Gastwirtschaft als Pächter, womit er sich bis Ende 1899 des Lebensunterhalt verdiente. Der neue Beruf ermöglichte ihm die Gründung einer Familie und so heiratete er Anfang Mai 1894 die ehemalige Hausagngestellte und Fabrikarbeiterin Louise Rump, mit der er vier Söhne, von denen zwie im Ersten Weltkrieg (1914-1918) fielen, und eine Tochter hatte.
1896 wurde er erstmals als Bremer delegierter zum Parteitag entsandt. 1897 wurde er zum Vorsitzenden Landagitationskommission für die von Bremen zu betreuenden Reichtagswahlkreise und nach deren Auflösung 1902 zum Mitglied des Bremer Partivorstandes gewählt. Da Ebert viele Partei- und Gewerkschaftsmitgllieder nicht mochte, konnte es passieren, dass er in Diskussionen seine Beherrschung verlor oder mit Ironie und Arroganzgegen seine Kontrahenten vorging. Mit der Bestellung zum Arbeitssekretär trat Ebert entgültig in den Dienst der Arbeiterbewegung und war gleichzeitig in die Bremer Bürgschaft gewählt worden. Sein Einkommen war zwar nicht besonders hoch für eine siebenköpfige Familie, aber es reichte für das Nötigste. Nach den Wahlen von 1902 bekam Ebert einen Einblick in die wichtigsten Regierungs- und Gesetzgebungsarbeiten Bremens und wurde 1903 als Delegierter als Kandidat bei der Reichtagswahl aufgestellt. Eberts Überlegungen zur Rolle des Staates waren sehr stark bestimmt von dem Begriff des „Gemeinwohls“, dessen bisherige klassenspezifische Auslegung von ihm immer scharf angegriffen wurde. „Gemeinwohl“ und „ Gleichberechtigung“ als Ziel und Mittel für staatliches Handeln, das waren für Ebert vorschwebende Ideale. 1904 besaß er schon auf nationaler Ebene einen gewissen Bekanntheitsgrad als einer der Arbeitssekretäre, als tüchtiger Wahlkämpfer, als Mitglied einer Parteischiedskommission und schließlich ein kompetenter und sich in seinen Aufgaben in jeder Phase gewachsen zeigender Präsidentdes Bremer Parteitages der SPD.
Die Wahl zum Sekretär des Parteivorstandes 1905 bedeutete für Ebert eine bedeutende Verbesserung seiner wirtschaftlichen Lage, denn mit dem neuen Einkommen konnte auch eine siebenköpfige Familie recht gut leben.
1912 wurde Ebert Reichtagsabgeordneter, gerade auch deshalb, weil er in der praktischen Parteiarbeit bei weitem höchste Erfahrungen besaß, er mit Presseangelegenheiten, den Parteifinanzen und der Gewerkschaftsarbeit wie kaum ein anderer vertraut war und weil er die Wirtschafts- und Sozialpoltik, auch ohne Mitglied des Reichtags zu sein, genau kannte.
Bei Kriegsbeginn trat Ebert in der SPD für den Burgfrieden und die Bereitschaft zur Landesverteidigung ein, war aber ein entschiedener Gegner der Annexionspolitik. Seit 1913 war er Vorsitzender der SPD als Nachfolger August Bebels und setzte sich während des Krieges bald für einen Vertständigungsfrieden ein. Im Januar 1918 versuchte er bei Ausbruch des Berliner Munitionsarbeiterstreiks zu vermitteln und Ausweitungen zu verhindern. Obgleich Ebert persönlich Streiks ablehnte, nahm er es auf sich, ihn durch seinen Eintritt in ruhigen Bahnen zu lenken und zu einem möglichst raschem Ende zu führen.
Im November 1918 übertrug ihm der letzte kaiserliche Reichskanzler die Regierungsgeschäfte. Im Rat der Volksbeauftragten bemühte sich Ebert, die revolutionären Unruhen zu beenden und die Ausschreibung von Wahlen für eine Nationalversammlung durchzusetzen - mit dem Ziel, eine parlamentarische Demokratie zu errichten. Ebert sah nur dann eine Chance für die Wiederaufrichtung Deutschlands, wenn jeder mit der gleichen unbedingten Pflichttreue, die ihn selbst auszeichnete, auf seinem Posten verblieb. Er bemühte sich, mit eher zuviel als mit zu wenig persönlichen
Engagement , sein Amt mit Würde auszufüllen und stets ein Präsident für alle Schichten des Volkes zu sein. Und er konnte sich als unbestrittener Sozialdemokrat unangefochten behaupten. Am 24. Okt. 1922 bestätigte ihn der Reichstag mit überwältigender Mehrheit auf weitere drei Jahre in seinem Amt. Für Eberts persönliches Ansehen in seiner eigenen Partei und in weiten Kreisen der Arbeiterschaft bedeutete die Entwicklung einer schwere Belastung. Denn als Reichpräsident und als Sozialdemokrat verkörperte Ebert in gewisser Hinsicht die Republik. Alle Fehler, alle Schwächen, alles Versagen bei der Befriedigung ihrer elementarsten Lebensbedürfnisse lasteten viele Bürger daher ihm, dem Träger des höchsten Amtes der Republik an. Wegen der unsicheren politischen Situation hatten die Volksvertreter auf eine in der Verfassung vorgeschriebene Neuwahl durch das Volk verzichtet.
