wird, wie er beim Mischen zu hören war. Als George Lucas 1976 in seinem Kinostreifen Star Wars die neue Technik Dolby Stereo einsetzte, war er zwar von deren Möglichkeiten begeistert, stellte aber fest, dass nur ein geringer Prozentsatz der Kinos optimal auf den neuen Standard vorbereitet war. Viele spielten Dolby Stereo über veraltete Lautsprecher- und Verstärkeranlagen ab, was dem Ton sehr viel vom guten Klang stahl. Damit in Zukunft alle Filme in optimaler Qualität wiedergegeben würden, beschloss George Lucas eine neue Norm, die THX -Norm ( Tomlinson Holman´s eXperiments - Tomlinson Holman war der Cheftechniker von G. Lucas), festzulegen. Alle Kinos, die diese Norm einhalten bekommen seit dem das begehrte THX -Siegel. In den folgenden Abschnitten soll nun auf die einzelnen Bestandteile der Qualitätsnorm eingegangen werden.
Analoge THX - Technik:
THX 4.0 (so die genaue Bezeichnung der analogen THX -Variante) ist keine neuer Surroundstandart! THX 4.0 ist eine Norm, um den Klang in den Kinos zu optimieren. Die zugrundeliegende Decodertechnik ist die eines aktiven Dolby Surround Decoders . Dieser Decoder wird in einem THX -Heimgerät ergänzt von einer ganzen Reihe elektronischer Zusatzschaltungen, die den Kinoklang auf das Wohnzimmer abstimmen sollen:
1. Die Re-Equalization:
Im Kino befinden sich in der Regel sehr viele Menschen und ebenso viele Polstersessel. Aus diesem Grund ist die akustische Dämpfung im Kino sehr hoch. Besonders hohe Tonlagen werden hiervon in Mitleidenschaft gezogen. Ein linear abgemischten Soundtrack hört sich dumpf und verhangen an. Aus diesem Grund werden bei jedem vernünftig produzierten Kinotrailer die Höhen leicht angehoben. Der Effekt der Dämpfung wird so ausgeglichen und dem großartigen Sounderlebnis steht nichts mehr im Weg. Daheim im eigenen Wohnzimmer allerdings machen sich die zu laut aufgenommenen Höhen unangenehm bemerkbar, denn hier fehlen die vielen Personen und die Polstersessel und damit ist auch die akustische Dämpfung deutlich geringer. Um nun kreischenden, schrillen Höhen daheim vorzubeugen, existiert in jedem THX- fähigen Decoder die Re- Equalization- Schaltung. Diese tut genau das Gegenteil von dem, was vorher im Tonstudio passierte: Die vom Tonmeister zu laut aufgenommenen hohen Tonlagen werden wieder abgesenkt. So klingt jeder Original-Kinosoundtrack auch zu Hause optimal.
2. Timbre Matching:
Die zweite THX -Zusatzschaltung. Das menschliche Gehör hat die Eigenart Geräusche, die von hinten kommen, mit einer anderen Klangfarbe wahrzunehmen, als Geräusche, die von vorne kommen. Deshalb kann es bei Dolby Surround Pro Logic trotz optimaler Anlagenkonfiguration zu Inhomogenität zwischen Front und Surround kommen. Ein Flugzeug zum Beispiel, das von hinten nach vorne fliegt, ändert dann seine Klangfarbe, was nicht sehr realistisch wirkt. Das Timbre Matching versucht diesen Effekt zu verhindern, indem es den Klang der Effektboxen an die Wahrnehmung der Zuhörer anpasst.
Florian König Seite 11 Heimkinotechnik: Teil 2
3. De-Korrelation:
Bei analogem Dolby Surround arbeiten d ie Surroundkanäle in Mono. Sitzt man nun direkt in der Mitte zwischen den Effektboxen, so nimmt man Hallanteile nicht um sich herum, sondern exakt mittig zwischen den Surroundspeakern bzw. in Kopfnähe war. Das ist zum einen störend, bei längerem Filmgenuss sogar unangenehm. Diese Fehlortung verhindert die De-Korrelation. Die Signale für hinten werden in Zeit und Phase verschoben und eine Art Pseudostereo erzeugt.
