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Neue Konzepte zu Drogenkonsum und Drogenhilfe

Title: Neue Konzepte zu Drogenkonsum und Drogenhilfe

Term Paper , 2001 , 28 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Andrea Triphaus (Author)

Social Work
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Illegaler Drogenkonsum steht von jeher in der öffentlichen Diskussion. Er löst in der Gesellschaft Gefühle von Unbehagen, Schrecken, Ohnmacht oder Resignation aus. Wie aber soll mit diesem Problem umgegangen werden?


Die herrschende Drogenpolitik kriminalisiert die Gebraucher illegaler Drogen und läßt sie nach dem Prinzip „Therapie statt Strafe“ unter Zwang als Kranke behandeln. Doch läßt sich das Problem so lösen? Eher das Gegenteil ist der Fall: seit mehr als 20 Jahren ist ein stetiger Anstieg illegalen Drogenkonsums zu verzeichnen, Therapien werden nur unter Zwang begonnen, aber zu einem Großteil auch wieder abgebrochen. Das Resultat ist die immer noch öffentlich sichtbare gesundheitliche und soziale Verelendung illegaler Drogengebraucher mit ihren Begleiterscheinungen von Beschaffungskriminalität, Prostitution, bis hin zu AIDS- und Hepatitis- Erkrankungen. Dies trägt neben der Medienberichterstattung dazu bei, das in den Köpfen der Menschen vorherrschende Bild vom Drogenkonsum als Einbahnstraße in den sogenannten Drogentod auf öffentlichen Toiletten zu verfestigen.


Spätestens seit der epidemiehaften Ausbreitung von AIDS-Erkrankungen unter intravenös applizierenden Drogengebrauchern Mitte der 80er Jahre ist in der Drogenhilfe jedoch ein Umdenken zu konstatieren. Es wurde zunehmend Kritik am Umgang mit illegalen Drogenkonsumenten laut: neben der herrschenden Drogenpolitik wurde das Abstinenzparadigma in Frage gestellt. Es bildete sich ein Ansatz heraus, der seine Prioritäten auf die Verbesserung der momentanen Lebenssituation von Konsumenten legt und sie als Drogenkonsumenten akzeptiert. Dieser „akzeptanzorientierte Ansatz“ will zuvorderst Schadensbegrenzung betreiben, um so langfristig zu einem Leben ohne Drogen zu motivieren. Die Frage ist nun, ob dieser Ansatz Eingang in die heutige Drogenhilfe gefunden hat, ob er einen Wandel im Umgang mit den Betroffenen bewirken konnte oder ob er dem Abstinenzansatz als ohnmächtiger Gegner gegenübersteht.


Zur Klärung dieser Fragen werden im Rahmen der vorliegenden Arbeit neue Erkenntnisse und Ansätze zu Drogenkonsum und Drogenabhängigkeit dargelegt. Auf dieser Grundlage wird das traditionelle abstinenzorientierte Vorgehen in der Drogenhilfe dem Akzeptanzansatz gegenübergestellt. Abschließend wird dann überprüft, inwieweit von einem Wandel in der Drogenhilfe gesprochen werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DROGENKONSUM UND DROGENABHÄNGIGKEIT

2.1. ALLGEMEINE BEGRIFFSBESTIMMUNGEN

2.1.1. Der Begriff der Droge

2.1.2. Der Begriff der Drogenabhängigkeit

2.2. DER PROZEß VOM DROGENKONSUM IN DIE DROGENABHÄNGIGKEIT

2.3. FOLGEN DES ILLEGALEN DROGENKONSUMS

3. URSACHEN DER DROGENABHÄNGIGKEIT

3.1. KLASSISCHE ERKLÄRUNGSANSÄTZE

3.1. PERSON – UMWELT – DROGE – ANSATZ

4. WANDEL IN DER DROGENHILFE

4.1. DER TRADITIONELLE ANSATZ

4.2. DER ANSATZ DER AKZEPTANZORIENTIERTEN DROGENHILFE

4.2.1. Begriffserklärungen

4.2.2. Prämissen

4.2.3. Ziele

4.3. HEUTIGE DROGENHILFE

5. SCHLUßBETRACHTUNG

6. LITERATURVERZEICHNIS

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel in der Drogenhilfe, insbesondere die Verschiebung vom traditionellen, auf Abstinenz ausgerichteten Paradigma hin zum modernen, akzeptanzorientierten Ansatz, um zu klären, inwiefern eine Verbesserung der Lebenssituation von Drogenkonsumenten erreicht werden konnte.

  • Analyse der Ursachen von Drogenkonsum und Abhängigkeit (Person-Umwelt-Droge-Modell).
  • Gegenüberstellung des traditionellen Abstinenzansatzes und des akzeptanzorientierten Modells.
  • Untersuchung der gesundheitlichen und sozialen Folgen der Kriminalisierung von Drogenkonsumenten.
  • Erörterung von modernen Interventionsstrategien wie der Schadensbegrenzung (Harm Reduction).
  • Bewertung der aktuellen Entwicklung und Vernetzung beider Ansätze in der heutigen Drogenhilfe.

