„Sturm und Drang“- Die Geniezeitepoche. 2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Der Sturm und Drang als historische Epoche (1770/1785) 4
2.1 Goethes Stellung in der Epoche. 5
2.2 Grundvoraussetzungen für die Epoche. 7
3. Der Geniebegriff. 9
4. Götz von Berlichingen. 10
4.1 Der historische Götz. 10
4.2 Goethes literarischer Götz. 10
4.3 Schilderung der Handlung. 14
4.4 Personen und ihre Stellung im Drama. 14
4.5 Goethes Selbstinterpretation zum Götz. 16
5. Zusammenfassung und Ausblick. 17
Literaturverzeichnis. 19
Schülererklärung. 20
Portrait Goethe mit 24 Jahren,
Frankfurter Mansardenzimmer. A I
Schaubild: Sturm und Drang. A II
Rede zum Shakespeare Tag. A III
Bilder aus dem Götz von Berlichingen A IV
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1. Einleitung
Das Thema der vorliegenden Facharbeit lautet: „ Die besondere Bedeutung Goethes für den Sturm und Drang anhand seines Werkes Götz v. Berlichingen unter Berücksichtigung des Geniegebriffs und seiner Geschichte.“ Sie ist entstanden im Zusammenhang des Semesterthemas „Goethe“ im Leistungskurs Deutsch unter Leitung von Herrn Michael Burger während des Schuljahres 1999/2000.
Das Ziel dieser Facharbeit ist es, näher zu beleuchten, wie Johann Wolfgang von Goethe die Epoche des ‚Sturm und Drang‘ geprägt hat, wieso man heute, wenn man von ‚Sturm und Drang‘ redet, von einer ‚Geniezeit‘ spricht und wie sein Werk ‚Götz von Berlichingen‘ in dieser Zeit zu verorten ist. War es allein Goethe, der diese Epoche geprägt hat und wenn ja, wodurch? Warum hat gerade das Werk ‚Götz v. Berlichingen‘ einen so großen Stellenwert für diese Zeit erhalten?
Auf den nachfolgenden Seiten wird versucht, diesen Fragen auf den Grund zu gehen. Nach einer kurzen Einleitung geht es zunächst um die Epoche des ‚Sturm und Drang‘. Dabei werden die Stellung Joh.Wolfgang v. Goethes unter Einbeziehung biografischer Informationen berücksichtigt und die Grundvoraussetzungen für die Epoche des ‚Sturm und Drang‘ skizziert. In einem weiteren Überlegungsschritt wird der Geniebegriff im allgemeinen näher beleuchtet und zu Goethe in Beziehung gesetzt. Sodann steht das Werk ‚Götz von Berlichingen‘ im besonderen im Zentrum der weiteren Überlegungen, wobei zum einen auf den historischen Götz abgehoben, zum anderen auf Goethes literarischen Götz eingegangen wird. Ferner werden die Handlung und die Personen sowie ihre Stellung im Drama betrachtet und schließlich fließt Goethes Selbstinterpretation in die Überlegungen ein. Mit der Zusammenfassung am Schluß der Arbeit und einigen Ausblicken wird ein vorläufiges Fazit gezogen.
Die Anmerkungen verweisen auf die zu Rate gezogene Literatur. Deren vollständige Titel befinden sich im Literaturverzeichnis. In den Anhang wurden ein Goethe-Portrait, das den Autor des Götz ungefähr zur Abfassungszeit zeigt sowie ein Schaubild zum ‚Sturm und Drang‘, die ‚Rede zum Shakespeare-Tag‘ und Bilder aus dem ‚Götz von Berlichingen‘ zur Illustration aufgenommen.
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2. Der Sturm und Drang als historische Epoche ( 1770/1785) Der Sturm und Drang als Epoche reichte vom Ende der 60-er bis Mitte der 80er Jahre des 18. Jahrhunderts. Oft wird der Sturm und Drang als Geniezeit oder auch als Genieperiode betitelt, weil man das Original-Genie verehrte und als Urbild des wahren schöpferischen Künstlertums ansah. Der Name Sturm und Drang wurde der Epoche nach dem Drama von F.M. Klinger „Sturm und Drang“, das er 1776 geschrieben hatte, zugeordnet. Allerdings wurde auch der Name des Dramas von Ch. Kaufmann von „ Wirrwarr“ in Sturm und Drang geändert. Diese Bewegung entstand zum größten Teil dadurch, daß die Aufklärung mit ihrer rationalistischen Weltsicht mit ihren Regeln und Gesetzen die Künstler in ihrem Streben zu sehr einschränkte. 1 So entstanden die Ideen des Sturm und Drangs nicht einfach als Veröffentlichungen, sondern kündigten sich meist in den Schriften einzelner als Ideen an. Es war nicht Goethe, der die ersten Ideen zu Sturm und Drang an das Tageslicht brachte, sondern vielmehr der Königsberger Johann Georg Hamann, ( 1730-1788), der in seinen Schriften die Irrationalität des realen Lebens betonte. Dieser setzte sich mit dem Aufklärungsoptimismus in seinem Werk „Sokrat. Denkwürdigkeiten“ auseinander. Ein weiterer früherer Voranbringer des Sturm und Dranges war Joh. Gottfried Herder, der durch die Vergleiche von Lessings Literaturbriefen die Rückkehr zur natürlichen Sprache, nationaler Orginalität und der Natur fordert. 2 Die Nachahmung des Shakespear’schen Dramas in Deutschland, eines Dramas, das nicht an die vorherigen Regeln der Zeit gebunden ist, läßt den Sturm und Drang allerdings auch seine Schwächen und seine Grenzen aufweisen. Zwar entstanden in dieser Epoche durchaus neue Ansichten und Einzelfragen über die Funktionen des Dramas als auch über Natur und Geschichte, doch war der Sturm und Drang eher eine Epoche, die in einer kleinen Schublade verschwand. Den Sturm und Drang nur als Übergangsepoche zu sehen, wäre auch unterklassifiziert. Viele Ansätze aus dieser Zeit sind für die weitergehenden Epochen, wie der Klassik, wichtig. Die Klassik ist eine Gegenbewegung zum Sturm und Drang. Besonders eingänglich wird dies bei den Liedern, die in dieser Zeit entstanden sind. In diesen Liedern geht es meistens um persönliche Gefühle und Erlebnisse und auch immer um den Bezug zur Natur, wie z.B. in Wanderliedern .
So wird im Sturm und Drang sowohl in der Lyrik als auch in der Prosa sehr viel mit Affekten und Emotionen gearbeitet. Als Beispiel dient auch der Götz v. Berlichingen, der für viele aggressiv, primitiv und vulgär in seiner Aussprache ist. „Er kann mich - - -“(Götz) 3 .
1 Brockhaus „Sturm und Drang“ S. 273
2 DTV-Atlas, Dt. Lit. , S. 153
3 Goetz von Berlichingen, Goethe S.73, Z.2
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2.1 Goethes Stellung in der Epoche
Johann Wolfgang Goethe wurde am 28. August 1749 als Sohn des Doktors jur. Johann Caspar und seiner Frau Katharina Elisabeth geb. Textor, in Frankfurt a.M. geboren 1 .
