Flächenmäßig der größte Staat Südamerikas, an der Atlantikküste, 8 511 965 km², 151 Mio. Einwohner, Hauptstadt Brasília. Brasilien ist gegliedert in 26 Bundesstaaten und 1 Bundesdistrikt. Landesnatur
Das feuchtheiße, von dichtem Regenwald bestandene Amazonastiefland ist das größte tropische Waldgebiet der Erde. Nach Süden hebt sich das Land zum mäßig feuchten Brasilian. Berg- und Tafelland (Höhen bis 1000 m). Bevölkerung
53% Weiße, 34% Mischlinge, 11% Schwarze, asiatische und indianische Minderheiten. Die Bewohner sind überwiegend katholiken und sprechen portugiesisch. Fast 2/3 leben in den Küstenstaaten des Südens und Süd-Osten. Wirtschaft
Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft, die für die Ausfuhr vor allem Kaffee (30% der Weltproduktion), Kakao, Baumwolle, Sisal, Zuckerrohr und Tabak liefert. Aus den Wäldern werden Hölzer, Kautschuk, Nüsse, Harze, pflanzl. Wachse und Öle gewonnen. Die Viehzucht (v. a. Rinder) ist ebenfalls von Bedeutung. Die reichen und vielfältigen Bodenschätze sind erst zum Teil erschlossen. Erdöl sowie auch Kohle werden in steigendem Maß gefördert und exportiert. Wichtig sind die Metall-, Maschinen-, Textil-, Leder-, Papier-, Nahrungsmittel-, Tabakind- und zuallerletzt die chemische Industie.
- Das Eisenbahn- und Straßennetz ist nur in den Küstenstaaten des Nordens und Ostens sowie im Süden ausreichend dicht. Im Innern spielt das gut ausgebaute Flugnetz eine wichtige Rolle. Geschichte
Brasilien wurde 1500 von Pedro AlvarezCabral für Portugal in Besitz genommen. 1822 erklärte sich Brasilien unter dem portogieischen Kronprinzen Dom Pedro (Pedro I.) für unabhängig von Portugal. Die Abschaffung der Sklaverei führte 1889 zum Sturz des Kaisertums und zur Einführung der Republik 1942 trat Brasilien auf alliierter Seite in den 2. Weltkrieg ein. Unter der Präsidentschaft von J. Kubitschek (1956-61) wurde die neue Hauptstadt Brasília gebaut. Von 1964-85 regierte das Militär. 1988 wurde eine neue sozialstaatllich geprägte Verfassung verabschiedet. 1989 wurde Fernando Alfonso Collor de Mello zum Staats-Präsidenten gewählt. Er trat 1992 aufgrund einer Korruptionsaffäre zurück. Nachfolger wurde I. Franco.
Staat im Norden Südamerikas, 1 138 914 km², 33,6 Mio. Einwohner, Hauptstadt Bogotá.
Landesnatur
In Kolumbien spalten sich die Anden in drei Gebirgsketten (bis 5750 m) auf, die dichtbesiedelte Hochtäler einschließen. Im Westen sowohl auch im Norden werden sie von feuchtheißen Küstentiefländern begrenzt, im Osten schließt sich ein niedriges Flachland an, das im Norden von Savannen und im Süden von Regenwäldern bestanden ist. Bevölkerung
Die katholiken, spanisch sprechende Bevölkerung besteht zu 58% aus Mestizen, 20% Weißen, 14% Mulatten, 4% Schwarzen und zuletzt 2% Indianern. Wirtschaft
Für den Export werden vor allem Kaffee, daneben auch Bananen, Schnittblumen, Zucker, Tabak, Kakao und Baumwolle angebaut. Die Viehzucht (vorwiegend Rinder) hat große Bedeutung. An Bodenschätzen gibt es vor allem Erdgas, Edelsteine (Smaragde), Platin, Gold u. Silber. Die wichtigsten Industriebranchen sind die Textil-, Papier-, Maschinenbau-, Fahrzeug- und die chemische Industrie. - Das Verkehrsnetz ist nur im Andengebiet ausreichend entwickelt. Der Río Magdalena ist als Schiffahrtsweg wichtig. Haupthäfen sind Barranquilla, Cartagena, Santa Marta und Buenaventura. Geschichte
