Das Marktverhalten beschreibt - eventuell determinierte - Verhaltensweisen der Anbieter / Nachfrager innerhalb bestimmter Marktstrukturen. Subjektive Faktoren innerhalb des Preisbildungsprozesses ergeben Verhaltensspielräume. Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander. ð Austauschfunktion (Preisrelation) ð Entscheidung über Konsumaufteilung ð Lenkung der Produktionsfaktoren
ð
Entscheidung über personelle Verteilung
(è Primärverteilung) Die Preistheorie entsteht durch Angebots- und Nachfragefunktion: P
Voraussetzungen für die Preistheorie:
ð gegebene Preise aller anderen Güter ð gegebenes Einkommen ð gegebene Bedürfnisstrukturen ð gegebene Preise der Produktionsfaktoren ð gegebener Stand des technischen Wissens
In der Preistheorie ergibt sich häufig das Problem der Marktabgrenzung. Es muß genau abgegrenzt werden, welche Güter betrachtet werden soll. So kann beispielsweise der
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Markt für Bekleidung oder der Markt für Damenoberbekleidung betrachtet werden. Wie exakt der Markt definiert wird ist vom jeweiligen Problem abhängig.
5.1.1. Marktstrukturen und Marktformen
Die Marktformen werden anhand von 6 Strukturelementen unterschieden. 1. Marktformen, d.h. Anzahl der Anbieter / Nachfrager auf einem Markt. 2. sachlich - gütermäßige Abgrenzung, d.h. homogene (gleiche) bzw. heterogene (ähnliche) Güter.
3. subjektive Präferenzen, d.h. Zusatznutzen vorhanden / nicht vorhanden. 4. räumliche und zeitliche Ausdehnung des Marktes, d.h. Punktmarkt 1 / kein Punktmarkt
5. Markttransparenz, d.h. von vollkommener bis hin zu stark eingeschränkten Transparenz (Preisauszeichnungspflichten, Lieferungs- und Zahlungsbedingungen, etc.)
6. offener oder geschlossener Marktzutritt, d.h. Eintrittsmöglichkeiten potentieller Anbieter bzw. Nachfrager aus rechtlichen oder ökonomischen Gründen.
a) Marktformen - Einteilung nach Heinrich von Stockelberg
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Aus der obigen Matrix ergeben sich 9 unterscheidbare Marktformen. Das Problem hierbei liegt in der Definition von wenige und viele. Aus diesem Grunde wurde von Euken folgende Unterteilung vorgenommen.
b) Marktformen - Einteilung nach Eucken
Die Bezeichnung beschränktes Oligopol kann anstatt der des Teiloligopols verwendet werden.
Aus der obigen Matrix ergeben sich 25 unterscheidbare Marktformen. Dies kann beliebig weitergeführt werden in dem man beispielsweise das Kriterium des offenen bzw. geschlossenen Marktes mit in das Schema integriert. Aus dieser Kombination ergeben sich bereits 100 verschiedene Marktformen.
Aus diesen Strukturmerkmalen wurde das Modell des vollkommenen Marktes wie folgt abgeleitet:
1. Anzahl der Anbieter und Nachfrager gleich groß
2. homogenes Gut, d.h. alle Anbieter produzieren genau das gleiche Gut und es gibt keine anbieterspezifischen Merkmale. 3 3. keine subjektiven Präverenzen 3 4. zeitlich und räumlicher Punktmarkt 3
5. vollständige Markttransparenz, d.h. Kenntnis der Umstände unter denen angeboten und nachgefragt wird. 3 6. beidseitig offener Markt
Dieses Modell bietet die günstigsten Ausprägungen für den Wettbewerb und einen Vergleichsmaßstab für andere unvollkommenere Märkte, d.h. Märkte, bei denen eines der Kriterien nicht erfüllt ist.
Beispiel für einen annähernd vollkommenen Markt ist die Börse. Einziges kritisches Kriterium ist hier das des Punktmarktes, was jedoch durch das Telefon überbrückt wird.
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Konsequenz des vollkommenen Marktes ist, daß es nur einen Preis geben kann è Gesetz der Unterschiedslosigkeit des Preises.
