INHALTSVERZEICHNIS
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1. Entwicklungspsychologische Voraussetzungen
2. Lehrer-Sachanalyse
2.1 Wasser
2.1.1 Wasser, ein besonderer Stoff
2.1.2 Der Wasserhaushalt der Erde
2.2 Der Bach
2.2.1 Ein natürlicher Bach
2.2.2 Der Bachverlauf und das Bachbett
2.2.3 Lebensraum Bach
2.2.4 Sauerstoff im Bachwasser
2.3 Bestimmung der Güteklasse
2.4 Schwimmen und Sinken
2.5 Schiffe - selbst gebastelt
2.6 Fantasiereise
2.6.1 Wassertropfen
2.7 Wasser als Symbol
2.7.1 Theologischer Aspekt
2.7.2 Psalm 104 , 6 13
2.7.3 Loblied „Mein Fluß“
II. Didaktische Analyse
1. Schüler-Sachanalyse
1.1 Lehrplanbezug
1.2 Lernziele
1.2.1 Kognitive Lernziele
1.2.2 Soziale Lernziele
1.2.3 Psychomotorische Lernziele
1.2.4 Affektive Lernziele
2. Ideen und Möglichkeiten des
fächerverbindenden Unterrichts zum Thema Bach
III. Methodische Überlegungen
1. Vorüberlegung
1.1 Die Suche nach einem geeigneten Objekt
1.2 Rechtliches
1.3 Organisatorisches bzgl. der Klassenfahrt
1.4 Organisatorisches bzgl. der Projektarbeit
2. Einleitende Maßnahmen
3. Unterrichtsphasen, Vermittlungshilfen und Medien
3.1 Übersicht
3.2 Vorbereitung
3.2 Ablauf des Klassenfahrt
3.3 Nachbereitung
IV. Literaturangaben
V. Anhang
I. Voraussetzungen und Bedingungen
1. Entwicklungspsychlogische Voraussetzungen
„Die Klasse 4 ist gekennzeichnet durch den Ausbau und die Sicherung des grundlegenden Lernens“ ¹ . Die Entfaltung des Sachwissens sowie die Lern- und Arbeitsvoraussetzungen spielen eine große Rolle. Die Kinder entwickeln sich in dem Alter von 9-11 Jahren im kognitiven, moralischen und religiösem Bereich.
Nach Jean Piaget befinden sich die Kinder in der vierten Klasse in der kognitiven Entwicklung im „Stadium der konkreten Operationen“.
In diesem Stadium ist das Kind noch auf die gegebenen Informationen angewiesen. Allerdings wird das formale Denken allmählich aufgebaut. Es bilden sich erste „Operationssysteme“ heraus, d.h. komplexere, mehrere Dimensionen beachtende Lösungsschemata ² . Und mit diesen kann zum Beispiel ein Klasseninklusionsproblem (hierarchisch verschachtelte Sortierungen von z.B. Hund, Katze, Maus, Vogel, Fisch, Haustier, Raubtier, Lebewesen) gelöst werden. Auch die Seriation asymmetrischer Relationen (z.B. Reihung von unterschiedlichen großen Klötzen der Größe nach) oder zweidimensionale Sortierungen (z.B. Plättchen sollen nach Größe und Farbe in einer Matrix sortiert werden) können gelöst werden. Weiterhin entwickeln die 7-11jährigen Kinder die Fähigkeit zur Bijeltion (sie können eine erste Menge eindeutig auf eine zweite abbilden). Durch eine Verknüpfung von Klasseninklusion und Seriation wird der Zahlbegriff möglich.
Zu Verallgemeinerungen finden die Kinder der vierten Klasse anhand konkreter Beispiele. Generalisierungen, wie z.B. Rechtschreibregeln, sind nur bedingt möglich. Das Denken geht nach Piaget noch nicht über die gegebenen Informationen hinaus und es können erst ab dem 12. Lebensjahr nicht gegebene Informationen bei der Lösung einer Aufgabe zu einem System möglicher Kombinationen zusammengestellt werden ² . Die Kinder können und sollen in diesem Alter erkennen, was ihre eigenen
¹ Bildungsplan (1994)
² Piaget (1978)
Neigungen sind und wo ihre Interessen liegen. Weiterhin sollen sie lernen, ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten sachgerecht einzuschätzen.
In moralischer und sozialer Hinsicht kann deutlich werden, dass gerechte Lösungen und Fairneß die Berücksichtigung unterschiedlicher Ausgangsbedingungen erfordern.
Der Lehrer spielt in der vierten Klasse auch weiterhin eine wichtige Rolle. Er muss seine Schützlinge genau beobachten und versuchen durch besondere Maßnahmen ihre Entwicklung zu fördern. Zur Entfaltung des Sachwissens und Sachinteresses, sowie der Lern- und Arbeitsvoraussetzungen, muss der Lehrer ebenfalls beitragen und differenzierte Hilfen geben ¹ .
Es ist wichtig, dass der Lehrer bzw. die Lehrerin das Lehrangebot auf die Schüler abstimmt. Dabei sind differenzierte Angebote von Vorteil, denn hier kann der Lehrer den unterschiedlichen Leistungsniveaus der Schüler gerecht werden. Es müssen Lernangebote geschaffen werden, die den Fähigkeiten und Neigungen der Kinder angemessen sind. Nur auf diese Weise kann eine kontinuierliche und ganzheitliche Entwicklung der Kinder gefördert werden. Die Vermittlung neuer Inhalte in zunehmend fachsystematischen Zusammenhängen fordert und fördert die Anbahnung fachlicher Sicht- und Handlungsweisen. Die Kinder sollen in der vierten Klasse dazu befähigt werden, Sachverhalte der Umwelt besser zu strukturieren und durch größere Lernaufgaben das Lernen zu lernen ¹ . Auch der Entfaltung der Kreativität und der Phantasie wird ein großer Wert eingeräumt. Hierauf sollte bei den Aufgabenstellungen geachtet werden. Kinder müssen probieren dürfen und brauchen Freiräume zur Entfaltung ihrer Kreativität. Sie sollten auch in die Lage versetzt werden, eigene Lösungsansätze finden zu müssen. Handlungsorientierung bleibt bei der Aneignung neuer Sachverhalte auch weiterhin Unterrichtsprinzip. Es ist wichtig, dass nach den Handlungen in einem gemeinsamen Gespräch über die Ergebnisse reflektiert wird.
In der vierten Klasse haben integrative Lernformen einen besonderen Stellenwert. Dabei sollen die Kinder an der Planung und Durchführung bestimmter Themen
¹ Bildungsplan (1994)
beteiligt werden. Nicht mehr die Lehrkraft allein ist für die Planung zuständig. Auch projektorientierte Vorhaben rücken immer mehr in den Mittelpunkt 1 .
In der Klasse 4 wird der Übergang in die weiterführenden Schulen vorbereitet. Die Kinder müssen für die weiterführenden Schulen bestimmte Kriterien erfüllen. In diesem Zusammenhang ist es sehr wichtig, dass die Schule bestimmte Sachverhalte vermittelt, aber auch bestimmte Fähigkeiten der Kinder fördert.
Der Lehrer bzw. die Lehrerin soll die einzelnen Kinder genau in ihrer Entwicklung beobachten und die Eltern bei der Entscheidung, welche Schulart am geeignesten für ihr Kind ist, unterstützen und beraten. Zusammen sollte eine Lösung gefunden werden, welche Schulart den Lernvoraussetzungen, Fähigkeiten und Neigungen der einzelnen Kinder am besten entspricht. Aber auch die Kinder können und sollen altersgemäß an der Entscheidung beteiligt werden. Um dies zu ermöglichen muss die Lehrkraft den Kindern Informationen zur Arbeit in den weiterführenden Schulen geben und die Kinder über die Entscheidungskriterien aufklären. Es ist also sehr wichtig, dass es zu Gesprächen und einem guten Verhältnis zwischen Eltern und Schule kommt, und dass Eltern Entscheidungen als ihre eigene annehmen können.
2. Lehrer-Sachanalyse
2.1 Wasser
2.1.1 Wasser, ein besonderer Stoff
Wasser begegnet uns in vielfältiger Form, für das Leben ist es eine unverzichtbare Grundlage und es ist die auf der Erde am häufigsten vorkommende Flüssigkeit. Nur selten handelt es sich dabei um den im flüssigen Zustand vorliegenden Reinstoff Wasser, also um die chemische Verbindung „Wasserstoffoxid“. Wasser als Reinstoff erhält man durch Synthese aus den Elementen, sowie als Reaktionsprodukt bei vielen Redox- und Säure-Base-Reaktionen. Durch Abtrennung gelöster Stoffe, z.B. durch wiederholte Destillation in Quarzgefäßen, lässt sich auch aus Trinkwasser o.ä. reines Wasser herstellen.
1 Bildungsplan (1994)
Die Eigenschaften des Wassers werden letztlich durch die Struktur des Wassermoleküls bedingt.
Im Wassermolekül sind zwei Wasserstoffatome mit einem Sauerstoffatom über Atombindungen miteinander verknüpft. Der H-O-H Bindungswinkel im Wassermolekül beträgt 104,5°, die Bindungswinkel betragen 0,096 nm (96pm). Aufgrund der freien Elektronenpaare am Sauerstoffatom und der unterschiedlichen Elektronegativitäts-Werte von Wasserstoff und Sauerstoff resultiert ein Dipolmoment für das Wassermolekül. Die Dipol-Dipol-Wechselwirkung zwischen
Wassermolekülen, einschließlich der Wasserstoffbrückenbindungen, stehen in enger Beziehung zu wichtigen Eigenschaften des Wassers, wie den Aggregatzuständen, den thermischen Eigenschaften, der Oberflächenspannung und den Lösungsmitteleigenschaften.
In der folgenden Übersicht sind die wichtigsten dieser Eigenschaften und deren Bedeutung zusammengestellt. Die meisten dieser Eigenschaften, welche wir als selbstverständlich betrachten, verdienen als Anomalien besonderes Interesse. Sie erklären, warum Wasser in der Biosphäre eine so herausragende Rolle spielt.