Peter Börner schreibt in seinem Buch, daß Goethe nach seiner Rückkehr aus Straßburg gerade 22 Jahre alt war und dann auf Wunsch des Vaters als Rechtsanwalt beim Frankfurter Schöffengericht zugelassen wurde. Die Erwartungen des Vaters, sich selbstständig zu machen und diesem Beruf nachzugehen, hielt er allerdings nicht stand. Er selbst führte nur 28 Prozesse in Frankfurt. Stattdessen wandte er sich der Dichtung zu. Vor allem Shakespeare beeindruckte ihn in dieser Zeit. So gehörten zu seinen frühesten poetischen Arbeiten die düsteren Gesänge von Selma, die er aus dem Ossian übersetzte und später mit in den Werther übernahm.
Durch die Beschäftigung mit Shakespeares Werken versuchte er zu höheren, freieren und ebenso wahren dichterischen Weltansichten zu kommen 2 . Genau hier zeichnen sich schon die Grundsätze des Sturm und Dranges ab. Seine Vertreter entfernen sich vom rationalen Erkennungsprinzip der Aufklärung und richten sich gegen die herrschende Standesordnung. So standen, wie auch bei Shakespeare, jetzt auch bei Goethe im neuen deutschen Drama Emotionalität und Spontanität vor den bisherigen deutschen Normen. 3 Goethe brachte Neigung zum Shakespeare-Drama in seiner Rede zum Shakespeare-Tag zum Ausdruck, die er selbst am 14. Okt. 1771 vortrug. Hierin bekennt er sich zu dem Dichter des Hamlet und formulierte die Definition des Sturm und Drang. So waren die Ziele Goethes und die seiner Anhänger eigentlich die Prinzipien, die Shakespeare in seinen Dramen als Grundstock sah. Dem Rokoko-Theater wurde der Rücken zugekehrt und das regelgebundene Drama der Franzosen wurde gebrochen. Es ging nun vielmehr darum, wie es Boerner ausdrückt , Mark in den Knochen‘ zu haben. Noch dazu kam der enge Bezug zur Natur. Sie bedeutete die Ganzheit des menschlichen Charakters ebenso wie die Einheit des Universums, hieß aber auch Aufhebung der dualistischen Begriffe von Gut und Böse, Preisgabe von Offenbarung und Heilversprechen, Einsicht in ein durch Untergang und Tod bezeichnetes Schicksal der Menschen. 4
Peter Börner, dem in seiner Interpretation hier gefolgt wird, meint nichts Anderes, als das der Herrschaft der Vernunft und des abstrahierenden und regelnden Verstandes nun die schöpferische Kraft des ursprünglichen, leidenschaftlichen, Natur- und sinnenhaften Gefühls und der Fantasie entgegengestellt wird. Dazu das klassizistisch gesehene Schöne, das Charakteristische und Wahre, das naturhaft oder moralisch Große. Dazu kommt die Aufhebung der Dreieinheiten im Drama, die Hinwendung zur Prosa und zu einem gefühlsbetonten expressivem Sprachstil. Dieser Irrationalismus ,
1 Reclam, Joh. Wolfg. Goethe, S. 5
2 Börner, Peter, S. 37
3 Microsoft Encarta 98 „Sturm und Drang“
4 Boerner, Peter, S. 37
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Subjektivismus und Individualismus des Sturm und Drang gipfelt in der Darstellung von Goethes Götz von Berlichingen, der nichts Anderes anerkennt, außer dem, was die Anlagen seiner Natur gestatten. 1 Nach der Behandlung der Shakespeare-Rede wollte Goethe jetzt selbst den dramatischen Stoff behandeln. So wurde er einerseits durch den philosophischen Helden Sokrates als auch durch den fränkischen Raubritter Götz von Berlichingen anregt. Hierzu sagte Goethe selbst: „Mein ganzer Genius liegt auf einem Unternehmen, worüber Homer und Shakespeare und alles vergessen worden. Ich dramatisiere die Geschichte eines der edelsten Deutschen, rette das Andenken eines braven Mannes, und die viele Arbeit, die mich‘s kostet, macht mir einen wahren Zeitvertreib, den ich hier so nötig habe, denn es ist traurig an einem Ort zu leben wo unsere ganze Wirksamkeit in sich selbst summen muß.“ 2
In weniger als 6 Wochen vollendete er die erste Fassung dieses Dramas im Jahre 1771.
Goethes freizügiger Lebensstil, der durch viele Reisen und Wanderungen weiter ausgebaut wurde, prägt sein Genie wesentlich. Engere Beziehungen zu dem Kreis der Empfindsamen in Darmstadt ( Gemeinschaft der Heiligen) brachten ihm die Bekanntschaft Heinrich Mercks, der sich im Laufe der Zeit als kritischer Mentor Goethes entwickeln sollte. 1772 ging Goethe nach Wetzlar, um durch eine Ortsveränderung seine innere Neigung zu befriedigen. Grund hierfür war der Wunsch des Vaters, seine juristischen Kenntnisse am Reichskammergericht zu erweitern. Diese Stadt hatte etwas Besonderes für Goethe, einen besonderen Stil, einen historischen Hintergrund, eine historische Epoche. Sie bot ihm die Möglichkeit, verschiedene historische Perspektiven als auch sozial kritische Perspektiven mit in seine Arbeit einzubauen.
Goethe befaßte sich in dieser Zeit sehr stark mit den Griechen. Durch Annäherung an Homer, Anakreon und Pindar weitete Joh. Wolfgang v. Goethe seinen Horizont. So gelangt er zu neuen Ansichten: „Ich möchte beten, wie Moses im Koran: „Herr, mach mir Raum in meiner engen Brust.!“(Goethe) 3 Man merkt Goethe an, daß er jetzt an einen Punkt angekommen ist, wo er eine neue Stufe betreten will. Er will etwas zum Anfassen haben und nicht nur ‚rumreisen‘. Goethe wörtlich: „Wenn ich nun aber überall herumspaziert bin, überall nur d‘ reingeguckt habe, nirgens zugegriffen. Dreingreifen, packen ist das Wesen jener Meisterschaft....“(Goethe) 4
Goethe kam nach Frankfurt zurück, weil er das Verhältnis zwischen Charlotte Buff , Johann Christian Kestner und ihm nicht mehr ertragen konnte und unter den schweren Spannungen litt. So wurden wieder neue Konflikte geschaffen, wie z.B. der, daß seine Schwester heiratete und nach Emmendingen in Baden zog. Auch Lotte Buff ließ sich nach kurzer Zeit mit Kestner, dem engen Freund Goethes, zur Wetzlarer Zeit trauen. Zu allem Unglück verstarb ein Bekannter
1 Brockhaus in 24 Bänden „Sturm und Drang“ S. 273, 274
2 Börner, Peter, S.39 Z.9-15
3 Börner, Peter, S. 41
4 Börner, Peter, S. 41
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mit Namen Karl-Wilhelm aus unglücklicher Liebe zu seiner Angebeteten in Jerusalem. Das reichte für Goethe an Stoff für ein neues Werk aus. So wurden die Leiden des jungen Werthers Anfang des Jahres 1774 konzipiert 1 . Dies ist ein gutes Beispiel, um hervorzuheben, wie sehr Goethe durch seine Verhältnisse geleitet wurde. Diese emotionalen schweren Schicksalsschläge kann Goethe anscheinend nur auf dem Papier verarbeiten. Im Herbst 1774 erschien das Buch im Druck. Es folgte ein unerwartetes Echo auf die Veröffentlichung. Auch die sentimental-pessimistische Strömung aus England, wie z.B. von Edward Youngs, war für Goethes Schriftstil im Werther ausschlaggebend. 2
Man kann Goethe in dieser Prägephase des 18. Jahrhunderts als das Wasser und die fruchtbare Substanz sehen, die ein Baum braucht, um groß und stark zu werden.