5.1.2. Marktverhalten und Preisbildung
Das Verhalten der Marktteilnehmer innerhalb der unterschielichen Marktstrukturen hängt von den unterschiedlichen Verhaltensspielräumen, d.h. von der subjektiven Zielsetzung und von den subjektiven Einstellungen, ab:
• vollkommener Markt und vollkommene Konkurrenz:
• übrige Marktformen und unvollkommene Konkurrenz:
ð Es gibt Verhaltensspielräume
Wie verhalten sich die Marktteilnehmer typischerweise innerhalb gegebener Marktstrukturen und wie kommt der Markt zustande?
Für die folgenden Betrachtungen gelten folgende Annahmen:
Zu den unter 5.2. getroffenen Annahmen kommen folgende hinzu:
• sehr viele etwa gleich große Anbieter und Nachfrager treffen aufeinander;
Anbieter haben gegebene Betriebe.
• beidseitig offener Marktzutritt • Angebot und Nachfrage reagieren normal
Es gibt einen Gleichgewichtspreis der den Markt räumt und ceteris paribus ist dieser Gleichgewichtspreis stabil.
• Anbieter und Nachfrager können keine Mengenpolitik betreiben:
Da der Einzelne nur geringe Marktanteile besitzt, kann er zwar den Marktbeeinflussen aber Mengenpolitik in Erwartung fallender oder steigender Preise ist nicht möglich.
5.2.1.2. Ursachen und Wirkungen von Angebots- und Nachfragekurvenverschiebung a) Nachfragekurve verschiebt sich nach rechts (=Nachfragemengenüberschuß)
Wirkung: p n > p 0 q n > q 0
b) Nachfragekurve verschiebt sich nach links (=Angebotsmengenüberschuß)
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Wirkung: p n < p 0 q n < q 0
c) Angebotskurve verschiebt sich nach rechts (=Angebotsmengenüberschuß)
Wirkung: p n < p 0 q n > q 0
d) Angebotskurve verschiebt sich nach links (=Nachfragemengenüberschuß)
Wirkung: p n > p 0 q n < q 0
ð Wenn die Verschiebung von der Nachfragerseite ausgeht verändern sich Menge und Preis gleichgerichtet.
ð Wenn die Verschiebung von der Anbieterseite ausgeht verändern sich Menge und Preis gegengerichtet.
Die jeweilige Betrachtung der Ursachen gilt immer nur für das eine Gut. Ceteris paribus, d.h. man betrachtet ein Ausgangsgleichgewicht und ein Endgleichgewicht. Die Folgewirkungen bleiben jedoch unberücksichtigt. 5 Es entstehen Interdependenzen, die schwer nachzuverfolgen sind.
Im Grunde genommen wird gar kein Endgleichgewicht erreicht. Fragen wie: „Was passiert mit dem „Mehrgeld“ auf dem Kapitalmarkt?“ bleiben unbeantwortet. Somit bleibt allgemein die Frage auf welchen Märkten der Volkswirtschaft sich welche Auswirkungen bemerkbar machen offen.
Jede Verschiebung der Angebots- / Nachfragefunktion verändert die Produzenten- und Konsumentenrente auf dem Markt.
5.2.1.3. Situation eines Anbieters
Die individuelle Preis-Absatz-Funktion zeigt welche Menge zu welchem Preis der Anbieter verkaufen kann. Unter der Voraussetzung des vollkommenen Marktes handelt es sich um eine Parallele zur x-Achse in Höhe des Gleichgewichtspreises p 0 .
1. Annahme: Anbieter möchte höheren Preis erzielen
2. Annahme: Anbieter nimmt geringeren Preis
Gewinnsituation 6 eines einzelnen Anbieters:
è Allgemeine Gewinnermittlung G = U - K è Gewinnermittlung eines Anbieters G i = U i - K i = * è U p x Umsatz eines Anbieters bei konstanten Preisen
i i
= − è G p x K x * ( ) Gewinnermittlung eines Anbieters im Einzelnen
i i i
Gewinnmaximierende Verhaltensweise
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0 O t (x i ) 0 O t (x i )
0
Dieses Unternehmen wird über kurz oder lang aus dem Markt fallen, es sei denn er beginnt etwas an seiner Kostenstruktur,
è
Produktionsschwelle z.B. durch Modernisierung, zu ändern.