Doch die für das Leben auf der Erde und auch für das Leben im Bach wichtigste Eigenschaft des Wassers besteht darin, dass es bei +4°C seine größte Dichte hat, was bedeutet, dass bei dieser Temperatur Wasser schwerer als Eis ist. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass Meere, Seen, Flüsse und natürlich auch Bäche
nur an der Oberfläche zufrieren und damit eine wärmeisolierende Schicht bilden, die u.a. die Voraussetzung für das Überwintern der Wasserpflanzen und Wassertiere ist. Auch andere Eigenschaften des Wassers, wie z.B. die Temperatur und ihre Veränderung, spielen dabei eine Rolle. Das nahezu immer gleich warme Quellwasser kühlt sich im Winter auf seinem Lauf ab. Im Sommer dagegen erwärmt es sich im Sonnenlicht, aber nur dort, wo Büsche und Bäume keinen Schatten spenden. In den von der Sonne beschienen Bereichen gedeihen mehr Wasserpflanzen. Sie geben zwar Sauerstoff ab, zugleich erwärmt sich jedoch das Wasser durch die Sonneneinstrahlung stärker, und wärmeres Wasser kann weniger Sauerstoff aufnehmen als kaltes. Im Schatten der Ufergehölze bleibt das Wasser kühl, aber es gedeihen weniger Wasserpflanzen. So nimmt der Sauerstoffgehalt im Verlauf des Baches insgesamt ab (vgl. auch Kapitel 2.2.4).
2.1.2 Der Wasserhaushalt der Erde
Über 97% des Gesamtwasservorrates der Erde ist in den Meeren gespeichert (Salzwasser). Vom verbleibenden Süßwasser ist der größte Teil Eis (Polargebiete, Gletscher). Die Wasservorräte der Erde stehen über Verdunstung und
Niederschläge im Fließgleichgewicht. Während auf den Kontinenten die Niederschläge gegenüber der Verdunstung überwiegen, ist es über den Ozeanen umgekehrt. Sie liefern 88% des verdunsteten Wassers. In der Atmosphäre zirkulieren nur etwa 0,001% des Wasserreservoirs der Erde. Die Bilanz zwischen Meer und Land wird durch den ober- und unterirdischen Rückfluss von Süßwasser zum Meer ausgeglichen.
Durch die Verdunstung ist der Wasserhaushalt mit dem Wärmehaushalt von Erdoberfläche und Atmosphäre gekoppelt. Von der zur Verfügung stehenden Energiemenge (Einstrahlung minus Abstrahlung) werden 82% für die Verdunstung benötigt, der Rest dient zur Aufheizung von Atmosphäre und Ozeanen. Zur Energielieferung für die Biosphäre werden nur 0,2 % der Strahlungsenergie benötigt. Die Wärmeeinnahme (in Watt) von Erde und Atmosphäre zusammen wird heute auf 238 Watt/m 2 veranschlagt, gegenüber früheren Schätzungen von 221W/m 2 . Der gesamte Wasserdampfgehalt der Atmosphäre ergäbe auf der Erdoberfläche in flüssiger Form nur eine Wasserschicht von 2,4 cm. Dieser Wasserdampf wird in der Atmosphäre durch den hydrologischen Zyklus pro Jahr etwa 40mal erneuert. Im
Durchschnitt verbleibt jedes Wassermolekül nach Verdunstung etwa 9 Tage in der Atmosphäre, bevor es ausregnet, dagegen etwa 3000 Jahre im Ozean, bevor es wieder verdunstet 2 .
2.2 Der Bach
2.2.1 Ein natürlicher Bach
Bäche sind Fließgewässer, da sich die Wasser, angetrieben von der Schwerkraft der Erde, ständig fortbewegen
Ein Bach entsteht durch Regen, der über dem Land niedergeht. Ein Teil des Wassers verdunstet oder wird von Pflanzen aufgenommen, das meiste Wasser versickert jedoch im Boden, wo es durch das Erdreich gefiltert wird. Es sammelt sich über wasserundurchlässigen Bodenschichten, rinnt durch Fugen und Spalten und tritt nach Tagen oder auch nach vielen Jahren in Form einer Quelle wieder aus der Erde hervor. Das Wasser sucht sich seinen Weg, nimmt Rinnsale und weiteres Wasser aus dem Boden auf. Es wird zu einem Bach.
Jedoch ist ein Bach vielmehr als ein dahinfließendes Wasser. So formen die Landschaft, das Bachbett und die Ufer, die Pflanzen und Tiere in, auf und über dem Wasser das Gesicht eines Baches. Auch jeder Bach für sich verändert sich ständig und zeigt von der Quelle bis zur Mündung viele unterschiedlichen Gestalten. Genau das macht einen Bach zu einem Bach.
2 Pfeifer (1992), S. 9f
2.2.2 Der Bachverlauf und das Bachbett
In der Nähe der Quelle, dem sogenannten Oberlauf, in dem das Wasser besonders sauerstoffreich ist, findet man meistens kantige Steine und Felsbrocken - im Bachverlauf werden sie immer kleiner und runder bis hin zu glatten, glänzenden Kieseln. Hier fühlt sich die Forelle wohl, die bei ihren schnellen Spurts auf der Jagd nach Beute und beim Schwimmen gegen die Strömung viel Sauerstoff braucht. Sie ist neben Elritze, Schmerle und Groppe der wichtigste Leitfisch. Bachabwärts wird die Forellenregion von der Äschenregion abgelöst. Neben dem kennzeichnenden Leitfisch Äsche leben hier Nase, Quappe und Hasel.
Im Mittellauf des Baches, wo das Bachbett sich weitet und das Wasser langsamer fließt, lagert sich Sand ab.
Im träger fließenden Unterlauf setzt sich auch die mitgeführte Erde als Schlick und Schlamm ab. Hier halten sich die Fische auf, die auch mit weniger Sauerstoff auskommen (einen Bachverlauf kann man also auch in die von einzelnen Fischen bevorzugten Regionen gliedern).
Bachröhrichten, Hochstaudenbestände, Gehölzsäume und die Rote Pestwurz (Petasites hybridus) bestimmen im Mittel- und Unterlauf das Erscheinungsbild eines Baches besonders stark. An Baumarten kommen häufig die Grau- und Schwarzerle vor. Beide vermehren sich reichlich durch Wurzelbrut und verdichten dabei die Gehölzsäume. Diese bieten neben dem Uferschutz vielen Tierarten von Insekten bis zu den Singvögeln und Kleinsäugern wie Iltis, Aufenthalts- und Lebensraum. Aber auch Blütenpflanzen fügen sich bevorzugt in die Gemeinschaft der Ufersäume ein, wie z.B. die Gauklerblume (Mimuls guttatus), das stattliche Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) oder die Knollen-Sonnenblume (Helianthus tuberosus). Im freien Talgrund zweigen Seitenarme ab, und Inseln entstehen.
In einer bergigen oder hügeligen Landschaft folgt das Wasser in seinem Lauf dem größten Gefälle. Es fließt in die Richtung, in der es am steilsten bergab geht. Das Gelände bestimmt hier den Bachverlauf. Im Flachland gräbt sich der Bach sein Bett in Schleifen, die sich im Laufe der Zeit vergrößern: der Bach „mäandriert“( Mäander heißt eine sich windende Linie).
Bäche, ohne natürliche Überflutungsfläche, ohne Aue, treten nach starken Regenfällen über die Ufer. Das Wasser spült die Jauche aus den Gruben, bringt Kläranlagen zum Überlaufen und reißt Dünger und Gifte von den Feldern. Das Grundwasser wird gefährdet und damit unser Trinkwasser... Höhere Dämme sollen das Problem lösen, den Schaden in Grenzen halten.
Wo solche wasserbaulichen Maßnahmen nicht unbedingt erforderlich sind, ist es sinnvoller, den Bächen und Flüssen wieder mehr Raum zu geben und sie naturnah zu gestalten. Doch genügt es nicht, den begradigten Bach wieder in Schlingen zu legen, kleine Überflutungsflächen zu schaffen, Büsche und Bäume anzupflanzen. -Eine stabile Lebensgemeinschaft von Pflanzen und Tieren stellt sich erst wieder ein, wenn alle Umweltbedingungen stimmen; wenn die Luft rein, der Boden unbelastet und das Wasser sauber ist.. dann könnten auch Tiere wie z.B. der Fischotter im Lebensraum Bach überleben.
2.2.3 Lebensraum Bach
Im naturnahen Bach kann sich eine stabile Lebensgemeinschaft behaupten. Nur an naturbelassenen Fließgewässern ist vielfältiges Leben möglich, konnten sich im Laufe der Zeit zahlreiche Organismen dem Leben am und im Wasser anpassen.
Viele Pflanzen und Tiere haben im Nahrungsnetz ihren Platz: Wasserschnecken, Egel, Wasservögel, Libellen, Eintagsfliegen-und Köcherfliegenlarven,
Bachflohkrebse, Fische und Fischotter. Wassertiere und Wasserpflanzen bilden so zum Beispiel die Nahrungsgrundlage für Wasservögel, wie die Stockente. Eine andere Nahrungskette könnte wie folgt aussehen: Algen sind die Nahrung von Kleinkrebsen, die Kleinkrebse werden von Insektenlarven gefressen, die Insektenlarven von kleinen Fischen, die kleinen Fische von den großen Fischen... Die abgestorbenen Pflanzen, die toten Tiere und die Ausscheidungen der Tiere
werden vor allem von Bakterien zerlegt. Dabei werden wieder Nährstoffe für die Algen erzeugt, die Nahrungskette kann von vorne beginnen. Dieses eng verflochtene System der Lebensgemeinschaft miteinander verbundener Tiere und Pflanzen und ihrem Lebensraum bietet ein kompliziertes, aber perfekt funktionierendes System, das Ökosystem Bach. Es bleiben keine Reste übrig: Abfälle existieren in diesem System nicht. Das Wasser bleibt frisch und sauber, denn der Bach erneuert sich selbst. Die Stabilität dieser Selbstreinigung beruht auf der Vielfalt des Lebensraumes.
