Mitbrüder gefangen genommen. Wir sahen unsere Chancen schwinden, da sich ein Aufbegehren gegen dieses Überwachungs- und Zensursystem als sehr schwierig erwies. Erst die Julirevolution in unserem Nachbarland Frankreich bot uns erneut Ansatzmöglichkeiten, gab uns Mut und half uns unser Selbstvertrauen und unsere Risikobereitschaft wieder zu beleben. Wir konnten in dieser Zeit großartige Erfolge auf dem Gebiet der Verfassungsgebung erzielen. Die Fürsten mehrerer Staaten verabschiedeten mehr oder weniger freiwillig eine von uns vorgeschlagene Verfassung. Durch den Geruch von Gleichheit und Freiheit der überall in der Luft lag, bekamen auch andere Bevölkerungsschichten Appetit auf ein Stück des Kuchens, welcher aus lauter guten Zutaten, wie nationaler Einheit, Pressefreiheit und sogar einer Prise Demokratie zubereitet wurde, und wir, das Volk, haben das Messer in der Hand und besitzen die Möglichkeit ihn gemeinsam mit vereinten Kräften aufzuschneiden! Mit dieser Aussicht im Auge begaben sich, ähnlich dem vorangegangen Wartburgfest, im Mai 1832 viele Bürger zum Hambacher Fest. Nur mit dem einen Unterschied, daß sich die damals noch in den Kinderschuhen steckende Bewegung mit 500 Studenten zu einer Masse von 30000 Menschen aller Schichten gemausert hat. Natürlich war die Begeisterung des Deutschen Bundes über diese Zusammenkunft sehr gedämpft und es wurden erneut Maßnahmen, wie z. B. Aufhebung der Presse- u. Versammlungsfreiheit ergriffen, die unsere Bestrebungen im Keim ersticken lassen sollten. Es folgten eine Reihe weiterer Aktionen, die jedoch nur selten von Erfolg gekrönt waren, wie z. B. der Versuch die Hauptwache in Frankfurt am Main zu stürmen oder verschiedene Aufrufe von Schriftstellern, sich gegen Adel und Landesherren zur Wehr zu setzen. Sie hatten meist leider nur eine Verschärfung der Maßnahmen Metternichs zur Folge. Doch auch wenn die Bemühungen einiger Menschen zunächst aussichtslos erschienen, so sind sie doch in unseren Herzen und auch den Herzen des ganzen freiheitlich gesinnten Volkes zu Helden aufgestiegen, allen voran die Göttinger Sieben, sieben Professoren, die gegen die unrechtmäßige Aufhebung der hannoverschen Verfassung demonstrierten und als Opfer fürstlicher Willkür zum Teil des Landes verwiesen wurden. 1841 wurde unsere Sehnsucht nach einem Staat in einem Lied von August Heinrich Hoffman von Fallersleben festgehalten, welches den Rang der Nationalhymne verdient hätte, das „Lied der Deutschen“. Hier werden unsere tiefsten Wünsche erfaßt und verarbeitet. „Einigkeit und Recht und Freiheit“, die Eindämmung des Massenphänomens Armut, welches gesamte Bevölkerungsschichten ergreift, gleiches Wahlrecht und natürlich, wie heute schon so oft erwähnt, die Schaffung eines einheitlichen Deutschlands, mit gleichen Rechten und Pflichten für alle. Denn wir sind der Meinung: ALLE DEUTSCHEN SIND BRÜDER UND
SOLLEN FREUNDE SEIN!!
Arbeit zitieren:
Anne Abendroth, 2000, Burschenschaften, München, GRIN Verlag GmbH
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sehr gut.
deine hausarbeit ist unglaublich gut und verständlich geschrieben. der standpunkt aus dem du berichtest ist sehr gut gewählt und verdeutlicht die ganze thematik noch besser. danke danke danke!!!
am Sunday, November 25, 2001-