es am Beispiel des Balkans erklären. Vor 10 Jahren war man über die richtige Balkanpolitik recht zerstritten und hatte andere Ansichten und Pläne, heute jedoch, wird man sich zunehmend einiger und setzt sich zusammen um für gemeinsame Probleme, gemeinsam relevante Lösungen zu finden. Das kann man schon daran erkennen, daß die EU mittlerweile die größte Zahl an Truppen stellt und den sogenannten „Löwenanteil“ für die Aufbauhilfe liefern.
Aber auch im Nahost ist man sich einig, daß Frieden der einzige Weg sein kann und auch dort versucht man zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen und es findet auch keine Profilierung der europäischen Staaten mehr statt. All diese Reaktionen und Hilfen, verdeutlichen einem die wahre Stärke der EU. Sie ist am eigenen Aufbau interessiert, setzt sich aber auch für andere Länder ein, sogenannte Beitrittskandidaten. So wird auch deutlich, daß die EU Gemeinsamkeit erzeugt und das auch in der Außenpolitik. Und gerade dieser Aspekt schafft eine Machtverstärkung. Doch trotz dieser Anfänge wird die EU noch immer nicht als große Machterscheinung anerkannt. Die ständige Erweiterung und das Hineindrängen von immer mehr Staaten läßt die Erweiterung ganz unbewußt immer mehr in die Länge ziehen und gleichzeitig entsteht der Effekt einer verschwommenen Wahrnehmung. Man ist nur damit beschäftigt andere Staaten mit hinein zu nehmen und kann sich daher nicht richtig auf den internen Ausbau konzentrieren, dies läßt den wirklichen und vielleicht durchaus denkbaren Machteinfluß schwinden und verringern. Aber die Erweiterung ist momentan das stärkste außenpolitische Instrument, denn jedes Mitglied muß sich an Regeln halten und verliert dadurch auch an Eigenständigkeit und Souveränität, was durchaus nicht gezwungener Maßen ein Verlist sein muß, denn im eigentlichen Sinne sind diejenigen Länder die Sieger, denn sie haben somit dann ein Recht auf Mitbestimmung.
Außerdem schafft die Erweiterung Dynamik durch die stetige Erneuerung durch neue Mitglieder aber dies nicht nur durch Agrarzuschüsse, Strukturfonds oder durch die gemeinsame Währungsunterstützung sondern auch durch eine sicherheitspolitische Solidarität.
Man muß aber auch an eventuelle Probleme denken, die durch die Neubeitritte entstehen, denn wird ein Mitgliedsland angegriffen, dann ist nicht nur das jeweilige Land betroffen, dann sind alle betroffen. Die ganze EU muß sich darum kümmern und auch mit Konsequenzen rechnen.
Dieses Problem wird jedoch meist kaum angesprochen und ein wenig verschönert in dem man nur die Vergrößerung sieht, nicht aber die dadurch entstehenden Probleme. Diese Situation könnte problematisierend wirken, denn wenn man die Augen davor verschließt könnte man mögliche Vorgänge übersehen, beispielsweise, das bereits aufgenommene Länder nicht mehr "mitspielen" aus gewissen Gründen. Somit kann man auch daraus schließen, daß die EU nicht nur eine Wohlstandsunion ist, sondern auch eine Risikogesellschaft darstellt, denn es können immer ungeahnte Probleme auftreten, gerade wenn sich um die Erweiterung des Osten handelt, da viele Ostländer doch wirtschaftliche und politische Probleme haben. Und die Aufnahme dieser Staaten könnte ein Risiko für die EU darstellen, sollte es zu einem Übergreifen dieser Situation kommen. Aber wo liegen die Grenzen der EU ? Können Probleme wie diese übergreifen oder ist es unmöglich ? Und wie legt man diese Grenzen fest ? Fest steht, daß es noch einige Länder gibt, die noch nicht „dabei“ sind es aber unbedingt noch tun sollten, da es wichtig ist, daß in der EU auch wirklich alle europäischen Staaten vertreten sind, sonst wäre wohl der Name nicht sehr angebracht. Aber all dies birgt auch Gefahren. Sicherlich ist es wichtig, immer wieder neue Staaten aufzunehmen aber auch die eigene Stabilität ist noch nicht so stark ausgereift und mit jeder neuen Aufnahme könnte ein Teil der EU in sich zusammenbrechen.
Es ist eine Frage der Zeit und eine Frage der Effektivität, ob es gelingen wird, alle europäischen Staaten aufzunehmen und eine gemeinsame Politik zu betreiben. Es wird sicher viele Probleme mit sich bringen und einige Zeit in Anspruch nehmen aber ein Versuch ist es wert. Doch am wichtigsten ist eigentlich, daß eine Zusammenarbeit besteht und diese nicht an Grenzen geschlossen wird. Vielleicht sollte ein politischer und wirtschaftlicher Gedanke vorne an stehen.
Und nicht, daß alle Staaten eins sind, Hauptsache ist es doch vorerst, daß die Zusammenarbeit kappt. Was nützt ein Zusammenschluß wenn man noch gar nicht zusammen arbeiten kann ?
Man sollte Chancen nutzen und Perspektiven erst ausbauen und nicht noch mehr Probleme schaffen, in dem man immer mehr Staaten aufnimmt. Eine langsame Vorgehensweise ist meiner Meinung nach viel effektiver als ein Hasten und Überstürzen, aus einer Vorstellung oder einem Wunsch heraus.
Arbeit zitieren:
Julia Rönnebeck, 2001, Probleme & Perspektiven der EU, München, GRIN Verlag GmbH
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Politik - Internationale Politik - Thema: Globalisierung, pol. Ökonomie
Seminararbeit, 34 Seiten
Die Europäische Union - Chancen und Grenzen einer europäischen Nation
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Seminararbeit, 23 Seiten
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