Die wichtigsten Bindeglieder jedoch, nämlich die Kleinlebewesen, fallen am wenigsten auf, da sie meist nur wenige Millimeter groß werden. Andere werden erst unter dem Mikroskop sichtbar. Diese Kleinlebewesen sind die großen Abfallvertilger im Bach. Sie zerlegen z.B. Pflanzenreste und Tierkadaver und bauen sie Stufe um Stufe ab. Jeder Mikroorganismus erfüllt eine spezielle Aufgabe und alle arbeiten sie einander zu. Je weiter die Zersetzung fortschreitet, umso kleiner und zahlreicher sind die daran arbeitenden Lebewesen. Zum Schluß bleiben von den Abfällen nur noch Mineralstoffe übrig. Diese Stoffe lösen sich im Wasser und sind für die Pflanzen wichtige Nährstoffe.
Die Tiere am und im Bach könne nur unter bestimmten Voraussetzungen dort leben. Zum Beispiel
- brauchen Bachforellen kühles, klares und sauerstoffreiches Wasser.
- sind Egel, im Gegensatz zu Wasserschnecken, die sich von Pflanzen ernähren, entweder Schmarotzer, denn sie saugen das Blut von Wirtstieren oder sie sind Räuber und fressen Larven.
- lebt die erwachsene Prachtlibelle nur wenige Wochen. In dieser Zeit muss es zur Paarung und Eiablage kommen. Aus den Eiern schlüpfen die Larven, die sich unter Wasser entwickeln. Dort leben auch die Larven der Eintagsfliege.
Auch die Pflanzen müssen sich an den Lebensraum anpassen. So sind z.B. die meterlangen, verzweigten Stängel des Flutenden Hahnenfuß (Ranunculus fluitans) erstaunlich biegsam, aber gleichzeitig zäh und reißfest. Auch die Blätter fallen auf: anstelle einer typischen Hahnenfuß-Blattspreite der Landarten findet man zahlreiche schmale Zipfel. Sie setzen der Strömung kein Hindernis entgegen und können das dauernde Tauziehen mit dem fließenden Wasser daher durchaus aufnehmen. So behauptet sich diese große Pflanze nicht gegen die Strömung, sondern entfaltet sich in ihr.
2.2.4 Sauerstoff im Bachwasser
Damit der Bach einen angemessenen Lebensraum von Wasserpflanzen und Wassertieren wird, muss das Bachwasser Sauerstoff enthalten. Denn die Wasserbewohner atmen, indem sie sich den Sauerstoff direkt aus dem Wasser holen.
Im Quellwasser ist kaum Sauerstoff vorhanden, der Bach muss sich erst diesen Stoff „besorgen“. Durch den Hindernislauf vermischt sich das Wasser immer mit Luft, wenn es gluckst, gurgelt, plätschert, schäumt, zischt und spritzt. Dabei löst sich der Luftsauerstoff im Wasser.
Im Oberlauf des Baches ist das Wasser besonders reich an Sauerstoff. Im Mittel- und Unterlauf, wo das Wasser ruhiger fließt, nimmt es weniger Sauerstoff aus der Luft auf. Hier gibt es Wasserpflanzen, die mit Hilfe des Sonnenlichts Sauerstoff produzieren und an das Wasser abgeben. Dies geschieht aber nur am Tage: nachts nehmen die Pflanzen selbst Sauerstoff auf. Der Sauerstoffgehalt des Bachwassers ist hier daher geringer als im Oberlauf.
2.3 Bestimmung der Güteklasse
Es gibt viele Möglichkeiten, die Gewässergüte, also die Reinheit des Wassers, zu testen.
Man kann zum Beispiel überprüfen, ob es in einem Bach viel oder wenig Sauerstoff gibt; man schaut auch, wie viele Bakterien und Viren in einem Liter Wasser herumschwimmen.
Die älteste Methode, zu bestimmen, wie sauber ein Bach ist, ist festzustellen, welche Lebewesen man auf und unter den Steinen in Ufernähe findet. Je nach dem Grad der Verschmutzung sind das nämlich ganz bestimmte Tiere und Pflanzen. Es gibt eben solche, denen die Wasserverschmutzung überhaupt nicht bekommt: sie sterben als erste ab. Dann gibt es eine Gruppe von Lebewesen, die ein bißchen mehr Verschmutzung vertragen können - das sind schon weniger.
Die biologische Wasseranalyse beruht auf der Tatsache, dass sich in Gewässern im Laufe von Jahrmillionen ganz bestimmte Lebewesen auf die sehr unterschiedlichen Fäulnisprozesse eingestellt haben, die durch natürliche Vorgänge, z.B. die Zersetzung pflanzlicher und tierischer Organismen im Wasser, hervorgerufen werden. Die Zusammensetzung einer solchen Organismengesellschaft in einem durch natürliche Verunreinigung verschmutztem Gewässer ist meist so typisch, dass sich aus dem Vorhandensein bzw. dem Nichtvorhandensein von Fäulnisbewohnern, den Saprobiern, auf den Fäulnisgrad und damit auch auf den Grad der Verschmutzung des betreffenden Gewässers schließen lässt.
Als die Verunreinigung der Gewässer durch ungeklärte, aber auch geklärte Abwässer aus Haushaltungen, Gewerbe und Industrie immer mehr zunahm und man nach geeigneten Kriterien für die Beurteilung des Verschmutzungsgrades suchte, boten sich diese Organismen in ihrer spezifischen Lebensgemeinschaft als Indikatoren eines Saprobiensystems an, das heute allgemein zur Beurteilung der Güte eines Gewässers benutzt wird. Dabei sind die verschiedenen Saprobienstufen in Wassergüteklassen eingeteilt:
Jeder dieser Zonen und Wassergüteklassen gehören charakteristische Lebewesen an - man nennt sie Leitorganismen - deren Vorhandensein bei der biologischen Wasseranalyse die bestimmende Rolle für die jeweilige Qualität des Wassers spielt 3 .
Die biologische Gütebestimmung besitzt jedoch, trotz ihrer Fehlermöglichkeiten, den Charakter einer Langzeitbestimmung, da die Organismen, die man zur Bestimmung der Gewässergüte heranzieht, über lange Zeit, d.h. über Wochen, Monate oder Jahre, in diesem Wasser leben.
Mit Hilfe der biologischen Analyse lässt sich also meist schon mit einer einzigen Untersuchung ein Durchschnittswert ermitteln. Sie lässt den Nachweis des Vorhandenseins schädlicher Einflüsse und Stoffe im Wasser zu, i.d.R. jedoch nicht deren Art. Sie liefert außerdem keine genauen Zahlenwerte über Konzentrationsverhältnisse. Dazu ist nur die chemische Analyse in der Lage.
2.4 Schwimmen und Sinken
Auf einen Körper, der ins Wasser eintaucht, wirkt neben der Erdanziehung (Gewichtskraft) eine weitere Kraft ein. Diese sog. Auftriebskraft ist der Gewichtskraft
3 Ratz (1999), S. 51ff
genau entgegengerichtet. Je nach Größe der Auftriebskraft schwimmt bzw. sinkt ein Gegenstand im Wasser.
Wenn sich ein Gegenstand im Gleichgewichtszustand befindet, ist seine Gewichtskraft genau so groß wie die auf ihn wirkende Auftriebskraft. Die beiden Kräfte heben sich gegenseitig auf. Wird ein schwimmender Gegenstand ganz ins Wasser gedrückt, so erhöht sich die Auftriebskraft. Die nach unten wirkende Gewichtskraft ist nun kleiner und der Körper steigt wieder nach oben, bis Auftriebskraft und Gewichtskraft gleich groß sind.
Das Zustandekommen der Auftriebskraft kann an einem völlig eingetauchten Quader verdeutlicht werden. Im Wasser herrscht ein mit der Tiefe zunehmender Druck (Schweredruck des Wassers). Er wirkt von allen Seiten auf den eingetauchten Körper. Die seitlich wirkenden Kräfte heben sich gegenseitig auf, weil auf gegenüberliegende, gleich große Teilflächen immer gleich starke Druckkräfte wirken. Auf die Bodenfläche wirkt dagegen eine größere Druckkraft als auf die Deckfläche des Quaders (größere Wassertiefe). Diese Kräfte heben sich nicht gegenseitig auf. Die verbleibende Differenz zwischen größerer Druckkraft auf die Bodenfläche und kleinerer Druckkraft auf die Deckfläche ist die Auftriebskraft.
Die Auftriebskraft eines eingetauchten Körpers ist so groß wie die Gewichtskraft der von ihm verdrängten Flüssigkeitsmenge (Gesetz des Archimedes). Die Auftriebskraft hängt also immer von der Dichte der Flüssigkeit ab. Ob jedoch ein Körper im Wassers schwebt, schwimmt oder sinkt, ist von seiner eigenen Dichte abhängig. Auch die Form des eingetauchten Gegenstandes spielt eine Rolle. Wird ein Gegenstand mit großem Volumen ins Wasser gesetzt, sinkt dieser so tief ein, bis sein Gewicht (Gewichtskraft) ebenso groß ist, wie das Gewicht der von ihr verdrängten Wassermenge (Auftriebskraft).
Demzufolge verdrängen riesige Schiffe aus Stahlblech infolge ihres großen Volumens so viel Wasser, dass sie sogar Lasten befördern können.
2.5 Schiffe - selbst gebastelt
Der wichtigste konstruktive Bauteil eines Schiffes ist der Schiffsrumpf. Sein Hohlraum bewirkt die Schwimmfähigkeit und die Möglichkeit Lasten und Personen aufzunehmen. Der Schiffskörper selbst wird in drei Abschnitte untergliedert. In der Sprache der Seeleute heißt der mittlere Teil „Rumpf“, der vordere Teil „Bug“ und der hintere Teil „Heck“. Wichtig ist die Form des Schiffskörpers. Sie sollte stromlinienförmig sein, um dem Wasser möglichst wenig Widerstand entgegenzusetzen.
Beim Basteln der Wasserfahrzeuge orientieren sich Kinder an ihren individuellen Wünschen und Vorstellungen. Funktionale Aspekte werden zunächst kaum beachtet. Für die Kinder bedeutsam ist das „schmückende Beiwerk“ wie Geländer, Fähnchen, Luken usw. - Bauteile, die im Hinblick auf die Schwimmfähigkeit keine Rolle spielen. Die Schwimmfähigkeit ergibt sich weitgehend aufgrund der getroffenen Materialauswahl und die funktionsbedingte Formgebung wird von den Kindern unbewusst vom ihnen bereits bekannten Erscheinungsbild eines Schiffes übernommen.