4. aktive Frequenzweiche:
vierter Ordnung für den Subwoofer und zweiter Ordnung für die Satelliten (Trennfrequenz: 80Hz). Im Zusammenspiel mit einem auf 80Hz abgestimmten Satellitengehäuse ergibt sich eine lineare Wiedergabekurve. Unter Verwendung dieser Weiche ist garantiert, dass der Subwoofer nicht zu orten ist.
Digitale THX-Technik:
Auch im digitalen Bereich gilt: THX 5.1 (genaue Bezeichnung der digitalen THX-Technik) ist eine Qualitätsnorm, kein neues Codierungsverfahren oder ähnliches! Die analogen Spezialschaltungen trifft man im digitalen Bereich mit kleinen Modifikationen wieder:
1. Re-Equalisation: (identisch mit der analogen Variante.)
2. Timbre Matching: (identisch mit der analogen Variante.)
3. Dynamische De-Korrelation:
Vom Prinzip her identisch mit der analogen Variante. Allerdings liegt das Surroundsignal bei digitalen Raumklängen in der Regel schon als Stereosignal vor. Deshalb tritt die Schaltung nur dann in Kraft, wenn doch einmal etwas in Mono anliegt (daher der Name dynamische De-Korrelation).
4. aktive Frequenzweiche: Identisch mit der analogen Variante.
5. Bassmanagement:
Bei THX 4.0 nicht anzutreffen. Da THX -Lautsprecher keine Schallanteile unter 80Hz wiedergeben können, legt diese Schaltung alle Frequenzen unter 80Hz auf den LFE-Kanal.
THX Geräte
Neben dem Decoder müssen auch die restlichen zu einer THX -Anlage gehörenden Geräte bestimmte Normen erfüllen. Kinos, die das THX -Siegel tragen, müssen beispielsweise nicht nur THX -konforme Decoder, sondern auch lizenzierte Lautsprecher, Verstärker und sogar Räume aufweisen. Ebenso sind auch die Bestimmungen im Heimkino. Strenggenommen kann nur derjenige, der einen komplett THX - lizenzierten Gerätepark und einen von Lucas-Film-Experten begutachteten und bestimmte Normen erfüllenden Raum besitzt, seine Anlage als THX -Anlage bezeichnen. In der Praxis sieht das freilich etwas anders aus. Die auch unter Verkäufern immer noch verbreitete Meinung, THX -Geräte funktionieren nur mit THX -Geräten ist schlichtweg falsch. Ein lizenzierter Decoder arbeitet problemlos mit jedem "normalen" Verstärker zusammen. Es müssen auch nicht die THX - lizensierten Laserdiskspieler sein. Nur bei den Lautsprechern gibt es etwas zu beachten, zumindest wenn die THX -Aktivweiche verwendet wird: Damit die Speaker ordnungsgemäß und klanglich einwandfrei arbeiten, müssen sie die gleichen physikalischen Eigenschaften wie lizenzierte Boxen aufweisen. Jeder kann also selbst entscheiden in welchen Bereichen er THX anschaffen möchte und in welchen er lieber auf konventionelle und damit meist billigere Produkte zurückgreift.
Florian König Seite 12 Heimkinotechnik: Teil 2
Die Lautsprecher:
1.Mainspeaker:
Die Hauptlautsprecher vorne sind auf die Aktivweiche abgestimmt. Sie müssen ein geschlossenes Gehäuse aufweisen. Bei einem geschlossenen Gehäuse fällt die Frequenzgangkurve im Idealfall unter der Grenzfrequenz mit 12dB pro Oktave ab. Mit der Aktivweiche i m Decoder (Hochpass, 80Hz, 12dB/Oktave) ergibt sich eine Flankensteilheit von 24dB/Oktave, also der spiegelbildliche Verlauf zum Tiefpass des Subwoofers (Tiefpass, 80Hz, 24dB/Oktave), und damit eine lineare Wiedergabekurve im Bassbereich. Neben diesen die Abstimmung betreffenden Modifikationen gibt es noch weitere: Die magnetische Abschirmung der Chassis muss bestimmte Richtlinien erfüllen, die Anordnung von Hoch-und Mitteltönern muss nach dem D´Apolito- Prinzip erfolgen und die Lautsprecher müssen sehr hohe Schalldruckpegel liefern können (110dB).