So sind die letzten Frankfurter Jahre, wie kaum eine andere Zeit in Goethes Leben, geprägt durch dichterische Entwürfe. „Gewöhnlich schrieb ich alles zur frühesten Tageszeit; aber auch abends, ja tief in die Nacht, wenn Wein und Geselligkeit die Lebensgeister erhöhten, konnte man von mir fordern, was man wollte; es kam nur auf eine Gelegenheit an, die einigen Charakter hatte, so war ich bereit und fertig.“ (Goethe) 3
An diesem Ausspruch Goethes wird klar, was seine Stilfertigkeit ausmachte. Neben der Produktivität in den frühen Morgenstunden waren es sicher auch der Wein und die Geselligkeit, die ihm die manchmal plump erscheinende Redensweise im Götz v. Berlichingen näher brachte.
Auch Goethes Stellung zur Kirche in dieser Zeit war kritisch. Das konservative Konzept der Kirche paßte nicht in den Sturm und Drang-Gedanken hinein. Ein Beispiel sind die Kindesmörderinnen in diesem Jahrhundert. Mütter, die uneheliche Kinder zur Welt brachten mußten diese töten, um nicht vor Schande zu vergehen. Dieser Druck der Ständeschranken von außerhalb auf das sich innerhalb befindende Bürgertum war ein großer Reibungspunkt Goethes. Daher steht der Götz in seinem Drama auch mit der Kirche in kritischem Konflikt.
2. 2 Grundvoraussetzungen für die Epoche
Goethes auslösende Faktoren für den Beginn der Sturm und Drangzeit liegen in Straßburg. Durch die Elsässische Landschaft und die Inspiration durch die mittelalterliche Baukunst sowie die Liebe zur Sesenheimer Pfarrerstochter Friederike Brion ist sowohl der Beginn des Sturm und Drangs als auch die erste Phase der Goethezeit eingeläutet. Durch die Trennung von Friederike Brion mit einem Schuldgefühl im August 1771 verarbeitet Goethe diese Trennung später in seinen Lebenszeugnissen und Dichtungen.
1 Börner, Peter, S. 42,43
2 Börner, Peter, S. 44
3 Börner, Peter, S. 46
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Ein ganz ausschlaggebender Faktor war die Begegnung mit Joh. Gottfried Herder 1 , der durch seine anti-rationalistische Weltauffassung den früheren Grundordnungen widersprach. Die Gespräche, die Goethe und Herder bis April 1771 führen, prägten Goethes stürmerischen und drängerischen Geist. „ Ich ward mit der Poesie von einer ganz andern Seite, in einem ganz andern Sinne bekannt als bisher, und zwar von einem solchen, der mir sehr zusagte.“ 2 (Goethe)
Goethe lernt von beispielsweise von Herder, daß das Gefühl höher zu bewerten sei als die Vernunft, daß der Wert einer Dichtung nicht davon abhänge, ob sie Regeln entspreche, sondern, ob sie Ausdruck innerer Erlebnisse sei. Nach diesem Grundsatz sei die Bibel, Shakespeare und das Volkslied höher zu bewerten als die bis hierher französisch orientierte Dramenrichtung. So liegen alle Leitbegriffe, wie z.B. die Ausdrucksdichtung, die Genielehre, die Forderung nach Orginalität, Natur, der Ruf der Freiheit sowie der Irrationalismus in Goethes Straßburger Freundeskreis verwurzelt. Mit Freiheit ist sowohl der politische, der gesellschaftliche als auch der ästhetische Mensch gemeint. Besonders die Freiheit und Rechtschaffenheit des Einzelnen werden im Götz v. Berlichingen, das den Sturm und Drang zum größten Teil geprägt hat, angesprochen.
Im Götz v. Berlichingen geht es auch um die Stellung des Individuums, die Freiheit sowie auch das politische Recht des Einzelnen. Das soll zeigen, wie früh und durch welche Einflüsse Goethe zu dem Genie wurde, als das ihn er seine Zeit sah. Der Sturm und Drang- Gedanke gipfelte also nicht in Goethes alleiniger Kreativität, sondern ist die Verarbeitung, die Lehre und der Austausch von Wissen in seiner Straßburger Zeit. 3 So schrieb er:
„Meine Lust am Hervorbringen war grenzenlos; gegen mein Hervorgebrachtes verhielt ich mich wie gleichgültig; dasjenige, was mich erfreute oder quälte, oder sonst beschäftigte, in ein Bild, ein Gedicht zu verwandeln und darüber mit mir selbst abzuschließen, um sowohl meine Begriffe von den äußeren Dingen zu berichtigen als mich im Inneren deshalb zu beruhigen...“ (Goethe)
Dem jungen Goethe, so merkt man es ihm hier schon an, geht es nicht um die Wirkung oder um ein ewiges Schaffen, sondern um den Ausdruck, das Gefühl, den Affekt des Augenblicks. Goethe verarbeitet in seinen ersten Werken seine Beziehung sowie seine gesellschaftlichen Probleme mit so einer Leidenschaft zum Detail, daß er hiermit praktisch die Definition für den Sturm und Drang schafft. Im Blick auf den Geniebegriff kann man hier festhalten, daß zahlreichen Werke oder Fragmente aus dem jungen Goethe das Genie Deutschlands machten. Goethe läßt sich allerdings auch schon in seinen jungen Jahren nicht ‚in eine Schublade stecken‘. Die einschlagenden Erfolge des Werthers und des Götz lassen ihn weder verweilen noch Zukunftspläne schmieden. Er hat zu dieser Zeit keine klare Vorstellung über die weitere
1 Joh. Gottfried Herder;*1744 - +1803, Theologe, Philosoph
2 Walter Henze, „Joh. Wolfg. v. Goethe“ Bd. 1,S.9 u.10
3 Walter Henze, „Joh. Wolfg. v. Goethe, Bd. 1, S. 10 u. 11
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Entwicklung seines Lebenswegs. So ist für ihn das Leben, wie in einem seiner Briefe beschrieben, eine ziellose Seefahrt. „ Ich lasse mich treiben und halte nur das Steuer, daß ich nicht strande.“ (Goethe)
