Helanders Träume und sein gesamtes Lebensgefühl lässt sich aber auch auf Freuds „Depression - Krankheit zum Tode“ beziehen, denn dort werden Depressionen mit den Erscheinungen von Einsamkeit, Mutlosigkeit, Leere und Hoffnungslosigkeit, sowie Angst beschrieben, die vollends auf Helander zutreffen. Grund dieser Krankheit ist die psychische Verarbeitung des eigenen Lebens, die
s durch den Tod eines nahestehenden Menschen und dem Gefühl der eigenen Schuld an diesem Geschehen, s sowie einer Behinderung s und dem Gefühl des Nicht-mehr-gebraucht-werdens, s aber auch durch die Jahreszeit, z.B. Winterdepressionen verursacht werden. All diese Ursachen treffen auf Helander zu: s er verlor seine einzige Liebe und das Kind seiner Frau s die Schmerzen seines im Krieg verlorenen Beines bereitet ihm Angst vor dem Tod
s seine Kirche wird nicht mehr so oft besucht, wie zuvor s und nicht nur die farbigen Ziegeln der Kirche, sondern auch die Farben der Jahreszeit rufen in ihm Depressionen hervor. Hinzu kommt auch die von Helander eingebildete Abwesenheit Gottes, auf dessen Zeichen er ein Leben lang gewartet hat, und den politischen Sieg der Anderen, dem Gott aus einer Laune heraus zugestimmt hat. Die Auseinandersetzung mit Freuds Theorien sind nur in sofern hilfreich, als das sie die Handlung des Traumes deuten, aber nicht ihre Stimmung. Denn ausschlaggebend in Helanders Träumen ist weniger die Handlung der Selbstmörderin, sondern eher die Trostlosigkeit des Ortes und das Befinden in einem Totenreich zu sein.
Somit wird für den Pfarrer nicht ersichtlich, dass die Depressionen auf seine Biographie und den daraus entstandenen negativen Erfahrungen basieren. Vielmehr verstärkt sich seine Behauptung Gott allein träge die Schuld an diesem Totenreich, da Gott abwesend ist und ihm kein Zeichen eines Wider-standes gegen die Anderen gibt. Denn dann hätte sein Leben wieder einen neuen Sinn, wenn er mit Gottes Beistand gegen die Anderen agieren könnte. Letztendlich kommt Helander jedoch trotzdem zu der Erkenntnis, Gott sei nicht abwesend und das Töten sei keine Aktion der Züchtigung, sonder er ist ein Werkzeug Gottes.
Allerdings beruht diese Erkenntnis meiner Meinung nach eher auf ein indi- viduelles Selbsterkennen, als auf Berufung irgendwelcher Theorien.
Arbeit zitieren:
Sarah Pischke, 2001, Andersch, Alfred - Sansibar oder der letzte Grund - Helanders Träume, München, GRIN Verlag GmbH
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Andersch, Alfred - Sansibar oder der letzte Grund
Referat / Aufsatz (Schule), 5 Seiten
Andersch, Alfred - Sansibar, oder der letzte Grund - Die Person Heland...
Referat / Aufsatz (Schule), 5 Seiten
Alfred Andersch: Sansibar oder der letzte Grund - Die Darstellung der ...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 15 Seiten
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Helanders Träume.
Ein Lob an Sarah!
Dies ist eine sehr gute, umfassende Zusammenfassung der Träume Helanders.
manchmal zu professionel. Ich weiss zwar nicht auf welche schule sie geht und in welche klasse aber für den 10.-12. Jahrgang unseres Gymnasiums wäre diese HA 13-15 Punkte!
Respekt und Lob!
am Friday, December 06, 2002-