Variante V
0
Die Varianten III und IV sind lediglich kurzfristig zu akzeptieren. Langfristig gesehen muß Variante II bzw. I - Gewinnerzielung - erreicht werden.
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In der Realität verändert sich jedoch nicht nur der Preis p 0 , sondern es verändert sich ebenfalls / ausschließlich die Stückkosten.
5.2.2. Monopolpreisbildung
Der Begriff Monopol bedeutet, daß es nur einen Anbieter (=Angebotsmonopol) bzw. nur einen Nachfrager (=Nachfragemonopol) gibt. Existiert auf einem Markt lediglich ein Anbieter und ein Nachfrager so bezeichnet man dies als bilaterales Monopol (z.B. Arbeitsmarkt).
Desweiteren spricht man von sogenannten Zwischenhandelsmonopolen wenn einige / viele Produzenten an einen Großhändler verkaufen. Ein Einzelangebotsmonopol liegt vor, wenn es nur einen Produzenten gibt. Kollektivangebotsmonopole beschreiben die Situation, daß sich mehrere Produzenten zusammenschließen.
5.2.2.1. Einzelangebotsmonopol
In diesem Falle werden die bereits getroffenen Annahmen 1 bis 4 beibehalten und um folgende erweitert:
Hieraus ergibt sich die Preissetzungsmacht des Anbieters. Desweiteren kann er bestimmen, welche Menge er absetzten will. Er hat jedoch keinen Einfluß auf die Nachfragefunktion.
Somit wird der Einzelanbieter die am Markt gegebene Nachfragefunktion „abtasten“, um den Preis festzusetzen. Dabei wird von einer normalen Nachfragekurve mit normaler Reaktion ausgegangen. Die Festlegung des Preises erfolgt in diesem Fall somit durch:
Der Monopolist kann nicht gleichzeitig Preis und Menge bestimmen, da der Preis -Mengen - Zusammenhang eine am Markt gegebene Größe ist. Es gilt immer je höher der Preis desto niedriger die abgesetzte Menge, d.h.
Preisfestsetzungen Mengenfestsetzung
Unter Umständen ist auch Substitutionswettbewerb vorhanden, der an der Preisfestsetzung hindert.
An diesem Punkt stellt sich die Frage nach den Zielen des Monopolisten. Es ergibt sich somit folgende neue Annahme:
7. Mit gegebenem Betrieb den Periodengewinn zu maximieren (kurzfristige Betrachtungsweise)
è Gewinnmaximierung durch Festsetzung des Preises. Aus Vereinfachungsgründen wird dieses Schema zunächst noch um eine weitere Annahme erweitert:
8. Dem Monopolisten entstehen keine Kosten (K=0)
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⇒ = G U ⇒ = p p x ( )
= U p x x ( ) *
= p
= + p x
= + p
= + p ( 1
→ = η 1
Die Preiselastizität der Nachfrage muß gleich 1 sein, d.h. die halbe Sättigungsmenge muß angeboten werden (Amoroso-Robinson-Relation).
Der Angebotsmonopolist erreicht sein Gewinnmaximum dort, wo das Umsatzmaximum liegt, d.h. er muß sich die Preisabsatzfunktion „beschaffen“, um damit die Umsatzfunktion berechnen zu können. Je größer die Abweichung zwischen vorgestellter und tatsächlicher Preis - Absatz - Funktion ist desto größer ist das Risiko. Desweiteren muß die Preis - Absatz - Funktion immer wieder korrigiert werden. 9. Der Monopolist verfügt über gegebenen Betrieb,
d.h. es fallen fixe, variable Kosten an, er verfügt über technisches Wissen, etc.. è gegebene Kostenfunktion (kurzfristige Lösung) G = U - K ; x = Menge U = U (x) K = K (x) è G = G (x) è G’ (x) = U’(x) - K’ (x) = 0 ! U’ (x) = K’ (x)
B
H D
O
Wobei hier die Grenzkostenfunktion (k’) unter Monopolvoraussetzungen der Angebotsfunktion unter Wettbewerbsbedingungen entspricht, d.h. k’ sind die zusammengefaßten Funktionen der Anbieter
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C = Cournot’scher Punkt (Schnittpunkt K’ und U’)
Beim Monopolisten ist der Schnittpunkt der Grenzkostenfunktion mit der Grenzumsatzfunktion die Lösung des Preisbildungsproblems. Bei Wettbewerbsbedingungen bildet sich der Preis aus dem Schnittpunkt von Angebots und Nachfragekurve. Unter Monopolvoraussetzungen entstehen Gewinne die nicht leistungsbezogen sind sondern als Machtgewinne bezeichnet werden. Diese lassen sich nicht durch eine Gegenmacht beeinflussen sondern nur durch Wettbewerb. Der Zwang des Monopolisten Kosten zu senken ist geringer als unter Wettbewerbsbedingungen. Technischer Fortschritt und Neuerungen verlaufen dadurch langsamer bzw. werden sogar gestoppt.