Auch dieses Zitat zeichnet einen typischen Stürmer und Dränger aus. Goethe will Erfahrungen sammeln und sich weiterbilden. 1774 schreibt Goethe die Leiden des jungen Werthers von Februar bis April. Das Buch ist ein außerordentlicher Erfolg und geht rein vom sprachlichen und stilistischen weit über den deutschen Sprachraum heraus. Das Buch hat sowohl Folgen im literarischen als auch im außerliterarischen Bereich, beispielsweise im Blick auf die konsequente Emanzipation des Individuums und des Irrationalen. Auch die Entstehung der Wanderer-Lieder brachten sowohl einen gesellschaftlichen als auch einen naturverbundenen Aspekt hinzu. Hierdurch wurden die Emanzipation des Bürgertums gefordert und die Freude und Lust an der Natur geweckt. 1 2
3. Der Geniebegriff
Der Begriff Genie kommt ursprünglich von ‚Genius‘ aus dem Lateinischen, was Schutzgeist und im Spätlatein schöpferischer Geist hieß. Auf das 18. Jahrhundert bezogen, verstand man hierunter einen Menschen von einer so großen schöpferischen Begabung, daß er neue Bereiche des Schaffens erschließen kann. Dies war nicht zu verwechseln mit Talent. Es scheint, als ob man früher in einem Genie einen Menschen sah, dem diese Gabe von Gott zuteil wurde. Wenn man auf die Psyche und das Verhaltensmuster eines Genies eingeht, so grenzt sich dieser in seinem Verhalten und seinen Äußerungen von der breiten Masse ab. Doch ist die Intelligenz nicht abhängig von den Schöpfungen des Genies. Auch der Ablauf und die Arbeit unterscheiden sich in keinster Weise von der Arbeit begabter Menschen. Des weiteren scheint sich die Mutmaßung über das Vergöttern eines Genies (siehe oben) zu bestätigen. Das Genie wurde religiös hervorgehoben und als von Gott Beauftragter angesehen. Durch die Aufklärung wurde der Geniebegriff wieder neu geprägt. So wird das Genie als treibende Kraft der Natur, göttliche Instanz und nicht zu kopierbarer Künstler angesehen. Diese Formulierung richteten sich allerdings gegen die vorherrschende Kunst in der betreffenden Epoche. So konnte sich Goethe durch die Wiederentdeckung Shakespeares und die Verkörperung eines neuen ungebundenen Drama-Stils als der der Franzosen hervordrängen und wurde so von den literarisch-bürgerlichen Schichten als vollkommener Menschentyp angesehen. 3
Es scheint, als sei Goethe dadurch, daß er ein wesentlich dramatischeres Drama als die Franzosen geschaffen hat, zu einem Genie aufgestiegen. Gerade das Nichteinhalten von Zeit, Ort und Raum im Drama brachte dem Bürgertum
1 Walter Henze, Joh. Wolfg. v. Goethe, Bd. 1, S. 12,13 2 Lexikon der Weltliteratur, Bd. 1, „Goethe“, S. 588,589
3 Brockhaus, Begriff „Genie“ S. 104
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Abwechslung und revolutionierte somit auch den Begriff des Dramas bis in unsere Zeit. Ganz anders als in der Aufklärung sucht man hier nicht die Vernunftherrschaft sondern die schöpferische Kraft des Gefühls und der Fantasie.
Dennoch ist der Sturm und Drang als Phänomen in die Gesamtepoche der Aufklärung einzuordnen. Was anscheinend nicht aus der Freiheit des Gefühls der Ahnung oder des Triebs herbeigebracht wurde, hatte keinen Anspruch auf Anerkennung. Dazu kommt, daß äußerlich gesetzte Normen abgesetzt werden (die Einheit Ort, Zeit, Handlung).
4. Götz von Berlichingen
4.1 Der historische Götz
Die historische Vorlage für Goethe ist der fränkische Reichsritter Gottfried v. Berlichingen, 1480-1562, dem 1504 bei der Belagerung von Landshut die rechte Hand abgeschossen wurde. Er wurde wegen zahlreicher Fehden geächtet und war ein typischer Angehöriger des niederen Adels, dem Fehden und Raub zum Selbsterhaltungszweck geworden waren. Der historische Götz war also weder ein Idealbild noch ein Held zu der damaligen Zeit und eignete sich überhaupt nicht für ein Drama. Goethe allerdings machte ihn zu einem der Eldelsten . Bei ihm ist der Begriff des Raubritters positiv besetzt und steht für den wahren Stürmer und Dränger im historischen Gewand. Ein wahrer Kerl, der nach der mittelalterlichen Lebensweise lebt, was bedeutet, daß er dem Kaiser unterstellt war. 1
4.2 Goethes literarischer Götz
Götz v. Berlichingen ist ein Schauspiel in 5 Akten, dessen Uraufführung 1774 in Berlin war. Götz ist ein freier Reichsritter, er kämpft für Gott, seinen Kaiser und sich selbst. Er wird von dem Adel und den Fürsten gehaßt, vom Bürgertum allerdings geliebt. Berlichingen liegt seit langer Zeit mit dem Bischof vom Bamberg in einer Fehde. Das veranlaßt ihn, Adalbert v. Weislingen gefangen zu nehmen, weil dieser am Hofe des Bischofs dient. Weislingen, den der Götz noch aus Kindestagen kennt, erinnert sich an die frühere Freundschaft und hält später dann bei Götz um die Hand seiner Schwester Maria an. Weislingen bricht allerdings später das Bündnis, indem er sich in die schöne Witwe Adelheid v. Waldorff verliebt und sie später dann heiratet. Maria, von ihm verlassen, heiratet den engen Bekannten des Götz, den Ritter Franz v. Sickingen.
Das Stück spielt in Franken und Schwaben zu Beginn des 16. Jahrhunderts unter Rittern. Zahlreich ist die breite Schar der Mitwirkenden, z. B. Hofleute,
1 Literaturwissen, Reclam S.90
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Soldaten, Bauern, Zigeuner, wie auch der Schauplätze. Das hängt damit zusammen, daß Goethe, als er das Drama schrieb, die drei Einheiten ( Zeit, Handlung und Raum) unberücksichtigt ließ. Die Figuren, wie auch ihre Schauplätze, vermitteln dem Leser die Atmosphäre zwischen Mittelalter und Neuzeit.