2.6 Fantasiereise
Es existieren viele Möglichkeiten, Stille und Ruhe zu erfahren. Stille und Ruhe, welche wichtig sind, um Phänomene der Natur zu sehen und zu begreifen. Die Fantasiereise, welche man mit Schülern durchführt, kann eine Möglichkeit sein, sich von den Problemen und Stresssituationen des Alltags zu lösen. Denn wer ruhig und entspannt ist, kann sich besser auf seine Umgebung konzentrieren und ist in der Lage, Phänomene aufzuspüren.
Derjenige, welcher sich auf eine Fantasiereise einlässt, wird feststellen, dass es nicht nur von Bedeutung ist, den Inhalt dieser Reise kognitiv zu verstehen und nachzuvollziehen. Ebenso wichtig ist es, die einzelnen Elemente der Geschichte auch körperlich wahrzunehmen und das Gefühl, welches durch den Text ausgelöst wird, zuzulassen und sich ihm hinzugeben. Durch diese Übung nimmt man sich als ein Ganzes wahr und nicht, wie so oft, als eine Teilung aus Kopf und Körper.
Dies ist uns für unser Projekt besonders wichtig, denn wenn der Schüler ganzheitlich
angesprochen wird, kann er seine Kreativität entfalten und diese in alle Bereiche,
also auch insbesondere in die einzelnen Lernstationen, mit einbringen.
Dazu schreibt Loris Malaguzzi:
„Ein Kind hat hundert Sprachen,
hundert Hände, hundert Gedanken, zu sprechen, zu staunen, zu entdecken. Doch die Schule und die Umwelt trennen ihm den Kopf vom Körper.
Sie bringen ihm bei,
ohne Hände zu denken, ohne Kopf zu handeln, ohne Vergnügen zu verstehen, nur Ostern und Weihnachten zu staunen.
Sie sagen ihm,
dass die Welt bereits entdeckt ist, dass das Spielen und die Arbeit, die Wirklichkeit und die Fantasie, die Wissenschaft und die Vorstellungskraft, die Vernunft und der Traum Dinge sind, die nicht zusammengehören.
Von seinen hundert Sprachen
rauben sie dem Kind neunundneunzig und sagen,
dass es diese hundert Sprachen nicht gibt. Das Kind sagt: Aber es gibt sie doch. “ 4
Wie Loris Malaguzzi schreibt, ist es oft so, dass Kindern keinen Raum haben, in
welchem all ihre Bedürfnisse zum Tragen kommen und sie ihre Wunschvorstellungen
ausleben können.
Das Erleben einer Fantasiereise ist ein Impuls zur Entfaltung der Kreativität von den
Kindern, denn sie erhalten hier Raum und Zeit, sich ausschließlich mit sich selbst zu
beschäftigen.
Diese Raum- und Zeiterfahrung ist für die Entdeckung und Nachempfindung von
Theorien und Erkenntnissen unabdingbar. Nur wer sich für die Phänomene dieser
Welt Zeit und Ruhe lässt, wird in der Lage sein, diese zu verstehen.
Deshalb sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass es sinnvoll ist, das Projekt mit einer Fantasiereise zu beginnen. So ist in diesem Anfang unserer Meinung nach die Idee der Interdisziplinarität enthalten. Denn das Ziel eines solchen fächerverbindenden Unterrichts ist es, die verschiedenen Aspekte, wie ein Phänomen betrachtet werden kann, zu verknüpfen. Ein ähnliches Ziel wird auch mit der Fantasiereise verfolgt. Der ganze Mensch, also Körper und Seele, sollen sich im Einklang befinden.
Genau wie beim interdisziplinären Unterricht steht hier das Ganze, die Einheitlichkeit im Mittelpunkt. Mit dieser Form des Unterrichts soll für die Kinder deutlich werden, dass ein und der selbe Gegenstand auf ganz unterschiedliche Art und Weise betrachtet werden kann. Aber dennoch ist und bleibt es der selbe Gegenstand. Was sich hingegen für die Kinder verändert ist der „Wissensbetrachtunghorizont“. Dieser erweitert sich und bietet den Kindern die Möglichkeit, Phänomene dieser Welt als eine Einheit zu sehen und nicht wie bei anderen Formen der Wissensvermittlung lediglich als Facetten.
Die Verknüpfung von Körper und Seele, welche bei der Ausübung der Fantasiereise im Vordergrund steht, ist eine wichtige Komponente im Leben eines Menschen. Denn nur wenn wir Menschen begreifen, dass Körper und Seele fit sein müssen, um unsere Ziele zu erreichen, erst dann können wir nach Formen suchen, die uns immer wieder in diesen Zustand versetzen.
Mit der Phantasiereise bieten wir den Kindern eine Form, mit der sie sich, in Stille und Ruhe, selbst erfahren können.
2.6.1 Wassertropfen
In dieser Fantasiereise geht es um einen Wassertropfen, der anfangs als klein und unbedeutend wahrgenommen wird. Doch wenn man sich die Mühe macht und ihn genau betrachtet, kann man darin die ganze Welt entdecken. Natürlich nicht die gesamte Welt als solche, sondern derjenige Teil, welcher sich ihm zur Spiegelung anbietet. Aber dennoch ist es ein Mikrokosmos für sich allein, in dem die ganze Welt zu finden ist.
Diese Beschreibung ist genau die Maxime, die wir auch den Schülern vermitteln wollen, nämlich dass es in unserem Leben nicht nur darauf ankommt, den großen
4 Bücken (1995), S. 69
Dinge Beachtung zu schenken und sie zu betrachten. So sollen die Kinder lernen, dass es sich oft lohnt, den Blick auf etwas zu richten, das im ersten Augenblick unscheinbar wirkt. Denn mit der intensiven Auseinandersetzung mit einer Thematik verändert sich oft der erste Eindruck und aus dem, was anfänglich unscheinbar war, wird etwas für uns Großartiges.
Der kleine Wassertropfen in unserer Fantasiereise ist genau so ein Phänomen. Er überzeugt nicht durch seine Größe, denn er ist im ersten Moment unscheinbar und klein, aber bei genauerer Betrachtung kann man die ganze Welt darin sehen. Allein dieser Aspekt wäre schon für sich allein gestellt interessant, doch kommt noch hinzu, dass dieser Wassertropfen für das Wasser im Allgemeinen steht. Wasser, welches wir Menschen zum Überleben brauchen, ohne das wir nicht existieren können. Durch die Fantasiereise soll dem Schüler deutlich werden, dass Wasser viele Perspektiven bieten kann, unter denen wir es betrachten können. So bietet die Fantasiereise mit ihrer Thematik verschiedene Möglichkeiten an, wie das Element Wasser wahrgenommen werden kann, z.B. als eine mögliche Abbildung der Welt, aber auch als ein einfacher Regen, ein einzelner Regentropfen, ein rauschender Fluss oder als Sinnbild für innere Reinheit und Frieden. Genau das ist unser Ziel. Die Schüler sollen, bevor sie sich mit der naturwissenschaftlichen Betrachtungsweise auseinandersetzen, einen Impuls erhalten, wie Wasser in der Natur vorkommen kann und in welcher Art und Weise wir es erkennen.
In der ersten Phase der Fantasiereise „Wassertropfen“ wird eine visuelle Wahrnehmung des Wassertropfens beschrieben, welche durch eine akustische in der zweiten Phase abgelöst wird. In dieser werden die Geräusche beschrieben, welche der Wassertropfen in der Form eines Regentropfens verursachen kann. Im dritten Abschnitt geht es wieder um die Klänge, die der Wassertropfen erzeugt. Allerdings sind diesmal die Geräusche am Meer, an einem Fluss oder an einem Bach beschrieben und anschaulich dargestellt.
Nach diesen eher plastischen Betrachtungsweisen des Wassertropfens folgt eine Gefühlsbeschreibung: “Wassertropfen, die mich ruhig stimmen, die Frieden spüren lassen, die gut tun.” 5 Dieser Aspekt ist wichtig, da die reine Beschreibung eines
5 Bücken (1995) , S. 71
Wassertropfens nicht eindeutig mit dem Wohlbefinden des Menschen in Verbindung gebracht werden kann.
Zum Schluss der Reise steht folgendes Fazit: “Nicht mehr als ein Wassertropfen, doch darin liegt alles: Eine ganze Welt!” 6
Durch die Beschreibungen von der ersten bis zur dritten Phase soll dem Schüler das Element Wasser, wie wir es durch die Sinne unseres Körpers erleben und erfahren, näher gebracht werden. Jeder hat schon mal einen Wassertropfen betrachtet oder das Meer rauschen gehört. An eben diese Erfahrungen knüpfen wir mit der letzen Phase der Reise an. Hier kommt es nun zur Verschmelzung von Körper und Seele, denn hier wird beschrieben, was wir nicht mehr mit unserem Körper wahrnehmen können, da es sich in unserem Inneren abspielt. Die Kinder sollen ihre Assoziationen, Träume, Gefühle, welche bei der Betrachtung eines Wassertropfens wach gerufen wurden, erfahren.
2.7 Wasser als Symbol
2.7.1 Theologischer Aspekt
Das Wasser hat in der Bibel viele Bedeutungen. So kann Wasser zum einen für Fruchtbarkeit stehen. Zum anderen wird auch beschrieben, dass der Dürstende, der Erhitzte sowie der Kranke sich daran laben kann. Weiter ist es das nächst liegende Mittel zur Bekämpfung des Feuers, aber es kann auch zur Entfernung von Unreinheiten dienen.
Auch wird Wasser in der Bibel in verschieden Formen dargestellt. Einmal ist es das fließende („lebende“) Wasser, an anderen Stelle steht es als Träger verborgener Kräfte. Dann taucht es wieder als unheimlicher Geselle auf. Die Auffassungen wechseln: erst wird Wasser als Naturelement gesehen, welches durch seine „Macht“ den Menschen bezwingt, aber dann verlebendigt es sich und verwandelt sich in böse Geister. ( vgl. I Mos 32,25 ff) Eine weitere Eigenschaft, die das Wasser trägt, ist, der Ursprung des Lebens zu sein, entweder in Form von Lebenswasser oder auch in Gestalt eines Jungbrunnen.