X 2A
X 2B
Der Monopolist zwingt den Konsumenten durch das Angebot geringere Mengen zu einer anderen Güterkombination, d.h. die Konsumentensouverenität wird eingeschränkt. Außerdem läßt sich ein Einfluß auf die Einkommensverteilung beobachten mit erneuten Konsequenzen für die Nachfrage, Faktorpreise ändern sich 8 , etc. Das Produktions-maximum ist jedoch weiterhin möglich.
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Diese Umstände bewirken, daß es sich lediglich um eine statische Betrachtung handelt.
5.2.3. Oligopolpreisbildung
5. Viele ungefähr gleich große Nachfrager, wenige unter ungefähr gleich große Anbieter.
In diesem Zusammenhang sehen die Definitionen für wenige und viele wie folgt aus: ð Wenige: Kann der Einzelne von den wenigen den Preis spürbar beeinflussen. ð Viele: Der Einzelne hat keinen spürbaren Einfluß auf den Preis. Dies sind die typischen Kennzeichen einer oligopolistischen Interdependenz.
In der Realität ist das Oligopol - bei nicht indentischen Gütern - die am häufigsten vorkommende Marktform (z.B. Elektro- und Automobilbranche). Gründe für diese Häufigkeit sind:
1. Kostenvorteile durch Massenproduktion, da der Markt nur wenig Firmen tragen kann (z.B. Autos, Flugzeuge)
2. Märkte sind häufig regional abgegrenzt è Regionaloligopol (z.B. Brötchen, Benzin, etc.)
Die Annahmen 1 bis 4 bestehen weiterhin, d.h. beim Preisbildungsprozess stehen die Anbieter einer am Markt gegebenen Nachfragekurve (mit normaler Reaktion) gegenüber. Es gilt weiterhin die Unterschiedslosigkeit des Preises, wobei der einzelne Anbieter in der Lage ist Mengenpolitik zu betreiben: a) Mengenreduktion ó Preissteigerung
Entweder die anderen Anbieter ziehen nach oder sie produzieren noch mehr, so daß derjenige der die Mengenreduktion durchführt Marktanteile verliert. Der Preis hängt von der gemeinsam angebotenen Menge ab, d.h. eine Übereinkunft der Anieter ist notwendig. Dies geschieht entweder durch ein offizielles Kartell - das bei entsprechender politischer Relevanz oft erlaubt ist - oder durch ein inoffizielles Kartell, dem sogenannten „Frühstückskartell“. Eine weitere Möglichkeit ist die faktische Einigung, d.h. gewisse Spielregeln werden ohne vorherige Absprache eingehalten. Diese Spielregeln werden bei Veränderungen auf der Nachfrageseitez.B. durch saisonale Unterschiede - aktuell. Wenn z.B. die Nachfrage steigt erhöht ein Anbieter den Preis und die anderen ziehen mit unterschiedlichen Begründungen mit, sofern diese Preiserhöhung nicht durchsetzbar ist bröckelt der Preis auf dem gleichen Wege wieder ab.
