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1. DIE MEDIENSITUATION KURZ NACH DEM II. WELTKRIEG 2. ZIELE UND GANG DER UNTERSUCHUNG 3. DAS RUNDFUNKWESEN UNTER WESTALLIIERTER UND DEUTSCHER KONTROLLE
3.1. Ausgangsbedingungen und Übersicht 3.2. Der Rundfunk in der britischen Zone 3.3. Der Rundfunk in der amerikanischen Zone 3.4. Der Rundfunk in der französischen Zone 3.5. Der Rundfunk in Berlin
4. DAS PRESSEWESEN UNTER BRITISCHER, AMERIKANISCHER UND DEUTSCHER KONTROLLE 1945-49 4.2. Übersicht
4.2. Ausgewählte deutsche Nachkriegszeitungen 1
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5. SCHLUßBETRACHTUNG 1
ANHANG: TABELLE ,,BRITISCHE PRESSE- UND INFORMATIONSPOLITIK, ZIELGRUPPEN UND ZWECKE" LITERATURVERZEICHNIS
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Die Entwürfe des anglo-amerikanischen militärischen Oberkommandos sahen drei Phasen für die Neuordnung des deutschen Nachrichtenwesens nach dem Krieg vor: Mit dem Vorrücken der Armeen auf deutsches Gebiet sollten zuerst alle Presseerzeugnisse und Rundfunksender ihre Tätigkeit einstellen. Die gesetzliche Grundlage dafür wurde am 24. November 1944 durch Gesetz der Militärregierung geschaffen. Für eine Übergangsphase sollten dann alliierte ,,Mitteilungsblätter" die Nachrichtenversorgung der Zivilbevölkerung sicherstellen, bevor deutsche Informationsträger unter Aufsicht der Besatzungsmacht wieder an die Öffentlichkeit herantreten durften (,,Lizenzzeitungen"). 1 Einigkeit herrschte unter den Alliierten, daß nicht nur alle nationalsozialistischen Presseorgane, sondern die gesamte vor 1945, also auch die schon vor 1933 existierende Presse verboten werden sollte. 2
Die von den Alliierten in Deutschland betriebene Besatzungspolitik wurde im wesentlichen durch die Konferenz von Potsdam geprägt. Im Schlußdokument vom 2. August 1945 hatten die Siegermächte ihre Ziele für die Nachkriegszeit formuliert: a) sicherheitspolitisch: Entnazifizierung und Maßnahmen gegen einen deutschen Revanchismus; b) ökonomisch: die Frage der Reparationen und der Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft; und c) gesellschaftspolitisch: die Schaffung eines demokratischen, nicht expansionistischen Deutschlands. 3 Es ist offenkundig, daß die Medien als Informationsvermittler im zentralen
Interesse der Alliierten standen und ihnen eine wichtige Rolle bei der Verfolgung der Ziele des Potsdamer Abkommens zukam.
Eine der Voraussetzungen für den Aufbau neuer Zeitungen nach anglo-amerikanischem Muster war das Anlernen bzw. die Umerziehung deutscher Journalisten. Die Briten beispielsweise wollten ein Zeitungssystem schaffen, daß der objektiven Darbietung von Informationen einen höheren Stellenwert einräumte als der subjektiven Meinung des Journalisten. In der ,,Standing Directive NO.1" vom 20. Juli 1945 hieß es, die Zeitung solle ein Forum der Allgemeinheit sein, Nachricht und Kommentar seien zu unterscheiden, zu trennen und eine tendenziöse Berichterstattung zu vermeiden. 4
Die westlichen Alliierten wollten vornehmlich ,,Werbung für Demokratie" machen, die in ihrem Denken ,,beste und menschenwürdigste Staats- und Gesellschaftsform", Deutschland
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sollte in eine ,,friedliebende und gesunde europäische Ordnung" einbezogen werden. Ziel der britischen Presse- und Informationspolitik ,,müsse es sein, den deutschen Geist im wahrsten Sinne des Wortes zu reaktivieren (,,recreation"), und ihn nicht zu unterhalten (,,edutainment")". Die Umerziehung der Deutschen, nach Ansicht der Westalliierten ,,wesentliches Besatzungsziel", läßt sich unter den ,,vier D's" zusammenfassen: Demilitarisierung, Dezentralisierung, Denazifizierung und Demokratisierung. 5
Eine Übersicht über die Zielgruppen und Zwecke britischer Presse- und Informationspolitik ist im Anhang zu finden.
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Die vorliegende Arbeit wurde im Rahmen des Proseminars ,,Einführung in die Medienkunde" im Sommersemester 1997 unter der Leitung von Prof. Dr. H. Scherer erstellt. Aufgrund des beschränkten Maximalumfangs der Arbeit wurde das Thema ,,Medien in der Nachkriegszeit 1945-49" akzentuiert auf die Zeitungen in der britischen und amerikanischen und den (Ton-)Rundfunk in der britischen, amerikanischen und französischen Besatzungszone, sowie Berlin. Nach Kenntnisstand des Verfassers weicht die Presse- und Lizenzierungspolitik bezüglich Zeitungen in der französischen Besatzungszone nur in Marginalien von der in der britischen bzw. amerikanischen Zone ab. In der ,,Sowjetisch Besetzten Zone" gab es keine freie, sondern nur ,,Staatspresse" und ,,Staatsrundfunk". Fernsehen gab es im Untersuchungszeitraum und -gebiet nicht, da das erste Fernsehbild Deutschlands (als Testbild) erst am 12. 7. 1950 vom Nord-West-Deutschen-Rundfunk (NWDR) gesendet wurde.
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Die Neuordnung des deutschen Rundfunkwesens wurde bereits vor der militärischen Niederlage Deutschlands unter den späteren vier Siegermächten diskutiert. 6 Der Rundfunk wurde im totalitären Dritten Reich in nicht mehr überbietbarer Weise als Führungs- und Propagandainstrument mißbraucht. 7 Für die Zukunft sollte in Deutschland ausgeschlossen werden, daß es nochmals zu einem totalitären Rundfunkwesen komme. Eingriffsmöglichkeiten des deutschen Staates sollten unterbunden und der Rundfunk sollte
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Arbeit zitieren:
Thomas Ch. Hartmann, 1997, Medien in der Nachkriegszeit 1945-49, München, GRIN Verlag GmbH
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