Mit seinem großen außenpolitischen Engagement gelang es ihm vorübergehend, von der inneren Krise abzulenken; 1863 schloss er mit Rußland die „Alvenslebensche Konvention“ zur gegenseitigen militärischen Unterstützung (Anlass war der Januaraufstand in Polen).
1864 führten Preußen und Österreich miteinander Krieg gegen Dänemark, das schließlich Schleswig, Holstein und Lauenburg an Preußen und Österreich abgeben musste.
1866 kriselte die Vormachtstellung von Österreich und Preußen im deutschen Krieg zwischen Österreich und Preußen. Nach dem Sieg über Österreich erhielt Preußen Schleswig – Holstein, Lauenburg, Hannover und andere. Der Deutsche Bund wurde aufgelöst.
Österreich wurde aus Deutschland verdrängt, Preußen erhielt die Vorherrschaft. 1867 schlossen sich unter preußischer Führung die Staaten nördlich der Mainlinie zum norddeutschen Bund zusammen, bestehend aus Preußen, 17 Kleinstaaten und 4 freien Städten.
Währenddessen verhielten sich die Staaten südlich der Mainlinie abwartend, beziehungsweise schlossen geheime Schutzverträge mit dem norddeutschen Bund, der nur als Übergangslösung gedacht war. Der norddeutsche Bund wurde eine neue europäische Großmacht, eine Rivalität zu Frankreich. Bismarck wurde Bundeskanzler.
Nach dem preußischen Krieg unterbreitete er dem preußischen Parlament die Idemnitätsvorlage, um nachträglich die formelle Bewilligung der Kosten für die Heeresreform und die beiden Kriege zu erhalten. Sie wurde vom Parlament mit den Stimmen einiger Liberaler angenommen.
Den größten Erfolg seiner politischen Laufbahn erlebte Bismarck 1870/71 nach dem deutsch – französischen Krieg. Die Spanier, die einen neuen König brauchten, hatten einen Hohenzollern, einen entfernten Verwandten des preußischen Königs Wilhelm I, in die engere Wahl genommen. Dieser trat jedoch auf Drängen von Frankreich als Kandidat zurück. Darüber hinaus verlangte der französische Botschafter, dass Wilhelm auch in Zukunft nie einen Hohenzollern als Kandidaten nehmen würde. Wilhelm lehnte das ab. In einer Presseerklärung, der Emser Depesche, erklärte Bismarck, dass der französische Botschafter König Wilhelm nicht mehr empfangen würde, da er ihm nichts mehr zu sagen hatte. Dies beleidigte die Franzosen, und so erklärten sie Deutschland den Krieg.
In einer Welle nationaler Zusammengehörigkeit kämpften Nord – und Süddeutschland zusammen. Napoleon III hoffte vergeblich auf Hilfe aus Italien und Österreich, die neutral blieben. Wenig später wurde er besiegt; Deutschland hatte gewonnen.
Am 18. Januar 1871 wurde Wilhelm I von Deutschland in Versailles zum deutschen Kaiser gekrönt. Das deutsche Reich wurde gegründet. Bismarck wurde Reichskanzler und hatte sein Ziel, die Vereinigung von Deutschland unter preußischer Führung erreicht.
Als Reichskanzler und Außenminister leitete er bis 1890 das Reich, verantwortlich nur dem Kaiser, nicht dem Parlament.
Seine Hauptaußenpolitik, die Bündnispolitik, bestand darin, nicht nur neu zu erobern, sondern auch das Erreichte zu sichern:
1872 schloss er das Dreikaisbündnis Deutschland-Österreich-Rußland 1879 schloss er den Zweibund mit Österreich 1882 schloss er den Dreibund mit Österreich und Italien 1887 schloss er den Rückversicherungsvertrag mit Rußland, dass man im Falle eines Krieges mit Frankreich neutral bliebe, da Rußland und Frankreich verbündet eine große Gefahr bedeutet hätten Auf dem Berliner Kongress 1878 meisterte er eine Krise durch den russisch – türkischen Krieg.
Innenpolitisch versuchte er, die antiliberale katholische Kirche auszuschalten, musste das jedoch nach Konfrontationen aufgeben.
Mit dem Sozialistengestz 1878 versuchte er, die Masse der Arbeiter vom Sozialismus zu entfremden und den Sozialismus zu schwächen. Dadurch entstand eine neue Krise, und er verfehlte sein Ziel, denn 1890 wurden die Sozialdemokraten die stärkste Fraktion im deutschen Reichstag.
Parallel zum Sozialistengesetz führte er eine Unfall-, Kranken-, Renten-und Invalidenversicherung ein.
1884/85 erwarb Bismarck einige Kolonien in Afrika und im Raum des Pazifik.
Am 20. März 1890 wurde Bismarck vom neuen Kaiser Wilhelm II entlassen, wegen unüber- brückbaren politischen und persönlichen Gegensätzen. Er zog sich auf sein Landgut Friedrichsruh im Sachsenwald zurück, schrieb seine Memoiren und starb am dreißigsten Juli 1898.
Arbeit zitieren:
Claudia Roeder, 1999, Bismarck, München, GRIN Verlag GmbH
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Bismarck, Otto von - Leben - Bismarcks ,,Reichsfeinde "
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Smerigold
hmm.
hätte keine 1 gegeben... aba ganz hgut
am Monday, June 23, 2008-