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von Kinder in den besetzten Ländern, wenn diese als rassisch wertvoll angesehen und für eine Eindeutschung ausgewählt wurden; wegen der Wegnahme von Kindern zum Zwecke der Ausrottung oder Eindeutschung von Ostarbeiterinnen sowie wegen der Plünderung öffentlichen und privaten Eigentums in Deutschland und in den eingegliederten und besetzten Gebieten".
Nach einer 6 Monatigen Prozessdauer fällte man das Urteil und sprach alle Angeklagten frei. Begründet wurde das Urteil mit der Aussage:
"Aus dem Beweismaterial geht klar hervor, dass der Verein Lebensborn, der bereits lange vor dem Krieg bestand, eine Wohlfahrtseinrichtung und in erster Linie ein Entbindungsheim war. Von Anfang an galt seine Fürsorge den Müttern, den verheirateten sowohl wie den unverheirateten, sowie den ehelichen und unehelichen Kindern. Der Anklagevertretung ist es nicht gelungen, mit der erforderlichen Gewissheit die Teilnahme des Lebensborn und der mit ihm in V erbindung stehenden Angeklagten an dem von den Nationalsozialisten durchgeführten Programm der Entführung zu beweisen. Der Lebensborn hat im allgemeinen keine ausländischen Kinder ausgewählt und überprüft. In allen Fällen, in denen ausländische Kinder von anderen Organisationen nach einer Auswahl und Überprüfung an den Lebensborn überstellt worden waren, wurden die Kinder bestens versorgt und niemals in irgendeiner Weise schlecht behandelt. Aus dem Beweismaterial geht klar hervor, dass der Lebensborn unter den zahlreichen Organisationen in Deutschland, die sich mit ausländischen nach Deutschland verbrachten Kindern befassten, die einzige Stelle war, die alles tat, was in ihrer Macht stand, um den Kindern eine angemessene Fürsorge zuteil werden zu lassen und die rechtlichen Interessen der unter seine Obhut gestellten Kinder zu wahren."[2] In den Nachkriegsjahren und bis heute blühte vor allem die Gerüchteküche zum Thema Lebensborn. Trotz des Urteils des Militärgerichtshofes wird der Lebensborn hauptsächlich a ls Institution der "Rassenzüchtung" und "Rassenveredlung" dargestellt, in denen sich BDM - Mädchen (BDM = Bund Deutscher Mädel) und RAD - Maiden (RAD = Reichsarbeitsdienst) unter dem Motto "dem Führer ein Kind schenken" mit ausgewählten SS-Männern trafen, um in den Lebensborn Heimen gemeinsam Kinder "zur Pflege des nordischen Blutes" zu zeugen. So beschrieb der Amerikaner Louis Hagen in seinem Buch "Follow my Leader" ("Führer wir folgen Dir") die Tätigkeit des Lebensborns in etwa so:
Das Verfahren der Rassenzucht mit als "Zuchtstuten" ausgewählten jungen Mädchen und Frauen in Oberbayern sah ungefähr so aus, "dass die Betreffende in der Tegernseer Jugendherberge bis zum 10. Tag nach dem Beginn ihrer Periode zu warten hatte, dann ärztlich untersucht wurde und anschließend mit einem SS-Mann schlief, der seine Pflicht auch noch bei einem anderen Mädchen zu erfüllen hatte. Nach Feststellung der Schwangerschaft hatte sie die Wahl gehabt, entweder nach Hause zurückzukehren oder sofort in das Entbindungsheim zu gehen.[3]
Ähnlich sah dies die Amerikanerin Judy Barden, die in ihrem Buch „ Das ist Germany“ über eine angebliche Begegnung mit schwangeren Frauen in einem Lebensbornheim kurz nach Kriegsende berichtete: Es war erschütternd was ich dort erlebte. Das einzige Ziel dieser Frauen bestand nur darin, Kinder zu gebären, weil sie den Idealtyp der deutschen Frau darstellten. Sie hatten sich ursprünglich freiwillig gemeldet, um „dem Führer ein Kind zu schenken“. Nachdem sie einmal die Prüfung auf ihre Gesundheit, Schönheit und die nötigen weiblichen Rundungen bestanden hatten, wurden sie in die verschiedenen Offiziers -Erholungsheime verschickt, und dort blieben sie so lange, bis sie schwanger waren. So einfach war die Sache. War es so weit, dann wurden sie mit jedem Luxus versorgt, der in Deutschland damals noch zu haben war. Die Pflege, die man ihnen angedeihen ließ, war unendlich viel besser als die der Mutter eines ehelichen Kindes. Sie trugen dazu bei, ein starkes Deutschland zu schaffen. Sie waren stolz auf ihren Beruf und völlig gleichgültig gegenüber der Tatsache, daß sie den Namen des Vaters ihres Kindes nicht kannten.