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b) oligopolistischer Verdrängungswettbewerb ó Preiskampf
Die einzelnen Anbieter setzten sich gegenseitig durch niedrige Preise - zum Teil bis unter die Gewinnschwelle - unter Druck. Der Marktanteil des Anbieters, der diesen Konkurrenzkampf nicht übersteht, wird unter den anderen Anbietern aufgeteilt. Dies kommt in der Realität jedoch selten vor, da solange die Nachfragekurve relativ stabil ist auch der Preis stabil bleibt und da das Risiko der „Abschätzbarkeit der Reaktionen der Marktgegenseiten“ zu groß ist und die durch diesen Verdrängungswettbewerb der Markt nicht außer Kraft gesetzt werden kann. Die gegebene Nachfragekurve bleibt weiterhin ausschlaggebend.
Allgemein liegt der Preis bei Angebotsoligopolen innerhalb eines bestimmten Bereiches: ð die obere Grenze ist der Monopolpreis ð die untere Grenze ist der Wettbewerbspreis, der lediglich bei
1. identisches Gut
2. keine subjektiven Präferenzen 3. räumlicher und zeitlicher Punktmarkt 4. völlige Markttransparenz
Ein „unvollkommener Markt“ liegt vor, wenn eine dieser Annahmen nicht mehr zutrifft, d.h. es gibt 4 Gründe für Unvollkommenheit, die sich außerdem kummulieren können. Wichtig sind lediglich zwei Gruppen:
1. Die erste Annahme ist erfüllt, aber es gibt subjektive Präferenzen und / oder keinen zeitlichen und räumlichen Punktmarkt und / oder keine vollständige Markttransparenz è Preisbildung auf dem unvollkommenen Markt mit identischem Gut 2. Die erste Annahme ist nicht erfüllt, dafür die anderen Annahmen è Preisbildung auf dem unvollkommenen Markt bei nicht identischem Gut
5.3.1. Preisbildung bei identischem Gut 1. identisches Gut 2. subjektive Präferenzen und / oder
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3. kein Punktmarkt und / oder 4. mangelnde Markttransparenz
5. viele, gleich große Nachfrager - Angebotspolypol oder Angebotsoligopol 6. beitseitig offener Marktzutritt
Auf dem unvollkommenen Markt gilt das Gesetz der Unterschiedslosigkeit des Preises nicht mehr, d.h. es können mehrere Preise für das gleiche Gut nebeneinander bestehen. Wenn ein Anbieter seinen Preis unter den der anderen senkt, wird ein Teil der Nachfrager zu diesem Gut übergehen, ein anderer Teil wird bei den anderen Anbietern bleiben. Auf dem vollkommenen Markt würden sich alle Nachfrager auf einmal verlieren, dies ist hier nicht mehr der Fall. Gründe hierfür sind:
• mangelnde Markteinsicht der Nachfrager • subjektive Präferenzen der Nachfrager • räumlicher Punktmarkt ist nicht gegeben (weite Wege) • kein zeitlicher Punktmarkt (z.B. Verkauf an Bahnhof, Flughafen)
Das Gesetz der Unterschiedslosigkeit des Preises ist nur noch tendentiell vorhanden è je extremer die Preisdifferenz ist, desto mehr Nachfrager wandern. Folgen der geänderten Annahmen 2 bis 4:
1. Es gibt zusätzliche Wettbewerbsparameter, vorher gab es nur den Preiswettbewerb, d.h. es kommen Kriterien wie z.B. Personalqualifikation hinzu. 2. Außerdem zeigte der Preiswettbewerb auf dem vollkommenen Markt dank der Markttransparenz, eine schnelle Angleichungstendenz und damit verbunden identische Stück- und Grenzkosten. Diese Anpassungstendenz der Kosten und Preise funktioniert auf dem unvollkommenen Markt nicht so schnell. 3. Grenzbetriebe können sich länger am Markt halten, der Prozess der Verdrängung erfolgt verlangsamt.
4. Es gibt tendentiell höhere Preise, d.h. auch Unternehmen mit höheren Kosten können sich Halten bzw. die Gewinnspanne ist größer.
