4.2.Die Heidelberger Hochromantik ab 1805
• Durch die Zuwendung zur altdeutschen Sprache und Literatur wurde die Volkspoesie wieder ins allgemeine Bewusstsein gerufen
• Entwickelte die Überzeugung, daß schöpferische Kräfte im Volksgeist und seiner Äußerung in Sprache und Dichtung zu suchen sei
• Die entstehenden Werke waren oft Zeichen einer maßlos romantisierten Vergangenheit • Durch die Lehrtätigtkeit der Romantiker in Berlin und München fand die Romantik allmählich weite Verbreitung und wurde zur beherrschenden geistig- literarischen Bewegung • Wichtige Autoren: Clemens Bretano (1778- -1842)
4.3.Die Spätromantik ab 1820
• Mitte des 19 Jhd. Begann romantische Malerei à drückt individuelles Naturgefühl aus, in dem Mensch und Natur eine innige Beziehung eingehen
•
Literatur zeigte verstärkte Tendenzen des >Nationalgefühls< und der >Volksverbundenheit<
•
Jüngere Romantiker wollten, mittels Literatur, eine Beitrag zur Lösung nationaler Probleme schaffen
•
Entgültige Trennung von Klassik ( Verdrängung der Antike)
•
Verbindung zum Mittelalter
•
Wichtige Autoren
5.Literarische Gattungen
• Ziel der Dichter: Grenzen der Gattungen verwischen Wechsel zwischen Prosa und Vers
5.1.Der Roman
• Mittelpunkt der Romantik ( vor allem in der Frühromantik)
• Überzeugung, im Roman romantisches Literaturprogramm am besten verwirklichen zu können • Höchste Bewertung dieser Gattung • Trotzdem viele unbedeutende Werke • Versuch der Romantisierung des Lebens • Auflösung typischer Romanformen
• Märchenhafte oder lyrische Elemente in epische Texte aufgenommen
5.2.Märchen (Hochromantik)
• Keine Erzählung wirklicher Begebenheit, sondern spielt frei von allem Gegenständlichen nur mit der Vorstellung des Lesers • Wichtige Gattung • Ähnlich: Anekdote
• Aufhebung der Grenzen zwischen Wirklichem und Unwirklichem
• Naive Erzählebene durch zeitgenössische Anspielungen satirisch verfremdet oder aufgehoben • Natur nimmt dämonische Züge an
5.3.Drama
•
Fehlender strenger Formwille der Romantiker
•
Nur geringe Aufmerksamkeit
•
Neue Ansätze eher behindert als gefördert
•
Einzig wichtige Bühnenautoren:
5.4.Lyrik
• Nicht abstrakt analytisch und rational • Vorliebe für gleichförmige Stophik und Reim • Keine Erlebnisdichtung • Dominant: volkstümliche Formen und Inhalte • Wertvollster Stoff: Volkslied
5.5.Gedichte
• Gefühlvoll
• Enges Netz aus Symbolen und Leitmotiven à trotzdem leicht verständlich • Konnten Volksgut werden (z.B. „Das Wnadern ist des Müllers Lust“)
• Spannungsfeld zwischen einer am Volkslied orientierten Schlichtheit und höchster sprachlicher Virtuosität
6.Merkmale der Romantik
• Dichterisches Ich ist absolut, kennt keine Grenzen und Bindungen
• Statt Vernunft à Gefühle, Sehnsucht, Phantasien à neue Perspektiven ( dazu zählen Bindung zum Jenseits, zur Mythologie, zur menschlichen Vorgeschichte, psychologische Probleme) • Das Leben wird zum traum
• Vorliebe für Nacht und Tod à Forderung nach unbegrebzter Freiheit • Nationalgefühl, Unendlichkeitsdrang, Fernweh • Zeit des Mittelalters wird verwendet
7.Themen und Motive
7.1.Themen