6 Bücken (1995) S. 71
Im Gegensatz dazu kann Wasser aber auch für die Grenze zwischen Leben und Tod (Totenfluss) stehen.
In der Bibel sind zahlreiche Beschreibungen zu finden, welche die Thematik des Wassers in irgendeiner Weise aufgreifen.
So geht es im Psalm 104 darum, dass Gott das Element Wasser geschaffen hat, ihm eine Form gibt und somit das Chaos überwindet. In Ex 15,1-18 wirkt Gott gegen die Macht des Wassers, um sein Volk zu retten. Doch nicht nur Jahwe wird als Gebieter über die Gewässer beschrieben, sondern auch Jesus. In Mk 6,48; 4, 35 ff demonstriert er seine Macht indem er über die tobenden Fluten hinweg schreitet. In all diesen Textauszügen spielt Wasser eine wichtige Rolle und ist doch auf unterschiedliche Weise wahrzunehmen.
2.7.2 Psalm 104, 6-13
Speziell für unser Projekt wollen wir den Psalm 104 in Auszügen behandeln, da wir hier den Verknüpfungspunkt an die anderen Fächer sehen. Die Problematik, wie das Wasser auf die Erde gelangt und dort Leben erst möglich macht, lässt sich mit dem Erforschen des Lebensraum „Bach“ gut verbinden.
Gäbe es kein Wasser, so wäre das Leben auf der Erde erst gar nicht entstanden. In Psalm 104 wird darauf eingegangen, dass Gott den Tälern das Wasser gegeben hat. So wird in den folgenden Versen beschrieben, was durch das Wasser alles entsteht. Ob Pflanze oder Tier, alle sind auf das kostbare Nass angewiesen.
Wir werden uns mit den Versen 6-13 der Einheitsübersetzung beschäftigen, da diese Übersetzung oft verwendet wird und somit die gewählte Sprache eher bekannt sein dürfte als z.B. diejenige der Zürcher Bibel. Zudem sind die Metaphern, welche dort beschrieben werden, für uns einleuchtender als in der Zürcher Bibel.
In diesen Versen werden die Entstehung und die Bedeutung des Wassers für die Erde behandelt. Im Zusammenhang mit unserem Projekt sind besonders die Verse 6,9-11,13 wichtig, da hier explizit auf das Wasser eingegangen wird.
So wird im Vers 6 beschrieben, dass Gott das Wasser auf die Erde gebracht hat und zwar in Form einer Überflutung. Damit ist der Anfang für das Leben auf der Erde bereitet. An dieser Stelle wird beschrieben welche „Vorbereitung“ Gott getroffen hat, damit das Leben auf der Erde beginnen kann.
Hier ist ein Verknüpfungspunkt an die Naturwissenschaft gegeben. Theorien über die Entstehung der Erde können einfließen und unter der Frage: „Welche Rolle spielt dabei das Wasser?“ behandelt werden.
Im Vers 9 wird gesagt, dass Gott die Grenzen für Flüsse und Bäche gesetzt hat. Hier wird aus theologischer Sicht beschrieben, wie die Ufer entstanden sind. Weiter wird gesagt, dass das Wasser diese Grenzen nicht wieder verlassen dürfe. Auch an diesen beiden Stellen gibt es Punkte, die von der Naturwissenschaft (Biologie) aufgegriffen werden können. Wichtig wäre, mit den Schülern zu klären, ob die Vorstellung, dass Gott gekommen ist und einfach Flussufer „gebaut“ hat, so plakativ aufgenommen werden kann oder ob wir eine Deutung des Psalms herausarbeiten müssen. Die Theorien, welche die Naturwissenschaft bereit hält, helfen nun, zu erklären und zu verstehen, welche Rolle das Wasser für den Lebensraum Bach hat und welche Wissenschaft sie auf welche Art und Weise deutet. Dadurch, dass wir die Möglichkeit haben, uns mit dem Wasser auf diese verschiedenen Weisen zu nähern, wird den Kindern nicht nur der Inhalt „Lebensraum Bach“ vermittelt, sondern es wird deutlich, worin der Unterschied zwischen den einzelnen Wissenschaften liegt.
Was wir direkt miterleben können wird im Vers 10 beschrieben: „Du lässest Wasser in den Tälern quellen, daß sie zwischen den Bergen dahin fließen“ 7 . Zwar wird unser
Bach nicht durch Berge fließen, aber die Kinder können an diesem Ort eine Parallele zwischen dem Text und der Natur erkennen. Sie können sehen, wie sich ein Bach seinen Weg durch die Landschaft bahnt und zuschauen wie dieser in Bewegung ist.
Auch Vers 11 und 13 können durch das Arbeiten am Bach nicht nur nachempfunden werden, sondern hier bietet sich auch die Möglichkeit, zu beobachten, wie Tiere am Bach ihren Durst löschen. Außerdem kann auch die Vegetation betrachtet werden und die Beschreibung aus dem Psalm nachvollzogen werden.
7 Luther (1975) S. 583
Mit der Beschäftigung des Psalm versprechen wir uns, dass die Schüler „Ehrfurcht“ vor der Schöpfung und ganz speziell vor dem Wasser erhalten, denn wenn sie einen natürlichen Respekt vor den Dingen dieser Welt haben, werden sie auch verantwortungsvoll damit umgehen.
Die Ehrfurcht, die es zu vermitteln gilt, ist im Text gegeben, wenn die Kinder auf die Macht und Notwendigkeit des Wassers aufmerksam gemacht werden. Denn mit der Erörterung der Frage: “Was wäre die Erde ohne Wasser ?“ ist das Bewusstsein für die Bedeutung des Wassers erhöht.
Dies ist für uns wichtig, denn wenn man sich mit einer Schulklasse am Wasser bzw. an einem Bach aufhält und dort in Lernstationen arbeitet, muss jedem Kind bewusst gemacht werden, dass es sich an einem Ort befindet, welcher einen Lebensraum für zahlreiche Lebewesen, sowohl Pflanzen, wie auch Tiere, bietet. Dementsprechend muss der Schüler sich bei Tätigkeiten und Arbeiten verhalten, um nicht unbedacht etwas zu zerstören. Dieses Verantwortungsbewusstsein soll mit Hilfe des Psalm geschult werden.
2.7.3 Loblied - „Mein Fluss“
Im Gedicht „Mein Fluß“ beschreibt Eduard Mörike anschaulich, welche Gedanken und Gefühle bei ihm entstehen, wenn er ein kühles Bad im Fluss nimmt. Dadurch fängt er die Ambivalenz des Wassers ein.
In der 6. Zeile der ersten Strophe verwendet er den Ausdruck „Liebesschauerlust“. Dieser dient dem Auftakt seiner eingehenden Beschreibungen. Das Wort, in seinen einzelnen Komponenten betrachtet, zeigt, welcher Widerspruch in dieser Wortkreation und damit auch in der Liebe liegt. Denn wenn von der ursprünglichen Bedeutung her die Komponente „Liebe“ betrachtet wird, ist es verwunderlich, wieso darauf „Schauer“ folgt. Der Begriff „Liebe“ steht für etwas Schönes, für das, was einem Menschen gut ist und diesen frei von Angst handeln lässt. Im Gegensatz dazu befällt uns der Schauer, wenn wir uns vor etwas fürchten oder ahnen, dass es noch eine andere Seite an dem Menschen oder der Sache geben muss, die wir gerade betrachten.
Zusätzlich zu diesem Gegensatzpaar baut Mörike noch das Wort „Lust“ in diesen Ausdruck ein. Lust auf etwas zu haben oder „nach etwas lüstern“ signalisiert, dass es hier nicht um eine überlegte Handlung geht, sondern eben um einen Fluss der Gefühle.
Auch in der 5. Strophe gelingt es Mörike auf anschauliche Art, den Wechsel der Gefühle gegenüber dem Fluss zu verdeutlichen. Die Ambivalenz, welche er beschreibt, ist aber auch noch an anderen Stellen zu finden. Die hier gewählte Betrachtungsweise ist nicht wie in dem Psalm eine beschreibende, sondern eine von individuellen Eindrücken geprägte. Eindrücke, die jeder Schüler schon mal erlebt hat und welche er hier verschriftlicht sieht. Dies kann ihm als Beispiel dafür dienen, wie er seine eigenen Erfahrungen niederschreiben kann. Es geht bei der Betrachtung dieses Textes darum, den Schüler in seiner eigenen Wahrnehmung zu schulen und nicht nur auf das einzugehen, was zu sehen ist, sondern auch dem Bedeutung beizumessen, was Wasser in unserem Inneren, unsichtbar für andere auslösen kann.
Ein weiterer Aspekt, den Eduard Mörike in seinem Gedicht verarbeitet, ist der des Respektes. Gleich in der Ersten Zeile wird dies deutlich : „O Fluß, mein Fluß im Morgenstrahl!“. In diesem Ausruf kommt zum Ausdruck, wie der Erzähler zum Fluss steht. Er ist voll Freude, in den frühen Morgenstunden den Fluss betrachten zu können.
Dieser Ausruf wird nun durch den Wunsch des Erzählers, in das Wasser zu steigen, verstärkt. Mörike setzt somit den Höhepunkt mit den Worten „sehnsuchtsvollen Leib“.
Auch an anderen Stellen kommt das respektvolle Verhalten des Erzähler zu tage. Ein Beispiele wäre hier für in der letzten Strophe zu finden, in der es heißt:
„Du weisest mich zurück
Zu deiner Blumenschwelle.
So trage denn allein dein Glück,
Und wieg auf deiner Welle“
Mörike zeigt hier, dass der Erzähler die Entscheidung des Flusses respektiert und nicht versucht, sich über die ihm gesetzte Grenze hinweg zu setzen. Darin liegt ein
Verknüpfungspunkt zum Psalm. Der Unterschied, wie der Respekt vor dem Wasser zum Ausdruck gebracht wird, sollte heraus gearbeitet werden. Außerdem kann der Begriff der „Grenzen“ wieder aufgegriffen und unterschieden werden.