5.3.2. Preisbildung bei nichtidentischem Gut - Markenartikelpreisbildung
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1. nichtidentisches - leidiglich ähnliches - Gut 9 d.h. unterschiedliche Anbieter bieten unterschiedliche Güter an. 2. keine subjektiven Präferenzen 3. räumlicher und zeitlicher Punktmarkt 4. völlige Markttransparenz
5. viele, etwa gleich große Nachfrager, polypolistische oder oligopolistische Konkurrenz (viele Anbieter mit eigenem Markt) 6. Marktzutritt beiderseits offen
In diesem Zusammenhang konkurrieren die Anbieter miteinander, da ihre Güter der Befriedigung der gleichen Bedürfnisse bzw. Bedürfniskategorie dienen. Man unterscheidet folgende Bedürfnisskategorien: 1. Die Güter unterscheiden sich technisch oder im Volumen, d.h. die Ausprägung des Gutes ist unterschiedlich aber die Qualität ist die gleiche è Produktdifferenzierung 2. Produktqualität ist unterschiedlich
3. Güter sind objektiv unterschiedslos è Konsum erfolgt aufgrund von Gewohnheiten, Reklame, etc. ð - mehr oder minder - unabhängige Preisfestsetzung ð Preisempfehlung des Herstellers 10 ð Preise werden nicht ständig geändert (è starre Preise) ð Weitere Aktionsparamenter - z.B. Qualität, Reklame, Service, etc. - mit denen Wettbewerb gemacht werden kann.
ð Überbietungsprozesse durch diese Aktionsparameter è Absatzkosten steigen sehr stark an
ð Neue Anbieter haben schwierigeren Zutritt zum Markt Ist unter diesen Bedingungen Gewinnmaximierung möglich ?
Gewinnmaximierung liegt am Punkt U’ = K’ vor. Dies ist hier jedoch nicht unbedingt möglich:
• Es wird eine individuelle Preis-Absatz-Funktion benötigt, was aber nicht unbedingt
gegeben ist.
• Es gibt keinen eindeutigen Zusammenhang von Menge und Preis !!! • Es gibt auch keine eindeutige K’-Funktion, da die Selling-Costs z.B. durch Reklame
steigen. Die Auswirkungen dieses Kostenanstiegs auf den Absatz bzw. K’ ist nicht eindeutig.
è Gewinnmaximierung kann nicht bzw. nur selten erreicht werden. Es kann lediglich
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ein hoher Gewinn erzielt werden. Dieser Umstand stellt eine Abweichung vom ökonomischen Prinzip.
Kritik an der Preistheorie:
Die Marktteilnehmer wollen die Marktstrukturen ändern. Dies wird lediglich in der Wettbewerbstheorie berücksichtigt.
In der Preistheorie wird immer der Gleichgewichtszustand angestrebt. Das Interesse liegt auf dem Ergebnis (= Preis).
Die Wettbewerbstheorie untersucht den Wettbewerb als Vorgang bzw. Prozess. Sie stellt sich die Frage, wie es zu Veränderungen kommen kann. Desweiteren ist die Wettbewerbstheorie ein dynamischer Prozeß, sprich Aktion (Verstoß) ó Reaktion, der nicht endet. Sie ist somit ein Entdeckungsverfahren, da die Bedingungen dieses Prozesses untersucht werden bzw. unter welchen Bedingungen dieser Prozeß funktioniert.
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Bedingungen der Wettbewerbstheorie:
1. Es muß Ungewissheit geben, d.h. man weis nicht ob es sich lohnt oder nicht è fehlende bzw. eingeschränkte Transparenz, fehlende Sicherheit, ... (auch beim Preis).
2. Prozeß von Aktion und Reaktion fordert begrenzte Heterogenität: ð bei Produkten, Kosten, Fähigkeiten, ... ð sichert Anpassung und Flexibilität
3. Es darf keine unendliche Anpassungsgeschwindigkeit geben: ð Es braucht Zeit um einen Vorsprung nutzen zu können (temporärer Monopolist) ð Wenn die Zeit zu lang ist, verschwinden die anderen Anbieter; wenn sie zu kurz ist lohnt es sich nicht zu forschen bzw. Entwicklung zu betreiben. ð Der Preis reagiert am schnellsten, deshalb wird versucht mit anderen Faktorenwie zum Beispiel Qualität - Wettbewerb zu betreiben. ð In Sachen Entwicklungen sind die kleinen und mittleren Betriebe führend.
