-2-
Inhalt
1. Einleitung -3-
2. Die Einwandererkolonie nach Heckmann -4-
3. Binnenintegration nach Elwert -7-
4. Resümee -10-
5. Literaturverzeichnis ............................................... -11-
-3- Einleitung 1.
Nach der Entdeckung Amerikas wurde Europa zu einem Kontinent der Auswanderer. Mehr als 50 Millionen Europäer siedelten im 19.und frühen 20. Jahrhundert nach Amerika um. Unter ihnen waren auch ca. 7 Millionen Deutsche. Die Auswanderer waren politische und religiöse Dissidenten, Abenteurer, Arme und Besitzlose. Viele von ihnen brachten es in der neuen Welt zu Wohlstand. Aufgrund der unterschiedlichen historischen Erfahrungen mit der Migration zwischen Amerika und Europa erklärt sich die transatlantische Diskrepanz. Das soll heißen, dass die Europäer der Einwanderung skeptisch bis ablehnend gegenüber stehen. In den USA und in Kanada gelten trotz aller Probleme Zuwanderer als Bereicherung. Erst nach 1945 wurden die meisten westeuropäischen Länder Ziele der Zuwanderer, wie zum Beispiel die Flüchtlinge und Vertriebenen aus den östlichen europäischen Ländern. Danach folgten die Heimkehrer aus den Kolonialgebieten und ab Mitte der 50er Jahre die Einwanderung der sogenannten Gastarbeiter. Insbesondere in den 60er und 70er Jahren wurden mehrere Millionen Gastarbeiter aus den Mittelmeerländern nach Westeuropa und nach Deutschland geholt. Allerdings zieht die Anwerbung einer so großen Zahl von Arbeitskräften Probleme nach sich. Da am Anfang niemand, weder die Deutschen noch die Gastarbeiter mit einem dauerhaften Verbleib rechneten, bemühte sich auch anfänglich niemand um Integration. Viele der Gastarbeiter sind auch aufgrund wirtschaftlicher Interessen der Betriebe in Deutschland geblieben, so dass sich die Bundesrepublik über Familiennachzug Gedanken machen musste. Die Folge sind heute noch zu spüren. Viele der Arbeitsmigranten und ihre Kinder sind auch heute noch keine vollwertigen Mitglieder unserer Gesellschaft. In Deutschland sind sie meist nach wie vor Staatsbürger ihres Herkunftslandes, heiraten oft untereinander, sprechen zum Teil unzureichend deutsch und sind im Vergleich häufiger arbeitslos.
In diesem Referat wird auf zwei Begriffe der Migrationssoziologie eingegangen, zum einen auf den Begriff der Binnenintegration von Georg Elwert und zum anderen auf den Begriff der Einwandererkolonie von F. Heckmann. Beide Autoren gehen von einem "Ghettobegriff" aus, beziehen sich aber darauf, dass es nicht nur einen negativ behafteten Ghettobegriff gibt, sondern dass diesem auch ein positiver Ghettobegriff gegenüber steht.
Meiner Meinung nach benennt der Begriff der Binnenintegration die Problematik der Einwanderung und Integration von Ausländern insbesondere in Deutschland besser und präziser, als der Begriff der Einwandererkolonie (Kolonie6Eroberung).
-4- DieEinwandererkolonie nach Heckmann 2.
Heckmann bezieht sich eher auf die Einwandererproblematik in den USA und versucht, Parallelen für die Einwanderung von Ausländern in Deutschland zu finden. In Deutschland besteht die Angst vor Ghettoisierung aufgrund räumlicher Segregation von ausländischen Familien. Allerdings unter einer neuen Dimension, da heute diese Viertel Bestandteil der Wohnbevölkerung in den Städten sind. Der Begriff “Ghetto” ist meist negativ behaftet, z.B. Brutstätte der Kriminalität, dem allerdings ein positiver Ghettobegriff gegenüber steht.
Die Segregation sei nach Heckmann eine Vorbedingung gegenseitiger Toleranz zwischen den Einwanderern und der einheimischen Bevölkerung. Die Ghettos stammen aus der Periode des kleinen jüdischen Wucherers (Leon, 1971, S. 135 in: Heckmann 1981), also der Periode des Verfalls der jüdischen Macht als Geld und Handelskapitalisten. Sie wurden am Ausgang des Mittelalters von vorwiegend christlichen Konkurrenten verdrängt und wurden zu kleinen Geldverleihern. Ghettos sind also geschlossene Zwangssiedlungen mit eingeschränkten Rechten und einem eigenständigen ökonomisch-sozialen, politischen und kulturellen System. Also handelt es sich weder beim Zusammenwohnen in segregierten Bezirken um ein eigenständiges Sozialsystem, noch ist dessen Entwicklung notwendigerweise an dieses Zusammenleben gebunden. Heckmann sieht diese segregierten Wohnviertel zwar als günstige Vorbedingung für die Entstehung und den Erhalt einer eigenständigen sozialkulturellen Organisation von Einwandererminoritäten, sie ist aber damit nicht gleichzusetzen. Die Analyse ihrer Entwicklung, Struktur und Funktion erfordert eine eigene Begrifflichkeit.
So geht aus einer Studie (Schrader, 1976, S. 26 in: Heckmann 1981) hervor, dass die türkische Auslandskultur eher ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten zu entwickeln scheint. Bis zu einem gewissen Grad existiert ein autonomes System von Verhaltensorientierungen und Objektivationen in der Gastarbeiterbevölkerung.
Als weitere Indizien für die Entstehung einer eigenständigen sozial-kulturellen und ökonomischen Organisation der Gastarbeiterbevölkerung können die Existenz von Kirchengemeinden, eigenen schulischen Einrichtungen, Vereinen, Restaurants usw. genannt werden. Die Bedeutung der Kirchengemeinden nicht nur im religiös-rituellen und weltanschaulichen Bereich, sondern diese Zentren waren gleichzeitig Mittelpunkt des sozialen Verkehrs, politischer Organisationen und der Vereinsbildung. Zum Beispiel hatten die polnisch-katholischen Kirchengemeinden einen starken Einfluß auf das Leben der Einwanderer. Die katholische Kirche setzte offensichtlich die Traditionen unter neuen
Arbeit zitieren:
Eva-Maria Müller, 2000, Zum Begriff der Einwandererkolonie und des Ghettos - ein Kurzvortrag, München, GRIN Verlag GmbH
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