«[4] Es entstanden noch viele weitere Berichte sowie einige Dokumentarfilme und ein Spielfilm, die sich aber wohl eher am jeweiligen Zeitgeschmack orientierten, als an historischen Fakten. Mit der Wahrheit haben die vielen Legenden und Fantasieberichte nichts zu tun, die aus den Lebensborn-Heimen pervers schicke "Edelbordelle" machen, in denen stramme "Zuchtbullen der SS" - übrigens zeitgenössische Ausdrücke - mit ausgesuchten deutschen Mädels Nachwuchs für den "arischen Adel" zeugten. Dass der „Lebensborn“ keine derartige Praxis betrieben hat, ist längst nachgewiesen. Doch auch im 21. Jahrhundert gibt es die Vision vom perfekten Menschen, sein Erbgut wurde bereits entschlüsselt. Noch ist es nicht möglich, das Eltern sich die Eigenschaften und das spätere Aussehen ihres Kindes aussuchen können, aber dieser Schritt liegt in nicht mehr all zu ferner Zukunft. Werden die Deutschen gar die Amerikaner der „Menschenbzw. Rassenzucht“ bezichtigen, sollte solch ein Verfahren in den USA einmal zugelassen werden?
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Anmerkungen / Quellen:
• Franz W. Seidler: Lebensborn e. V. der SS - Vom Gerücht zur Legende http://www.vho.org/D/dsdv/Seidler.html
• Dorothee Schmitz-Kösters: Deutsche Mutter, bist du bereit ... Alltag im Lebensborn. Aufbau, Berlin 1997 [1]
• The RuSHA Case, in: Trials of War Criminals before the Nuernberg Military Tribunals under Control Council Law NO. 10, New York 1950, H. 5, S. 163. [2]
• Louis Hagen: "Follow my Leader" London 1951, S. 256. [3]
• Barden, J., Freundin und candy, in: Settel, A. (Hrsg.), Das ist Germany, Frankfurt/M. 1950, S. 150 [4]
• Irene Bazinger: Dorothee Schmitz-Kösters Recherchen zum Alltag der Frauen im "Lebensborn e.V.
„Kinderproduktion nach deutschem Reinheitsgebot " http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/42/22a.htm
• Hintergrund des Lebensborn e.V. http://www.taz.de/tpl/2000/09/06.nf/text.Tname,a0104.list,TAZ_sw.Idx,12
• Der Verein Lebensborn e.V. http://www.idgr.de/lexikon/stich/l/l.html
• Lebensborn e.V. der SS http://www.etika.com/d49ns/49ns61.htm
• Catrine Clay, Michael Leapman: Herrenmenschen. Das Lebensborn- Experiment der Nazis. http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3453123050/qid%3D986751636/302-7080202-9980028
• Jewish Virtual Library: The “Lebensborn” http://www.us-israel.org/jsource/Holocaust/Lebensborn.html
• Lilienthal, Georg: Der ' Lebensborn e. V.' Januar 1985, Urban & Fischer
Referat zum Thema: Alltag der Frauen in der SS - Oganisation "Lebensborn.eV"
© Henner von Fritschen März/April 01
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Henner von Fritschen, 2001, Alltag der Frauen in der SS-Organisation "Lebensborn e.V.", München, GRIN Verlag GmbH
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Anfrage von Shoa.de.
Hallo Herr von Fritschen,
ich habe gerade ihre Arbeit auf Hausarbeiten.de gesehen und wollte Sie fragen, ob Sie nicht auch Lust hätten, bei uns mitzuarbeiten.
Unser Arbeitskreis betreibt das derzeit größte Portal zum Thema 3. Reich, Zweiter Weltkrieg und Holocaust und ist unter anderem unter www.shoa.de oder www.wk-2.de zu erreichen.
Wir suchen noch engagierte Mitarbeiter, die Lust haben bereits vorhandene Arbeiten bei uns zu veröffentlichen, oder sogar neue Artikel zu schreiben.
Wir würden uns sehr freuen, vielleicht auch Sie dazu gewinnen zu können.
viele Grüße
Stefan Mannes
am Saturday, November 03, 2001-