Das Gebiet des heutigen Kolumbien wurde 1536-39 von Spanien erobert. Die Spanier wurden von Simón Bolívar aus dem Land vertrieben, und 1819 wurde die Republik Großkolumbien (Kolumbien und Venezuela) proklamiert, der sich 1821 Panama und 1822 auch Ecuador anschlossen. 1830 fielen Venezuela und Ecuador ab. Der Rest nannte sich seit 1861 Vereinigte Staaten von Kolumbien und seit 1886 Republik Kolumbien Durch den Bürgerkrieg zwischen Konservativen und Liberalen wurde das Land weiter geschwächt. Unter dem Druck der USA trennte sich Panama 1903 von Kolumbien. Nach vorübergehender Stabilisierung flammte der Bürgerkrieg 1948 wieder auf (200 000 Tote). Seit dem Ende der 1980er Jahre bestimmte zunehmend die Drogenmafia das politische Leben Kolumbiens. Es kam zu blutigen Auseinandersetzungen mit dem Militär (»Drogenkrieg«). Staats-Präsident ist seit 1990 C. Gaviria Trujillo. Am 5.7.1991 trat eine neue Verfassung in Kraft. Argentinien
Staat in Süd-Amerika, zwischen Anden und Süd-Atlantik, 2 766 889 km², 32,3 Mio. Einwohner, Hauptstadt Buenos Aires. Argentinien is t in 22 Provinzen, den Bundesdistrikt Buenos Aires und das Nationalterritorium Feuerland gegliedert. Argentinien beansprucht die Malwinen (Falkland-Inseln), Südgeorgien, die südlich Orkneys, die südlichen Sandwich-Inseln sowie 1,2 Mio. km² der Antarktis.
Landesnatur
Im Westen verläuft der Hochgebirgskamm der Anden (im Aconcagua 6960 m). Den wirtschaftlichen Kern des Landes bildet die weite Tiefebene der Pampa, an die sich im Süden das Steppenhochland des Chaco und im Nord-Ost das Waldgebiet von Misiones anschließen. Hauptflüsse sind der Paraná und der Uruguay. Das Klima ist im Norden warm-, im Süden kühl-gemäßigt. Bevölkerung
Die überwiegend katholische Bevölkerung ist meist spanisch und auch italienischer Herkunft. 2 Mio. sind Mestizen. Wirtschaft
Hauptausfuhrgüter sind Getreide, Fleisch, Wolle, ferner Obst, Häute und Pflanzenöle. Bedeutende Bodenschätze: Steinkohle, Eisenerz, Erdöl u. -gas. Industrie: Nahrungsmittel-, Textil-, Leder-, Holz-, Metall- und Maschinenind., Fahrzeugbau. - Das Verkehrsnetz ist nur in der Pampa und dem zentralen Andenvorland gut ausgebaut. Buenos Aires ist der einzige international bedeutender Hafen. Geschichte
1515 entdeckte der Spanier Juan Díaz de Solís die La-Plata Mündung. 1776 wurde das spanischer Vize-Kgr. Rio de la Plata errichtet. Am 9.7.1816 wurde die Unabhängigkeit verkündet. Nach Bürgerkriegen entstand 1880 der heutige Einheitsstaat Argentinien 1943 wurde die konservative Regierung mit Hilfe des Militärs durch Juan Péron gestürzt, der 1946 Präsident wurde und eine populistische Politik zusammen mit seiner Frau Eva (Evita) betrieb. 1955 wurde Péron gestürzt, der nach seiner Rückkehr aus dem Exil 1973-1974 erneut Staats-Präsident war. 1976-1983 regierte eine Militärjunta, die durch die Niederlage im Falklandkonflikt 1982 gezwungen war, freie Wahlen auszuschreiben. 1983-1989 war R. Alfonsin Staats-Präsident; seit 1989 regiert Carlos Saul Menem.
Arbeit zitieren:
Ali Tastan, 1999, Kurze Übersicht Mexiko, Brazilien und Kolumbien, München, GRIN Verlag GmbH
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