Conny Quade
"Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde"
Friedrich Christian Delius
Gliederung
1. Informationen zum Autor
2. Informationen zu der Erzählung
3. Haupthandlung
4. Konflikte
5. Textauszüge (S.55 S.78)
6. Wertung
7. Quellen
8. Diskussion
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Autor
*13.2.1943 in Rom aufgewachsen in Hessen
seit 1966 Veröffentlichungen Lyrik, Romane, Erzählungen
Weitere Werke:Wir Unternehmer (1966; Dokumentarpolemik) Der Held und seine Wetter (1971; Promotionsarbeit) Ein Held der inneren Sicherheit (1981; Roman) Adenauerplatz (1984; Roman) Die Birnen von Ribbek (1991; Erzählung) Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus (1995; Erzählung) Amerikahaus und der Tanz um die Frauen (1997; Erzählung)
"Friedrich Christian Delius kommt aus einer aufklärerischen Tradition, die von Heine bis Brecht reicht. Ironie, Satire, kritische Reflexion sind seine Mittel." Der Spiegel
Werk
autobiographischer Roman spielt in den 50ger Jahren
Nachkriegsliteratur (obwohl 1994 veröffentlicht), weil Ausschnitt aus dem Leben eines Menschen (hier: 1 Tag) Darstellung des Alltags in der Nachkriegszeit Verarbeitung von Kriegsfolgen (glücklich, seinen Vater zu haben) Beschreibung der Enge des Lebens Präzise Beobachtungen Motive Verarbeitung seiner Kindheit Kritische Betrachtung der Lebensumstände und der Eltern Auseinandersetzung mit dem evangelischen Glauben
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Haupthandlung Hauptfigur: Junge 11 Jahre Pfarrerssohn Lebt in kleinem, hessischen Dorf 3 Geschwister stottert Erzähler der Geschichte Fußballfan, -spieler
Beschreibung eines Sonntages (4. Juli 1954), an dem ein WM-Fußballspiel stattfindet ,welches er am Radio miterleben darf
schildert seine Sorgen, Fragen und Wünsche erzählt von seinem täglichen Leben Konflikte Eltern-Kind-Beziehung
Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben und den religiösen Handlungen, die den Alltag der Familie bestimmen
die Unfähigkeit, seine Gedanken in Worte zu fassen Dorfleben und die Enge der 50ger Jahre Textstelle 1 S.55
Thema: Beschreibung der Sprachprobleme des Ich-Erzählers Aufzählungen Wiederholungen mit anderen Worten Erläuterungen Klangbilder Lange Sätze (Kommata) Übertreibungen
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Fortlaufende Erinnerungen, Großteil besteht aus Reflexionen Teilung in Kapitel
Zwischen dem Geschehen: Wünsche, Zukunftsträume, Rückblenden soll Leser die Schwere des Problems bewusst machen Verdeutlichung eines Sachverhaltes, der dem Leser unbekannt ist Künstlerische Aspekte Textstelle 2 S.78 Nachdenken über Fußball
Faszination des Sportes als Flucht aus dem täglichen Leben Beschreibung von Sitten und Bräuchen der Familie Wertung kein Fußballbuch!
Leicht lesbar, Gedankengänge nachvollziehbar, aber nicht neu Erzählung, keine spannende Handlung Buch, das man liest und vergisst Intention des Autors unklar Quellen Buch Abiturwissen Literatur Internet Diskussion Textstelle S.74 (Isaak-Episode)
Warum denkt ein 11jähriger Junge über diese Geschichte nach?
Arbeitsblatt
Friedrich Christian Delius "Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde"
Über den Autor 1943 in Rom geboren aufgewachsen in Hessen seit 1966 Veröffentlichungen Lyrik, Romane, Erzählungen
Über die Erzählung "Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde" autobiographisch Hauptfigur 11 Jahre, Geschichte spielt 1954 Hauptfigur lebt in Hessen Hauptfigur stammt aus Pfarrersfamilie Hauptfigur stottert
beschreibt das Leben in der Nachkriegszeit in Erinnerungen kritische Betrachtung von Religion und Glauben Auseinandersetzung mit den Eltern Sport als Faszination Isaak-Episode (S.74-76)
"Ich war Isaak, der Sohn, der Vater griff seinen Sohn und faßte das Messer, weil sein Gott ihm befohlen hatte, daß er seinen Sohn schlachtete, ich sah Isaak mit erschrockenen ergebenen Augen auf dem Holzschnitt der Bilderbibel von Schnorr von Carolsfeld, ich war Isaak, gefesselt ängstlich gebeugt gedrückt an den Vater Abraham, vom Vater mit der linken Hand festgehalten, während die rechte mit dem am Schaft sehr breiten, dann spitz zulaufenden Messer schon ausholte.