Den Verknüpfungspunkt zu der Naturwissenschaft liegt hier schwerpunktmäßig auf der Sprache. Es gibt allerdings auch andere Punkte, z.B. die Beschreibung und Beobachtungen des Flusses durch den Autor im Gegensatz zu der Sichtweise eines Naturwissenschafters, welche in diesem Gedicht zu finden sind und somit auch dort Anknüpfungspunkte zur Naturwissenschaft liefern.
Aber der größte Unterschied zwischen der Naturwissenschaft und dem Gedicht liegt in dem Gebrauch der Sprache. Deshalb wäre es interessant zu überlegen, wie ein Biologe den Text von Mörike geschrieben hätte. Welche Wörter würden gleich bleiben, welche sich verändern etc...
Das Gedicht „ Mein Fluß“ beleuchtet das Thema „Lebensraum Bach“ von der lyrischen Ebene und bietet so den Anknüpfungspunkt zum Deutschunterricht. Durch das Gedicht sollen die Kinder lernen, dass ein Loblied zum Thema Wasser unterschiedlich aussehen und auch in lyrischer Form ansprechend gestaltet werden kann.
II. Didaktische Analyse
1. Schüler-Sachanalyse
1.1 Lehrplanbezug
Die Unterrichtseinheit „Den Lebensraum Bach erkunden“ ist Thema des Heimat- und Sachunterrichts und gehört zum Arbeitsbereich 4 (Pflanzen und Tiere, Wechselbeziehungen zwischen Pflanzen und Tieren sowie ihrem Lebensraum entdecken) des Lehrplans, welcher ungefähr 15 Unterrichtsstunden umfasst. Die
Einheit wird dem Bereich „Verschiedene Pflanzen und Tiere bewohnen einen Lebensraum“ zugeordnet, welcher noch folgende Aspekte beinhaltet:
• Wahrnehmungsspiel: einen Lebensraum mit allen Sinnen aufnehmen (Hör-, Tast-, Riech-, Sehspiele)
• Vorschlag für projektorientiertes Lernen: Gestalten und Pflegen einer naturnahen Schulumgebung
• Anlegen von Wildblumbeeten für Insekten, Steinhaufen, Totholzstapeln, Laub-und Rindenbeeten, Lehmpfützen Bau von Nesthilfen
• Pflanzen einer Hecke oder eines Gehölzes
Obwohl diese Unterrichtseinheit ursprünglich dem Lehrplan der dritten Klasse zugeordnet ist, haben wir entschieden, das Thema „Den Lebensraum Bach erkunden“ in der vierten Klasse in Form eines Projektes zu verwirklichen. Unsere gewählte Organisationsform und Methodenvielfalt sehen wir für den Entwicklungsstand der Kinder einer dritten Klasse als Überforderung. Zudem erfordert das Thema „Lebensraum Bach“ und dessen Bearbeitung in Form einzelner Lernstationen eine konzentrierte Arbeitsweise ohne Unterbrechung in einzelne Unterrichtssequenzen, möglichst am Bach selbst, also an einem außerschulischen Ort. Dies lässt sich am einfachsten im Rahmen einer Klassenfahrt umsetzen, welche zumeist als Abschluss der Grundschulzeit dient, und i.d.R. am Ende der vierten Klasse stattfindet.
1.2 Lernziele
1.2.1 Kognitive Lernziele
- Allgemein sollen die Schüler den Lebensraum Bach erkunden und Wissenswertes darüber erfahren und lernen.
- Bei der Erprobung der Wasserfahrzeuge sollen die Schüler Bedingungen und Bauweisen herausfinden, die für die Schwimmfähigkeit und eine stabile Schwimmlage wichtig sind.
- Im spielerischen Erproben sollen die Kinder Erfahrungen sammeln, warum manche Gegenstände schwimmen, andere im Wasser versinken.
- Sie sollen lernen, wie man einen Bach ausmessen, wie die Fließgeschwindigkeit des Baches gemessen werden kann, zudem sollen sie wiederholen und selbst erleben, welche Materialien schwimmen und welche sinken.
- Sie sollen lernen, welche Tiere im Bach leben und wie man über die Zusammensetzung einer solchen Organismengesellschaft die Qualität des Wassers bestimmen kann.
- Die Schüler sollen einige Pflanzen der Ufervegetation kennen und sie durch entsprechende Literatur bestimmen lernen.
- Die Kinder sollen mit dem Gebet an sich in Kontakt gebracht werden. Sie sollen lernen, einen persönlichen Psalm zu verfassen, der in irgendeiner Weise das Element Wasser bzw. den Lebensraum Bach, dessen Pflanzen und Tiere aufgreift und beinhaltet. So sollen sie lernen, ihre eigensten Gedanken, Gefühle und Assoziationen zu verschriftlichen und anderen mitzuteilen.
- Sie sollen ihre Methodenkompetenzen durch möglichst selbstständiges Arbeiten an den einzelnen Lernstationen erweitern und vertiefen.
- Die Schüler sollen lernen, ihre Ergebnisse, welche sie in den verschiedenen Lernstationen gewonnen haben, durch zusätzliche eigene Informationen und Recherche nachträglich in der Schule zu ergänzen und diese insgesamt in einer abschließenden und zusammenfassenden Ausstellung präsentieren zu können.
1.2.2 Soziale Lernziele
- Die Schüler sollen üben, sich selbstständig in Kleingruppen für die verschiedenen Lernzirkelstationen einzuteilen und dort in Teamarbeit zu gemeinsamen Lösungen zu kommen.
- Sie sollen lernen, bei Problemen und Fragen sich innerhalb ihrer Gruppe, aber auch außerhalb gegenseitig Hilfestellung zu geben.
1.2.3 Psychomotorische Lernziele
- Die Kinder sollen lernen, mit verschiedenen Materialien und Hilfsmitteln, wie z.B. Messband und Stoppuhr, umzugehen und diese bei der Bewältigung gestellter Aufgaben richtig anzuwenden.
- Beim Bau der Schiffe sollen sie Materialeigenschaften kennenlernen und den sachgerechten Umgang mit Werkzeugen erweitern.
- Sie sollen lernen, sich angemessen in der Natur zu bewegen und sich in einem abgegrenzten Grundstück zielsicher zu orientieren.
1.2.4 Affektive Lernziele
- Die Kinder sollen ganz einfach ein Gefühl für die Natur und im Besonderen für den Mühltalbach in Handschuhsheim entwickeln und erleben.
- Die Schüler sollen die Bedeutung des Begriffs „Verantwortung für die Natur“ lernen und ihn im Zusammenhang mit dem konkreten Bach verstehen und durch entsprechendes Verhalten umsetzen können.
- Sie werden durch die Phantasiereise allgemein mit dem Thema Wasser in Kontakt gebracht. So sollen sie einen leichteren Zugang zur Natur finden, sich entspannen und eine höhere Aufnahmefähigkeit für alle Einflüsse, die sie umgeben und welchen sie während der Arbeit in den verschiedenen Lernstationen (z.B. Tiere beobachten und finden) ausgesetzt sind, entwickeln.
2. Ideen und Möglichkeiten des
fächerverbindenden Unterrichts zum Thema Bach
Die Interdisziplinarität unseres Unterrichtskonzeptes besteht zum einen schon in der gewählten Unterrichtsform des Projektes.
III. Methodische Überlegungen
1. Vorüberlegungen
1.1 Die Suche nach einem geeigneten Objekt
Ein geeignetes Gewässer zu finden, ist häufig das erste Problem, das sich stellt. Um gewinnbringend daran arbeiten zu können, sollte es gewissen Anforderungen entsprechen.
Folgender Kriterienkatalog kann Richtschnur bei der Suche sein:
- das Gewässer sollte nicht zu lang sein, damit es in seiner Gesamtheit überschaubar bleibt und einzelne unterschiedliche Abschnitte problemlos zu erreichen sind,
- es sollte für den Raum möglichst typisch sein und sich in mehrere morphologisch gut zu unterscheidende Abschnitte (Oberlauf, Mittellauf, Unterlauf) gliedern lassen,
- es sollten Abschnitte darin erhalten sein, die weitestgehend naturbelassen und solche, die vom Menschen überformt sind,
- es sollte nicht zu wasserreich sein, damit Untersuchungen des Gewässerbodens problemlos möglich sind,
- es sollte in nicht allzu großer Entfernung von der Schule liegen.
All diese Merkmale treffen auf den Mühltalbach in Handschuhsheim zu, wenn das Projekt in einer vierten Klasse einer Grundschule in oder in der Nähe von Heidelberg umgesetzt wird.
1.2 Rechtliches
Bevor die Abschlussfahrt mit Zelten am Bach stattfindet, müssen erst einmal einige rechtliche Fragen bezüglich des Aufenthaltes und Arbeiten am Bach geklärt werden:
1. Wem gehört der Bach?
In den meisten Fällen gehört der Bach der Gemeinde, durch deren Gebiet er fließt. Darüber kann die Stadt- oder Gemeindeverwaltung Auskunft geben. 2. Wer ist für den Bach zuständig?
Für Pflege und Unterhalt eines Baches ist der Eigentümer (meistens die Gemeinde) verantwortlich. Nun muss mit diesem Eigentümer abgesprochen werden, ob die Klasse für drei Tage am Bach zelten und arbeiten darf. 3. Anwohner
Bei den einzelnen Lernstationen oder bei dem Erkundungsgang der näheren Umgebung muss man vielleicht ein Grundstück durchqueren, welches einem anderen Anwohner gehört. Um Ärger zu vermeiden, sollte man auf jeden Fall vor dem Aufenthalt am Bach mit allen Anwohnern sprechen und erklären, was man vorhat.
1.3 Organisatorisches bezüglich der Klassenfahrt
Zum einen müssen natürlich als erstes die Eltern über die Klassenfahrt und die anstehenden Kosten (Fahrt- und Essensgeld) informiert werden. Dies kann in Form eines Elternabends oder aber auch als ausführlicher Elternbrief umgesetzt werden. Aus versicherungstechnischen Gründen müssen die Eltern eine
Einverständniserklärung, dass ihr Kind an der Abschlussfahrt teilnehmen darf, unterschreiben. Zudem können die Eltern freiwillig mit eingebunden werden, z.B. für Fahrdienste, beim Aufbauen der Zelte, als Unterstützung beim Kochen etc...