Von der sich verstärkenden rechten Opposition wurde Ebert jedoch zunehmend mit Verleumnung und Verdächtigungen verfolgt. Schließlich musste er sich gegen die Anklage des Landesverrats zur Wehr setzen. Gefährlicher, als alle noch so harten sachlichen auseinandersetzungenmit der eigenen Partei, weitaus auch gefährlicher als die demagogischen Hetzreden , die im kommunistischen Lager gegen ihn gehalten wurden, waren jene Angriffe, die aus dem bürgerlichen Lager gegen ihn gerichtet wurden. seit seinem Amtseintritt hatte sich eine Flut von Beleidigunhen übelster Art über Ebert ergossen; von Schmähungen wegen seiner einfachen Herkunft, über Trunksucht und Bestechlichkeit bis hin zu unsittlichem Lebenswandel reichten die Verleumnungen gegen ihn. Um die Jahreswende war die politische Situation wieder offen, auch gerade für die Durchsetzung sozialdemokratischer Zielvorstellungen.
Und das war nicht zuletzt das Ergebnis der Politik, die Ebert in den Krisenjahren 1919 bis 1923 verfolgt hatte. In dem Urteil vom Dezember 1924 wurde zwar der verantwortliche Redakteur wegen Beleidigung verurteilt, der Vorwurf des Landesverrats jedoch nicht zurückgewiesen. Die offensichtlichen Rechtsfehler konnten ihn nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit diesem Urteil nicht nur seine persönliche Ehre, sondern auch die Republik, für die er als höchster Amtsträger fast 6 Jahre mit Einsatz gekämpft hatte, getroffen werden sollte. Zum ersten Mal machten sich Anzeichen der Resignation bei ebert bemerkbar; dennoch drang er auf einen sofortigen Berufsprozeß und achtete nicht auf seine angeschlagende Gesundheit, bis es für eine erfolgreiche Behandlung seiner Blinddarmentzündung zu spät war. Als Friedrich Ebert am 28.02.1925 starb, kurz nach Vollendung des 54. lebensjahres, war Deutschland kein Staat, der seinen Vorstellungen von einem demokratischen sozialen Gemeinwesen entsprach.
Quellen:Friedrich Ebert 1871-1925, verlag Neue gesellschaft. Bonn,
Deutsche Geschichte in Schlaglichtem, Meyers Lexikonverlag, BasisWissen zum nachschlagen, Geschicht auf einem Blick, Buch und Zeit Verlagsgesellschaft mbH. Köln
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Annica Müller, 2001, Ebert, Friedrich, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Niclas
Danke!.
Man, dein Lebenslauf war echt meine Rettung! Ohne die ganzen Angaben wär ich echt aufgeschmissen gewesen!
Nic!
on Saturday, May 12, 2001-
Dörthe
Kommentar.
Mußte an der Uni einen Personenkommentar erstellen. Deine Biographie hat es mir wesentlich vereinfacht! Danke!
on Monday, July 02, 2001-
Katja
Puuuuh.
Hab am Montag mündliches Abi in Geschi. Und mein Spezialthema ist die Weimarer Republik und Ebert. Müsste eigentlich noch n ganzes Buch über den lesen, aber das schaff ich bis Montag nicht mehr. Also hoffe, dass dein Referat mirwenigstens n bißchen was hilft. Danke.
on Saturday, March 09, 2002-
kalle
merci.
danke atze.hat uns die arbeit erspart.
on Tuesday, April 23, 2002-
Sandro Frizerro
Ach nee!.
Ich muss schon sagen dass ich diesen Bericht über Friedrich Ebert nicht ganz zustimmen kann.
Wer hat behauptet, dass er seine Probleme mit Hitler nicht selber verursacht hat?
Jeder weiß doch, dass er das gar nicht schaffen hätte können. Immerhin war er doch kein angesehener Mann, jedenfalls am Anfang noch nicht.
Ich würde das nächste mal besser überlegen was ich schreibe!!!
Das soll eine Warnung sein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
on Saturday, July 06, 2002-
Stefanie Glowinski
Letzte Rettung.
Man wenns das internet nicht gäbe, ich hasse echt unsere geschichtslehrerin!
Danke für deinen beitrag, so kann ich in geschi mal wieder meine note aufbessern!
Vielen vielen dank!
on Wednesday, September 11, 2002-
Martina
Alle Achtung!.
Also echt, alle Achtung für den super Lebenslauf.Hast dir ja voll Mühe gegeben!Bist echt meine Rettung, wär sonst ziemlich aufgeschmissen gewesen!!Vielen, vielen Dank:-)Grüßle
on Friday, October 04, 2002-
OzZ
Danke!.
Danke echt ganze arbeit hat mir sehr geholfen ;D
on Tuesday, November 18, 2003-