Isaak konnte es nicht fassen: der Vater ersticht ihn, ich konnte es nicht fassen: was für ein Gott, der so etwas befiehlt, was für ein Vater, der ohne Widerworte einem solchen Befehl gehorcht, ich zitterte, ich blutete, sah mich brennen auf dem Altar, auf dem Scheiterhaufen, ich wußte nicht, wie mir geschah, und auch wenn mein Vater keine Ähnlichkeit hatte mit Abraham, keinen Bart, kein langes Haar, keine kompliziert gewickelten Tücher als Gewand, und auch wenn Brandopfer nicht mehr der Brauch waren, er war der Vater, ich der Sohn, über und beiden Gott, und ich wußte so wenig wie Isaak, welche Gebetsgespräche der Vater mit dem Herrgott führte, wie eng seine Beziehung zu diesem Wesen war, das alles wußte, alles konnte, alles vorhersah, Ich wußte nicht, ob mein Vater direkte Anweisungen und Befehle vom Herrn im Himmel erhielt wie großen Gestalten des Alten Testaments, ich fürchtete nicht, von meinem Vater wirklich erstochen zu werden, aber es
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genügte die Vorstellung, das Hören auf die Bibelgeschichte, der Blick auf den Holzschnitt: da ist ein lieber Gott, der einen seiner frömmsten und dienstbarsten Anbeter zwingt, seinen eigenen Sohn zu schlachten, seinen einzigen Sohn, da ist ein Vater, der diesen Befehl ohne Murren und ohne Fragen ausführt oder ausführen will, der den Sohn noch das Brandholz schleppen läßt, den Sohn belügt, als der nach dem Opfertier fragt, den Sohn fesselt und auf den Altar zwingt, der Altas ist Schlachtplatz und Feuerplatz in einem, und reckte seine Hand aus und faßte das Messer, daß er seinen Sohn schlachtete, wenn nicht im letzten Augenblick noch der Engel aufgetaucht wäre und den Sohn gerettet hätte vor dem Vater, der auch noch ausführlich gelobt wird, denn nun weiß ich, daß Du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen, da ist das glückliche Ende, ein Widder wird geschlachtet und verbrannt, aber wo ist der Sohn, was denkt der schreckstarre Isaak, was dachte ich, wie konnte ich mich sicher und angenommen und aufgehoben fühlen von der frohen Botschaft eines Herrn, der meinem frommen Vater ähnliche Prüfungen abverlangte, wie weit würde mein Vater gehen in einer vergleichbaren Situation, wäre ihm Gott lieber als seine Kinder, als ich, (...)"
Sekundärtexte und Werke
F.C. Delius:
"Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde"
Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde ist kein Fußballbuch; vielleicht ein Buch über Väter oder über Befreiung und Unterdrückung durch Sprache; vielleicht eines übers hessische Dorfleben in den fünfziger Jahren, über die Nachkriegszeit, übers Heranwachsen im Schatten der "Zonengrenze", über pubertäre Sehnsüchte und Ängste. Auf jeden Fall eine Kindheitsgeschichte, mit allem was dazugehört. Obschon kaum verhüllt autobiographisch und exakt datierbar auf den 4. Juli 1954, entfaltet der Text typische Strukturen von Kindheit. Erinnerungssplitter, Assoziationen und bernsteinklar konservierte Beobachtungen gruppieren sich zum Tableau der fünfziger Jahre. Am Sonntagmorgen "zerhacken" Kirchenglocken "die Traumbilder"; zwar ist das Frühstück an diesem Tag weniger gehetzt als an Schultagen, dafür verhindern "Geleetrübsinn" und kleidungsbedingte "Sonntagsvorsicht" Ausbrüche aus der festgefügten Welt des wohlgeordneten Pfarrhaushaltes; sogar das Sanella-Brot ist biblisch aufgeladen, bloß der Kakao mangels einschlägiger Bibelsprüche "nicht von Gottes Gnade" vergiftet. Zum Glück , gibt's die Vorfreude auf den Nachmittag, an dem mit väterlicher Erlaubnis die Übertragung aus dem Berner Wankdorfstadion gehört werden darf und danach ist fast alles ganz anders. Dr. Friedrich Christian Delius geb. 13.02.1943 in Rom
Veröffentlichungen:
Kerbholz, 1965 1983 Wir Unternehmer, 1966 1983 Wenn wir, bei Rot, 1969 Der Held und sein Wetter, 1971 Unsere Siemens-Welt, 1972 erw. Neuausg. 1976
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Ein Bankier auf der Flucht, 1975 Ein Held der inneren Sicherheit 1981 Die unsichtbaren Blitze, 1981 Adenauerplatz, 1984
Einige Argumente zur Verteidigung der Gemüseesser, 1985 Mogadischu Fensterplatz, 1987 Konservativ in 30 Tagen, 1988 Waschtag, 1988 Japanische Rolltreppen, 1989 Die Birnen von Ribbek, 1991 Selbstporträt mit Luftbrücke, 1962-1992 1993 Himmelfahrt eines Staatsfeindes, 1992 Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde, 1994 Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus, 1995 Die Zukunft der Wörter, 1995
Die Verlockungen der Wörter oder Warum ich immer noch kein Zyniker bin, 1996 Amerikahaus und der Tanz um die Frauen, 1997 http://www.uni-duisburg.de/Institute/InKuR/grimm/d8.htm
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Arbeit zitieren:
Conny Quade, 2001, Delius, Friedrich Christian - Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde, München, GRIN Verlag GmbH
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