Zum anderen muss der Lehrer vorab mehrere organisatorische Listen erstellen. Eine beinhaltet die Gegenstände, welche die Schüler für die Klassenfahrt mitzubringen haben. Neben den persönlichen Sachen z.B. einen Schlafsack, eine Isomatte oder geeignete Kleidung wie Gummistiefel, Regenjacke etc... Des Weiteren müssen die Dinge notiert werden, welche der Gemeinschaft oder dem wissenschaftlichen Arbeiten dienen, z.B. Lebensmittel, Kochutensilien,
Instrumentarien für die Arbeit an den einzelnen Lernstationen. Auch muss geklärt werden, wie viele Zelte benötigt werden und woher man diese bekommt (Einbezug der Elternschaft). Auch Spiele und Gerätschaften für die Freizeitbeschäftigung der
Kinder dürfen nicht vergessen werden. Ganz wichtig ist der Erste-Hilfe-Koffer und ein tragbares Telefon für den Notfall.
Als letztes muss noch eine grobe Tagesplanung bezüglich der Dienste erstellt werden. So benötigt man z.B. ein Team für den Aufbau der Zelte, einen Kochdienst, einen Ordnungsdienst, Feuerholzsucher etc...
Da jedoch die Schüler bei der Organisation der Klassenfahrt beteiligt werden und ihre eigenen Gedanken und Ideen miteinbringen sollen, dürfen die Organisationslisten nicht als feste und starre Vorgabe gesehen werden, sondern vielmehr nur als Orientierungshilfe und Gedächtnisstütze dienen.
1.4 Organisatorisches bezüglich der Projektarbeit in Lernstationen
Eine Schwierigkeit besteht darin, einerseits die Interessen der Kinder, andererseits die Lehrplanvorgaben bezüglich der Unterrichtseinheit „Lebensraum Bach“ in Einklang zu bringen. Zudem muss ein erstes Grundkonzept des Projekts erstellt werden, welches so offen ist, dass die Ideen und Vorstellungen der Kinder, welche während der Vorbereitungsphase in der Schule und während dem eigentlichen Arbeiten an den Lernstationen entwickelt wurden, noch miteinbezogen werden können.
Der Lehrer erarbeitet also die Arbeitsblätter für die einzelnen Lernstationen und besorgt die nötigen Instrumentarien und Materialien. Gegebenenfalls werden kurz vor der Klassenfahrt die Aufgabenstellungen um die Vorstellungen der Kinder ergänzt bzw. verändert. Dabei muss natürlich beachtet werden, dass nicht auf jeden einzelnen Wunsch eingegangen werden kann.
Auch muss die Literaturliste für zusätzliche Fach- und Sachbüchern zum Thema zusammengestellt und die entsprechenden Bücher besorgt werden. Auch andere Materialien, wie z.B. Filme, Dias, PC-Software etc. sollten den Schülern gesammelt zur Verfügung stehen. Diese Medien können von den Kindern als zusätzliche Hilfe während der Projektarbeit und bei der abschließenden Zusammenstellung der Ergebnisse herangezogen werden.
2. Einleitende Maßnahme
Der Lehrer begrüsst die Schüler und bittet sie, ihre Gespräche untereinander und Fragen an den Lehrer vorerst zu unterlassen, um eine konzentrierte und individuelle Arbeit zu ermöglichen. Dann stellt er ohne weitere Erklärung die Kassette mit einer selbst aufgenommenen Aufnahme von Bachgeplätscher an. Die Fließgeräusche sollen die Kinder schon emotional zum Thema hinführen.
Anschließend erfolgt ein stiller Impuls, während dem sich der Lehrer zurückhält und so den Schülern die Möglichkeit gibt, sich auf ihre ersten Eindrücke, Gedanken und Gefühle zu konzentrieren, welche durch die Aufnahme des Baches ausgelöst wurden.
Danach verteilt der Lehrer weiße Blätter und lässt die Kinder ihre Assoziationen, Ideen und Gefühle, welche sich während dem Zuhören entwickelt haben, darauf malen.
Im Stuhlkreis werden anschließend die entstandenen Bilder von den Schülern vorgestellt und besprochen. Jedes Kind soll in zwei kurzen Sätzen erklären, wieso es seine Eindrücke und Gedanken auf diese Art und Weise umgesetzt hat.
Durch diese einleitende Maßnahme des Themenkomplexes „Lebensraum Bach“ versprechen wir uns einen etwas „versteckteren“ und spielerischen Zugang zum eigentlichen Thema. Die Kinder sollen von selbst darauf kommen, mit was sie sich während des Projektes beschäftigen. Dadurch bleiben sie unvoreingenommen und entwickeln eigene Ideen, welche während der Unternehmung eventuell umgesetzt werden können.
Danach sollen die Kinder in Kleingruppen der Frage nachgehen, wieso sie sich überhaupt mit einem Bach beschäftigen. Die Lösungsvorschläge werden anschließend im Klassenverband diskutiert und ein Leitmotiv (wie z.B.: Ist ein Bach auch ein Lebewesen und lebendig?“ --> Tiere und Pflanzen am und im Bach) zusammen erstellt, welches den Schülern als übergeordnete Frage und zur Orientierung während der gesamten Unterrichtseinheit dient. An der Tafel werden erste Anregungen und Wünsche der Schüler zum Thema Bach gesammelt und später von dem Lehrer auf einen großen Fotokarton übertragen. Dieser Ideenkatalog kann im Laufe der nächsten vorbereitenden Stunden von den
Schülern ergänzt werden und dient den Kindern als Orientierungshilfe während den abschließenden Arbeiten zur Präsentation der Ergebnisse.
Der Lehrer erzählt nun den Kindern, dass eine gemeinsame Abschlussfahrt zu einem Bach geplant ist und bezieht die Schüler bei der Organisation mit ein. Es folgt eine erste und noch unvollständige Auflistung der Dinge, von denen die Schüler glauben, dass sie notwendig für die Fahrt sind. So können an der Tafel anschließend sowohl Gegenstände, welche man zum Zelten braucht, wie auch Vorschläge für die Freizeitbeschäftigung stehen. Der Lehrer ergänzt gegebenenfalls und ein Schüler überträgt diese ebenfalls auf große Kartons.
3. Unterrichtsphasen, Vermittlungshilfen und Medien
3.1 Übersicht
Beteiligte Fächer: Deutsch, Ethik, Heimat- und Sachunterricht (Biologie, Geographie, Physik), Mathematik, Philosophie, Religion Klasse: 4. Klasse einer Grundschule
Unterrichtsform: ein Projekttag mit Lernstationen und anschließender Präsentation der Ergebnisse Organisatorischer Rahmen:
dreitägige Abschlussfahrt/Klassenfahrt --> Zelten am Bach Unterrichtsort: Ein Bach in der näheren Umgegbung Unterrichtsziel: Erkunden und Kennen lernen des Lebensraumes Bach
3.2 Vorbereitung in der Schule
• Die Projekteinheit wird vorgestellt und die Schüler bei der Planung und Organisation der Klassenfahrt einbezogen (siehe auch einleitende Maßnahme). So erstellen die Kinder während der Woche vor der Klassenfahrt (weitestgehend selbstständig) zum einen eine Auflistung der Dinge, welche jeder Schüler zum Zelten usw. benötigt und mitzubringen hat, zum anderen eine Einteilung der
Schüler in verschiedene Dienste, wie z.B. Kochdienst, Ordnungsdienst, Holzsucher etc...
Diese Listen werden nach Fertigstellung jedem Kind in Form einer Kopie ausgehändigt, während die großen Kartons später gut sichtbar am Zeltplatz befestigt werden.
• Die Schüler werden in verschiedenen Unterrichtseinheiten, z.B. zu den Themen
Schöpfungsgeschichte, Schwimmen & Sinken (Wiederholung aus 1. bzw. 2. Kl.) und Schiffe bauen, zu den eigentlichen Lernstationen hingeführt. Zudem haben die Schüler so die Möglichkeit, sich während dieser ersten Annäherung zu den späteren Themen noch Fragen und eigene Ideen auszudenken, welche in den Ideenkatalog miteinbezogen oder auf Karteikarten notiert und in einem Briefkasten gesammelt werden, um später wieder Anwendung zu finden.
ÎÎ Um mit den Schülern das Thema „Schwimmen und Sinken“ zu wiederholen,
könnte man in dieser Unterrichtseinheit z.B. als Einstieg den Kindern eine Auswahl von Alltagsgegenständen (wie z.B. Korken, Nadel, Nagel, Pfennig, Schlüssel, Holzkugel, Stein, Styroporstück etc...) und Schüsseln mit Wasser bereitstellen. Sie sollen zuerst Vermutungen darüber anstellen, ob der entsprechende Gegenstand sinkt oder schwimmt und in einer Tabelle ankreuzen. Wenn dann die Vermutungen im Versuch überprüft sind, sollte das Beobachtungsergebnis in einer anderen Spalte eingetragen werden. Anschließend könne die Kinder selbst gewählte Gegenstände ausprobieren. Ein Unterrichtsgespräch über Größe und Gewicht und deren Zusammenhang bezüglich Schwimmen bzw. Sinken ist natürlich unerlässlich. Auch dient dieser Vorschlag nur als ein möglicher Einstieg, dem natürlich eine Vertiefung des Themas folgen muss.
ÎÎ In einer anderen Stunde basteln die Kinder Schiffe aus verschiedenen
Materialien und in unterschiedlichen Größen. Hierfür wird den Schülern eine Kiste mit verschiedenen Materialien und Wegwerfgegenständen des Alltags (welche die Kinder teilweise als Hausaufgabe selbst gesammelt und mitgebracht haben) angeboten, aus denen sie frei wählen können. Beim Bau der Schiffe werden keine Vorgaben gemacht, jedoch können reale Schiffsmodelle, die bereits in früheren Jahren von Kindern gebastelt wurden und Abbildungen von
Schiffen unterschiedlichster Art aus Sachbüchern Anregungen für mögliche Bauweisen und geeignete Materialien bieten. Zudem können sich die Schüler in entsprechenden Büchern mit Bastelanleitungen für Schiffe und natürlich beim Lehrer selbst Hilfestellungen holen.