So waren für Goethe politische und soziale Ereignisse in jener Zeit entscheidend, wie z.B. der Bauernkrieg, der Reichstag zu Augsburg, der Tod Kaiser Maximilians 1519, die ansteigende Dominanz der Fürsten und die Ablösung des Faustrechts in Übernahme durch das römische Recht. 1 Goethe wollte den Götz allerdings nicht als den Vertreter einer Masse darstellen, sondern als selbstständiges Individuum, das den Ständeschranken der damaligen Zeit widerstrebt. Auch die im 18. Jahrhundert herrschende Stimmung von Bauern, die sich gegen ihre Feudalherren auflehnen und dann als ziellose Rebellen, Mörder und Bösewichter dargestellt werden, nehmen im Drama ihren festen Platz ein. So entsteht ein Freiheitsbegriff, der die Freiheit falsch darstellt. Dadurch, daß Goethe dies besonders hervorhebt, wird klar zum Ausdruck gebracht, daß die Welt ein Gefängnis ist. 2 „Nur droben, droben bei Dir. Die Welt ist ein Gefängnis“ (Elisabeth) 3 Von seinen Kritikern wurde Goethe fälschlicherweise beschuldigt, das Faustrecht verherrlichen zu wollen. Goethe weist dies stark zurück, denn er scheint einen klaren Bruch zwischen den oberen Ständen und dem Volk zu vollziehen. Durch das ruppige Auftreten des Götz konnte sich das Bürgertum sehr gut mit der Hauptfigur des Dramas identifizieren. Zwar fehlt es in diesem Werk an entscheidender Tragik, doch war die Form und die Aufmachung in 59, später 56 Szenen eine unglaubliche Erneuerung für die Zeit. Auch Lessing hatte sich seiner Zeit zum Shakespeare’schen Drama bekannt, doch war es bis jetzt keinem außer Goethe gelungen, ein Drama nach völlig neuen Richtlinien zu entwerfen. 4
Das edle und freie Selbstdenkende und Einzelne, was der Götz verkörpert, sind die Prinzipien des Sturm und Drangs. Götz v. Berlichingen ist das erste richtige Drama, in dem diese Prinzipien vereint sind. In keinem anderen Drama werden so viele gesellschaftliche Schichten betitelt, ein rascher Szenenwechsel vollzogen oder auf jegliche Stilisierung verzichtet. Mehrere Werke schnitten die Prinzipien des Sturm und Dranges in ihrem Inhalt an, doch keines von ihnen vereinte die politische, soziale und moralische Freiheit so wie Götz von Berlichingen.
Friedrich von Schiller behandelt 1783 in seinem „Fiesko“ die politische Freiheit. Lenz dagegen 1776 „Die Soldaten“ in Bezug auf die soziale Freiheit und Wagner „Die Kindermörderin“ in Bezug auf moralische Freiheit. 5
1 Römisches Recht - Landesfürsten und Juristen entscheiden über Recht.
2 Literaturwissen, Reclam S.91
3 Götz von Berlichingen, Goethe S.111 z.30
4 Literaturwissen, Reclam S.91-92
5 DTV Atlas dt. Literatur „Sturm und Drang“ S.155
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Man merkt Goethe durch die Übernahme realistischer Ereignisse an, daß er sich für die Zeit interessierte, auskannte und mit ihr vertraut war. „Ich tat einen glücklichen Griff mit meinem Götz von Berlichingen. Das war doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch, und es war schon etwas damit zu machen.“ (Goethe, März 1826) 1
Wichtig und folgereich ist für Goethes Werk allerdings auch die Sprache, die es in keinster Weise bisher in der deutschen Dichtung gegeben hat. Sie bedeutet einen radikalen Bruch mit dem Klassizismus. Der Sprache wird wesentlich mehr Lebendigkeit, Sprechcharakter und Eigenklang zugesprochen. Das wichtigste Merkmal ist aber die Ablösung der Prosa vom alexandrinischen Versmaß. Es ist eine sehr volkstümliche, z. T. auch sehr einfachen Sprache, wie sie auch in Goethes Volks- und Wanderliedern vorherrscht. Das berühmteste Zitat Goethes aus dem Götz ist „ Leck mich am Arsch“. Dieser Satz ist allein schon revolutionär, denn in einer Zeit, in der die Aufklärung herrschte, war es für Goethes junges Alter dreist und frech. Im Literarischen war es ein Entsetzen, so daß das Wort „Arsch“ im späteren durch „ - - -“ ersetzt wurde 2 und auch im heutigen Sprachgebrauch durch das Kürzel „LmaA“ gelegentlich verwendet wird.
Goethe verarbeitete während seines Straßburger Aufenthaltes viele Eindrücke und Emotionen und ließ sich durch Johann Gottfried Herder zu dem Götz in die richtigen Bahnen lenken. So war es Herder, der den Verlust der echten deutschen Sprache in dem Ur- Götz vermißte, worauf Goethe die zweite Fassung schrieb, die 1773 veröffentlicht wurde und in der zu der Änderung der Sprache auch der Verzicht der drei Einheiten kam. Nach Herders Argumentation habe die französische Sprache die echte deutsche Sprache verdrängt. . 3
Eine einheitlich kontinuierliche Handlung gibt es im Götz nicht, ebenso wie eine Dramatik. Zwar stirbt Götz zum Schluß, doch ist hiermit kein wirklicher Spannungshöhepunkt gemeint. Der Götz ist vielmehr politisches Drama. Die politischen und gesellschaftlichen Zustände werden in Querschnittsbildern geschildert, die Fürstenhöfe, die soziale Bewegung der Reformationszeit, der Bauernkrieg und der Konflikt zwischen Bischöfen und Rittern. Die Ritter, zu denen der Götz gehört, die den alten Idealen (Faustrecht) anhängen und gesellschaftlich zurückgedrängt werden, liegen in einer Fehde mit den Bischöfen, die das römische Recht vertreten. So wächst bei Goethe neben realistischen Einzelheiten und Nebenpersonen der neue Geschichtssinn auf. Auch die typische Personenbesetzung von Gut und Böse, wie sie im Drama üblich war, ändert sich in Götz.. Man kannte bisher nur den Helden, der so rein und schillernd war, wie das Böse dunkel und finster ist. Götz hingegen ist zwar ein guter Mensch, aber nicht erhaben oder schillernd. Er ist ein Kerl. Ebenso ist Weislingen sein eigentlicher Gegenspieler in diesem Drama, aber auch nicht
1 Walter Henze, Bd. 1, S. 84
2 Walter Henze, Bd. 1, S. 85
3 Königs Erläuterungen Götz v. Berlichingen S. 89
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verworfen und böse. Er ist eigentlich Götz‘ Freund, doch wird er von Adelheid von Waldorff so umgarnt, daß er sich gegen Götz richtet und seine Treue bricht. Adelheid v. Waldorff steht im Drama für die böse Seite Weislingens. Sein Herz schlägt zu sehr für die Frauen, deshalb hat es mehr Macht als sein Gewissen. Die göttlichen Mächte der Leidenschaft, des Gefühldranges sind zugleich Mächte des Verhängnisses und der Entfesselung. Im ‚Werther‘ tritt dieses später noch deutlicher auf. 1
Die Person des Götz ist in einer Hinsicht der Kämpfer, der nie aufhört, seinen Kampf zu kämpfen, in anderer Hinsicht aber auch der, der seinen Kampf schon verloren hat oder für eine Sache kämpft, die schon lange keine Bedeutung mehr hat. Damit ist die Sehnsucht nach dem kaiserlichen Gestern gemeint. Er steht zwar im Gefecht als gegenwärtig Handelnder dar, hat aber immer noch Sehnsucht nach den Tagen, die schon längst Vergangenheit sind. Er träumt noch davon, wie er mit Weislingen das Leben als freier Ritter genoß, der so wie er sagt, nur abhängt von Gott, seinem Kaiser und sich selbst. Obwohl der Kaiser eng mit den von ihm gehaßten Bischöfen verbunden ist, schwört er ihm seine ritterliche Treue. 2
Goethe erfüllt in seinem Drama die hamburgische Dramaturgie, die das Scheitern des Helden verlangt. Zwar stellt er Götz als einen klar denkenden, leicht beschreibbaren Charakter dar, doch sind seine Treue und Ritterlichkeit für das Scheitern in seiner Umwelt verantwortlich.