Auszug aus dem Buch

Person – Umwelt – Droge – Ansatz

Die hier grob vorgestellten Erklärungsansätze haben sicherlich eine gewisse Erklärungsrelevanz, sind jedoch überwiegend zu monokausal gefaßt. Ein einzelner Ansatz ist nicht in der Lage, einen kausalen Begründungszusammenhang herzustellen (vgl. u.a. Böllinger 1995, Hurrelmann/Bründel 1997). Generell wird dem „pathologischen Erklärungsmodell“ am meisten Beachtung geschenkt. Damit ist der Fokus primär auf die Verknüpfung von Individuum und Droge gerichtet. Andere Faktoren werden gar nicht oder nur am Rande mit einbezogen.

Diese Eindimensionalität ist bereits seit langem starker Kritik ausgesetzt. Ein häufiger Vorwurf ist, besonders unter den Anhängern der qualitativen Drogenforschung, daß sich die meisten Untersuchungen zur Drogenproblematik zu wenig auf die Lebenswelt der Konsumenten beziehen: „Die Vernachlässigung von konkreten lebensweltlichen Beschreibungen zur Verlaufsdynamik von Drogengebrauchssequenzen und deren Einbettung in lebensweltliche Zusammenhänge hat fast zwangsläufig zu dem (...) eher statischen Bild von Drogengebrauch und Drogenabhängigkeit (...) geführt“ (Schneider 2000, S. 70). Es wird also bemängelt, daß die bisherigen Studien nicht dazu beitragen konnten, ein anderes Bild von Drogenkonsum, Abhängigkeit und Verlaufsdynamik aufzuzeigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung thematisiert die gesellschaftliche Stigmatisierung von Drogenkonsumenten und hinterfragt das bisherige Abstinenzparadigma zugunsten eines neuen, akzeptanzorientierten Ansatzes.

2. DROGENKONSUM UND DROGENABHÄNGIGKEIT: Hier werden die zentralen Begrifflichkeiten geklärt, der Prozess der Abhängigkeitsentwicklung beschrieben und die negativen sozialen sowie gesundheitlichen Folgen der Drogenkriminalisierung beleuchtet.

3. URSACHEN DER DROGENABHÄNGIGKEIT: Dieses Kapitel kritisiert monokausale Erklärungsmodelle und führt den mehrdimensionalen Person-Umwelt-Droge-Ansatz als ganzheitliche Sichtweise ein.

4. WANDEL IN DER DROGENHILFE: Die Arbeit vergleicht den traditionellen, auf Zwang und Abstinenz basierenden Ansatz mit der modernen, akzeptanzorientierten Drogenhilfe und stellt die heutige vernetzte Angebotsstruktur dar.

5. SCHLUßBETRACHTUNG: Die Schlussbetrachtung resümiert den vollzogenen Wandel in der Drogenhilfe und betont die Notwendigkeit, Drogenkonsumenten ganzheitlich zu betrachten und das gesellschaftliche Bild grundlegend zu ändern.

Schlüsselwörter

Drogenhilfe, Drogenabhängigkeit, Abstinenzorientierung, Akzeptanzorientierung, Schadensbegrenzung, Harm Reduction, Kriminalisierung, Person-Umwelt-Droge-Ansatz, soziale Verelendung, Suchthilfe, Empowerment, Drogenpolitik, psychosoziale Stabilisierung, Stigmatisierung, Lebensweltorientierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Paradigmenwechsel in der Drogenhilfe von einer rein abstinenzfokussierten hin zu einer akzeptanzorientierten Arbeitsweise.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Drogen und Sucht, die Ursachenforschung sowie den Vergleich zwischen traditionellen und modernen Ansätzen der Drogenhilfe.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob der akzeptanzorientierte Ansatz zu einem tatsächlichen Wandel im Umgang mit Drogenkonsumenten beigetragen hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Erklärungsansätze mit praktischen Konzepten der Drogenhilfe verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Erklärungsmodellen für Drogenkonsum vor allem die Unterschiede in der Praxis zwischen traditioneller Suchttherapie und moderner Schadensbegrenzung diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Drogenhilfe, Akzeptanzorientierung, Schadensbegrenzung (Harm Reduction) und Kriminalisierung.

Warum wird der "Leidensdruck" in der traditionellen Drogenhilfe kritisiert?

Der Leidensdruck wird kritisiert, da er unterstellt, dass ein Klient erst durch soziale Verelendung motiviert werden müsse, was die Kriminalisierung der Konsumenten ethisch fragwürdig macht.

Was versteht man unter dem "Person-Umwelt-Droge-Ansatz"?

Dieser Ansatz begreift Abhängigkeit nicht als bloßes individuelles Problem, sondern als ein komplexes Zusammenspiel von persönlichen Eigenschaften, Umweltfaktoren und der Wirkung der Droge selbst.

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Details

Title
Neue Konzepte zu Drogenkonsum und Drogenhilfe
College
University of Vechta  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Grade
sehr gut
Author
Andrea Triphaus (Author)
Publication Year
2001
Pages
28
Catalog Number
V10157
ISBN (eBook)
9783638166713
ISBN (Book)
9783638717090
Language
German
Tags
Drogenkonsum DrogenabhängigikeitDrogenhilfe akzeptanzorientierte Drogenarbeit akzeptierende Drogenhilfe Person-Umwelt-Droge-Ansatz klassische Erklärungsansätze
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Triphaus (Author), 2001, Neue Konzepte zu Drogenkonsum und Drogenhilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10157
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