Vor der endgültigen Fertigstellung werden die Schiffe im Wasser erprobt, um einerseits konstruktive Fehler noch ausgleichen und andererseits die kindliche Neugier und den Spieltrieb befriedigen zu können. Anschließend werden die fertigen Schiffe eingesammelt, um später bei Lernstation 1 wieder Anwendung zu finden.
3.2 Ablauf der Klassenfahrt
1. Tag: Anreise
Eventuell mit Wanderung
Abfahrt ca. 15.00 Uhr Aufbauen der Zelte Erkundungsgang der näheren Umgebung Abendessen Spiele - Lieder - Lagerfeuer Schlafen gehen
2.Tag: Projekttag
ca. 7.00 Uhr Aufstehen
7.30 Uhr Der Lehrer begibt sich mit den Kindern auf die Wiese vor dem Zeltplatz
8.00 Uhr Frühstück, anschließend freie Zeit. 9.00 Uhr Die einzelnen Lernstationen werden im Klassenverbund erklärt. Schon
. 9.30 Uhr Beginn des Lernzirkels: 1. Station
- Die Schüler sollen ihre selbst gebauten Schiffe unterschiedlichster Art schwimmen lassen. Bei diesem Erproben der Wasserfahrzeuge finden die Kinder Bedingungen und Bauweisen heraus, die für die Schwimmfähigkeit und eine stabile Schwimmlage wichtig sind. Auch erfahren sie an einem konkreten Beispiel, nämlich ihrem selbst angefertigten Boot, wie der Auftrieb auf das eigene Schiff wirkt. Durch das Schiffsrennen sollen die Schüler anschaulich erleben und vergleichen, welche Materialien, Bauweisen und Formgebung für das Element Wasser am günstigsten sind. Zudem wird, wie schon oben erwähnt, ihre kindliche Neugier und ihr Spieltrieb befriedigt.
- Beim zweiten Teil der Lernstation 1 sollen die Schüler anhand vorgegebener Materialien von selbst auf eine mögliche Vorgehensweise kommen, wie man feststellt, wie viele Meter das Wasser in einer Minute zurücklegt.
- Die Schüler sollen als letzte Aufgabe an dieser Station anhand einer Hilfsskizze im Forschungsbuch den Bach ausmessen und so ein Bachprofil erstellen. Durch die relativ offene Aufgabenstellung werden die Kinder, wie auch schon bei der vorherigen Teilaufgabe, zum selbstständigen Arbeiten und eigenen Überlegungen zum Lösungsverfahren animiert und hingeführt.
11.00 Uhr 2. Station
- An dieser Station sollen die Schüler eine Skizze von dem Bach mit Umgebung anfertigen und so eine Karte anlegen. Die Schüler sollen dadurch lernen, die Pflanzen, Bäume und Tiere des Bachabschnittes genau zu beobachten, aufzumalen und maßstabsgerecht abzubilden. So lernen sie, auch auf Kleinigkeiten und Nebensächlichkeiten genau zu achten und diese zu dokumentieren.
- Danach sollen die Schüler ihnen auffällige Pflanzen anhand von Bestimmungsbücher einordnen, ihre Häufigkeit feststellen und einzelne Beispiele in ihr Forschungsbuch zeichnen. So lernen sie die typischen Pflanzen am Bachabschnitt kennen, zudem können sie den Umgang mit Pflanzenbestimmungsbüchern üben. Auch sollen sie sich eine Pflanze heraussuchen, welche sie zur Dokumentation in die Schule mitnehmen und dort pressen. Dabei sollen sie darauf achten, das „Lebewesen Pflanze“ zu achten, indem sie die betroffene Pflanze ohne Wurzel aus dem Erdreich entfernen, damit diese wieder nachwachsen kann. Durch die eigen Suche nach Informationen über die Pflanze sollen sie das selbstständige Arbeiten üben.
12.30 Uhr Mittagessen und Mittagspause.
14.30 Uhr 3. Station
- An der letzten Station sollen die Schüler den Bach als Lebensraum für Tiere kennen lernen. Die Kinder sollen ganz vorsichtig, nach einer genauen Anleitung, einzelne Kleinlebewesen aus dem Bach sammeln. Dadurch bekommen sie ein Gefühl für die Tiere. Natürlich werden auch ihre motorischen Fähigkeiten im Umgang mit den entsprechenden Instrumentarien geschult. Zudem sollen sie, um die einzelnen Lebewesen voneinander unterscheiden zu können, auf die kleinsten Details achten und mit Hilfe von Fachliteratur bestimmen.
- Anschließend wird die Güteklasse des Bachwassers anhand des Vorkommens und der Häufigkeit der Organismen bestimmt. Dabei lernen die Kinder, inwieweit der Bach verschmutzt ist. Auch lernen sie den Bach als einen Lebensraum kennen, der durch Umweltverschmutzungen und Eingriffen des Menschen gefährdet ist.
ÎÎ Neben der Materialien der einzelnen Stationen stehen den Kindern zahlreiche Fach- und Sachbücher zum Thema Wasser bzw. Bach zur Verfügung, welche sie zur selbstständigen Bewältigung von Problemen oder zur Vertiefung eines Themas heranziehen können.
16.00 Uhr Freie Zeit zum Spiel rund um den Bach. Spielmaterial und Bastelbücher mit Ideen liegen für die Kinder bereit.
18.00 Uhr Klasse macht zusammen ein Lagerfeuer und grillt (Abendessen). Ab 19.00 Uhr
3. Tag: Abfahrt
ca. 9.00 Uhr Frühstück
10.00 Uhr Die Schüler sollen anhand ihrer stichwortartigen Notizen vom Vortag ein
12.00Uhr Zeltabbau, danach entweder Wanderung zurück mit Vesper- und Spielpause oder Spielvormittag rund um den Bach. ca. 15.00 Uhr Ankunft in der Schule
ÎÎ Jeder Schüler ist am Ende des Lernzirkels im Besitz eines eigenen und persönlichen Forschungsbuches. Dieses enthält die Aufgabenstellungen der einzelnen Lernstationen mit den persönlichen Ergebnissen und Eintragungen des Kindes, das selbst verfasste Gedicht oder Gebet, die entsprechenden Vornotizen und lässt zudem Platz für eigene Gedanken, Fragestellungen, Dokumentationen und Bilder.
3.3 Nachbereitung in der Schule
• In der abschließenden Phase in der Schule sollen die Schüler in Kleingruppen die Präsentation der Ergebnisse aus den verschiedenen Lernstationen vorbereiten. Diese Darstellung kann als Ausstellung für die anderen Klassen, Familienangehörige und Bekannte im Rahmen eines Schulfestes organisiert werden.
Die Ergebnisse können in Form von
- Fotos
- Skizzen/Zeichnungen
- Verlaufsplänen
- Versuchsbeschreibungen
- Gemälden
- Gedichten
- Plakaten und ähnlichem präsentiert werden.
Die im Briefkasten gesammelten Fragekarten werden bei den Vorbereitungen der Schüler mit einbezogen und können, wie auch die zu Anfang der Unterrichtseinheit erstellten Schülerplakate, als Orientierungshilfe dienen. Zudem stehen den Schülern neben den Ergebnissen und Eintragungen in ihren Forschungsbücher auch andere Medien, wie z.B. Filme, Dias, PC-Software und natürlich Fach- und Sachbücher zur selbstständigen Bearbeitung zur Verfügung. Am Schluss sollen zum einen die einzelnen Ergebnisse der Lernstationen den anderen so vorgestellt und präsentiert werden, das diese ohne Hintergrundwissen den näheren Zusammenhang begreifen. Zum anderen soll natürlich den Eltern und Freunden der Ablauf und die Ereignisse der Klassenfahrt z.B. in einer „Fotostory“ oder einem Klassenfahrt-Tagebuch veranschaulicht werden.
• Offen gebliebene Fragestellungen werden in entsprechenden Unterrichtsstunden aufgearbeitet.
IV. Literaturangaben
1.) Baurmann, Jürgen / Spinner, Kaspar H. (1995): Wasser - als Thema des Deutschunterrichts, in: Praxis Deutsch 22. Heft 130. S. 16-24 2.) Bausteine Sachunterricht (1996): Kommentarband zum 1. Schuljahr. Frankfurt/M.: Diesterweg
3.) Bertholet Alfred (1976): Wörterbuch der Religionen. Stuttgart: Alfred Körner 4.) Bildungsplan für die Grundschule Baden-Württemberg(1994): Lehrplanheft1, Pädagogische Leitgedanken, Klasse 4, S. 171 5.) Bücken, Eckart (1995): Hören, was der Tag erzählt. Offenbach/M.: Burckerthaus-Laertare
6.) Crummenerl, Rainer (1996): Luft und Wasser, in: Was ist Was. Nürnberg: Tessloff
7.) Grabner-Haider, Anton (1992): Praktisches Bibel Lexikon. Freiburg: Herder-Verlag
8.) Greisenegger / Katzmann / Pitter: (1998) Umwelt Spürnasen - Aktivbuch Wasser. Wien: ORAC Verlag
9.) Luther, Martin (1975): Die Bibel. Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft 10.) Mönter, Burckhard (1988): Mittendrin - ohne Wasser läuft nichts. Berlin: W. Mann
11.) Pfeifer, Peter (1992): Unterricht Chemie. Band 2: Wasser. Köln: Aulis Verlag Deuber & Co KG
12.) Piaget, Jean (1978): Das Weltbild des Kindes. Stuttgart: Klett-Cotta 13.) Prof. Dr. Ratz, Gerd (SoSe 1999): Ausgewählte geographische Feldmethoden mit Vorbereitungs- und Interpretationsmaterial. Pädagogische Hochschule Heidelberg.
14.) Schorr, Erwin (1989): Wir untersuchen einen Bach. Westpfälzische Verlagsdruckerei. St. Ingbert.
15.) Seltmann, Rolf (SoSe1999): Geographische Lernmethoden vor Ort.
Pädagogische Hochschule Heidelberg.
16.) Westermann Lehrerband (1980): Braunschweig: Westermann
Arbeit zitieren:
Manuel Box, 2001, Lebensraum Bach, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
Modell eines handlungs- und produktionsorientierten Unterrichtsentwurf...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hauptseminararbeit, 26 Seiten
Unterrichtsentwurf Biologie (Reiz- Reaktions-Schema am Beispiel der Re...
Unterrichtsentwurf, 9 Seiten
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