[die Entwicklung in Paris]
Unterdessen herrscht in Paris eine geladene Stimmung. Die Brotpreise haben ihren höchsten Stand des Jahrhunderts erreicht, die Entlassung des beliebten Ministers Necker und die Zusammenziehung königlicher Truppen um Paris veranlassen die Bürger der Stadt am 14. Juli 1789 zu dem Sturm auf die Bastille. Die Bastille gilt als Zeichen der f eudalistischen Herrschaft, ihre Erstürmung gibt der Revolution ein Symbol. Diese hat seit dem 14.7.1789 neben Versaille ein weiteres Standbein: Die Straße. Außerdem differenziert sich die Revolution in das Großbürgertum, welches in Versaille, in der Nationalversammlung wirkt, und ins Kleinbürgertum, welche in Paris gegen den König wettern.
[die Entwicklung auf dem Land]
Auf dem Land revoltiert die Bauernschaft und Landbevölkerung gegen die herrschaftliche Willkür. Gerüchte um den Einmarsch den Engländer zum Schutze der Feudalordnung lassen die Bauern zu den Waffen greifen. In der großen Angst (la grand peur) besetzen die Bauern zwischen Juli und August ’89 Herrenhäuser und Felder. Sie fordern die Abschaffung der Feudalherrschaft.
[die Revolution rockt]
Am 4. beziehungsweise 5. August 1789 schafft die Nationalversammlung die Feudalordnung ab und veranlasst die Bauernbefreiung. Aus dem Klassenstaat wird ein Ständestaat. In der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte am 26.8.1789 werden die Ideen der Aufklärung umgesetzt. Im Oktober zwingen Pariser Marktweiber den König nach Paris, die Nationalversammlung folgt.
In der Folgezeit konsolidiert sich die Revolution gemäß den Prinzipien von 1789. Sie ist antiklerikal, verstaatlicht die Kirchengüter zur Sanierung des Staatshaushaltes und erreicht durch die Zivilverfassung der Kirche eine Einbindung der Kirche in die Revolution. Die Revolution ist antiaristokratisch und schafft alle Adelstitel ab. Sie ist antifeudalistisch und löst die feudalen Gerichtshöfe auf. Außerdem ist sie freiheitlich und demokratisch. Politische Klubs wie die Jakobiner und Cordeliers gründen sich in ganz Paris.
Der König steht der Entwicklung in Frankreich machtlos gegenüber. Im Juni 1791 scheitert sein Fluchtversuch. Der König wird zum Automaten der Verfassung: er unterschreibt die Erlasse der Nationalversammlung. Am 3. September 1791 wird die neue Verfassung verkündet. Sie lässt Frankreich zu einer konstitutionellen Monarchie werden, garantiert die Menschenrechte, die Rechtsgleichheit und das Privateigentum. Sie setzt die Gewaltenteilung nach Montesquieu durch, wobei die Legislative als stärkste Gewalt entscheidend auf die anderen einwirkt. Der König wird zur Exekutiven und behält sein aufschiebendes Veto. Das Zensuswahlrecht wird eingeführt - nur die reichen, männlichen Bürger dürfen wählen. Die Trennung von Kirche und Staat wird festgeschrieben. Die Verfassung von 1791, ist die Verfassung der Besitzbürger, „die Verfassung des Geldes“ (Robespierre). Allerdings ist sie auch die demokratischste Verfassung, welche auf europäischen Boden bis zu diesem Zeitpunkt existiert.
Der Revolution gelingt es in der Folgezeit nicht die wirklich großen gesellschaftlichen Probleme in den Griff zu bekommen (Brotpreise, Hungersnöte). Sicherlich auch um von innerpolitischen Problemen abzulenken erklärt Frankreich Österreich im April
1792 den Krieg. Im Manifest des Herzogs von Braunschweig wird deutlich, dass der Louis XVI und Teile des Adels nicht auf Seiten Frankreichs, sondern auf Seiten der europäischen Monarchien stehen. Der Ausruf „das Vaterland ist in Gefahr“ veranlasst die Franzosen zum Sturm auf die Tuillerien, zur Internierung des Königs und zur Abschaffung der königlichen Verwaltung. Es folgen die sogenannten September Morde, die Jagd auf die „inneren Feinde“ setzt sich geht weiter. Ebenfalls im September 1792 wird Frankreich zur Republik erklärt. Der Konvent wird als neue Legislative gebildet. Es entstehen neue Fraktionen, wobei die Girondisten als stärkste Fraktion die politische Macht in Händen halten. Der Schauprozess gegen den Bürger Cape (Louis XVI) beginnt. Am 17.1. 1793 stimmt der Konvent in einer knappen Entscheidung der Todesstrafe für den Bürger Cape zu. Am 21.1. 1793 wird dieser enthauptet. Die anderen europäischen Monarchien treten in den Krieg gegen Frankreich ein. Die Republik ist errichtet, der Absolutismus besiegt.
Der Krieg läuft nicht gut für Frankreich und auch die innerpolitischen Probleme werden kaum gelöst. Die Girondisten verlieren die politische Führung, das Revolutionstribunal wird errichtet, die Jakobinerherrschaft, auch Schreckens- oder Terrorherrschaft genannt, beginnt.
© philip2001
Arbeit zitieren:
Philip Jaeger, 2001, Die Französiche Revolution bis 1793, München, GRIN Verlag GmbH
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Beginn der Industrialisierung in England
Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
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jana
Richtig gut!Spitze!.
Richtig gut!Spitze+danke!!
am Sunday, September 15, 2002-
Kathrin
Spitzenmäßig!!.
super! hat mir wirklich geholfen! danke!!
am Thursday, April 03, 2003-
Link
Einfach Klasse!!!.
Da haste was geleistet kannst stolz sein is nähmlich richtig Klasse geworden
am Tuesday, September 21, 2004-