Goethe versucht, in diesem Drama dem Shakepeare’schem Grundsatz „ die Geschichte der Welt vor unsern Augen an dem unsichtbaren Faden der Zeit vorbeiwallen zu lassen.“ So versucht er ihm zu folgen, in dem er nach Frankfurt zurückkehrt und in nur 6 Wochen die Geschichte des tapfersten Ritters Deutschlands schreibt. Goethe gesteht selbst, daß er sich ohne Plan und Entwurf nur auf seine Einbildungskraft und seinem inneren Trieb verlassen hat. Dieser innere Trieb ist wieder einmal die Verarbeitung von emotionalen Beweggründen wie auch geschichtliche Affekte, die durch die Städte und ihre dort vorhandene Literatur hervorgebracht werden. Das neue genietreibende Wollen Goethes ist, lebendige Menschen zu schaffen, nicht bloße Rollen und Schicksale entstehen zu lassen, sondern statt dessen in Einzelszenen zu wirken.
Goethes Aussage 1773 an Gotter war „ tatsächlich hat grade in diesen Jahren der Guckkasten, wie er auf Jahrmärkten üblich war, den Dichter angeregt, Schauergeschichten in einer Serie von Bildern vorzuführen; das schien der große Brite als Kompositionsprinzip erkoren zu haben.“ Diesem Ausspruch Goethes zufolge sind die Einheit des Ortes für ihn wie ein Kerker und die Einheit der Handlung und der Zeit lästige Fesseln unserer Einbildungskraft. Durch diese Zuspitzung in eine raumzeitliche Erstreckung von Einzelbildern entstanden die ständig den Ort wechselnden sogenannten Guckkastenbilder. Damit ist nicht nur Götz sondern die ganze Zeit, Umwelt und Atmosphäre gemeint. 3
1 Königs Erläuterungen Götz v. Berlichingen S. 100
2 Königs Erläuterungen Götz v. Berlichingen S. 101
3 Königs Erläuterungen, Götz v. Berlichingen, S. 106, 107
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So wächst bei Goethe der jugendlich-revolutionäre Widerspruchsgeist, Überdruß an verbrauchten Kunstgesetzen und Bedürfnis nach Spontanem zu einem frisch wieder auferstandenem Drama zusammen. Das schildert den Gegensatz zwischen dem Bisherigen, der Lessingzeit, und dem Neuen. 1
4.3 Schilderung der Handlung
In 5 Akten wird die Fehde zwischen Götz und seinen Gegnern geschildert. Götz nimmt am Anfang des Dramas den engen Vertrauten des Bischofs, Ritter Adalbert v. Weislingen, als Gefangenen nach Jagsthausen auf seine Burg. Um den Bischof zu schwächen, überfällt der Götz im Spessart bei Nürnberg Kaufleute. Dieser Vorfall wird dem Kaiser Maximilian gemeldet, worauf nach ihm gefahndet wird.
Der 3. Akt wird vorherrschend durch den Kampf und die anschließende Gefangennahme Götz‘ bestimmt. Dies konnte nur passieren, weil Götz das Wort gegeben wurde, er könne die Burg ohne Probleme verlassen, doch brachen die Soldaten ihr Wort, töteten mehrere von seinen Männern und nahmen ihn selbst gefangen.
Dies ist wieder kennzeichnend für die bei Goethe negativ besetzte Schlauheit und List, von denen Götz allerdings nichts weiß. In diesem Zeitalter, wo es den Schlechten gut und den Guten schlecht geht. „ Schließt Eure Herzen sorgfältiger als Eure Tore. Die Nichtswürdigen werden regieren mit List und der Edle wird in ihre Netze fallen.“ (Götz) 2
Am Ende des 5. Aktes stirbt Götz dann in den Armen seiner Frau unter den schweren Verletzungen und des ihn verlassenden Mutes.
4.4 Die Personen im Drama und ihre Stellung
Götz
In der Person des Götz vereinen sich die ritterlichen Tugenden des Mittelalters. Man befindet sich in einem Zeitalter, wo ein Epochenwechsel stattfindet. Götz steht für die alte Tradition und die alten Rechte sowie für das Faustrecht. Er ist der Helfer für die Bedrängten und Unterdrückten, ist aber ebenso verhaßt bei den Fürsten und Geistlichen.
Allerdings ist er nicht das Idealbild eines Helden. Seine Hand, die er im Krieg verloren hat, wird durch eine eiserne Hand ersetzt und seine Bildung übersteigt den Durchschnitt nicht. Götz ist ein Mensch vom „alten Schlag“. Zuhause ist er ein treuer Familienvater, auf dem Schlachtfeld ein tapferer Ritter, der für die Rechte der Unterdrückten kämpft. Für Götz zählt das gegebene Wort. Er sorgt sich sehr um seine familiären Verhältnisse und will für seine Schwester Maria nur das Beste, indem er sie mit seinem Freund Sickingen zum Aufbruch
1 Henze, Walter, S. 90
2 Götz v. Berlichingen, S. 111, Zeile 21-23
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drängt, will er es vermeiden, die beiden in das Verderben zu ziehen.. Ehrlichkeit und Vertrauen sind seine schärfsten Charakterzüge, die ihm dennoch im Drama erheblichen Schaden zufügen. Götz ist Kaiser Maximilian in vollster Treue untergeben, beklagt sich allerdings über die eigennützigen Fürsten, die die Armen noch ärmer machen, und selbst im Luxus zu ersticken. Da auf friedliche Weise kein freies deutsches Reich existiert, greift Götz zur Waffe. Durch eigene Schuld ins Elend geraten, hofft er durch den Tod auf die himmlische Erlösung im Jenseits.