4. Märkte müssen in ihrer Entwicklung (Phasen) verfolgt werden (in Zeitpunkten) a. Experimentierphase (è Idee è Geld è Produktion è Absatzmöglichkeiten è Einführung) b. Expansionsphase (è wachsender Markt (z.B. Handys) è
c. Ausreifphase (d.h. Möglichkeiten dieses Produktes sind ausgeschöpft) d. Stagnationsphase (d.h. Produkt stagniert bzw. ist rückläufig, da es ein anderes, neues Produkt gibt)
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Die Wettbewerbstheorie beschäftigt sich mit folgenden Bereichen: 1) Wie sehen Unternehmensstrukturen aus die in diesem Wettbewerb agieren? Welche Unternehmen sind erfolgreich?
2) Die Wettbewerbstheorie beschäftigt sich mit Integrations- und Fusionstheorie. 3) Die Wettbewerbstheorie untersucht das Marktverhalten (von Unternehmen) auf dem Markt und nicht das Ergebnis.
4) Die Wettbewerbstheorie beschäftigt sich mit dem Versuch Marktstrukturen zu verändern.
5) Der Wettbewerb ist ein Prozeß schöpferischer Zerstörung.
5.5. Staatliche Eingriffe in die Preisbildung
p
p M
Der Mindestpreis (p M ) wird vom Staat festgelegt und liegt oberhalb des Schnittpunktes von Angebots- und Nachfragekurve:
ð Es wird mehr Produziert als nachgefragt wird, aber es kann kein Preisunterbietungsprozeß entstehen.
ð Der Mindestpreis wird auf anderen Märkten unterboten (z.B. Schwarzmarkt). ð Der Staat muß Überschußmenge aufkaufen um dies zu verhindern (= staatliche Folgeintervention)
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Diese staatlichen Eingriffe haben enorme Folgen auch auf den Weltmarkt, da durch die Folgeinterventionen Preise unterboten werden. Eine Folge dieser Preisunterbietungen sind beispielsweise, daß Entwicklungsländer ihre Produkte nicht absetzten können. Desweitern verschiebt sich die langfristige Angebotskurve, da die Anbieter diese hohen Preise ausnutzten wollen, und der Angebotsmengenüberhang wird immer größer. Um diese Entwicklung auffangen zu können werden Quoten festgelegt, d.h. es wird festgelegt wieviel produziert werden darf. Dies bedeutet eine „Änderung“ des Wirtschaftssystems; die Marktwirtschaft wird zur Planwirtschaft.
Die Festsetzung von Mindestpreisen ist somit kein marktkonformes Eingreifen des Staates. Sie ist nicht zielsicher, da bei den Milchprodukten beispielsweise kleine Betriebe gefördert werden sollen, profitierende sind jedoch zum größten Teil die Großbetriebe.
p H
Der Höchstpreis (p H ) wird vom Staat festgelegt und liegt unterhalb des Schnittpunktes von Angebots- und Nachfragekurve: ð Es wird ein Bezugsscheinsystem benötigt. ð
5.6. Preisbildung auf den Faktormärkten
Auf den Faktormärkten wird die Nachfragefunktion von der Nachfrage nach Gütern abgeleitet. Desweiteren herrscht auf Fakormärkten ebenfalls Wettbewerb. Steigt die Nachfrage nach Gütern, steigt die Nachfrage nach Produktionsfaktoren. Sinkt die Nachfrage nach Gütern, sinkt auch die Nachfrage nach Produktionsfaktoren. Diese Umstände werden jedoch in der Realität häufig gestört.
5.6.1. Preisbildung auf dem Arbeitsmarkt
Seite 106
Hier stammt die Nachfrage von Seiten der Unternehmen. Die Unternehmen betrachten die gesamten Einnahmen und die gesamten Ausgaben auf den Gütermärkten um entscheiden zu können ob sich ein zusätzlicher Arbeitnehmer lohnt oder nicht. ð Gewinn = Gesamteinnahmen ./. Gesamtausgaben ð Gewinnmaximum: Grenzeinnahme 11 = Grenzausgabe
Das Gewinnmaximum bezieht sich jedoch in diesem Fall auf eine Faktoreinheit - sprich Arbeitslohn - und nicht auf eine Gütereinheit.