2. Der Center:
muss die gleiche Gehäuseabstimmung wie die Mainspeaker aufweisen, da auch er auf die gleiche Weise aktiv getrennt wird. Auch die anderen Normen sind identisch. Außerdem ist vorgeschrieben, dass d er Mittenlautsprecher die gleichen Chassis wie die Mains aufweist (größtmögliche Homogenität in den Frontkanälen).
3. Die Effektlautsprecher:
In THX -Systemen arbeitet eine spezielle Surroundkonstruktion - der Dipollautsprecher. Er besitzt auf Vorder- und Rückseite Hochtöner und bisweilen auch Mitteltöner, strahlt also den Schall gleichzeitig nach vorne und nach hinten ab. Der hintere Schallanteil wird an der Rückwand des Heimkinos reflektiert und erreicht erst dann die Zuhörer. Damit sind sie praktisch nicht ortbar und ein Höchstmaß an Räumlichkeit ist gewährleistet. Auch hier gelten Bestimmungen für den maximalen Schalldruck.
4. Der Subwoofer:
Um mit der Aktivweiche optimale Ergebnisse zu liefern, muss der Subwoofer bis 200Hz linear arbeiten. Fällt sein Frequenzgang zu früh ab, kommt es zu Bass- und Grundtonverlust. Außerdem gilt auch hier wieder: Mindestens 110dB Schalldruck müssen möglich sein.
THX Select und THX Ultra:
Seit kurzem wird im Zuge von THX des öfteren von THX Select und THX Ultra gesprochen. Dabei handelt es sich nicht um zwei neue Normen. THX Select ist lediglich eine abgespeckte und preiswertere Version der ursprünglichen THX -Norm, die in THX Ultra umbenannt wurde.
Die Neuerungen bei THX Select :
1. geringere Maximallautstärke
2. Dipole im Surroundkanal nicht zwingend vorgeschrieben 3. Nicht so strenge Bestimmungen die Abstrahlung der Lautsprecher betreffend. Die Schallbündelung in der Vertikalen muss nicht so extrem ausfallen, wie bei THX Ultra Boxen.
Florian König Seite 13 Heimkinotechnik: Teil 2
Sonstige
MPEG II-Multichannel
Entwickelt von „Motion Picture Expert Group“ (MPEG) unter Führung von Philips. - AuchMPEG-2 codiert wie AC 3 fünf Kanäle. - Signalnur auf DVD´s enthalten aber nicht sehr verbreitet. - SDDS
Sony Dynamic Digital Sound, seit 1994 auf dem Markt. - - Biszu 8 Kanäle: vorne links, links Mitte, Mitte, rechts Mitte, rechts, Subwoofer, Surround links und rechts.
CDS - Cinema Digital Sound von Kodak
SONIX - von Sony
Arbeit zitieren:
Florian König, 2000, Standards der Heimkinotechnik, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die verschiedenen Dolby Surround-Sound-Verfahren: Überblick, Analyse u...
Hausarbeit, 21 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Florian König hat den Text Standards der Heimkinotechnik veröffentlicht
Florian König hat einen neuen Text hochgeladen
Harcourt School Publishers Spanish Math California: Reteach/Standards ...
HSP, Harcourt School Publishers
Harcourt School Publishers Spanish Math California: Reteach/Standards ...
HSP, Harcourt School Publishers
Harcourt School Publishers Spanish Math California: Reteach/Standards ...
HSP, Harcourt School Publishers
Harcourt School Publishers Spanish Math California: Reteach/Standards ...
HSP, Harcourt School Publishers
Harcourt School Publishers Spanish Math California: Reteach/Standards ...
HSP, Harcourt School Publishers
Harcourt School Publishers Spanish Math California: Reteach/Standards ...
HSP, Harcourt School Publishers
Harcourt School Publishers Spanish Math California: Success/Math Stand...
HSP, Harcourt School Publishers
Harcourt School Publishers Spanish Math California: Success/Math Stand...
HSP, Harcourt School Publishers
0 Kommentare