e) Aufbau
Orientiert sich nach Markusevangelium: keine Kindheitsgeschichte
Das Vorwort: 1,1-4
Die Vorgeschichte: 1,5-2,52 Die Vorbereitung des Wirkens Jesu: 3,1-4,13 Das Wirken Jesu in Galiläa: 4,14-9,50 Auf dem Weg nach Jerusalem: 9,51-19,27 Die letzten Tage in Jerusalem: 19,28-21,38 Die Leiden und die Auferstehung Jesu: 22,1-24,53
• „kleine Einschaltung“ = „Feldrede“ Lk 6 à enthält Elemente aus der Bergpredigt
• „große Einschaltung“ = „Reisebericht“ Lk 9-18 à umfangreicher Bericht über die Reise Jerusalems
Kindheitsgeschichte: Parallelvergleich mit Johannes d. Täufer
f) Eigenarten des Lukas:
a.) Sondergut: Gleichnisse (vom barmherzigen Samariter, verlorenen Sohn, vom Seemann)
b.) Sondergut: Heilungen (Heilung eines Aussätzigen, Heilung eines Gelähmten, eines Mannes am Sabbat)
c.) Urchristliche Gebete und Hymnen: Lobgesang Mariens (Magnificat) Lk 1,46 ff, Lobgesang des Zacharias Lk 1,68 ff, Lobgesang Simeons Lk 2,29 ff
d.) Doppelwerk: in eins zu sehen mit Apostelgeschichte (à Jesus wirkt in der Kirche weiter)
2.) Jesusbild des Lukas
Im Zentrum: Verkündigung der Frohbotschaft in erzählten Geschichten durch Jesus
• Jesus ist der Heiland der Kranken, der Verlorenen und sozial Enträchteten (z.B.: Zöllner, Sünder, usw.)
• Jesus offenbart die Menschenliebe Gottes à er will zeigen, dass sich Gott den Menschen zuwendet
• Jesus zeigt wie sich ein Mensch gut und richtig christlich verhalten soll (Barmherzige Samariter)
• In Jesus erreicht die Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen ihren Höhepunkt à fortgetragen in der Geschichte der Kirche Christi (vgl. Apg); Zentales Bild (gemeinsames Mahl)
3.) Christliches Leben nach Lukas
• Nach dem Vorbild Gottes sollen die Christen in dienender Liebe leben (Auch dem Fremden oder Feind gegenüber)
2
Lk 6,27-36 Lk 10,25-37
• Bewähren muss sich dieses Leben an der Einstellung zum Reichtum und zum Besitz Lk 12,13-21.33f Lk 14,12-14 Lk 16,9-13
• Aufgerufen sind wir Christen zu sozialen Verhalten (Zivilcourage)
4.) Theologische Grundgedanken nach Lukas
Lk 1,1-4: Lukas ist Angehöriger der heidenchristlichen Generation, besitzt eine
Lk 4,16-30: Predigt in seiner Heimat Nazareth breit ausgestaltet als erstes öffentliches Auftreten Jesu. Er steht in der Tradition der Synagoge und übertrifft sie. Lk 6,20f 8,1f Jesus wendet sich besonders den Armen der Gesellschaft und warnt vor
Lk 4,44; 7,17 Jesus wirkt im ganzen jüdischen Raum, nicht bloß in Judäa. Jesu Wirken ist
Lk 13,33f
Lk 9,37ff
Zentrum der Verkündigung des Lukas ist: Jesus ist der Heiland.
5.) Die Apostelgeschichte
a) Entstehung
Zweiter Teil des Lk (Vgl. jeweiliges Vorwort sowie Lk 24,44-49 par Apg 1,4-8) vom selben Vedasser 80-90 geschrieben. Innere Widersprüche (Lk 24, 50f Himmelfahrt am Ostersonntag In Bethhanien; Apg 1,3.12 nach 40 Tagen am Ölberg) und schriftstellerische Ungenauigkeiten (Apg 9,7 hören Begleiter des Saulus eine Stimme, sehen niemanden; Apg 22,9 sehen sie Licht, hören keine Stimme) sprechen nicht ernsthaft dagegen! Fast gleicher Umfang wie Lk, einheitlicher Ton, Geschlossenheit der Darstellung!
b) Inhalt
Die Apg ist keine Geschichte der Urkirche oder der Apostel, sondern eine Geschichte der Verbreitung des Wortes Gottes durch Petrus (Apg 1-12) und Paulus (Apg 13-28), wobei von jedem der beiden ca. 10 größere Reden eingefügt sind.
1.) Petrus - Teil:
a.) Das Leben der Urgemeinde in Jerusalem (1 -5): Himmelfahrt Jesu. Nachwahl des Mathias. Pfingstereignis, Predigten und Wunder, Verhaftungen und Freilassungen.
3
b.) Die vorpaulinische Glaubensverbreitung (6-12): Wahl der 7 (Diakone) und Geschichte des Stephanus, Verfolgung u. Zerstreuung der Urgemeinde, Mission des Philippus, Petrus und Johannes, Bekehrung des Saulus, Hinrichtung des Jakobus, Verhaftung und wunderbare Befreiung des Petrus.
2.) Paulus - Teil:
a.) Erste Missionsreise (13-14): Von Antiochia nach Zypern, Kleinasien und zurück.
b.) Apostelkonzil In Jerusalem (15) .
c.) Zweite Missionsreise (16-18): Von Antiochia über Kleinasien nach Thessaloniki, Athen, Korinth und zurück.
d.) Dritte Missionsreise (18-21): Ähnlicher Verlauf wie die zweite Reise. Ankunft in Jerusalem.
e.)Gefangennahme, Prozeß und Transport nach Rom (21-28).
c) Quellen
Petrus-Teil: Versch. Einzelerzählungen, schriftliche Stephanusgeschichte, Saulus-Notizen. Paulus-Teil: 1. „Wir“ - Berichte
d) Aussageabsicht
Lk will keine Historiographie vorlegen, sondern eine Theologie des Weges der Kirche von der kleinen Jerusalemer Schar nach Rom und „bis ans Ende der Erde“ (Apg 1,8). Die Apg bezeugt:
• die Universalität des Christentums (Petrus, Paulus)
• die Einheit der Lehre (Apostelkonzil)
• den Siegeszug des Christentums (ohne Bezug auf Verfolgungen bzw. Martyrien von Petrus u. Paulus).
6.) Eigene Meinung :
Meine eigene Meinung zu diesem Thema bezieht sich nicht nur auf das Lukas Evangelium oder die Apostelgeschichte alleine, denn dazu habe ich wohl zuwenig Einblick in diese Schriften. Eher möchte ich kurz erläutern, wie ich als « Laie » zu allen Bibelschriften stehe.
Aufzeichnungen in der Bibel zu lesen, sind immer ein Erlebnis. Ein Erlebnis aus dem Grunde, weil sie eine besondere Eigenart haben, sich lesen zu lassen. Einerseits wirken sie manchmal zu sachlich und unpersönlich, aber andererseits ist es gerade diese Beschreibung, die einen so fasziniert, weil man sich wundert, dass man durch so einen Schreibstil überhaupt Bezug zu dem Erzählten aufbauen kann und so betroffen sein kann.
Die Bibel ist voll von schönen Schilderungen, die Hoffnung geben und einen nicht zweifeln lassen, aber auch voll von grausamen Schilderungen, wie die Welt eben aussieht. Nicht umsonst ist dieses Buch wohl das « Meistverkaufte » der Welt.
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Arbeit zitieren:
Beatrice Krauskopf, 2001, Das Lukanische Doppelwerk, München, GRIN Verlag GmbH
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