Elisabeth
Elisabeth ist die Frau des Götz und steht für eine starke gemütvolle Frau, die voll und ganz hinter ihrem Mann steht und ihm den Rücken stärkt. Die Eigenschaften der Elisabeth erinnern sehr stark an Goethes Mutter. Sie erkennt die Verweichlichung ihres Sohnes durch die Schwägerin Maria und versucht erfolglos deren Worten entgegenzuwirken. Weislingen gegenüber geht sie auf Distanz und erkennt die Unbeständigkeit des Götzen Freundes wesentlich eher, als er selbst. Elisabeth ist es, die immer öfter dem Handeln von Götz, den Armen zu helfen, recht gibt und ihn darin bestärkt. 1
Götz liebt seine Frau Elisabeth über alles. Als er im Sterben liegt, macht sie ihm den Abschied nicht durch Weinen und Klagen unnötig schwer, so daß er nur laut bekennt: „ Wen Gott lieb hat, dem geb‘ er so eine Frau!“ (Götz) 2
Weislingen
Weislingen ist der genaue Gegensatz zu Berlichingen. Früher war dieser sein Jugendfreund, nun ist er sein Verfolger. So trennen sich die beiden schon im Aussehen und in ihren Charaktereigenschaften. Götz ist gerade und offen, Weislingen windig und verschlagen. Götz dagegen ist der rauhe, aber ehrliche Ritter, Weislingen der aalglatte, hinterlistige Höfling. Götz ist zuverlässig und geht auf die Sache gerade hinzu. Weislingen ist im Gegensatz zu ihm unzuverlässig. Er dreht sich wie eine Fahne im Wind. Früher Götz‘ Freund, ist er nun zu den Fürsten übergewechselt, wechselt allerdings kurzzeitig nach der Gefangennahme durch Götz auch wieder die Seite. Er wird Götz untreu, in dem er die Verlobung mit dessen Schwester Maria platzen läßt und Adelheid heiratet.
Durch Adelheid und den Fürsten wird Weislingen wieder zu einem offenen Gegner Berlichingens.. Weislingen erreicht später beim Kaiser, daß Götz zum Tode verurteilt wird. Bevor dies geschieht, wird Weislingen von Franz, der durch Adelheid angestiftet wurde, vergiftet und vor seinem Tod zerreißt er das Todesurteil. Auch in seinen letzten Atemzügen steht ihm Maria, die er stark betrogen hat, trotzdem bei und vergibt ihm. Er bezahlt zum Schluß mit seinem Leben für seine frevelhaften Taten. 3 „Du siehst, der verzehrende Atem des
1 Königs Erläuterungen, Götz v. Berlichingen, S. 77,78
2 Königs Erläuterungen, Götz v. Berlichingen, S. 76, 77
3 Königs Erläuterungen, Götz v. Berlichingen, S. 79, 80
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Todes hat mich angehaucht, meine Kraft sinkt nach dem Grabe. Ich stürbe als ein Elender, und du kommst, mich in Verzweifelung zu stürzen.“ (Weislingen) 1 Maria
Maria ist die Schwester des Götz. Sie steht für die Frömmigkeit, Milde und Gutmütigkeit im Drama. Daher fühlt sie sich auch eher zu ihrem kleinen Neffen hingezogen, der durch sie - nach Götz zu urteilen - immer mehr verweichlicht. Da sie im Kloster viel Zeit verbracht hat und dort auch erzogen wurde, steht sie eher abgeneigt den ritterlichen Sitten gegenüber und fühlt sich dem Hof eher verbunden. Das verbindet sie zu sehr mit Weislingen. Durch seinen Treuebruch allerdings hat sie soviel Schmerz in sich, daß sie sich dem Bruder näher zuwendet, Weislingen dennoch nicht grundlos verurteilt. So ist Maria auch zum Schluß, als Weislingen im Sterben liegt, diejenige, die für ihn betet. Obwohl sie eigentlich als Klägerin auftreten könnte, tritt die alte Liebe doch wieder hervor.
4.5 Goethes Selbstinterpretation zum Götz
Am 14. Oktober 1771, nachdem er den Ur-Götz niederschrieb, hielt Goethe in seinem Elternhaus am großen Hirschgraben zu einer Geburtstagsfeier die Rede zum Shakespeare-Tag. Diese Rede wird als der Elementarbaustein des gesamten Gerüstes des Sturm und Drang angesehen. Hierin vereint Goethe die Selbstinterpretation des Ur-Götz als auch die Grundprinzipien der Epoche. Noch viel mehr ist es eine Interpretation des Dramatikers selbst. So sind die Gestalt und das Thema des Götz hier schon erstaunlich klar formuliert. Das Bekenntnis zur Subjektivität wird offengelegt. „Ich! Der ich mir alles bin, da ich alles nur durch mich kenne!“
Das steigert den Bekanntheitsgrad Goethes gewaltig, weil durch seine Gestalt die Ursprünglichkeit und Autonomie ans Tageslicht treten. Der neu entdeckte Wert von Tragik wird in die Formel mit eingebracht und lautet: „ Seine Stücke drehen sich alle um den geheimen Punkt (den noch kein Philosoph gesehen oder bestimmt hat), indem das Eigentümliche unseres Ich ,die prätendierte Freiheit unsres Wollens, mit dem notwendigen Gang des Ganzen zusammenstößt.“
Diese Definition bildet das genaue Gegenstück zur regelmäßigen geschlossenen Dramaform. Goethe will eine Wendung zur Shakespeare-Form schaffen, geht aber selbst durch seinen fiktiven Sprachstil noch eine Stufe weiter und schafft so den Übergang zum Raumdrama. 2
1 Götz v. Berlichingen, Goethe, S. 105, Zeile 28-31
2 Walter Henze Band I S.98-99
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Zusammenfassung und Ausblick
Es ist erstaunlich, in wie viele kleine Zeitabschnitte man Goethes Leben unterteilen kann. Die Zeit von 1770-1785 bildete nur einen kleinen Bestandteil seines Lebens, ein Zeitraum und ein Werk, das auf knapp 15 Seiten kaum zu erfassen ist. Ich fasse zusammen, was mit in der Bearbeitung mit dem Thema wichtig geworden ist.
Ausgangspunkt meiner Überlegungen war die Epoche des ‚Sturm und Drang‘. Dabei wurde deutlich, daß es sich bei dieser Epoche um eine literarische Bewegung handelt, in der man sich u.a. stark auf das Gefühl bezog. Seine Vertreter kritisierten damit die philosophische Strömung der Aufklärung. Sie sprachen stark die Vernunft an und nahmen damit eine gesellschaftliche Kritik vor, indem sie sich gegen die Ständeordnung wandten. Götz von Berlichingen steht damit in direktem Zusammenhang. Goethe betont mit dem Götz die Individualität und die Subjektivität des Menschen. Es wurde deutlich, was die Epoche des ‚Sturm und Drang‘ ist und wie Johann Wolfgang von Goethe für diese Strömung mit prägend war.