• Sehnsucht nach nationaler Einheit • Spannung zwischen Heimatliebe und Fernweh • Christliches Mittelalter • Zusammenwirken der Künste
7.2.Motive
• Nachtmotiv
Mythe: Nacht = Chaos, Urmutter des Lebens Mittelalter: Nacht = Finsternis, das Böse, teuflische Versuchung • Sehnsucht • Naturverbundenheit
8.Nachwirkungen
• Relativierung der Gedanken der Aufklärung • Bereicherung der Ausdrucksskala von Kunst, Dichtung und Musik • Vergrößertes Interesse an der deutschen Vergangenheit • Bewußtsein für den Volkscharakter nahm in dieser Zeit zu
9.Bedeutende Autoren
• J. von Eichendorf „Zur Geschichte der neuenromantischen Poesie“ • Novalis „Die Christenheit oder Europa“ , „Geistliche Lieder“ , „Hymnen an die Nacht“ • L. Tieck „Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders“ • E.T.A. Hoffmann „Der zerbrochene Krug“
10.Vergleich Romantik - Klassik
11.Lebenslauf E.T.A Hoffmann
• 24.01.1776, als Sohn eines Juristen, in Königsberg geboren
• 1778 Scheidung der Eltern; wuchs bei seiner Großmutter und seinem strengen Onkel auf • 1792 Studium der Rechte an Uni in Königsberg • 1794 gibt Musikstunden und verliebt sich in seine Schülerin Dora Hatt • 1795 nach Examen am Gericht in Königsberg tätig • 1798 Versetzung nach Berlin
• 1802 Strafversetzung nach Plozk, weil er Karikaturen von preußischen Offizieren im Karneval gezeichnet hat; Heirat mit Mischa Rohrer Trzanska, Tochter eines polnischen Staatschreibers • 1804 als regierungsrat in Warschau
• ab 1805 benutze statt Wilhelm den Namen Amadeus (aus Verehrung Mozarts)
• 1806 Vollendung seiner Sinfonie in ES -Dur und dirigiert das Eröffnungskonzert der „Musikalischen Gesellschaft“; nach Einmarsch der Franzosen als Beamter entlassen
• 1808 bekommt Kapellmeisterstelle am Theater in Bamberg (1809 Bankrott); Beginn seiner Schriftstellerischen Laufbahn mit „Ritter Gluck“
• 1810 Neugündung des Bamberger Theaters: Hoffmann als Hauptkomponist, Bühnenbilnder und Kulissenmaler engagiert; schreibt Rezensionen für die „Allgemeine Musikalische Zeitung“ in Leipzig • 1811 gibt Musikunterricht und verliebt sich in seine Schülerin Julia Marc • 1813 Aufenthalten in Dresden und Leipzig
• 1814 in Berlin: juristische Tätigkeit im Justizministerium und am Kammergericht; lernt die Schriftsteller Albert von Chamisso und Ludwig Tieck kennen
• 1816 Begin der Arbeit an dnem Roman „Die Elexiere des Teufels“; erfolgreiche Uraufführung seiner Oper „Undine“
• 1819 „Das Fäulein von Scuderi“ erscheint im „Taschenbuch für das Jahr 1820. Der Liebe und Freundschaft gewidmet.“à grosser Verkaufserfolg; Hoffmanns Ernennung zum Mitglied der „ Königlichen Untersuchungskommission und anderer gefährlicher Untriebe“ • 1820 „Das Fräulein von Scuderi“ erscheint im 3. Buch der „Serapions- Brüder“ • 1821 2. Band des Romans „ Lebensansichetne des Vater Murr“; Austritt aus Untersuchungskommission • 1822 Disziplinarverfahren gegen Hoffmann wegen seines Märchens „Meister Floh“ • 25.06.1822 nach längerer Krankheit in Berlin gstorben (schwere Rückenmarkslähmung)
Arbeit zitieren:
Jacqueline Klug, 2001, Romantik, München, GRIN Verlag GmbH
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