Eine weitere Bedingung an den Arbeitsmarkt ist, daß vollkommene Konkurrenz herrschen muß.
In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wann sich ein zusätzlicher Arbeitnehmer für den Unternehmer lohnt. Dies ist abhängig von der Änderung des Grenzertrags und der Änderung des Produktpreises, welche von dem zusätzlichen Arbeiter produziert wird, sowie der Lohn des Arbeitnehmers.
Der Lohn ist gemäß Tarifvertrag festgelegt (= Wettbewerbsbedingung), d.h. die Grenzausgaben sind konstant. Ebenso ist der Preis des Produktes konstant, was zur Folge hat, daß die Preisgerade sowie das Ertragsgesetz gelten. Der Grenzertrag stellt sich in einer Funktion mit negativer Steigung dar 12 .
Aus diesen Gegebenheiten läßt sich folgende Formel für die Grenzeinnahmen auf dem Arbeitsmarkt herleiten: ' * = E p Grenzeinnahme
A
l 1
l 0
l 2
Die Gesamtnachfrage ergibt sich durch horizontale Addition der individuellen Nachfragefunktionen und ist somit ebenfalls eine fallende Funktion.
Seite 107
Das Angebot kommt auf dem Arbeitsmarkt von den privaten Haushalten. Je höher der Preis für die Arbeit ist, desto höher wird die angebotene Menge an Arbeit sein (Normalfall). Liegt der Arbeitspreis unter dem Existenzminimum oder werden extrem hohe Arbeitspreise gezahlt so kommt es jedoch zu anormalen Reaktionen.
Normalreaktion Anormalreaktion
Bringt man die Angebots- und Nachfragefunktion zusammen so erhält man für die
Preisbildung auf dem Arbeitsmarkt
folgendes Schaubild. L
L 0
L’
D = Gleichgewichtspreis (unter Wettbewerbsbedingungen) Durch Reduktion der Nachfrage (Angebotsmengenüberschuß CD) 13 E = F = Monopolisten (Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände) setzen den Preis künstlich fest.
5.6.2. Preisbildung auf anderen Faktormärkten
Hier lassen sich sämtliche Überlegungen aus Kapitel 5.6.1. übertragen.
Seite 108
Beispiel: Der Grenzertrag des Kapitals ergibt sich aus folgender, ebenfalls fallender Funktion
Die Grenzausgabe ist eine Gerade, da Zinsen unter Wettbewerbsbedingungen überall ungefähr gleich sind.
i
i 0
Die Gesamtnachfrage ergibt sich ebenfalls aus der horizontalen Addition der idividuellen Nachfragefunktionen.
Das Angebot ist eine steigende Funktion, da das Sparvolumen bei höheren Zinsen größer und die Verschuldungsbereitschaft der Kreditinstitute größer ist.
I O
Im Bezug auf den Faktor Boden ist die Angebotsfunktion jedoch eine senkrechte Gerade, da der Boden nicht mehrbar sind.
Seite 109
I O
Bisher wurden die Preise aller anderen Güter gegeben (Annahme) und somit die Auswirkungen eines Marktes auf einen anderen Markt unterschlagen. Um dieses Manko zu beseitigen wurde das Modell der simultanen Preisbildung der Güter entworfen. Voraussetzungen hierfür sind: ð Es wird nur eine Periode betrachtet (statisches Modell). ð Haushalte werden mit bestimmten Mengen an Gütern ausgestattet. ð Unternehmen haben keine bestehenden Anlagen, d.h. keine fixen Produktionsfaktoren.
ð Unternehmensgründungen finden solange statt wie alle Unternehmen Gewinn erzielen. ð Keine Ersparnisbildung ð Vollkommene Konkurrenz
ð Dezentrale Koordination der Pläne über den Markt. Aus diesem Modell wurden einige Ansatzpunkte eines Gleichgewichtszustandes ausgearbeitet. Im folgenden wird lediglich auf das Walrasianische Gleichgewicht eingegangen, welches von Angebots- und Nachfragefunktion sowie von Gleichgewichtsbedingungen auf den Faktormärkten ausgeht. Verwendete Laufvariable:
Arbeit zitieren:
Marcus Hündgen, 1997, Preistheorie, München, GRIN Verlag GmbH
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