Im Zusammenhang damit steht der Geniebegriff. Ich habe versucht zu zeigen, wie das starke Gewicht des individuellen Menschen, die Freiheit des Individuums, für den Sturm und Drang bestimmend war. Damit tritt der einzelne Mensch in den Vordergrund: der Mensch, das ist das freie, durch keine überkommene Konventionen festgelegte Genie, das sich seine Wirklichkeit durch eigene Kraft selbst gestaltet, das intuitiv, also seiner Eingebung folgend, kreativ ist. Das Genie bildet den Höhepunkt des Individuellen. Johann Wolfgang von Goethe hat diesen Gedanken stellvertretend in der Figur des Götz von Berlichingen in dichterischer Form genial zum Ausdruck gebracht und gehört damit zu denen, die der gesamten Epoche des Sturm und Drang seinen Stempel aufgedrückt haben. Aufgrund dieser Betonung des Einzelnen und dessen individueller Freiheit wird bis heute von der Epoche des Sturm und Drang als von einer Geniezeit gesprochen. Auch auf Goethe selbst wurde im Nachhinein der Begriff des Genies angewandt. Dadurch, daß Goethe dazu imstande gewesen ist, das damals herrschende System der Aufklärung zu durchbrechen und nach einer kurzzeitigen Veränderung wieder eine Veränderung in der Literatur anzuregen und durchzusetzen, also damit in höchstem Maße als Einzelner schöpferisch und kreativ wirkt, wird er bis heute als Genie bezeichnet. Es hat mich sehr beeindruckt, daß ein junger Mann von 23 Jahren imstande gewesen ist, mit ‚Götz von Berlichingen‘ ein Drama zu schreiben, das die moralischen und sozialen Grundprinzipien einer ganzen Epoche in sich vereinigt. Kritisch ist anzumerken, daß man zwar mit dem Namen ‚Sturm und Drang‘ den Namen Goethe verbindet. So ging es auch mir bei der Wahl meines Facharbeitsthemas. Doch hat Goethe natürlich in der Diskussion mit anderen führenden Geistern seiner Zeit gestanden, stellvertretend sei dafür Johann Gottfried von Herder genannt. So ist Goethe zwar unbestritten das Genie dieser Epoche. Doch ist er nicht der Erste gewesen, der - wie ich ausführte - der Epoche seinen Namen verlieh.
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Meines Erachtens sind in der Sturm und Drang, in der Goethe seinen Götz schreibt, die Grundlagen für die spätere geniale Schaffensperiode Goethes gelegt, die später im Faust zum Durchbruch kamen. Ich denke, man kann daher zum einen sagen, daß durch diese wichtige Epoche des ‚Sturm und Drang‘obwohl diese nur eine Übergangsepoche war- die Weimarer Klassik etwas verständlicher. Die junge, wilde, durch Beziehungen und aufstände gegen das Althergebrachte geprägte Zeit des jungen Goethe steht in krassem Gegensatz zur Zeit in Weimar und zur Niederlassung des alten Goethe. Es ist nicht auszuschließen, daß, wenn Goethe in dieser Zeit nicht diesen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hätte, sein Leben sicher anders verlaufen wäre und er vielleicht den Vorstellungen seines Vaters gefolgt wäre und Jurist geblieben wäre. Dank des Götz und des Sturm und Drang ist es aber das volle universale Genie Goethes in seinem Werk der Menschheit bewahrt geblieben. Die folgenden abschließenden Überlegungen verstehe ich als Ausblick auf das Thema. Natürlich stellt sich die Frage, wenn man sich mit dem Götz, dem jungen Goethe, der Epoche des Sturm und Drang und dem Geniebegriff beschäftigt: Was können wir heute aus dem Götz lernen? Meine Antwort darauf soll nur ein Versuch sein, diese schwierige Frage zu beantworten: Ich denke, wir heute Lebenden können vor allem aus der Kritik des Sturm und Drang an der Aufklärung lernen. Neben aller notwendigen Betonung des Verstandes ist doch das Gefühl und die Sinnlichkeit nicht zu vernachlässigen. Die Freiheit des Individuums, die Goethe in seinen Götz besonders hervorhebt, hat auch noch für uns heute besondere Bedeutung. Wir werden uns überall dort dessen bewußt, wo die Freiheit bedroht wird (Diktaturen usw.) oder wo die gesellschaftlichen Zustände in der Welt unveränderlich scheinen. Oft sind es auch heute noch wie zur Zeit Goethes junge Menschen, die den Mut haben, solche Zustände zu verändern. Zwar hat das Genie bei uns heute im allgemeinen Sprachgebrauch an Bedeutung verloren. Aber was mit dem Begriff Genie gemeint ist, nämlich der freie und ungezwungene, kreative und phantasievolle Mensch, der sich frei entfalten kann, ist auch heute noch erstrebenswert und unbedingt zu unterstützen. Darin bleiben Johann Wolfgang von Goethe und sein Götz von Berlichingen aktuell.
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Literaturverzeichnis
Goethe, Johann Wolfgang : „Götz von Berlichingen“ Reclam Verlag, Ausgabe 1993 Königs Erläuterungen und Materialien Band 8 : Götz von Berlichingen, Goethe C.Bange Verlag - Hollfeld,1999 Cd-Rom Lexikon „Microsoft Encarta 1998“ Stichwort : „Sturm und Drang“ Lexikon der Weltliteratur Band I und II
„Hauptwerke der Weltliteratur in Charakteristiken und Kurzinterpretationen“ von Gero von Wilpert ,Zweite erweiterte Auflage Stichwörter : „Berlichingen“, „Götz von“,“Goethe“ Alfred Kröner Verlag Stuttgart Boerner, Peter : „Goethe“ Verlag : Rowolt, Ausgabe 1967, Reinbek bei Hamburg Michel, Christoph : GOETHE - „Sein Leben in Bildern und Texten mit einem
Literaturwissen : Johann Wolfgang Goethe von Kurt Rothmann
Henze, Walter : Johann Wolfgang von Goethe Band I : Von den Anfängen bis Tasso Freidrich Verlag, Velber bei Hannover Zweite Auflage 1974
dtv - Atlas zur deutschen Literatur - Tafeln und Textevon Horst Dieter Schlosser 1983, Deutscher Taschenbuch Verlag, Stichwort : „Sturm und Drang“ Brockhaus- Enzyklopädie in 24 Bänden, 17. völlig neu bearbeitete Auflage 1973 Verlag F.A. Brockhaus Wiesbaden 1973 Stichwörter: „Genie“, „Sturm und Drang“, „Berlichingen“
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Schülererklärung
„Hiermit erkläre ich, Tobias Koch, daß ich die vorliegende Facharbeit selbstständig angefertigt, keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel benutzt und die Stellen der Facharbeit, die im Wortlaut oder wesentlichen Inhalt aus anderen Werken entnommen wurden, mit genauer Quellenangabe kenntlich gemacht habe.“
Eschershausen, den 22.5.2000
................................................... Tobias Koch
Arbeit zitieren:
Tobias Koch, 1999, Geniebegriff von Goethe am Sturm und Drang, München, GRIN Verlag GmbH
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