3.2.4. Vorteile dieser Anerkennung kamen „zu spät“ für das größte Werk B.´s
- hatte mit seiner am 5. Dezember 1830 uraufgeführten „Symphonie fantastique“ anhaltenden Ruhm erworben :
3.3. musikalische, familiäre und wirtschaftliche Weiterentwicklung 3.3.1. 1833 Hochzeit mit H. Smithson; 1834 Geburt von Sohn Louis 3.3.2. Bedürfnisse des Familienslebens - Intensivierung der Kritikertätigkeit
- ab 1929 bei „Le Correspondant
- Arbeit für das angesehene „Journal de débats“ (1834-63) 3.3.3. weiteres Komponieren
- 1834 „Harold in Italien“; Paganini gewidmet; Sinfonie mit Solo-Bratsche
- 1837 „Grande messe des morts“, auch „Requiem“ für Orchester- und Vokalapparat 3.3.4. Einzug in die Oper (1838)
- „Benvenuto Cellini“ - Fiasko 3.3.5. wirschaftlich kritische Zeiten um 1838
- Unterstützung durch Paganini - schenkte ihm 20000 Francs
- durch Tourneen durch Dt., GB, Rußland - Erfolg wirkte sich auch wirtschaftlich günstig aus
- wichtige Kompositionen dieser Zeit:
3.3.6. Freund F. Liszt regte ihn zur Beschäftigung mit Vergil an
- zwischen 1856 und 1858 enstanden „Die Trojaner“ 3.4. letzte Schaffensperiode
- Oper „Béatrice et Bénédict“ (1862) nach einem Stück von Shakespeare
- Abhandlungen und Bücher über musikalische Fragen, z.B. die Instrumentationslehre
4. Symphonie fantastique - Die Fantastische Sinfonie
4.1. Entstehungsgrund: Fieberrausch; Erfahrungen mit Goethe, Weber, Beethoven´s Werken; Druck der Gefühle in ihm verlangte nach Ausgleich
4.2. Ziel des Komponisten: verschiedene Lebenssituationen eines Künstlers soweit wie möglich musikalisch darstellen
- keine Nachahmung außermusikalischer Ereignisse
- Schilderung seiner durch das unglückliche Liebesleben erweckten Gefühle
- genaue Beschreibung seiner wechselnden Gemütslage vermitteln;
4.3. Struktur
4.3.1 - nicht mehr von den klassischen Gesetzen der Gattung bestimmt, sondern durch das Streben ihres Schöpfers, seine intimsten Empfindungen und Träume zu „beichten“;
- autobiographisch - schon durch Untertitel „Episoden aus dem Leben eines Künstlers“ angedeutet
4.3.2. in allen fünf Sätzen: beibehaltenes Thema (einen Leitgedanken) - „l´idee fixe“
- erklingt in den verschiedensten Abwandlungen immer wieder
- damit erstmalig die Form der Sinfonischen Dichtung entworfen und das Prinzip des Wagnerschen Leitmotives verwendet
- dieses „ instrumentale Drama“ ist textlos, daher bedarf der Plan einer
4.3.3. Erster Satz - Traumbilder, Leidenschaften
- Largo / Allegro agitato e appassionata assai, 4/4-Takt
- junger Musiker ( Komponist selbst); erfüllt von romantischen Gefühlen;
- Bild der Geliebten charakterisiert durch die „idée fixe“, das Leitmotiv der Sinfonie
- alle möglichen Empfindungen der Liebe bestürmen den jungen Musiker: Leidenschaft, Schwermut. Eifersucht, Freude, Herzensangst 4.3.4. Zweiter Satz - Auf dem Balle
4.3.5. Dritter Satz - Auf dem Lande
- Adiago, 6/8-Takt
- der Musiker erlebt wunderbare Stille der Natur an einem Sommerabend
4.3.6. Vierter Satz - Der Gang zum Richtplatz
- Allegretto non troppo, 4/4-Takt
- träumt, er habe die Geliebte getötet, würde verurteilt, zur Hinrichtung geführt und seiner eigenen Urteilsvollstreckung beiwohne
- packender Marsch ertönt, wild und schaurig in der Klangfärbung
- kurz vor Schluss - in der Klarinette erklingt der Anfanf der „idée fixe“ wie ein schmerzliches Erinnern auf 4.3.7. Fünfter Satz - Walpurgisnacht´s Traum
- Larghetto / Allegro; 4/4-, 6/8-Takt
- Schar schmutziger Scheusale und Zauberer, die sich zum Begräbnis versammelt haben stöhnen und heulen
- Melodie der Geliebten erklingt wieder, aber ihr Ausdruck ist trivial und
-4.4. Besetzung: 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 4 Fagotte, 4 Hörner, 2 Cornets à pistons, 2 Prompeten, 3 Posaunen, 2 Tuben, 4 Pauken, Schlagzeug, 2 Harfen, Streicher Aufführungsdauer: 52 Minuten
4.5. Bedeutung: äußerst selten, dass ein Kunstwerk in so entscheidender Weise auf die Entwicklung der Gattung einwirkt wie die Fantastische Sinfonie des jungen Berlioz;
nicht nur für die französische sinfonische Schule, sondern für die europäische Musik im 19.Jh. übergaupt hatte dieses Werk große Bedeutung; hängt in Entstehung und Inhalt eng mit seinen Erlebnissen und seinem Charakter zusammen
5. Bedeutung Berlioz´ (8.3.1869 in Paris gestorben) 5.1. - musikalischer Begründer der französischen „Romantik“
-- begründete eine große sinfonische Tradition, die sich jedoch erst nach 1870 durchsetzte
5.2. Realismus und Wahrhaftigkeit seiner Musiksprache, in der man sowohl das Burleske wie das Schreckliche, das Leidenschaftliche wie das Melancholische, das Anmutige wie das Zermalmende antrifft, ließen ihn zum bedeutendsten aller franz. Sinfoniker werden
Arbeit zitieren:
Astrid Becker, 2001, Hector Berlioz und die Sinfonie Fantastique, München, GRIN Verlag GmbH
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